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Chancen auf dem Arbeitsmarkt - Insbesondere Audi

Hallo,

dann hier die Meinung einer Ausbilderin:

Ich stelle mir als erstes die Frage, warum noch eine kaufmännische Ausbildung, wenn dir die erste kaufmännische Ausbildung nicht gefallen hat. Und da müsste die Antwort des Bewerbers schon verdammt gut sein.
So groß sind die Unterschiede nicht, wie schon weiter oben geschrieben wurde und unterschiedliche Programme wirst du immer haben, die sind nun mal von Firma zu Firma unterschiedlich.

Und warum dann die BOS auch noch zwischendrin? Den Weg geht man doch, weil man anschließend studieren möchte, das kannst du dann doch auch schon ohne zusätzliche Industriekaufmann-Ausbildung.

Ausbildungsverkürzungen auf 1,5 Jahre sind mit Abi zwar möglich, aber bitte auch daran denken, dass es Ausbildungsbetriebe gibt, die das eben nicht möchten, gerade wenn evtl. ein Studium hinterher auch noch geplant wird und die investierte Zeit und auch das Geld (so ein Azubi kostet einem Unternehmen eher mehr, als das er einbringt, zumindest wenn man ordentlich ausbildet) dann eigentlich umsonst sind. Man bildet ja auch aus, um den eigenen "Nachwuchs" dann im Unternehmen zu halten.

Also irgendwie gäbe es bei mir schon zu viele Fragezeichen.

Wenn du unbedingt zu Audi möchtest, dann erkundige dich lieber nach einem Dualen Studium dort und versuche es so. Dann hast du eher einen geradlinigeren Lebenslauf, nicht nur für die kurzfristige Bewerbung sondern auch langfristig. Zumal solch ein duales Studium wirklich toll ist, da du Praxis und Theorie verbinden kannst.

Wünsche dir alles Gute und sorry für die ehrlichen Worte.
 
Ganz im Gegenteil, Danke für die ehrlichen Worte 🙂

Bankkaufmann will ich ganz einfach deswegen nicht bleiben, weil ich es moralisch absolut unvertretbar finde, den Kunden Dinge anzudrehen, die sie nicht brauchen, nur um Profit für die Bank zu generieren. Wir wurden geschult, wie wir Kunden einlullen und Ihnen allen möglichen Schei* andrehen, außerdem ist dieser permanente Kundenkontakt, bzw. insbesondere die Servicetätigkeiten am Schalter für mich einfach nichts..

Der Industriekaufmann beinhaltet halt die kaufmännischen Aspekte, die mir beim Bankkaufmann an sich ja gefallen haben, hat aber nicht diesen enormen Verkaufsdruck, daher die Entscheidung für den Bereich.

Das Fachabi mache ich, weil ich später evtl. schon noch studieren möchte, aber halt berufsbegleitend oder in Form einer internen Weiterbildung. Wenn man sich bei Firmen wie Audi, Microsoft, o.ä. um ein duales Studium bewirbt, braucht man verdammt viel Vitamin B, saugute Noten und einen Haufen Glück, um überhaupt den Hauch einer Chance zu haben..Und selbst dann wirds schwer..
 
Auf den Punkt gebracht geht es Dir doch drum bei Audi einen kaufmännischen Job zu bekommen. Schon mal geschaut welche offenen Stellen ausgeschrieben sind ? Wenn was dabei wäre, dann bewerbe dich. Klar werden die keinen Bankkaufmann suchen, aber so wie man liest kannst Du dich sicherlich "gut verkaufen".

Ich bin mir nicht ganz sicher ob es sich später bei der Bewerbung gut liest wenn Ausbildung zum Bankkaufmann und dann eventl. Ausbildung zum Industriekaufmann aufgeführt wären. Da sich diese beiden nicht sonderlich unterscheiden könnte es eher ein negativer Eindruck erwecken.
 
Das Problem ist einfach:

Selbst für normale Sachbearbeiter-Posten, sei es nun bei Audi oder anderen, renommierten Konzernen und Mittelständlern, wird heutzutage fast ausschließlich ein Studium vorausgesetzt. Das wird auch in den Stellenanzeigen explizit betont, weshalb solche Quereinsteiger-Bewerbungen m.E. einfach keinen Sinn (mehr) machen. Früher war das sicherlich mal anders.

Von daher sehe ich im Moment neben der klassischen Ausbildung keinen Weg, als Industriekaufmann in einem Unternehmen unterzukommen. Alternative wäre natürlich ein Studium, aber da bin ich mir wie gesagt sehr unsicher. Außerdem wäre noch zu bedenken, dass Unternehmen für eine Ausbildung zum I-Kfm. immer öfter Fach- oder allgemeines Abitur als Voraussetzung angeben. (Meiner Erfahrung nach)
 
Hallo TE,
hier ist die Gästin von 26.04. nochmal.

Klar stehen in den Stellenausschreibungen Anforderungen, aber für die kaufmännischen Stellen muss es nicht unbedingt ein Akademiker sein. Ich selber habe die positive Erfahrung gemacht mich auch auf eine Stelle zu bewerben wo ich mit meiner Ausbildung (I-kfm) nicht die perfekten Anforderungen erfüllte. Nach dem Gespräch sah es aber auf der anderen Seite ganz anders aus, wohl aus Gründen heraus warum genau ich an die Stelle will ;-)

Und wenn Du wirklich zu Audi oder einen anderen großen Konzern willst (okay, ich bin bei einem "anderen" Großkonzern der Automobilbranche) dann schau doch mal ob es nicht eine Ausbildung für ein etwas anderes Fach gibt. Damit zeigst Du das du mehr als nur das kaufmännische machen willst und in der Zwischenzeit auch gut begründen kannst warum ausgerechnet zu dieser Firma.

Im Übrigen habe ich eine Ausbildung zum I-Kfm gemacht und bin dann in die Sparte IT gewechselt. Dort in der Zwischenzeit Projektmanager und das ohne akademischen Hintergrund. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Und nein, es gab kein Vitamin B.
 
Aus Sicht eines Ingolstädters:

Einen AC zu bestehen um eine Ausbildungsstelle zu bekommen, bei der ich vorher schon ein Auswahlverfahren bestanden habe -ganz ehrlich - das past zur allgemeinen Stimmung hier.

Ich bin momentan am Überlegen ob ich nicht zu einem gesunden Mittelständler gehe, bitte glaube mir, auch hier ist nicht alles Gold was glänzt. Du kannst natürlich vom R8 träumen - als Industriekaufmann hier wirst Du ihn aber zu 99,9% niemals fahren.

Trotz dessen dass ich hier arbeite kann ich diesen Hype nicht nachvollziehen und meine Kollegen sehen das genau so. Irgendwann ist der Exportboom auch vorbei.

Wähle Deinen Arbeitgeber mit Bedacht - auch woanders verdient man wirklich gutes Geld.


Hannes
 
Das kann ich bestätigen. Ein guter Freund von mir hat seinen sehr guten Job (Stipendiat) bei dem Auto-Konzern mit den zwei Buchstaben wieder hingeschmissen, weil es ihm einfach zu langweilig war.

Es gab total strikte und starre Vorgaben, der Einzelne konnte überhaupt nichts selbst entscheiden und sich nicht einbringen.

Ein Bekannter von mir hat ein Praktikum bei der blau-weißen Automarke gemacht und da war es genauso. Er saß nur herum und bekam keine wirklichen Aufgaben, niemand hat sich um ihn gekümmert trotz häufiger Nachfrage und Chef-Gespräch, anderen ging es dort ähnlich. Er ist inzwischen woanders.

Auch wenn es sicher Leute gibt, die dort total happy sind. Sehr viele gehen einfach nur dorthin, um es im Lebenslauf stehen zu haben. Durch starke Gewerkschaften sowie Chef-Denken wird der Einzelne kaum gefordert und fest eingerahmt. Da leben die Konzerne stark von ihrem Image und finden eben auch viele Nachrücker.
 
Danke nochmal für Eure hilfreichen Antworten!

Ich lebe im Raum Ingolstadt und muss daher nach eurem Feedback ganz klar einräumen: Es wird von Audi tatsächlich ein gottgleiches Bild gezeichnet!
Bandarbeiter fahren neuste A7, A5, etc. Audi macht dies natürlich gezielt, um sich als Premium-Hersteller und vor allem auch Premium-Arbeitgeber zu profilieren.

Man sieht neue Bürogebäude, mit einem Fuhrpark vor der Tür, wie man ihn sich nur erträumen kann und denkt sich: "Wer da drin sitzt, hat´s geschafft"

Wenn man keine innerbetrieblichen Eindrücke sammeln kann, wirkt das natürlich beeindruckend, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass nicht alles was glänzt aus Gold ist.

Ich habe mir mittlerweile auch schon überlegt, mich bei einem Mittelständler zu bewerben, da die chancen für einen Ausbildungs-/Arbeitsplatz bei Audi einfach sehr schlecht stehen.


Zu der Initiativ-Bewerbung:

Ich kann mir einfach beim besten Willen nicht vorstellen, dass ich mich erfolgreich mit einer abgeschlossenen Ausbildung auf eine Stelle bewerben kann, bei der ganz klar ein abgeschlossenes Stdudium gefordert ist. Zudem heißt es oft "Abeschlossene, kaufmännische Ausbildung und Praxiserfahrung im Bereich xyz" Die Praxiserfahrung fehlt mir allerdings..
 

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