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Burnout oder Depression?

voyager1

Neues Mitglied
Hallo zusammen.
Bei mir geht gerade alles den Bach runter, dabei sollte ich einer der Glücklichsten Menschen sein.
Ich habe einen sicheren Job und einen 7 Monate alten Sohn.
Aber im Job läuft es gerade nicht, ich bekomm auf den Deckel vom Chef obwohl ich mit den Sachen nichts zu tun hatte.

Daheim ist meine Frau manchmal überfordert mit unserem kleinen und ich kann nicht helfen weil ich auf der Arbeit bin.
Mich macht das alles traurig und frisst mich innerlich auf.
Ich bin in letzter Zeit sehr antriebslos und gereizt. Die letzte Kraft spar ich für meine Familie auf.
Ich mache mir viele Vorwürfe. Meine Frau muss den kleinen in der Nacht betreuen und ich bin früh müde.
Sie trägt den kleinen durch die Gegend und ich habe Rücken Schmerzen.
Ich will niemanden aus meinem Bekanntenkreis zusätzlich mit meinen Problemen zur last fallen.

Ich denke mir neuerdings oft, was wäre wenn ich tot bin? Also ich denke jetzt nicht an Suizid oder sowas, einfach wenn mir was passiert, ich krank werde, Autounfall habe oder einfach tot bin. Das ist doch schrecklich.

Ich sollte wie gesagt nicht jammern, mein leben läuft gut umd den stressigen job hat meine Frau mit dem kleinen.
 
A

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Re: Burnout oder Depression?
klingt für mich nach burnout wenn das aber länger so bleibt kann das schnell zu einet depression werden der übergang ist da ziemlich fliesend. jeder mensch braucht freizeit um neue kraft zu tanken red mit deiner frau villeicht auch mit einem therapeuten weil aussitzen bringt nix
 
Vater werden ist nicht schwer.
Vater sein hingegen sehr?

Sorry, mit diesem lockeren Spruch möchte ich Dein Anliegen an sich nicht ins Lächerliche ziehen. Bloss frage ich mich, worin sich Deine Schilderung Deines Alltags nun von der vieler vieler anderer Väter (ohne Depression oder Burnout) unterscheidet.
Du wirkst recht erschöpft.
Hattest Du Dir das alles weniger mühsam und weniger anstrengend vorgestellt?
Wird Dir jetzt plötzlich klar, dass wenn Du z.B. nicht mehr wärest, .... . Ja, wird Dir plötzlich Deine Verantwortung klar und hast Du Sorge, der nicht gerecht zu werden?
Hast Du einmal mit Deiner Frau darüber geredet, wie Du Dich fühlst und sie gefragt, wie es ihr nun geht?
Kennst Du andere Männer, die kürzlich erst Vater geworden sind. Vielleicht tauschst Du Dich mit denen auch einmal aus.
Wahrscheinlich wirst Du dann viele Gemeinsamkeiten entdecken.

Du und Deine Frau, wie könnt' Ihr Euren Alltag (und Du bist ja nicht nur an der Arbeit, es gibt Morgende, Abende und Wochenende, oder? 😉) so gestalten, dass es auch hier und da echte Erholungsphasen gibt. Versorgt und betreut Ihr Euren Sohn ganz alleine?

Sonst alle bei Euch gesund? Frau und Kind auch?
Kommst Du selber damit klar, dass sich nun ganz viel ums Kind dreht?

Und sonst:
Erschöpfung kann in zeitweiser Antriebslosigkeit münden. Kann, muss nicht immer zwangsläufig.
Im Zweifelsfall lasse Dich einmal bei einem Arzt blicken. Einfach ḿal wieder zum "TÜV". 😉
Hier ist ohnehin ein Laienforum und das ersetzt keinen Arzt- oder Therapeutenbesuch.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los (und ich las nun Dein Eingangsposting gleich viermal), Du hast noch etwas anderes "auf dem Herzen".... .

Hast Du?


Was ist im Job vorgefallen? Möchtest Du Dich da derzeit am Liebsten ŕausziehen?
Wegen des Vorfalls oder weil sich Deine Frau daheim mit dem Kind überfordert fühlt oder überfordert ist?

Wo fühlt sich Deine Frau überfordert? Vielleicht wissen hier andere erfahrene Mütter und Väter Tipps.


Kurzum: Heraus mit der Sprache! Nur Mut! 🙂


Liebe Grüsse!
Landkaffee
 
Zuletzt bearbeitet:
Letztendlich ist eine Abklärung durch eine Fachkraft in jedem Falle sinnvoll. Eine Vorstellung bei einem Psychotherapeuten wäre ratsam. Dein Hausarzt kann dich beispielsweise hierzu beraten. ;-)
 
Wie wäre es mit weder - noch?

Du bist unzufrieden mit deiner Arbeitsstelle, weil dein Chef dich nervt und versuchst nun, da raus zu kommen, indem du dir einredest, zuhause präsenter sein zu wollen.
Das klingt einfach besser als ein schlichtes: Ich will diesen Job nicht mehr machen.
Deine Frau wird sich bedanken, wenn du erwerbslos zuhause sitzt und dich mit ihr gemeinsam in Vollzeit um das baby kümmerst...
Regel die Probleme am Arbeitsplatz.
 
Burnout klingt männlicher als Depression 🙂
Die neuronalen Erscheinungen gehen jedoch ineinander über.
Dem Baby einen Namen zu geben dient aber eher als Rechtfertigung, als dass es wirklich etwas verändert.
Depression ist ja letztlich chronisch unterdrückte Trauer und der Burnout ist nicht viel was anderes, nur dass es eben mehr mit Erschöpfung durch Überbelastung in Zusammenhang gebracht wird.

Ich lese aus den paar Zeilen jetzt erstmal jede Menge Widerstand heraus, gegen einfach alles.
Kann es sein, dass das deine eigene Unzufriedenheit ist, die nichts mit den Äußeren Umständen, sondern viel mehr mit deinen Gedanken zu tun hat?

Die Rückenschmerzen kommen daher, dass du dir zur Zeit zu viel selbst auferlegst. Du möchtest niemandem zur Last fallen, also legst du dir selbst alle Lasten auf die Schultern.
Das fühlt sich wahrscheinlich sehr schwer an und Schwere hängt immer mit Trauer zusammen.

Deine Gedanken sind derzeit auf Widerstand ausgerichtet und so sucht dein Verstand jeden Tag nach Beweisen dafür, wieso alles nicht passt, was du alles falsch machst und was alle schlecht ist.

Was hier hilft, ist sich mal mit den Gedanken und Erwartungen an dich selbst und an das Leben auseinander zu setzen und auch mit deinen Gefühlen.
Das geht mit und ohne Therapeut, ist aber für Veränderung unumgänglich.

Da heraus kannst du deine Gedanken neu ausrichten, zum Beispiel auf das Gefühl der Dankbarkeit.
Ein gesundes Kind, eine Frau, einen sicheren Job. Dafür kann man sehr wohl dankbar sein.
Ich weiß, dass du es jetzt im Moment nicht kannst, aber das liegt daran, dass dein Denkapperat im Moment einen anderen Auftrag hat, nämlich den, dir zu Beweisen, dass alles schlecht ist.
 

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