Hallo,
es ist wichtig, und zwar für sie und auch euch beide, dass sie sich - auch nach der Klinik - einen Therapeuten sucht um mit dem Gewalttrauma klarzukommen und v.a. um ihren Opferhabitus abzubauen. Ohne Therapie haut es nicht hin und eure Freundschaft wird auf Dauer überbelastet sein, ggf. an dem Trauma kaputt gehen. Und weiterhin in Opferhaltung wird sie auch weiterhin immer wieder gefährdet sein.
Neben Therapie wäre ein Selbstverteidigungskurs, bzw. am besten für einige Jährchen Kampfsportpraxis sehr gut für sie..das entwickelt das Selbstbewusstsein auf Normallevel...als ängstliches Mäusken kommt man nicht unbeschadet durchs Leben, nicht in dieser Welt! Darüber sollte sie sich im Klaren sein und an sich arbeiten, damit ihr in Zukunft nie wieder so was passiert.
Strafanzeige ggü beiden Tätern wäre an sich Pflicht...von Opferseite her sich selbst ggü und für die Allgemeinheit, die an sich ein Recht darauf hat zu erfahren wer ein V*** und Triebtäter ist und wer nicht. Das Schweigen und Dulden der Opfer bestärkt die Täter in ihrem Glauben im Recht zu sein und das führt nicht selten zur Wiederholungstat am selben Opfer oder auch an anderen.
Deine Freundin wurde angegriffen, es herrscht Krieg, auch in ihrer Seele und das solange bis sie angemessen reagiert, sich zur Wehr setzt, per Anzeige und Klage auf Schmerzensgeld.
Das deine Freundin nun im Krankenhaus liegt tut mir leid, aber so blöd das ist, sollte man es als ein Zeichen sein, dass sie etwas für sich TUN muss und Kliniktherapie ist ein sehr guter Ansatzpunkt. Ist sie in einer Psychiatrie? Es wäre ganz wichtig, dass sie dort bleibt oder hinkommt und speziell auf Gewalttrauma hin therapiert wird (dazu muss sie mit den Ärzten REDEN, Schamgefühle etc sind hier ne Sache die sie sich net leisten kann) und in den Therapien mitarbeitet, zumindest mit den Therapeuten spricht. Bestärke sie darin und sage ihr, dass sie sich für nix schämen muss, sie keinerlei Schuld an dem was geschehen ist trägt (allein die Täter sind schuldig!). Gewaltopfer haben oft riesige blockierende Schuldgefühle...du musst ihr sagen, dass das Quatsch ist und sie die Schuld dahinschieben soll, wo sie hingehört: zu den Tätern! Und anfangen sollte ärztliche Hilfe anzunehmen so schnell wie möglich.
Sie ist bereits autoaggressiv und depressiv-selbstmordgefährdet...so geht es einfach nicht! Es ist unverantwortlich von ihr untherapiert so stark gefährdet weiter rumzurennen, bzw. durchs Leben zu kriechen und es wäre unverantwortlich von dir dabei zuzusehen wie sie auf diese unvernünftige Art und Weise vor die Hunde geht.
Sei für sie da, begleite sie während der Therapiezeit, lass dich aber auf jeden FAll auch in einer Beratungsstelle oder von behandelnden Psychiatern beraten wie du ihr am besten helfen kannst.
Es ist wichtig für euch beide, dass sie "andoct", d.h. ärztliche Hilfe annimmt...das wäre der erste Schritt an dem ihr arbeiten solltet. GGf. wird sie sich gegen Therapie wehren, ich würde dennoch hart bleiben und darauf bestehen, denn ohne Therapie wird sie immer wieder zusammenbrechen und nicht weiterkommen und eure Freundschaft ggf. unter dieser Überbelastung kaputt gehen...sie wird also schon ein wenig Leistung zeigen müssen um sich eine Freundschaft leisten zu können. Du hilfst ihr sehr, wenn du sie in die richtige Richtung hin ermutigst und sie begleitest.
Dränge sie nicht mit dir zu reden...aber sage ihr, dass es für sie und ihre Seele ganz wichtig ist, dass sie zumindest mit den Fachärzten (die SChweigepflicht haben, sie also nix befürchten muss) reden sollte, damit sie raus kommt aus der Belastung.
Anstatt angstbibbernd da zu hocken und euch ständig Sorgen zu machen solltet ihr konkrete Schritte gegen den Ex unternehmen. Anwalt einschalten, bei Gericht ein Annäherungsverbot erwirken...fertig! Und wenn er sich nicht daran hält, direkt Polizei rufen, dann landet er wieder im Knast, nach der erneuten Vergewaltigung sowieso. Und sie soll zusehen, dass sie auf Dauer durch Therapie und Kampfsport stärker wird und lernt sich zu wehren....einen Neuanfang unter bessere Voraussetzungen hinkriegt.
Wichtig dabei wäre dass sie sich für längere Zeit von einem Psychologen dabei coachen läßt, damit sie nicht in die Überforderung gerät.
Viel Kraft, Klugheit und Erfolg!
Tyra
Und noch ne Frage: wie zum Teufel kommt eine 17-jährige an einen solchen Typen?? Liegt wohl an dem zuvor durch den Stiefbruder erlebtem Gewalttrauma? Hat sie den jemals angezeigt?...Hier sieht man par excellence ein unverarbeitetes Gewalttrauma und einen nicht überwundenen Opferhabitus wirken...sie ist weiterhin gefährdet und zwar solange bis sie in Therapie + Kampfsport genug dazugelernt hat. Drängel sie mal liebevoll, aber konsequent in diese Richtung, dann könnte sie es schaffen....entweder sie packt es oder wird immer wieder von Mistkerlen oder ihrem unverarbeiteten Trauma gepackt..sie hat da keine Wahl und sollte einen Schritt in die richtige Richtung tun. SCHNELL und ohne rumgeheuli oder Shhamverstecki wie Mäuschen-Klein. Es wird Zeit erwachsen zu werden.
Lese gerade..vorgestern erneut vergewaltigt und sie zeigt ihn nicht an?? Wird Zeit, dass das Mädel erst einmal in der Psychiatrie unter Daueraufsicht bleibt und wird Zeit, dass ihr ne neue Anzeige macht!! Kopfschüttel...wacht auf! TUT was!
Mit den Ärzten reden, an Beweissicherung denken....Therapeuten einschalten (über Klinik managbar), ggf. danach Überleitung in Psychiatrie und 6-8 Wochen stationäre Therapie auf Gewalttrauma + Depression mit suizidalen Anteilen, Anwalt einschalten, Anzeige machen...gerichtliches Annäherungsverbot beantragen....
Wenn du mit sowas überfordert bist geh zumindest zu einer Beratungsstelle für Sexualdelikte und Gewaltopfer, schildere dort die Sachlage und schalte einen Berater mit hinzu, der Notwendiges in die Wege leitet, damit da mal Grund und Boden in die Sache kommt.