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Das bockige innere Kind beruhigen

@Spoony:

So weit ich mich erinnere, ist Urvertrauen tatsächlich das, was wir in der frühen Kindheit aufbauen oder nicht.
Aber natürlich kann durch negative Erlebnisse unsere Einstellung der Welt gegenüber auch im Erwachsenenalter erschüttert werden.
Ich such grad dieses verflixte Buch dazu... 🙂 *please hold the line*

*Update: Zum inneren Kind: Ich fand John Bradshaw - "Das Kind in uns ziemlich gut." Also schockierend und tiefgreifend, aber gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wollte Dich ja nicht erwischen😉

Einfach fragen, weil ich ja nur von mir reden kann, verstehen möchte und diesen thread als Möglichkeit gesehen habe, mich ein bisschen einzuklinken und etwas über mich und meine Möglichkeiten zu erfahren.

Ich bin mir ganz sicher, dass ich ein enormes Urvertrauen mitbekommen habe. Sprich, der Welt und den Menschen tendenziell über Jahrzehnte vertraut habe und abschätzen konnte, wenn mir jemand begegnete, bei dem es nicht so ist. Entsprechend konnte ich mich schützen und verhalten.

Nun bin ich mir ebenfalls sicher, dass mein Urvertrauen im Erwachsenenalter sehr erschüttert wurde. Das merke ich deshalb, weil es mir nicht mehr gelingt vertrauen in mich und andere Menschen zu haben und weil ich manchmal nicht mehr weiß, ob es sich so noch weiterhin lohnt zu leben.

Jetzt möchte ich natürlich gerne wieder meinen alten "Zustand" zurück haben, ich möchte vertrauen und der Welt mit offenen Armen begegnen. Das erscheint derzeit recht schwierig und deshalb suche ich nach Lösungen.

Vielleicht ist mein Urvertrauen ja nur "verschüttet" und es gibt die Möglichkeit es wieder auszugraben😕

Diese Möglichkeit interessiert mich enorm.

Hallo Spoony,

ich gebe das Gefühl auch Recht...das Urvertrauen entsteht in den ersten [3] Lebensjahren.
Menschen mit einem stabilen gutem Urvertrauen haben leichteren Zugang zur ihren inneren Kräften - den Selbstheilungskräften,
[die Kraft ist ja immer da - nur halt der Zugang zu ihr nicht]


Resiliente Menschen - also Menschen, die es besser als andere schaffen, Krisen (und auch Traumen!) zu verarbeiten und zu überwinden, finden auch den Zugang zu ihrer inneren Stärke/Kraft/Weiheit....
Sie haben zwar eine ebenfalls schwere und u.U. auch heftige Zeit auf dem Wege der Heilung...sie profitieren aber von díesem inneren Pol aus Kraft/Stärke/Weisheit
(so nenne ich es gerne bei mir).
Ich habe Imaginationsübungen dazu, die meine Trauma Therapeutin mir beibrachte - sie leitet mich durch die Übung, indem sie den Text jedesmal liest - und ihn mir so vertraut macht....ebenfalls 1 x tgl. durchzuführen und durchaus ebenso effektiv..nur auf eine ganz andere Weise eben...

Diese speziellen Imaginationen gehören zur PITT (Psychodynamisch imaginative Traumatherapie), der o.g. sichere rt gehört auch dort hinein.

Betroffene [Traumatisierte] können folgendes Buch als Anleitung für imaginative Übungen nutzen.

Imagination als heilsame Kraft - Zur Behandlung von Traumafolgen mit ressourcenorientierten Verfahren: Amazon.de: Luise Reddemann: Bücher
(interessante Kurzbeschreibung & Klappentext!)

Man kann sich dieses Buch übrigens auch auf den Kindle ziehen - und sofort mit der Imaginations Übung beginnen.

Ich wünsche Euch ganz viel innere Kraft und Weisheit - und dass Ihr einen guten Zugang zu dieser wichtigen Kraft habt...um die Selbstheilungskräfte für die Heilung nutzen zu können und um All das Schlimme, was mit der Traumatisierung einherging(-geht) endlich für immer loszuwerden!!!

PS:
Spoony, Deine Signatur passt gut zum Thema - ich finde sie sehr schön!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
dein Beitrag ist nun einige Jahre her, aber ich wollte mal fragen, wie es dir inzwischen geht und was du so gemacht hast, damit es dir besser geht? Habe auch mit einem bockigen, wütenden, zerstörerischen inneren Kind zu tun...
Was mir sehr gehofen hat und hilft sind die simplen Übungen von Luise Hay, sich jeden Tag vor den Spiegel zu stellen und ich zu sagen, wie sehr man sich selbst liebt und so annimmt, wie man ist. Ihre Bücher sind einfach geschrieben und lesenswert, sehr zu empfehlen "Heile deinen Körper".
Es geht immer drum, die Wahrheit anzuerkennen, wenn man als Kind nicht geliebt wurde und die Eltern einen nicht geliebt haben. Oft hat man viel Wut gespeichert, die raus muss, bevor man vergeben kann und Frieden mit sich/den Personen die einen verletzt haben, selbst schließen kann. Stell dir einen KZ Überlebenden vor, dem du sagst, dass er jetzt mal eben vergeben muss und Frieden schließen mit Hitler....... Der würde vermutlich ausrasten. Bei sowas ist das leicht die Wut zu sehen, aber die Wut gegen die eigenen Eltern anzuerkennen ist leider nicht so leicht. Wenn man sich nicht damit beschäftigt hofft man (das innere Kind) noch als 80- Jähriger die Liebe der Eltern zu bekommen, man lebt ständig im Mangel und versucht es von anderen Menschen zu bekommen. Wenn man es aber schafft, die Verantwotung für das innere Kind zu übernehmen und das nicht mehr von den Eltern zu fordern, kann man Frieden schließen und loslassen. Boxen und Rennen hilft mir sehr... Und schreien, wie sehr ich meine Mutter hasse....
Ein weiteres tolles und Hilfreiches Buch ist Radikale Erlaubnis von Mike Hellwig. Seine Therapie besteht darin, alles radikal zu erlauben, was in dir ist und anzuerkennen, sei es depression, klammern, abstoßen, Wut, Hass, Selbstkritik, ..... Er sieht jede dieser Gefühle erst mal als ein inneres Kind, dass sich schützen will vor der Verletzung, die es erfahren hat. Erkennt man es an, kann es los lassen, weil es weiß, es wird gesehen. Mir tat es sehr gut, die Wut auf meine Mutter zu erlauben, weil die blöde B..tch (das darf man sich bei scheiß Eltern radikal erlauben und es macht Spaß 😉 ) mich als Kind echt schrecklich behandelt hat. Es einfach mal klar auszudrücken, wie das innere Kind da sagt und denkt tut sehr gut und man muss auch lachen. Radikale Erlaubnis macht Spaß.
Und dann noch leicht spirituell, aber tolle Übungen, sind die Meditationen von Susanne Hühn "die Heilung des inneren Kindes". Die Übungen sind so, dass man sich meistens eine schöne Landschaft vorstellt, in der man sein inneres Kind trifft und ihm zu hört, es in eine sichere Burg bringt, ..... Sie arbeitet auch mit Krafttieren, was ich persönlich nicht so ernst nehme. Trotzdem finde ich die gut.
Viel Glück auf deinem Weg!!
 
Bis zu einem gewissen Grad empfinde ich Worte wie: "bockig", "stur" oder "trotzig" auch problematisch.
Wenn man sich selbst so bezeichnet, dann zeigt es bereits eine gewisse Wertigkeit, welche man seiner selbst und seinen Emotionen und Reaktionen zuschreibt.

Begrifflichkeiten: bockig, stur, trotzig bezeichnen seither etwas, das nicht "funktioniert".
Das ist ein Esel, der sich nicht dressieren lässt.
Ein Kind, das nicht wie in der Erziehung erwartet agiert.

Sind dieses aber "negative Eigenschaften"? Es sind Emotionen und Emotionen haben grundsätzlich ihre
Berechtigung. Ja, das Kontrollieren von Emotionen kann "aus dem Ruder laufen" und unverhältnismäßig sein,
aber dann hat dieses ja seine Gründe - Vor allem bei Kindern.
Es ist ja nicht so als sei dieses ein "charakterlicher Makel" oder etwas, das nur gemacht wird, um Mitmenschen
"zu ärgern".
Das sind Emotionen oder nicht "adäquates" Umgehen können damit. Mitunter auch, da es nicht erlernt worden ist.

Und je jünger ein Kind, desto mehr ist es eher Kommunikation. Ein Baby kann sich zunächst auch nur durch Weinen mitteilen.

Ich finde nicht, dass man einem Kind oder sich selbst oder seinem inneren Kind eine Bockigkeit, Trotzigkeit oder Sturheit "vorwerfen" sollte.

Mitunter ist das der Widerstand, der nötig ist. Das Kommunizieren, das nötig ist.
Nicht immer in objektiv adäquater Weise, aber manchmal ist es strukturell nicht anders möglich.

Manchmal ist ein Trotz begründet. Oder eine Sturheit. Nichts davon muss negativ sein.

Dieses negativ anzukreiden, kann manchmal auch einfach nur Tone Policing sein.
Von oben herab aus einer völlig anderen Position, aus einer Distanz, heraus aus einer Rolle,
die nicht mitten drin die gleiche Unterdrückung und den gleichen Unmut erfährt und daher
nicht beurteilen kann, dass es manchmal wenig andere Möglichkeiten gibt und manchmal
solch eine Art des Ausbruchs und des Widerstands nachvollziehbar sind.
Das Recht einzuräumen, dass andere subjektiv ihren Gefühlen auch einmal Nachdruck
verleihen dürfen.

Was soll man denn als so ein kleines Kind gegen solch einen großen Erwachsenen machen,
von dem man sich ungerecht behandelt, unverstanden (oder schlimmeres) fühlt?
Was soll man denn gegen Leute machen, zu denen ein Abhängigkeitsverhältnis, eine Co-Existenz
oder ein Machtgefälle herrscht?
Gegen Leute, die ebenso nicht zu Diskussionen bereit sind?
Da sind Trotz und Bockigkeit und ein Wütendwerden nachvollziehbar.
Soll man dann diese kleine Flamme des Widerstandes auch noch mit:
"Na, nun sind wir aber trotzig! Nicht in dem Ton!" löschen?

I don't think so. Da braucht es Raum für Emotionen.

Wenn man einen Hund ärgert, dann beißt er auch mal.
Wenn man eine Katze ärgert, dann kratzt sie auch mal.
Tiere lassen sich auch nicht alles gefallen.

Ist dann wieder der Mensch, der sich über das Tier stellen will und
dem Tier natürliche Abwehrreaktionen "aberziehen" will.

Frauen, die unterdrückt werden, werden dann auch mal laut.
Das ist super, das ist ein Zeichen, dass sie sich nicht alles
gefallen lassen.
Da hat man früher auch gesagt:
"Die Frauen werden hysterisch und zickig!".
Nein. Normale Reaktionen auf Unterdrückung, Kleinhaltung, Machtgefälle (oder gar Misshandlung).

Zu unterdrückten Schwarzen, die bei rassistischem Verhalten auch mal wütend werden,
wird gesagt: "Sie sollen sich beruhigen".
Aber nein. Man muss sich keinen Mist gefallen lassen.

Niemand muss sich Mist gefallen lassen. Und wenn sich jemand viel Mist gefallen lassen muss,
dann wird er auch mal wütend.
Das können dann zehn Leute als hysterisch, trotzig, stur, bockig, kindisch, primitiv oder whatever titulieren.
Aus ihrer distanzierten, privilegierten Situation heraus.

Und Kinder, die Unrecht erfahren oder denen etwas nicht adäquat vermittelt worden ist
und sich gegen dieses Machtgefälle auflehnen wollen, werden dann mit bockig, stur, zickig etc bedacht.
Allein solche Titulierungen sind Abwertungen.

Die Kinder sind wütend oder fühlen sich ungerecht behandelt. Vor allem auch die inneren Kinder.

Was soll man machen, wenn man Mist erlebt oder Leute mistig zu einem sind?
Halma spielen?

Dann ist man eben "bockig". Oder anders ausgedrückt: Man wehrt sich, man kämpft.
 
Hallo ich (33)bin neu hier im Forum und arbeite seid 8 Monaten mit meinem inneren Kind! Bin schon durch tolle aber auch durch schlimme Momente gegangen! Ich habe mir hier vieles durchgelesen und mir geht es genauso! Ich bin während meiner Arbeit in einer beziung! Mein Problem ist leider das ich keine Nähe oder liebe männlicher Herkunft zu lassen kann! Und ich bin gerade sehr verzweifelt da mein Partner ein wundervoller Mann ist der mich auf meinen Weg unterstützt! Wie noch keiner nur überwiegen momentan die Tage wo er mich nicht anfassen darf! Es ist ein schreckliches Gefühl und ich leide und bin kurz davor die beziung zu beenden! Da es ihm auch sehr weh tut immer wieder von mir abgewiesen zu werden! Meine Frage hat jemand Erfahrung mit meinem Problem und ist es eher schwierig so eine beziung auf zu bauen?
 

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