> Liebe ist nicht nur ein Erfreuen aneinander sondern hat auch mit Kompromissen zu tun die innere Kämpfe bedeuten weil es nicht in der eigenen Natur programmiert ist genauso zu ticken wie der andere.
Du verwechselst Liebe mit Beziehung. Eine Beziehung ist reine Kopfsache und soll etwas dauerhaftes sein, während die Liebe eine reine Herzensangelegenheit ist und jederzeit verschwinden und wiederkommen kann. Die Liebe ist wie ein Lebewesen: sperrt man es ein, wird es langsam aber sicher sterben, aber belässt man es in Freiheit, darf man immer hoffen, dass es immer und immer wieder zu dir zurückkehrt.
> Deine Liebe die du schilderst ist Oskarreif hat mit Filmen, Romanen und Wünschen zu tun.
Nein, was man in den meisten FIlmen und Romanen mitbekommt, ist keine Liebe, sondern purer Kitsch, eine idealisierte Form der Liebe. Ich selbst kenne bis heute nur einen einzigen Film, der meiner Meinung nach das wahre Gesicht der Liebe zeigt. Und das ist der Film "Forrest Gump".
> Die Realität sieht anders aus.
Die Realität sieht so aus, dass die meisten Menschen gar nicht zu lieben fähig sind, weil sie es nie gelernt haben. Aber Lieben ist eine Kunst, die erst erlernt werden muss (so wie man das Laufen erlernt), wofür eigentlich die Kindheits- und Jugendjahre "vorgesehen" sind. Aber wenn ich mir all die kaputten Familien und gesellschaftlichen Verhältnisse so anschaue... naja, nicht gerade förderlich für die Entwicklung der Liebesfähigkeit. Kein Wunder, dass Liebe nur so selten erfahren und noch seltener erhalten wird.
> Wie willst du ein bedingungsloses Ja erreichen wenn man nicht gegen seine eigene Gewohnheit ankämpft um dem anderen entgegen zu kommen?
Indem du aufhörst zu kämpfen! Und indem du deinen (von unserer intelligenzgeilen so arg gepushten) Verstand mal abstellst.
> Doch man muss kämpfen mit sich selbst in einer Beziehung damit Rücksicht gegeben ist und der Friede gewahrt bleibt.
Dieses ständige Ringen mit sich selbst ist meines Erachtens nur ein Hinweis darauf, dass man sich selbst nicht lieben gelernt hat. Bedenke: jede Liebe fängt bei dir selbst an! Wenn du dich selbst nicht liebst, wird auch deine Liebe zu anderen Menschen oberflächlich und kurz sein.
> Eine Liebe aufrechtzuerhalten bedeutet viel Arbeit und heisst auch viele eigene Kämpfe (die man gerne macht weil hoffentlich gegenseitig).
Nein, nicht Liebe aufrecht zu erhalten bedeutet viel Arbeit (denn die Liebe entzieht sich völlig unserer Kontrolle, was sie für uns Kontrolfreaks so "problematisch" macht!), sondern eine Beziehung aufrecht zu erhalten bedeutet viel Arbeit.
> Keine Kämpfe und keine Arbeit in die Liebe zu investieren würde bedeuten dass sie mir egal ist und ich egoistisch bin.
Es ist genau umgekehrt: Wenn du liebst, dann investierst du auch viel, liebst du aber nicht, kannst du so viel investieren wie du willst, es hat keinen direkten Einfluss auf die Liebe. Wenn du also "kämpfst" und "arbeitest", weil das sonst egoistisch wäre, hat das mit Liebe gar nichts zu tun, sondern eher mit Selbsttäuschung und Moral.
> Auch eine Blume muss gehegt und ständig gegossen werden damit ihre Schönheit erhalten bleibt.
Exakt so ist es, aber wenn du die Blume liebst, bereitet es dir viel Freude und macht dich glücklich, sie zu hegen und zu pflegen. ;-)
> Nun hätte es jetzt weniger gern wenn sich noch andere an meinem Mann erfreuen.
Ja, aber dieses Bedürfnis kommt nicht aus der Liebe, sondern aus deinem Narzissmus (wohlgemerkt: ich habe nichts gegen Narzissmus). Treue bzw. Loyalität hat nur dann einen Wert, wenn sie aus Liebe erfolgt und nicht aus Moral, wenn sie also quasi etwas selbstverständliches ist.
> Aber ich denke dass wir immerhin nach 28 Jahren Ehe den Erweis brachten dass eine Liebe ein bedingungsloses Ja sein kann wenn man gewisse Kämpfe investiert.
Ich denke, du verwechselst ständig Liebe mit Beziehung... zwei Menschen können sich durchaus ein Leben lang lieben, wenn sie bereit und fähig sind, sich immer wieder neu zu begegnen. Aber eine Beziehung kann man auch noch führen, wenn keine Liebe (mehr) vorhanden ist oder wenn sie gerade Sendepause hat. Liebe ist ein Geschenk, eine Beziehung ist eine Entscheidung.
> Und oh ja ich würde schon sagen dass als Mensch verkleidet die Liebe schon was mit Verstand und Wissen zu tun haben soll. Zu was forderst du hier auf? dass der Mensch wie die Kaninchen es tun soll.
Ich fordere gar nichts, ich sage nur wie ich die Dinge sehe. Und ich bin der Meinung, dass Liebe sich völlig unserer Kontrolle entzieht. Wir können zwar Bedingungen schaffen, die der Liebe förderlich oder hinderlich sind, aber wir können keine Liebe erzwingen oder mit Willenskraft abstellen. Sie entzieht sich völlig unserer Kontrolle, und genau das macht sie für uns so problematisch, weil wir es gewohnt sind, alles unter Kontrolle zu haben. Bei der Liebe aber werden wir aufgefordert, unseren Kontrolldrang abzustellen und einfach nur unserem Herzen zu folgen - sprich: der Liebe zu vertrauen.