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CDU will die Krankenkasse Revolutionieren

Egal wie man die neue Idee findet - das jetzige System hat ein massives Finanzierungsproblem. In deinem verlinkten Artikel stehen 12 Milliarden Finanzierungslücke aber das Problem ist darüber hinaus ja ein noch ganz grundsätzlicheres.
Das beginnt dabei, dass Deutsche extrem oft zum Arzt gehen. Laut OECD-Daten liegt Deutschland mit durchschnittlich etwa 9–10 Arztbesuchen pro Person und Jahr deutlich über dem EU-Durchschnitt von 5–6). Es geht damit weiter, dass wir ein demografisches Problem, uns Ärzte und Fachkräfte fehlen und Migration das ganze noch weiter verschärft weil eben nicht vorwiegend Fachkräfte oder gar Ärzte zuwandern.

Ich befürworte grundsätzlich ein System in dem es eine einheitliche Grundversorgung gibt, aber warum sollte jeder die gleiche medizinische Versorgung erhalten?
Gibt es in anderen Bereichen doch auch nicht. Es gibt ein Existenzminimum, aber darüber hinaus darf es Unterschiede geben. Es darf beim Zahnarzt den Unterschied zwischen einer Plastik oder Keramikfüllung geben. Es darf Unterschiede bei Wartezeiten geben. Warum nicht? Vorausgesetzt es ist kein Notfall, why not?

Der Stand heute ist eine absolute "Flatrate Mentalität". Menschen wissen weder was ihre Behandlungen kosten, noch interessiert es sie. Wir haben Stand heute das Streamingdienst Abo Modell: 12 Monate Krankenschutz zum festen Preis, egal wie viel du nutzt und auch relativ unabhängig von deiner Gesundheit. Hier und da mal ein kleinen Aufpreis für den Kettenraucher, thats it.

Und das ganze System hält sich nur durch Privatpatienten. Kassenpatienten zahlen so wenig ein, dass Ärzte nichts mehr an ihnen verdienen. Natürlich kommt dann immer gerne der Ruf, dass Privatpatienten auch in gesetzliche Kassen einzahlen sollen, aber das ist ja witzlos, weil sie bereits heute das ganze Kassensystem mitfinanzieren. Die ganzen Kassenbeiträge werden massiv subventioniert.

Ich glaube die Idee der CDU könnte gut funktionieren. Für Geringverdiener einen neuen Basis-Beitragssatz niedriger als bislang. Auch gut für alle Menschen, die eh kaum zu Ärzten gehen. Viele Menschen könnten hier Geld sparen. Und die Primärarztbindung, why not? Die Meisten haben doch eh einen festen Hausarzt zu dem sie gehen. Und wer mehr will, zahlt mehr, genau wie in der Privaten.

Ich persönlich würde das ganze sogar noch weiter aus der Kassenversicherung ausgliedern und die Zusatzleistungen über private Zusatzversicherung regeln. Die reine Kassenversicherung ist für mich eine Sozialversicherung, die existenzsichernd sein sollte, mehr nicht.
Du hast von Streamingdiensten gesprochen. Ich bin immer wieder erstaunt wie viele Geringverdiener sich Netflix und co. leisten können. Da ist dann vielleicht auch mal eine private Zusatzversicherung drin. Die eigene Gesundheit sollte einem das Wert sein.
 
Hi,

ich bin zufällig auf mehrere Artikel gestoßen:
Die CDU plant ab 2027, dass Krankenkassen verschiedene Tarif-Modelle anbieten sollen. Wer zusätzliche Leistungen braucht, soll diese dann über extra Tarife dazubuchen – quasi wie bei einem Streamingdienst.

Mit anderen Worten: Die CDU will die Gesundheitsversorgung in ein Abo-Modell verwandeln.
Das bedeutet: Wer mehr zahlt, bekommt mehr Leistung. Wer das Geld nicht hat, muss mit weniger auskommen – und genau das widerspricht doch eigentlich dem Grundprinzip der gesetzlichen Krankenkassen, nämlich dass alle die gleiche medizinische Versorgung erhalten, unabhängig vom Einkommen.

Ich werde dazu auch noch ein paar Links hinzufügen.


Ich finde das gut, weil ein Modell mit einer Selbstbeteiligung immer zu mehr Eigenverantwortung anregt.

Ich kopiere mal aus einem Interview mit Prof. Hendrik Street:

Hendrik Streeck fordert eine Selbstbeteiligung von Patientinnen und Patienten, um Kosten im Gesundheitswesen zu senken. „Hier kann eine moderate, sozialverträgliche Selbstbeteiligung helfen, Bagatellbesuche zu reduzieren“, sagte der Gesundheitsexperte der „Rheinischen Post“. Diese sei nicht als Härte gedacht, sondern „als Steuerung – schlank organisiert und fair“, so der Virologe.

In dem Interview mahnte er auch einen Mentalitätswandel an: „Wir müssen uns von einer unsolidarischen Vollkasko-Mentalität verabschieden. Gesundheit ist keine All-inclusive-Dienstleistung des Staates. Wer mit einer Erkältung die Notaufnahme blockiert, darf nicht erwarten, sofort die gesamte Palette an Hightech-Diagnostik zu beanspruchen.“


Für mich hört sich das sehr plausibel an. Gerade Blaumacher, die nur eine Krankschreibung wollen aber gar nicht krank sind, verursachen völlig unnötige Kosten für unser solidarisches System. Müßten sie sich auch nur mit 10% daran beteiligen, würden Sie sich so einen Extra-Urlaubstag vielleicht ersparen.
 
Am besten 20 Euro Praxisgebühr einführen.
Na toll, und was ist mit all den Leuten, die z.B. eine chronische Erkrankung haben und aufgrund ärztlicher Empfehlung regelmäßig zum Arzt gehen sollten? Die verzichten dann aus Kostengründen lieber auf die Empfehlung und lassen nichts mehr checken.

Wenn ich z.B. mich selber ansehe: Bluthochdruck erfordert regelmäßige Verschreibungen von Medikamenten, für die ich schon mal viermal pro Jahr zum Arzt gehen muss (kein Pups). Dann kommt noch meine Gonarthrose hinzu, für die ich Einlagen und Bandagen brauche (kein Pups), dann noch Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen. Letztere kann man zwar als Pups abtun, werden aber von den meisten Ärzten dringend empfohlen. Sollen diese Empfehlungen nicht mehr gelten und die Leute stattdessen davon abgehalten werden? Das widerspricht sich irgendwie....
 
Würden die Medien nicht wg. jedem Dingens den Lesern im Gesundheitsbereich nur noch Angst machen, würden auch viele nicht wg. jedem Pups zum Arzt oder in die Notaufnahme rennen.

Wir hatten das ja schon einmal, dass man bezahlen muss, wenn man zum Arzt ging.
Was hat es gebracht?
Nichts!

Sind deshalb weniger Menschen zum Arzt?
Nein.

Also kann man hier dann auch nicht mit Selbstverantwortung argumentieren.

Entweder der Staat hat eine Fürsorgepflicht für die Bürger (und da ist auch dabei, dass es genügend Krankenhäuser und Ärzte gibt) oder er hat eben keine Fürsorgepflicht.

Nur ein bisschen schwanger gibt es ja auch nicht!
 
Mittlerweile bin ich froh, dass ich privat versichert bin. Habe mir mal ausrechnen lassen, was mich die gesetzliche Krankenkasse kosten würde mit all ihren Leistungseinschränkungen. Die wäre teurer. Die würden mich ja auch nicht mehr nehmen, da zu lange jung (zu alt).
Bin auch Privatpatient, einfach weil mir wichtige Medis sonst nicht mehr verschrieben würden "zu teuer" war das Argument, da es lebenserhaltenen Medis sind, blieb nur der Wechsel zu privat. Ich gehe nicht ins Detail, aber das fasst es grob zusammen.
 
Wegen meiner bipolaren Störung muss ich schon mindestens achtmal im Jahr zum Arzt. Dazu kommen Vorsorgeuntersuchungen wie Krebsfrüherkennung und Zahnarzt. Ich gehe schon seltener zum Arzt, als die Fachärzte mir empfehlen. Und übrigens Übergewicht: Viele nehmen mit Psychopharmaka extrem zu. Selber Schuld? Ich bin schon siebenmal aus heiterem Himmel gefallen und kein Arzt konnte eine Ursache finden. Dann habe ich als Geringverdiener kein Recht mehr, den Arzt zu wechseln?

Seid froh, wenn Ihr nicht so krank seid, dass Ihr oft zum Arzt müsst oder Euch vieles privat leisten könnt.

Ja, das System muss geändert werden. Aber warum immer an den Schwächsten sparen?
 

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