Ich bin überhaupt nicht mehr dort aktiv, und komischerweise nehme ich immer noch am sozialen Leben teil, und zwar am realen ! FB ist für mich zur totalen Selbstdarstellungsmaschine mutiert. Die Menschen die mir wichtig sind sehe ich auch ohne FB ! Und ob irgendjemand grad aufm Klo sitzt oder nicht interessiert mich nicht die Bohne.
Früher hatte man sich nach der Schule für später zum Kicken verabredet. Heute schreibt jeder in dem Mist was er grad macht und wo er grad ist. Es geht auch ohne.
... ich sehe das alles anders ... erst einmal ist eine Frage des Umgangs mit Facebook & Co. Keiner muss alles posten und keiner muss nur noch in einer virtuellen Welt leben und meinen, das sei das soziale Leben. Das ist es eben nicht. Fb ist eine supertolle Erfindung, die ich sehr hoch schätze, genauso wie es auch Junesun beschreibt. Ok, ich bin kein junger Mensch, aber doch jung geblieben (weit Ü-50). Ich habe mir dann vor 2 Jahren ein Smartphone zugelegt und habe gar nicht geglaubt, wie froh ich damit bin.
Die Menschen, die mir wichtig sind, kann ich leider nicht oft sehen, manchmal nur einmal im Jahr, weil sie weltverstreut leben und dazu noch die Zeitverschiebung kommt zur Kontaktaufnahme per Telefon oder Skype.
Und trotzdem habe ich einen breiten Bekannten- und Freundeskreis. Ich telefoniere und schreiben Postkarten und Briefe. Und ich kann natürlich auch ohne, es geht schon gar nicht, da ich bei meiner Arbeit natürlich nicht mein Smartphone auf dem Tisch liegen haben kann.
Und außerdem habe ich meine Privatsphäre sehr eingeschränkt, es ist also möglich, dass nicht die ganze Welt sieht, wo ich gerade bin oder was ich gerade mache.
Es liegt doch an jedem selbst. Dass die jüngere Generation, für die ja Fb einen anderen Stellenwert hat als für mich, damit Probleme bekommt, liegt an dem Umgang und der heutigen Zeit mit den Medien überhaupt. Es läuft etwas schief, wenn man nur noch danach wertet, wer wie oft geliket wird.
Fb selber ist eine super Vernetzung, wenn man es - wie alles - in Maßen nutzen würde. Es zu verteufeln ist auch nicht der richtige Weg.
Vor Jahren noch musste man immer Kleingeld bei der Hand haben, zu einer Telefonzelle traben und hoffen, dass der Hörer dort noch am Apparat hängt, denn irgendwelche Vandalen nahmen die gerne mit, wahrscheinlich waren dies die Vorreiter von den Handys, die wollten halt mit dem Telefon durch die Stadt laufen oder so, oder die Telefonbücher waren zerfetzt, oder die Telefonzellen wurden als WC benutzt ... übel. Hatte man Pech, musste man anstehen ... und warten, bis irgendeine Labertasche seine Lebensgeschichte zu Ende geseiert hatte ... War man irgendwann endlich dranne, dann fielen die Münzen immer wieder durch ... Also eilig haben durfte man da nichts ... Glücklich war der, der ein privates Telefon sei eigen nannte. Auslandsgespräche mussten auf der Post angemeldet werden ... und dann sauste man in eine Kabine ... wenn dann die Verbindung stand und auch hielt ...
Briefe schreiben ist was feines, doch die Laufzeiten waren manchmal länger, als wäre man zu Fuß zum Empfänger gelaufen ...
Mich nervt heutzutage viel viel mehr das laute Geseire an fast jedem Ort ... man muss sich rundherum alles mögliche anhören, irgendwann stecke ich mir Ohrstöpsel rein, man braucht nur mal mit dem Zug zu fahren oder aber auch nur an der Supermarktkasse stehen ... was für ein Geklingel rundherum ... und dann wird in einer Lautstärke gelabert, als würde man von Ort zu Ort die Nachrichten brüllen müssen. Sätze wie ... also ich bin gerade unterwegs ... in paar Minuten bin ich da ... ach so, habe ich schon erzählt ... blablabla ... Letztens war ich so angenervt, dass ich gefragt habe, warum reden Sie eigentlich so laut, nehmen Sie doch Ihr Handy ...
Früher hätte man ganz leise telefoniert, damit der andere nicht alles mitkriegt, heute muss die ganze Welt zuhören, dass der Mops der Nachbarin sich übergeben hat ... oder was weiß ich.
Und so ist das bei Fb, dort findet man wohl die meisten Selbstdarsteller ... Aber richtig angewendet, ist Fb eine tolle Sache.