G
Gast
Gast
Hallo zusammen,
im Moment geht es mir zwar etwas besser als in den letzten Monaten, aber es ist trotzdem noch immer eine unhaltbare Situation, über die ich schreiben und mir eure Ratschläge einholen will.
Ich bin 25 und im Moment total perspektiv- und orientierungslos, habe eigentlich Angst vor allem, was mit Beruf zu tun hat und traue mir null zu.
Nach meinem guten Realschulabschluss wusste ich schon nicht, was ich werden wollte. Da ich mich für irgendetwas entscheiden musste, habe ich den Weg der Erzieherin gewählt. Ich habe stets sehr gute Zensuren gehabt in der Theorie, in der Praxis solala. Ich habe schon während der Ausbildung gemerkt, dass ich zwar Kinder mag, mir die tägliche Arbeit aber nicht wirklich liegt – habe mich immer fehl am Platz gefühlt... Im Heim war ich auch, aber das war noch schlimmer.. da kamen dann noch andere Probleme hinzu, ständige Begegnung mit Drogen und Polizei, psychische Probleme der Jugendlichen, die nicht wirklich imstande waren, Hilfe anzunehmen.
Ich habe die Ausbildung durchgezogen, wollte aber unbedingt etwas anderes machen. Nur was? Verschiedene Praktika folgten in Fotostudio, Werbeagentur, ich konnte es zwar nicht, aber es war sehr interessant.
Dann habe ich Fachhochschulreife nachgeholt, denn ich habe ein Design-Studium fest in meinem Zielen verankert. Fachhochschulreife ziemlich gut abgeschlossen, an harten Aufnahmekriterien teilgenommen für das oben beschriebene Studium. Erst hat es nicht geklappt, aber ein Jahr später (immer gejobbt zwischendurch..) hat es dann geklappt.
Mich haben die Inhalte alle total interessiert, ich war froh, ENDLICH "meinen" Weg gefunden zu haben, Eltern und Freunde waren stolz.
Dass ich mit dem kreativen Studium aber schnell an meine Grenzen kam, wollte ich lange nicht wahrhaben... Mir fielen die einfachsten Übungen zunehmend schwer, was andere mit einem Klacks erledigten. Irgendwann hatte ich überhaupt keine Ideen mehr, ständige Blockaden, konnte unter Druck nichts originelles zustande bringen, Frust.
Darüber hinaus hatte ich starke Heimweh – Probleme, musste für das Studium weit weg ziehen und kam mit dieser Situation von Anfang an nicht recht klar... wollte es mir aber erst nicht eingestehen.
Dazu kamen noch die mageren Berufsaussichten im kreativen Bereich, auch nach einem Studium, noch dazu wenn man doch eigentlich gerne ortsgebunden bliebe...
Nach und nach zerplatzte meine Seifenblase, endlich meinen Weg gefunden zu haben. Ich bekam eine mittelschwere Depression, stand nicht mehr auf, habe kaum noch gegessen, bin vor Scham vor Familie und Freunden fast im Boden versunken. Ich hatte nur noch Heulkrämpfe und konnte nichts mehr leisten, so etwas habe ich in der Vergangenheit von mir nicht gekannt.. Ich war/bin so enttäuscht von mir, dabei wollte ich doch nur einen ganz normalen Job finden, der zu mir passt..
Nach zig Gesprächen habe ich das Studium aufgegeben, mit einem schlechten Gefühl dabei, einen schweren Fehler zu begehen. Ich nehme Antidepressiva und bin bald bei einem Psychologen. Seitdem denken alle, jetzt müsste es mir doch langsam besser gehen, schließlich wäre ich jetzt wieder in der Heimat. Aber natürlich ist nichts besser, denn ich habe jede Perspektive auf einen Beruf verloren.
Natürlich ist es mit 25 noch nicht zu spät, eine neue Ausbildung zu finden – das habe ich auch vor, vom Verdienst her wäre es machbar.
Das große Problem ist, dass ich mich so auf die Grafikschiene versteift habe, dass mir nichts anderes auf die Schnelle einfällt – und wenn doch, habe ich Angst, zu schlecht dafür zu sein. Und die Zeit rennt mir davon... jetzt wird es bereits schwer, überhaupt noch eine Ausbildungsstelle zu finden. Der ganze Druck wird mir viel zu viel, ich bin nur noch am Weinen und Verzweifeln und hasse mich gleichzeitig selbst für mein Selbstmitleid und Versagen.
Jeder um mich herum hat seinen Beruf und geht mehr oder gern darin arbeiten – und jeder fragt mich "Du weißt immernoch nicht, was du lernen willst?! Das gibts nicht!!"
Ich habe Angst vor "exotischen" Ausbildungen, die mich interessieren – wie zb. Buchhändler, Medienkaufmann oder auch Tierpfleger – Tierheim, da mir jeder davon abrät, weils einfach keine Stellen danach gibt. Ich habe aber auch Angst, zb. Industriekauffrau zu erlernen, weil Mathe eine Schwäche von mir ist. Und so finde ich für alles negative Seiten, aber die positiven Seiten schaffen es gar nicht mehr bis zu meinem Gehirn – ich bin nur noch verängstigt, kennt das jemand?
Ich traue mich nicht mal, pro forma ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen, weil ich beim besten Willen nicht weiß, wie ich dieses Berufschaos in der Vergangenheit positiv ins Licht rücken soll.
Ich will wirklich nicht dastehen wie eine arbeitsscheue Faulenzerin.. ganz im Gegenteil, ich habe eigentlich mein ganzes Leben viel zu sehr auf Erfolg im Beruf gekoppelt und habe jetzt die Quittung dafür...
Hat noch jemand Probleme die in diese Richtung gehen oder kann mich jemand verstehen?
im Moment geht es mir zwar etwas besser als in den letzten Monaten, aber es ist trotzdem noch immer eine unhaltbare Situation, über die ich schreiben und mir eure Ratschläge einholen will.
Ich bin 25 und im Moment total perspektiv- und orientierungslos, habe eigentlich Angst vor allem, was mit Beruf zu tun hat und traue mir null zu.
Nach meinem guten Realschulabschluss wusste ich schon nicht, was ich werden wollte. Da ich mich für irgendetwas entscheiden musste, habe ich den Weg der Erzieherin gewählt. Ich habe stets sehr gute Zensuren gehabt in der Theorie, in der Praxis solala. Ich habe schon während der Ausbildung gemerkt, dass ich zwar Kinder mag, mir die tägliche Arbeit aber nicht wirklich liegt – habe mich immer fehl am Platz gefühlt... Im Heim war ich auch, aber das war noch schlimmer.. da kamen dann noch andere Probleme hinzu, ständige Begegnung mit Drogen und Polizei, psychische Probleme der Jugendlichen, die nicht wirklich imstande waren, Hilfe anzunehmen.
Ich habe die Ausbildung durchgezogen, wollte aber unbedingt etwas anderes machen. Nur was? Verschiedene Praktika folgten in Fotostudio, Werbeagentur, ich konnte es zwar nicht, aber es war sehr interessant.
Dann habe ich Fachhochschulreife nachgeholt, denn ich habe ein Design-Studium fest in meinem Zielen verankert. Fachhochschulreife ziemlich gut abgeschlossen, an harten Aufnahmekriterien teilgenommen für das oben beschriebene Studium. Erst hat es nicht geklappt, aber ein Jahr später (immer gejobbt zwischendurch..) hat es dann geklappt.
Mich haben die Inhalte alle total interessiert, ich war froh, ENDLICH "meinen" Weg gefunden zu haben, Eltern und Freunde waren stolz.
Dass ich mit dem kreativen Studium aber schnell an meine Grenzen kam, wollte ich lange nicht wahrhaben... Mir fielen die einfachsten Übungen zunehmend schwer, was andere mit einem Klacks erledigten. Irgendwann hatte ich überhaupt keine Ideen mehr, ständige Blockaden, konnte unter Druck nichts originelles zustande bringen, Frust.
Darüber hinaus hatte ich starke Heimweh – Probleme, musste für das Studium weit weg ziehen und kam mit dieser Situation von Anfang an nicht recht klar... wollte es mir aber erst nicht eingestehen.
Dazu kamen noch die mageren Berufsaussichten im kreativen Bereich, auch nach einem Studium, noch dazu wenn man doch eigentlich gerne ortsgebunden bliebe...
Nach und nach zerplatzte meine Seifenblase, endlich meinen Weg gefunden zu haben. Ich bekam eine mittelschwere Depression, stand nicht mehr auf, habe kaum noch gegessen, bin vor Scham vor Familie und Freunden fast im Boden versunken. Ich hatte nur noch Heulkrämpfe und konnte nichts mehr leisten, so etwas habe ich in der Vergangenheit von mir nicht gekannt.. Ich war/bin so enttäuscht von mir, dabei wollte ich doch nur einen ganz normalen Job finden, der zu mir passt..
Nach zig Gesprächen habe ich das Studium aufgegeben, mit einem schlechten Gefühl dabei, einen schweren Fehler zu begehen. Ich nehme Antidepressiva und bin bald bei einem Psychologen. Seitdem denken alle, jetzt müsste es mir doch langsam besser gehen, schließlich wäre ich jetzt wieder in der Heimat. Aber natürlich ist nichts besser, denn ich habe jede Perspektive auf einen Beruf verloren.
Natürlich ist es mit 25 noch nicht zu spät, eine neue Ausbildung zu finden – das habe ich auch vor, vom Verdienst her wäre es machbar.
Das große Problem ist, dass ich mich so auf die Grafikschiene versteift habe, dass mir nichts anderes auf die Schnelle einfällt – und wenn doch, habe ich Angst, zu schlecht dafür zu sein. Und die Zeit rennt mir davon... jetzt wird es bereits schwer, überhaupt noch eine Ausbildungsstelle zu finden. Der ganze Druck wird mir viel zu viel, ich bin nur noch am Weinen und Verzweifeln und hasse mich gleichzeitig selbst für mein Selbstmitleid und Versagen.
Jeder um mich herum hat seinen Beruf und geht mehr oder gern darin arbeiten – und jeder fragt mich "Du weißt immernoch nicht, was du lernen willst?! Das gibts nicht!!"
Ich habe Angst vor "exotischen" Ausbildungen, die mich interessieren – wie zb. Buchhändler, Medienkaufmann oder auch Tierpfleger – Tierheim, da mir jeder davon abrät, weils einfach keine Stellen danach gibt. Ich habe aber auch Angst, zb. Industriekauffrau zu erlernen, weil Mathe eine Schwäche von mir ist. Und so finde ich für alles negative Seiten, aber die positiven Seiten schaffen es gar nicht mehr bis zu meinem Gehirn – ich bin nur noch verängstigt, kennt das jemand?
Ich traue mich nicht mal, pro forma ein Bewerbungsanschreiben zu verfassen, weil ich beim besten Willen nicht weiß, wie ich dieses Berufschaos in der Vergangenheit positiv ins Licht rücken soll.
Ich will wirklich nicht dastehen wie eine arbeitsscheue Faulenzerin.. ganz im Gegenteil, ich habe eigentlich mein ganzes Leben viel zu sehr auf Erfolg im Beruf gekoppelt und habe jetzt die Quittung dafür...
Hat noch jemand Probleme die in diese Richtung gehen oder kann mich jemand verstehen?