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Das "alle Menschen sind falsch und schlecht" Gefühl- Bekannt?

Ja ist halt so. Die allermeisten menschen taugen nichts.

Ich bin asperger und kann menschen so gut wie nicht einschätzen. Sind sie nett zu mir, bin ich nett zu ihnen, das ist so meine grundeinstellung. Aber ich bin so oft über den tisch gezogen worden, ausgenutzt und abgezockt, daß ich da irgendwann keine lust mehr drauf hatte. Da sich meine menschenkenntnis leider nicht weiter entwickelt hat, hab ich irgendwann für mich einfach ein paar grundregeln aufgestellt.

§ 1. Leihe nie jemandem mehr, als du ihm auch schenken würdest.
§ 2. Verleihe nichts, was du selbst noch brauchst.
§ 3. Hilf nie jemandem 2 mal hintereinander, wenn nach dem ersten mal keine irgendwie geartete gegenleistung kam.

Seitdem ich nach diesen regeln lebe, läufts super. Falsche freunde sortieren sich ganz schnell selber aus.

Nur weil man gutmütig ist, muß man nicht zwangsläufig auch idiot sein 😉
 
Hallo liebe Lyrica, der "Weltschmerz" also mal wieder... Ja, Du hast Recht. Menschen sind falsch und egoistisch, selbst Deine Eltern. Sie haben Dich nicht in die Welt gesetzt, damit Du ein schönes Leben hast. Sie haben Dich "erschaffen", weil es ihr eigener, ganz egoistischer Wunsch war. Sie wollten Kinder - für sich, nicht für die Kinder oder die Gesellschaft oder sonstwen. Daß es nun gerade Dich trifft - Schicksal, Du wurdest nicht gefragt. Niemand wird gefragt. Mal zum Allgemeinen: jedes Individuum, wirklich jedes (auch Du), versucht so leicht wie möglich durch's Leben zu kommen. Das ist erstmal legitim und je erfolgreicher das Individuum dabei ist, umso größer ist die Chance der Vererbung. Das umschreibt die Wissenschaft mit "natürlicher Auslese" bzw. Darwin mit "Evolution". Da geht es erstmal auch nicht um zivilisatorische Fragen wie Moral und Ethik, Glaubwürdigkeit und Anstand. Was zählt ist einzig der Erfolg - ganz im Sinne unserer Gesellschaftsordnung. Eigenschaften wie "schlecht" oder "falsch" schreibt dem Menschen erst der Philosoph zu - und in der Folge die Justiz. Und was nun schlecht oder falsch ist, hängt nicht zuletzt von der jeweiligen Gesellschaftsordnung, dem vorherrschenden Glauben und der geistigen Reife (Bildung) der Bevölkerung ab. Beispiel: im Altertum waren Kräuterfrauen hoch geachtete Leute, die sich in der Heilkunst verstanden. Die Inquisition des Mittelalters machte daraus verdammungswürdige Hexen, die es dem "reinigenden Feuer" zu überantworten galt. Denn dem damals noch genauso unwissendem Volk wie im Altertum konnten die wenigen gebildeten Priester nur allzu leicht einreden, daß es sich bei der Heilkunde nur um Teufelswerk handeln könne. Also war gesellschaftlich betrachtet ihr Wirken und Wissen zuerst gut und richtig, später aber im Gegenteil falsch und schlecht. Richtig oder falsch, gut oder schlecht, ist also zu allererst eine Frage des Standpunktes. Wenn Du z. B. einen Banker als Betrüger beschimpfst, wird er Dich wegen Verleumdung anzeigen - und Recht bekommen. Das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da war es unwürdig, für Hilfe eine Gegenleistung (beim Banker Zinsen) zu verlangen. Und vielleicht findet die Menschheit irgendwann zu einer wirklich gerechten Haltung zrück. Doch befürchte ich, daß sie vorher verhungert. -- Viele Grüße
 

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