Wir sollten uns vielmehr damit beschäftigen, welche Ideologie und welches Menschenbild hinter dem Gebot der Vollverschleierung steckt und uns in eine offene Diskussion mit dessen Verteidigern begeben. Unsere Trumpfkarte ist nicht, Verbote auszusprechen, sondern für Menschenwürde einzustehen. Wer diese Bekleidungsvorschrift als eine religiöse Praxis beschreibt und deren Verbot – unabhängig davon ob das rechtens ist oder nicht – als Einschnitt in die Religionsfreiheit deutet, der ignoriert nämlich genau das: die Menschenwürde! Und zwar aus beiden Perspektiven: Sie verletzt die Menschenwürde der Vollverschleierten und all derer, die solch einer Person gegenüberstehen. Unsere Aufgabe sollte sein, diesen Standpunkt überzeugend zu vertreten. Nicht mehr und nicht weniger.