Hätte meine Partnerin so über meinen Sohn geredet, hätte ich mich getrennt.
Letztendlich ist er nicht dein Sohn.
Entweder du akzeptierst die Regeln, die dein Partner aufgestellt hat oder du gehst.
Natürlich hast du noch die Option deinem Partner ins Gewissen zu reden, aber ich würde mich an deiner Stelle hüten dann als die böse Stiefmutter dazustehen.
Letztendlich müsst ihr einen Konsens finden.
Falls nicht, hast du nur die Wahl seine Regeln zu akzeptieren, ihm ins Gewissen zu reden oder eben zu gehen.
So ist das eben mit Patchwork. Daran sind schon Beziehungen kaputt gegangen.
Patchwork-Beziehungen funktionieren nicht, wenn die Beteiligten nicht begreifen, dass jeder Einzelne Bedürfnisse hat, ja, haben DARF, und man schauen muss, wie man für alle einen gemeinsamen Nenner findet. Was für ein Kokolores, dass die TE sich den Regeln unterzuordnen habe. Das ist an Borniertheit kaum zu übertreffen.
Sie sollte allerdings asap mal klären, welche Rolle sie in dieser Beziehung spielt, spielen möchte und ob sie das so haben will. Betthäschen, Köchin und Reinigungskraft die Woche über etwa und dann auch ein kleines bisschen Gleichberechtigung bis der Filius aufschlägt? Dann arrivederci, Claire! Oder ist sie Partnerin auf Augenhöhe? Dann sollte sie das auch sein, wenn der Junge da ist. Ich habe hier keineswegs den Eindruck, dass sie das Kind triezt. Aber es gibt keinerlei Grund an den Kinderwochenenden die Klappe und sich im Hintergrund zu halten und es den Herren Recht zu machen. Bei mir wüsste der Sohn 100%ig, wo der Mülleimer steht, wie man eine Decke ordentlich zusammenlegt und er würde auch sein Zeug selber wegräumen. Mit einem Overload an Medienkonsum könnte ich mich ja zwangsläufig arrangieren, würde dem Vater - sofern der nicht selber auf den Trichter kommt - eher vorschlagen, seinen Hintern vor die Tür zu bewegen und mit dem Jungen etwas Schönes zu unternehmen. Idealerweise sogar zu dritt. Ansonsten ist das doch bloß ein Verwahrwochenende und er dürfte sich gerne mal fragen, ob der Sohn wegen Papa kommt oder weil er da jeden Mist machen kann, nach dem ihm zu Mute ist. Die Pubertät dürfte da spannend werden.
An Stelle der TE würde ich mich noch einmal mit dem Partner zusammen setzen, vielleicht sogar mal eine Auszeit anbieten, damit der Partner reflektiert, welche Rolle die TE für ihn spielt aber auch damit er erkennt, wie sie sich fühlt. Wenn er sie liebt dürfte ihm das eigentlich nicht egal sein. Abservieren an diesen Wochenenden würde ich mich nicht lassen, mir genauso wenig den Mund verbieten. Ansonsten dürfte der Partner auch gerne die übrigen Tage für sich behalten.
Ihr habt leider verpasst, direkt am Anfang Spielregeln für euer Miteinander festzulegen. Das jetzt im Nachhinein zu machen ist nicht unmöglich, vermutlich aber mit einigen Widerständen und Disputen verbunden. Vom Kind auf der Nase herumtanzen lassen sollte sich die TE allerdings nicht, das begründet sich schon durch den eigenen Selbstwert. Klar, dass der Filius das ausnutzt bis zum Exzess, wenn der Vater ihm da keine Grenzen aufzeigt.
Und mal ehrlich: Die TE hat nicht schlecht über den Sohn geredet, sondern auffällige Fakten benannt. Da sollte der Vater vielmehr froh sein, wenn sie ihn aufmerksam macht auf Dinge, für die ihm offensichtlich Blick und womöglich Hirn fehlen.