Hi HerzogIgzorn,
ich wünschte ich könnte mehr helfen, aber so die perfekte Lösung habe ich für mich selber auch noch nicht gefunden. (übrigens cooler Name, ich hab dank dir jetzt einen Ohrwurm vom Gummibären Song
😀)
Das ist aber auch nicht mehr der Fall. Mir ist es meistens schlicht egal, ob mir hier und da ein Fehler unterläuft. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich innerlich vielleicht schon gekündigt habe, oder daran, dass ich täglich auch auf Fehler anderer stoße und mir deshalb denke, dass es dann auch egal ist, wenn ich welche mache.
Ich erkenne mich in vielem was du schreibst wieder. Auch ich habe Abi und immerhin 3 Jahre Fachhochschule hinter mir und Frage mich manchmal "war´s das an geistiger Herausforderung?".
Ich bin in dem Arbeitsprozess in meiner Abteilung das letzte Glied in der Kette und entdecke täglich Fehler anderer. Fehler die mir dann zugerechnet werden, weil ich sie der Meinung meiner Cheffin nach hätte "entdecken" müssen.
Mir fehlt zur Motivation sauber zu arbeiten aber auch jegliche Eigenverantwortung. Wenn ich einen eigenen Zeitplan aufstellen dürfte oder anderen gegenüber weisungsbefugt wäre, wenn ich wüsste "Das ist meine Arbeit" würde ich schon anders heran gehen.
Wobei selbst die interessanteste Arbeit vermutlich irgendwann langweilig wird. Wenn es ginge, wäre es für die meisten Menschen gut alle 3-5 Jahre was neues zu machen. Nur wer traut sich das? Mein Gedanke ist auch, dass es mich schlimmer treffen könnte.
Vielleicht gehören wir beide HerzogIgzorn aber zu dem Typ Mensch, der Abwechslung im Leben braucht. Es ist eigentlich nichts wofür man sich schlecht fühlen muss wenn man neue Herausforderungen sucht.
Deinen sechsten Absatz kann ich gut nachvollziehen. Ich denke mittlerweile auch, dass es irgendwie an mir liegt. Es muss doch genug Leute geben, die einen ähnlich monotonen Job machen und damit klar kommen. Was ist dann mit mir verkehrt, dass ich es nicht schaffe? Bin ich gar nicht mehr in der Lage, "richtig" zu arbeiten?
Ich glaube, dass die Jobzufriedenheit eng mit der persönlichen Zufriedenheit zusammen hängt.
Wenn du ein erfülltes Leben hast, Ehepartner, Kinder, Hobbies, Eigentum, keine Sorgen, dann erträgst du einen miesen Job vermutlich besser. Auch kein ein Job einen guten Ausgleich bilden. Wer in seiner Freizeit körperlich arbeitet, kommt mit einem Bürojob besser zurecht.
Das schlimmste ist eigentlich sich privat UND beruflich geistig unterfordert zu fühlen. Wobei eine 8-10 stündige geistige Unterforderung im Job oft darin mündet, dass man abends sogar unerklärlich erschöpft ist und dann schlimmerweise gar nix tut außer vorm Fernseher zu hocken. "Boreout" endet nicht mit Feierabend, sondern ruiniert letztlich auch das Privatleben. Soweit du das kannst, mein Tipp: Schaff dir in deinem Privatleben Ausgleich und Erfüllung zu dem monotonem Job.