Den hier hab ich seit 2005 auf dem Rechner... hab ihn nie abgeschickt und werde es auch nie tun...
An A.S.
A.!
Es ist heute auf den Tag 5 Jahre her, seitdem Du mein Leben in Scherben geschlagen hast.
5 lange Jahre, in denen ich weder vergessen noch verzeihen konnte. Und es auch nicht wollte.
Natürlich, man kann sagen, zu so etwas gehören immer zwei. Einer, der sich in eine Ehe drängt und einer der Ehepartner, der mit dem "Eindringling" fremd geht.
Und mindestens 50% der Schuld habe ich auf mich zu nehmen, als der fremdgehende Part meiner Ehe.
Aber Dir schreibe ich die restlichen 50% der Schuld zu. Denn Du hast Dich bewusst in meine Ehe hineingedrängt und bewusst das Scheitern dieser Ehe erwünscht und herbeigeführt. Über Deine Beweggründe kann ich nach wie vor nur spekulieren. War es Liebe? Sicher nicht. So schnell, wie das bei Dir angeblich ging, wächst keine echte Liebe. Was war es dann? Zu Anfang sicher eine Chance, etwas Abwechslung in Dein - ansonsten trostloses - Leben zu bringen und später dann eine echte Chance zur Flucht. Zu einer Flucht aus einem Leben, das - eingezwängt in eine schwäbische Kleinstadt, in den Krallen einer grausamen chronischen Krankheit, geduckt von den Eltern, die, obwohl (oder gerade weil?) Du schon 41 Jahre alt warst, noch immer auf Gehorsam bestanden? "So lange Du Deine Füße unter unseren Tisch streckst..."
Und da kam diese unbedarfte Frau - nicht ganz zufrieden mit der derzeitigen Situation, auf der Suche nach etwas, aber nicht genau wissend, nach was - ein leichtes Opfer.
Damals hatte ich wenig Erfahrung mit der Männerwelt - meinen ersten "richtigen" Freund hatte ich denn auch geheiratet - und ich war schon neugierig "wie ist das wohl mal mit einem anderen Mann?"
Wir hätten es bei dem One-Night-Stand belassen und als gute Bekannte auseinander gehen sollen.
Aber wir beide haben das Ganze total überzogen - beide haben wir uns angestellt wie verliebte Teenager. Hals über Kopf bin ich bei meinem Mann ausgezogen und ebenso Hals über Kopf habe ich meinen geliebten „Peri“ verkauft. Jetzt erst, lange danach, weiss ich, was mir dieses Pony bedeutet hat. Aber ich habe mir - und das werde ich Dir und mir mein Leben lang niemals verzeihen können - von Dir einen derartigen Unsinn einreden lassen. Noch immer habe ich Deinen Satz im Ohr: "Der Peri war doch nur ein Ersatz dafür, dass Dich Dein Mann nicht richtig befriedigt hat, den brauchst Du doch jetzt nicht mehr, jetzt hast Du ja mich". DU VERDAMMTER EGOMANE - hast Du jemals, nur einmal in Deinem Leben, den "Kleinen Prinzen" von de Saint-Exupèry gelesen?? Hast Du den Satz gelesen: "Man ist ein Leben lang für das verantwortlich, was man sich vertraut gemacht hat". ? Ich hatte mir meinen Peri vertraut gemacht - hatte die Verantwortung für ihn - und Du hast ihn quasi als "Ersatz für schlechten Sex" hingestellt???!!! Was BIST Du eigentlich für ein Mensch???? (nur mal am Rande - der Sex mit Dir war nach der ersten Nacht eine Lachnummer.)
Meinem Mann habe ich eiskalt vors Schienbein getreten, ihn weggeworfen - immer angefeuert von Dir und Deinen Einflüsterungen, ich würde schon alles richtig und toll machen. Im Manipulieren Deiner Mitmenschen warst Du - und bist es sicher immer noch - eine ganz große Nummer. Toll, da kannste Dir aber was drauf einbilden.
Du hast ein rasantes Tempo vorgelegt, hast schon nach nur einer Woche auf eine gemeinsame Wohnung gedrängt. Da Du ja im Schwabeländle keine beruflichen Pflichten hattest und ENDLICH wegwolltest von den Eltern, bist Du mit fliegenden Fahnen zu mir nach Hessen gekommen. Und hast dann mit Freuden mein sauer verdientes Geld - und einen Großteil der mageren Rente Deines Vaters - nach Lust und Laune in diversen Möbelhäusern und Haushaltswarenläden verjubelt.
Dann war es soweit - wir sind in unsere oh-so-tolle Traumwohnung gezogen - der Startschuß für Dich, die Maske des "Ich bin stark, meine Krankheit hab ich im Griff"-Kämpfers fallen zu lassen, Dich schwerkrank ins Bett zu legen und keine Hand im gemeinsamen Haushalt zu rühren.
Für einen Urlaub auf meine Kosten warst Du allerdings nicht krank genug - zum Quadfahren, Therme-Besuchen, sommerrodeln etc. warst Du immer noch fit genug. Zum Bezahlen all dieser Belustigungen hatte es dann allerdings wieder nicht mehr gereicht. (Das fällt mir gerade erst beim Schreiben auf... wie 41 hast Du Dich nie benommen - eher wie 14...).
Nach dem Urlaub kam dann bei Dir der totale Zusammenbruch - ein akutes Nierenversagen warf Dich ins Krankenhaus. Drei Wochen lang lagst Du da und hast Hof gehalten, während sich eine ratlose Ärzteschaft beriet, was nun zu tun sei.
Drei Wochen lang bin ich täglich nach der Arbeit in die Klinik gefahren, hab an Deinem Bett gesessen, Händchen gehalten, Dir Mut gemacht, bin dann spätabends heimgerast, hab den Haushalt erledigt... und am nächsten Tag wieder das Gleiche. Ein "Danke" hab ich nie gehört.
Dann die Entscheidung der Ärzte - eine dauerhafte Dialysebehandlung sei unumgänglich. Und direkt danach DEINE Entscheidung: Hier, bei mir, im feindlichen Hessen, kennst Du keinen, hast die Eltern nicht in der Nähe (ach? auf einmal doch wieder das Muttersöhnchen?) und bist überhaupt sooo einsam, weil die böse Partnerin ja den ganzen Tag über immer nur weg ist (warum ist sie weg?? Um das ganze Geld zu verdienen, was dann wieder für einen irgendeinen Mist rausgehauen wird - by the way: Das blöde Tapioka-Mehl steht immer noch in meinem Schrank rum). Also - Du wolltest wieder heim. Und "heim" war in diesem Fall nicht ich und auch nicht die teuer eingerichtete Wohnung.
DU hast DEINE Entscheidung für DICH getroffen - wieder zurück ins Ländle, in den Schoß der Familie, ich hatte da nichts zu melden.
Und, ehrlich gesagt - ich bin inzwischen froh darüber. Diese Trennung war das Beste, was mir in der damaligen Situation überhaupt passieren konnte. Was hätte ich schon vom Leben gehabt? Aus reinem Pflichtgefühl an einen schwer kranken Mann gefesselt, mit dem mich keine - absolut KEINE - gemeinsamen Interessen verbunden haben, für den ich lediglich die Geldspenderin und Versorgerin gewesen wäre.
Dennoch - auch wenn viele sagen, dass Du mit Deinem Leiden genug gestraft bist - eines wünsche ich Dir noch:
Dass eines Tages jemand auf Deinen Gefühlen genauso herumtrampelt, wie Du es mit meinen gemacht hast.
Leider scheint dies bisher nicht der Fall gewesen zu sein. Du treibst munter Dein Unwesen im Internet weiter (ja, ich beobachte Dich). Du stellst Dich als edelmütigen Menschen dar, den sein Leiden erst hat reifen lassen, während ich die böse, oberflächliche Zicke bin, für die im Leben nur Sport und Viecher zählen.
Aber ich glaube fest an den Satz, den meine Oma immer gesagt hat: "Alle Schuld rächt sich auf Erden". Und eines Tages wird Dir genau das widerfahren.
Nur schade, dass ich dann nicht dabei sein kann....