Was macht das mit euch und wie geht ihr damit um?
Ich habe auch schon einiges hinter mir (so habe ich u.A. schon mehrere geliebte Menschen und den Großteil meiner Familie verloren, wurde bis aufs Blut gemobbt, führe aufgrund von psychischen Behinderungen/Erkrankungen und daraus resultierender Erwerbsunfähigkeit ein Leben in Armut), aber ich habe aus daraus auch immer etwas gelernt und bin dadurch auch immer etwas stärker geworden.
Ich war oft schon kurz vor dem Aufgeben, aber ich habe letzten Endes immer weitergemacht und mich irgendwie durchgekämpft. Oftmals nicht mal mir, sondern meiner Familie zuliebe. Und es hat sich letzten Endes gelohnt. Ich wäre heute nicht die Frau, die ich bin, hätte ich nicht diesen schweren Weg hinter mir. Es gibt so viele Dinge, die ich ohne diesen schweren Weg wohl nie gelernt hätte, wie z.B. Wasserleitungen reparieren, weil das Geld für einen Handwerker fehlte, aber auch Dinge wir mir einzugestehen, dass ich nie wie normale Menschen sein werde oder dass ich Hilfe benötige und andere Menschen um Hilfe bitten muss.
Aktuell geht es mir recht gut und ich bin recht zufrieden mit meinem Leben. Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite, es geht mir und meinen Lieben gesundheitlich gut und auch sonst läuft alles ganz gut (zwar nicht unbedingt perfekt, aber eben auch nicht unrund). Ich bin aktuell noch dabei, den ganzen Stress der vergangenen neun Jahre (vom Aufkommen des Verdachts auf Autismus und der Diagnostik über den SBA-Antrag und diversen Begutachtungen hin zum EM-Rentenantrag und dem sozusagen "abschliessenden" Grundsicherungsantrag) hinter mir zu lassen und mich in mein "neues" Leben als EM-Rentnerin einzufinden.
Momentan freue ich mich auf mein langweiliges EM-Rentnerleben, in dem ich endlich wieder einen festen Wochenablauf habe, ich kaum noch Stress, dafür aber wieder mehr Energie habe und ich endlich wieder meinen Hobbies nachgehen kann (die sind in den letzten neun Jahren aufgrund von Energiemangel nämlich leider völlig auf der Strecke geblieben).
Das Schicksal wird unter Garantie irgendwann wieder zuschlagen, aber bis dahin geniesse ich das Leben, so gut es eben geht. Und ich bin sicher, dass ich auch den nächsten Schicksalsschlag irgendwie überstehen werde.