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Leben steht Kopf - alle Säulen betroffen - Neuanfang?

La.mariell

Mitglied
Huhu ihr Lieben,

komme nur schwer mit der Handhabung hier klar, hab schon zweimal meinen Beitrag versehentlich gelöscht, jetzt dritter Versuch. Hab beim ersten Versuch meine komplette Story der letzten zwei Jahre abgetippt, vielleicht Glück für euch, dass die dann versehentlich weg war😂🫣

Irgendwie kurz gefasst:

Mein Leben steht Kopf, alle Säulen betroffen: Beruf, Familie, Beziehung, Identität, Freundschaft, Wohnraum, Finanzen, …..

Ich seit 2 Jahren arbeitsunfähig (Herbst 22) , auch kein Ausleben meiner Musik mehr möglich, dann Erholung bis ca. März? In der Zeit verstarb noch unser kater, März bis Mai22 Stabilisierung, wieder anfangen mit Hobbies, Alltagsfähigkeit, Finanzen regeln, da auch Arbeitsfähigkeit nicht einstellte, entschied ich mich dennoch für eine Klinik, dann folgte:
misslungener Klinikaufenthalt (Juli 23-Dez23) in dem viel zuviel hochgeholt aber nicht bearbeitet wurde, Kontaktabbrüche Familie und Freunde (während und nach Klinik, da Kommunikation nicht mehr ging und KindheitsErlebnisse zerfetzt haben) , Trennung von Partner nach 5 Jahren, da dieser zu Ende meiner Klinikzeit zusammenbrach, Zuhause (gemeinsame Wohnung) weg, Übergangswohnen in Unterkünften und bei Freunden, Paarberatung und dann aber doch Trennung, neue Wohnung, übergriffiger Nachbar gab mir dann den Rest, Komplettzusammenbruch mündete in Dissoziativer Symptomatik im Juni 24 - Juli 24 und resultierte in Todesängsten, Panik, suizidalen Gedanken, Telefonseelsorge, viele Notzustände, Polizei und Krankenwagen für mich selbst anrufen, akutpsychiatrie und letztendlich auch noch in einem gewaltvollen (nicht selbst verschuldeten) Übergriff mit Sicherheitspersonal.

akute Flucht nach Berlin dann Mitte Juli.

Seither in Berlin.
Hier vorübergehenden SafeSpace in WG bei einem Freund von früher kreiert.
Hilfsnetzwerk in Form von Krisendienst (für generell) und TraumaAmbulanz (für Bearbeitung gewaltvorfall) geschaffen.
Alte Wohnung gekündigt.
Jetzt verletzter Fuß und Krücken also ist es mir nicht möglich den Auszug aus alter Wohnung (Süddeutschland) selbst zu machen. Organisiere ich gerade mit Freunden und ExPartner.
Alter Wohnort immernoch sehr schwierig für mich. In der Zeit brachen auch erneut Freundschaften weg da mein Zustand für mein Umfeld beängstigend wurde und nicht jeder das mittragen konnte.
für mich in derAkutsituation natürlich fatal.

Jetzt sitze ich hier, weiß weder wie es finanziell, noch beruflich, noch räumlich (im Dezember muss ich hier wieder ausziehen, Eigenbedarf Vermieterin), noch sonst weitergeht.

Ich habe mit meiner alten Psychologin gerade nochmal einen Antrag auf 36 Stunden Therapie gestellt.

Ich versuche jeden Tag aufs Neue zu beginnen bzw. weiterzumachen, mir guten Input zu schaffen (Musik, Kreativität, Kultur, Körper, …) - und trotzdem fühle ich mich in sehr vielen Momenten sehr verloren,verlassen, habe das letzte Jahr überhaupt nicht verarbeitet, leide unter vielen Auslösern die dann zu Gefühlsüberschwemmungen führen, leide mehr unter Ängsten, Flashbacks, usw.

Mir ist es ein Rätsel wie eine Neuausrichtung gelingen kann, wie ich zu für mich guten Entscheidungen finden kann auf einer solch fragilen, instabilen Basis wie gerade.

es gibt auch Momente da gibt es kurz vertrauen, dass alles schon seine Richtigkeit hat und haben wird und sich die Dinge finden werden, und gleichzeitig sind die anderen Momente oft sehr sehr schwarz.

Ich würde mich sehr über Austausch freuen, über Erfahrungen von euch, vielleicht auch mit einschneidenden Erlebnissen, denn das war das gesamte über letzte Jahr für mich, außerdem mit Erfahrung von absoluten Lebensumbrüchen und Krisen.

was hat euch am meisten geholfen?

wie geht ihr mit Entscheidungspanik um, mit fehlender Sicherheit, Haltlosigkeit usw?

Danke fürs bis hierhin lesen🤍

Liebe,
Mariella
 
Huhu,

erstmal herzlich willkommen im Forum. Ich bin auch neu, aber ich hoffe, das stört Dich nicht 🙂

Was Du beschreibst, habe ich so ähnlich auch durch. Vor allem dieses Gefühl "Wohin soll das alles überhaupt führen?". Und die Angst, dass keine Beständigkeit mehr reinkommt.

Du bist nicht alleine! 💜

Ich gehe mal zur Handlungsebene:
Ein guter erster Schritt wäre der Sozialpsychiatrische Dienst. Die kennen sich in der Umgebung aus, helfen bei Behörden und Papierkram. Eventuell wäre Ambulant Psychiatrische Pflege (APP) sinnvoll, da die überall mit begleiten und man da viele Stunden in der Woche bekommt. Wenn Du keinen Psychiater hast, der das verschreibt, dann kannst Du AbW (Ambulant Betreutes Wohnen) über das Sozialamt bekommen.
Es klingt, als bräuchtest Du gerade jemanden, der Dir ein bisschen was abnimmt, damit Du mal "atmen" kannst. Da wären die 3 Angebote hilfreich.

Ich selbst bin in einer Fachberatungsstelle und das schon zum 2. Mal.
Da braucht es keine Anträge, Wartezeiten oder Diagnosen. Da darf man einfach sein. Reden. Trost erfahren.
Vielleicht wäre das für Dich ein guter Anker momentan?

Online gibt es noch die MANO Suizidgedanken-Prävention, Sorgen-Tagebuch.de oder auch Chat/Mail der Telefonseelsorge. Falls das Forum mal nicht das geben kann, was Du brauchst.

Ja. Soweit erstmal. Wenn Du Fragen hast, wie Du an was rankommst, melde Dich gerne.

Halte durch!
 
Danke Blumenwiese für deine Antwort zu meinem Beitrag und die vielen Infos, die du mir geschickt hast.

Was meinst du mit Fachberatungsstelle?

Beim sozialpsychiatrischen Dienst bin ich tatsächlich schon, also da gibt es den Kontakt. So richtig geholfen hat mir das grade noch nicht, bin hier aber auch gerade noch nicht gemeldet..

Ich werde mir die Dinge mal anschauen von denen du sprichst. Hast du das alles schon mal in Anspruch genommen?

Liebe Grüße
 
Hallo Marielle,

bis vor zwei Jahren ging es mir ähnlich schlecht. Ins Detail möchte ich gar nicht gehen. Geholfen hat mir in der schlimmsten Zeit der Sport, die Regelmäßigkeit dort und auch das Wissen, dass ich Schlimmeres überlebt habe und deshalb auch diese Zeit irgendwie überstehen kann. Ich hatte zum Glück nie finanzielle Schwierigkeiten, wusste aber sehr lange auch nicht wo und wie ich wohnen werde. Das war eine harte Zeit, aber sie ging auch vorbei.
Vielleicht fängst du mit kleinen Dingen an? Überlege dir, wo du aktiv etwas tun kannst und wo (noch) nicht. Und dann gehe diese kleinen Dinge an.
 
Huhu,

ja, ich habe all die aufgezählten Dinge schonmal gehabt oder habe sie noch. Ich bin zwar in einem anderen Bundesland als Du, aber das ist kein Problem.

Fachbratungsstelle ist sowad wie... eine Frauenfachberatungsstelle zum Beispiel. Oder Fachberatungsstellen für erlebte sexuelle Gewalt.
Beim Googlen habe ich eine Übersicht für Berlin gefunden:
Da kannst Du Dich mal durchklicken, was für Dich passen könnte.
Es ist egal, wo Du gemeldet bist. Und die haben ein freies Setting. Also kein "Nur 3x kommen" oder sowas.
Ich war über 5 Jahre in einer Fachberatungsstelle und bin es nun wieder seit über 1 Jahr.

Melde Dich gerne, wenn Du noch Infos brauchst oder schreibe gerne, was genau Du als Hilfe momentan brauchst. Ich schaue dann, was von dem, was ich so kenne, helfen könnte 🙂
 
Danke für eure Antworten🙏🏻
Habe heute mit dem AbW telefoniert also in meinem Fall wäre es therapeutisches betreutes Einzelwohnen. Dafür braucht es dir Eingliederungshilfe, den Antrag dafür muss ich wohl in meinem alten Bundesland stellen / alter Wohnort, da dort noch gemeldet.
Habe aber einen Tipp von dem Herrn vom ABw bekommen und nächsten Woche nun einen Termin bei einem anderen Zentrum, da gehts um unabhängige Beratung zur Teilhabe.

Das alles überfordert mich.
Ich bearbeite grade mich die Ruinen die durch das letzten Jahr entstanden sind, bzw in denen sitze ich, und habe oft keine Kraft mehr.

Nebenbei ist mir etwas entgegengeflogen, nämlich ein Hof der jemanden für zwei Monate zum Hofsitten sucht für Januar und Februar, genau dann wenn ich so oder so keine Wohnung mehr habe…. Ja.

Und in mir die Angst, dass alles was ich so tue ja ne falsche Entscheidung sein könnte. Mir fehlt so das Vertrauen in mich selbst…
und ja… ich versuche täglich kleine Schritte zu machen und die Dinge, die ich nicht ändern kann zu akzeptieren, das gelingt mal mehr mal weniger….
Fühle mich oft wie ein Kind das eigentlich an die Hand genommen werden will. ❤️‍🩹

Heute Morgen bin ich aufgewacht und befand mich sehr schnell in Ängsten - Vereinsamung, alleine alt werden, krank werden, usw…

Ich kenne das so von mir nicht.

Die Wohnungsabgabe in meinem alten Wohnort wickelt jetzt mein ExPartner ab, weil es für mich emotional nicht geht und ich durch meinen Fuß sowieso nun gehindert bin das alles Ort zu machen.
Trotzdem könnte ich natürlich telefonisch mit Hausverwaltung und Co in Kontakt treten, vermeide dies aber nun aus Angst, da an der Wohnung so viel Schlechtes hängt. (Übergriffiger Nachbar,…)

Ich hatte noch überlegt hinzufahren, im irgendwie vor Ort einen Abschluss zu finden oder so, also emotional, aber ja… wahrscheinlich ist es einfach zuviel..

I don’t know.

Immer wieder sehr viel Kopfrasen und Orientierung suchen.

Danke euch für euer Teilen.
 
Hallo La.m.,

also deine Lage ist wirklich Chaos pur...

Ich denke das aller aller Wichtigste ist das ganz normale. Eine dauerhafte Bleibe.
das zweit wichtigste ist eine Zukunft, die halbwegs geregelt ist. Damit du dir sagen kannst, so kann es erstmal weiter gehen. Also nicht Arbeit oder so was. Wäre zwar schön. Aber eben ein Leben, das du tragen kannst. Wenn du offiziell krank bist, dann kannst du beim Jobcenter einen Antrag auf Teilhabe stellen und zum Beispiel im betreuten Wohnen unter kommen, eine Reha machen, einen Therapieplatz bekommen und Therapie machen. Da geht man dann die nächsten ein zwei Jahre täglich hin und hofft so aus der Krise raus zu kommen. Dann fragt auch kein Jobcenter nach Bewerbungen oder so was. Dann bekommt man sein Bürgergeld und alles ist irgendwie erstmal Save. Und man hat Zeit an sich zu arbeiten, die Grenzen neu abzustecken und neue Ziele zu formulieren. Aber ich denke soetwas täte dir erstmal gut. Man findet Beratung, die einem neue Wege aufzeigen und so bin ich in die Arbeitstherapie übergegangen und wieder ein paar Jährchen sind verstrichen.
Man lernt viel, macht viel Erfahrungen und hört viele Geschichten.
Man begegnet Leidensgenossen und lernt so mit der Zeit immer mehr seine eigenen Probleme anzunehmen und damit umzugehen. Aber so ein Krankheitsschicksal ist zwar nichts Schönes, aber etwas Lebensechtes und das ist auch sehr Lebenswert. Da kann man von Dingen erzählen, die man durchgestanden hat, die man besser weiß, als andere.
Und so findet man sich dann mit der Zeit, wenn man glück hat, in einer Situation wieder, wo man sich ganz neue normale Ziele stecken kann. So erging es mir jedenfalls. Und inzwischen träume ich auch wieder von meiner Zukunft.
Es gibt viele Menschen und viel Gerede.
Aber das was wir Betroffene erzählen, da hören viele Menschen zu!
Ich wünsch dir von allem ein bisschen was davon!
 
Hallo La.mariell,

die anderen hier haben dir ja schon viele gute Tipps für die Basis gegeben - Wohnen, psychische Betreuung, Finanzen.

Hast du etwas, was dir Kraft gibt und leicht zugänglich ist? Z. B. richtig lange lesen und dabei für eine Weile abtauchen in eine andere Welt. Oder malen, schreiben, spazierengehen - was auch immer. Oder bist du gerade nur mit der Organisation deines Überlebens beschäftigt? Bist du in irgendeiner Weise gläubig? Meditierst du? Vielleicht kannst du dich manchmal richtig tief entspannen - das kann einem viel Kraft geben. Aber möglicherweise rasen deine Gedanken erstrecht, wenn du versuchst, dich zu entspannen. Ich meine, du musst jetzt wirklich viel leisten, obwohl du kaum weißt, wo dir der Kopf steht.
Langsam ein- und ausatmen oder spezielle Atemtechniken sind bei Ängsten immer das Wichtigste, aber das weißt du vermutlich.
Eigentlich braucht man täglich eine kleine Oase, Kraftquelle, die einem hilft, die nächsten Schritte zu tun.

Derzeit ist niemand da, der dich an die Hand nimmt, das ist besonders schmerzhaft. Eine Therapeutin hat mir mal geraten, mir die Phantasie-Eltern zu erfinden, die ich brauche.
Und du könntest dir auf jeden Fall das alles sagen, was du emotional gerade brauchst, was du gern hören würdest.

Sehr wichtig ist auch, sich richtig auszuweinen. Nachher sieht die Welt ein bisschen heller aus.

Mach dir jetzt am besten keine Gedanken über deine Zukunft. Erstmal musst du wieder Boden unter deine Füße kriegen.

Schöne Grüße,
kaela
 

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