@ Sori: ich habe an sich nur meine Meinung dazu gesagt und nicht gelästert. Aber o.k. ich werde mich ab jetzt nicht mehr in die beiden threads einmischen. Denn an sich habe ich ja bereits gesagt was zu sagen ist und ich denke ebenfalls dass die beiden da ab jetzt einen eigenen Weg für sich finden müssen.
Irgendwie finde ich es albern so einen Geheimnishype aus den auch seitens der beiden Beteiligten ohnehin jederzeit zugänglichen threads zu machen....
@ Lise: klar wiegt Materielles das Leid nicht auf, kann es jedoch ein wenig abmildern....eine gute Altersabsicherung + Kohle ist auch was wert. So hat man zumindest ansatzweise einen kleinen Ausgleich...im Falle einer bestehenden Möglichkeit zu einem kleinen Ausgleich darauf zu verzichten fände ich....dumm. Der Sachverhalt war zumindest in diesem Fall klar (Psychologe hat Trauma bestätigt, Täter Tat zugegeben etc.)..und nicht das Opfer sondern ich kam auf die Idee dieser Regelung und von Bereicherung kann man wohl echt nicht reden im Fall von Schmerzensgeld oder Schadensersatz.
Schade, dass dein Selbstwertgefühl so klein ist, dass du grundsätzlich keinerlei Schadensersatzansprüche stellen würdest....an sich müssten alle Gewaltopfer so hohe Schadensersatzansprüche stellen, dass sich künftig Gewalttäter zweimal überlegen übergriffig zu werden. An sich steckt in dem Akt der Ausgleichszahlung ein wichtiger Schritt der Anerkennung des Täters zu seiner Schuld dar...hat Symbolcharakter und gerade der ist wichtig..die Kohle ist an sich zweitrangig....Ich persönlich habe meinen Täter ("nur Schläge, kein Missbrauch, zumindest kein sexueller Missbrauch sondern eher Vertrauensmissbrauch) ebenfalls zahlen lassen und fühle mich gut dabei. Ich sehe es auch nicht so, dass mir vom Täter für alle Zeiten etwas genommen worden ist...denn ich habe bereits damals dafür gesorgt, dass ich Ausgleich hatte und ich nicht einseitig auf den Täter fixiert war und ihm so viel Macht gegeben hätte mir den Spass am Leben zu nehmen. Habe ab der Pubertät begonnen mir aktiv ein eigenes täterunabhängiges Leben für mich aufzubauen...mit viel harter Arbeit an mir selber, mit Abgrenzungsvermögen, vielen täterfernen Aktivitäten und auch dem Schritt dem Täter irgendwann einmal direkt CONTRA zu bieten...erfolgreich. Finde ich wichtig zur weiteren und v.a. nachhaltigen Entwicklung raus aus der Opferhaltung. Mal lernen zu kämpfen, für sich zu kämpfen, für ein STück Gerechtigkeit und Ausgleich....Schadensersatz zu fordern und durchzusetzen ist natürlich nur eine Form der Auseinandersetzung. Welche andere Form kennst du die einen ähnlichen Erfolg haben könnte?
Klar besteht - wie überall- die Gefahr, dass einige die Möglichkeit missbrauchen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Schadensersatz kassieren zu wollen..aber solche Fälle sind gewiss derart selten....und werden auch selten Erfolg haben denke ich und dieser Umstand sollte auch keine Ausrede für "echte " Opfer sein es nicht zumindest zu versuchen sich zumindest einmal im Leben ggü dem Täter erfolgreich zu behaupten und um darauf zu bestehen einen kleinen Ausgleich (Schmerzensgeld, Schadensersatz) zu erhalten.
Klar ist die Frage wie hoch eine vermurkste Jugend/Kindheit und ein Gewalttrauma in Geld wohl bewertet werden kann ziemlich schwierig..nach amerikanischen Verhältnissen erhalten Gewaltopfer ggf. Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe, in Europa ist das Indvidualrecht und auch das Selbstbewusstsein der Bürger ein wenig unterentwickelt und da gibt es weitaus weniger Schmerzensgeld oder auch Strafe für Gewalttäter...wenn man in der Lage ist das hierzulande außergerichtlich ein wenig auszuhebeln...warum nicht?
Deine Haltung mutet ein wenig seltsam und immer noch opfertypisch an, darin spiegelt sich meiner Ansicht nach die Angst, dass man dir ohnehin nicht glauben würde und du dich selber so wenig wert schätzt, dass du glaubst dir würde kein Schadensersatz zustehen? Irgendwie sieht das so aus, dass du dich als Trümmer siehst und Trümmer bleiben willst wenn du Ausgleich partout ausschlägst? Was willst du damit erreichen? Welche Vorteile hast du mit dieser Haltung? Ich sehe es so...wenn schon ein "Trümmerle" oder EX-Trümmerle, dann lieber ein reiches oder zumindest finanziell ein wenig abgesichertes. Denn mit Geld kann man sich zwar seine Jugend nicht zurückkaufen, aber ein Stück Sorgenfreiheit, ne gute Therapie + Karibikurlaub + Kosmetika damit man seine Jugend ggf im Alter mal ein wenig nachholen kann....Eine finanzielle Entlastung bedeutet ein Stück Freiheit mit der man schon die vergangene Unterdrückung schon ein wenig abmildern kann denke ich.
Es wäre jedoch verständlich zu sagen, nein, ich bin zu stolz um etwas vom Täter anzunehmen, ich habe die Sache verarbeitet und mir geht es heute gut (in allen Bereichen und ohne jegliche negativen Traumaauswirkungen!) und es besteht kein Grund mehr Schadensersatz zu verlangen oder die Notwendigkeit mich mit dem Täter auseinanderzusetzen denn die Sache ist für mich gegessen und ich werde den Täter nie wiedersehen etc. Für viele ist es jedoch so, dass sie oft lebenslang in ihrem Trauma festhängen und ein Schritt ihnen dabei helfen könnte einen Weg heraus zu finden...für einige der Schritt durch Anzeige und Schmerzensgeldklage ein wenig Ausgleich zu erhalten, für andere außergerichtlich einen teilweisen Ausgleich zu erwirken....
Ab dem Moment wo ein Täter eine Tat an einem Opfer vornimmt steht eine Rechnung offen..die Frage ist wer sie zu zahlen hat? Das Opfer alleine? Ich sage: nein, der Täter sollte auf die eine oder andere Weise auf jeden Fall mitzahlen. Wenn man nichts fordert verschenkt man seine Jugend (körperliche und/oder geistige Unversehrheit, Körper, Person) und verrät sich glaube ich irgendwo ein stückweit selber..so würde ich das jedenfalls für mich empfinden. Ich bin da halt ein stückweit Idealistin und Gerechtigkeitskämpferin und dahingehend meine Plädoyers für eine aktive Auseinandersetzung. Natürlich gibt es sicherlich noch andere Wege....??
Wenn mir was zu Unrecht genommen wird will ich selbstverständlich was dafür zurück...warum siehst du das anders, lässt dir was nehmen und forderst gar nix?