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Das Leben ist nicht fair

Das tut mir leid. Ist das jetzt besser?

Das alles hat übrigens dazu geführt, dass ich mir in Beziehungen mit Leuten, die weniger Pech hatten, manchmal komische Gedanken mache.

Wenn ich mit studierenden und studierten Freunden unterwegs bin schließt mir manchmal der Gedanke durch den Kopf, dass die denken „Wir sind eigentlich zu klug und zu gebildet für den. Warum geben wir uns mit dem ab?“.
 
Hätte ich zum Beispiel weniger gesundheitliche Probleme, würde ich meinen Job besser ausfüllen können.
Stephen Hawking hatte extrem viel körperliches Leid erfahren, trotzdem hatte er einen unbändigen Lebenswillen, trotzdem hat er seinen Job genial ausgefüllt. Gerade von ihm hätte ich erwartet, dass er sich darüber beklagen würde, wie unfair das Leben doch ist. Dergleichen habe ich aber nie mit bekommen.
 
frage ich mich „Warum immer wir?“
Die Frage bringt nichts, sie schwächt nur. Es gibt auch keine Antwort darauf. Das Leben ist tatsächlich nicht fair, aber das hat auch nie jemand behauptet.

Mit einem Schicksalsschlag zu hadern führt zu einer inneren Verkrampfung und Blockierung. Es geht nichts weiter, nichts vorwärts. Erst wenn wir lernen, anzunehmen, können wir weitergehen.

Ich hatte über 20 Jahre lang schwerste Migräne, sie hat mein ganzes Leben bestimmt und mich auf allen Ebenen eingeschränkt. Ständig habe ich mich gefragt - "warum muss ich so krank sein?" Das hat mich keinen einzigen Schritt in Richtung Gesundheit gebracht. Im Gegenteil, ich war noch verzweifelter.

Erst als ich so weit war zu sagen, okay, es ist eben so, hat sich eine Lösung aufgezeigt. Ich weiß, das klingt komisch, aber ich habe begriffen, dass es nicht anders geht.
 
Was macht das mit euch und wie geht ihr damit um?
Ich habe auch schon einiges hinter mir (so habe ich u.A. schon mehrere geliebte Menschen und den Großteil meiner Familie verloren, wurde bis aufs Blut gemobbt, führe aufgrund von psychischen Behinderungen/Erkrankungen und daraus resultierender Erwerbsunfähigkeit ein Leben in Armut), aber ich habe aus daraus auch immer etwas gelernt und bin dadurch auch immer etwas stärker geworden.

Ich war oft schon kurz vor dem Aufgeben, aber ich habe letzten Endes immer weitergemacht und mich irgendwie durchgekämpft. Oftmals nicht mal mir, sondern meiner Familie zuliebe. Und es hat sich letzten Endes gelohnt. Ich wäre heute nicht die Frau, die ich bin, hätte ich nicht diesen schweren Weg hinter mir. Es gibt so viele Dinge, die ich ohne diesen schweren Weg wohl nie gelernt hätte, wie z.B. Wasserleitungen reparieren, weil das Geld für einen Handwerker fehlte, aber auch Dinge wir mir einzugestehen, dass ich nie wie normale Menschen sein werde oder dass ich Hilfe benötige und andere Menschen um Hilfe bitten muss.

Aktuell geht es mir recht gut und ich bin recht zufrieden mit meinem Leben. Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite, es geht mir und meinen Lieben gesundheitlich gut und auch sonst läuft alles ganz gut (zwar nicht unbedingt perfekt, aber eben auch nicht unrund). Ich bin aktuell noch dabei, den ganzen Stress der vergangenen neun Jahre (vom Aufkommen des Verdachts auf Autismus und der Diagnostik über den SBA-Antrag und diversen Begutachtungen hin zum EM-Rentenantrag und dem sozusagen "abschliessenden" Grundsicherungsantrag) hinter mir zu lassen und mich in mein "neues" Leben als EM-Rentnerin einzufinden.

Momentan freue ich mich auf mein langweiliges EM-Rentnerleben, in dem ich endlich wieder einen festen Wochenablauf habe, ich kaum noch Stress, dafür aber wieder mehr Energie habe und ich endlich wieder meinen Hobbies nachgehen kann (die sind in den letzten neun Jahren aufgrund von Energiemangel nämlich leider völlig auf der Strecke geblieben).

Das Schicksal wird unter Garantie irgendwann wieder zuschlagen, aber bis dahin geniesse ich das Leben, so gut es eben geht. Und ich bin sicher, dass ich auch den nächsten Schicksalsschlag irgendwie überstehen werde.
 
Hey Pinienwald
willkommen hier🙂. Kann das sehr gut nachvollziehen, was du fühlst. Und leider geht es nicht einfach "weg", auch wenn man weiss, dass diese Gedanken nichts bringen. Jedenfalls ist das bei mir so.
Ich habe auch ein ziemlich hartes, schweres Schicksal und hadere noch immer sehr, nach all den Jahren. Ich wünschte, ich hätte diese Gedanken nicht, aber so leicht ist das nicht zu verändern bei mir.l

Du schreibst eingangs, deine Familie ist betroffen. Magst du erzählen, was passiert ist und was dich persönlich betrifft?
 

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