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Boreout?!

Klar, ich würde natürlich nicht wahllos irgendwelche Hunter oder Agenturen anschreiben. Mir ging es nur generell darum, dass ich es in der heutigen Zeit eher ungewöhnlich finde, dass man für so eine Dienstleistung nicht bezahlen muss.

Aber vielen, vielen Dank für den Tipp. Da werde ich mich direkt heute Abend ransetzen 🙂
 

Hallo HerzogIgzorn,

schau mal hier: Boreout?!. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Einfach Geduld haben. Ich denke auch, das mit dem Headhunter ist ganz gut, weil du dich dann nicht so reinsteigerst, wie wenn du tagtäglich Bewerbungen schreibst.

Ich habe z.b. viele Absagen erhalten, war jedesmal traurig, nun versuche ich es auf diesem Weg...

Und versuch abends einzukaufen dir was leckeres zu kochen, leg dich mal in die Badewanne etc.
 
Ich versuche ja Geduld zu haben, aber im Prinzip wird's von Tag zu Tag schlimmer.

Meine abendliche Freizeit versuche ich auch schon so schön wie möglich zu gestalten, damit ich tagsüber etwas habe, woran ich mich hochziehen kann. Aber das ist ja dann auch immer nur temporär. Sobald mir wieder bewusst wird, dass ich am nächsten Tag wieder arbeiten muss, bin ich wieder schlecht drauf.
 
Ich kenne das auch gut, mit Excel Listen arbeite ich auch sehr viel. Ich habe mich über die Zeit fortgebildet und gelte inzwischen als Zahlen- und Excelfreak. Ganz ehrlich? Ich hasse Zahlen!

Ich arbeite gerne an komplexen Lösungen und Handlungsstrategien, aber bloß keine Dateneingabe. Im Bestreben von der Dateneingabe weg zu kommen, habe ich mir Makros und Datenbanken programmiert. Das macht mich einerseits glücklich, andererseits habe ich aber auch weniger zu tun.

Deswegen habe ich bereitwillig neue Aufgaben übernommen. Das macht mich aber auch nicht glücklich, weil ich im Grunde jetzt die Arbeit anderer mache, die dafür länger Pause machen ... Die neuen Aufgaben sind zudem meist eher Zuarbeitertätigkeiten: Abheften, Inventarisieren, Telefondienst, Protokolle usw.

Hinzu kommt, dass ich mich gänzlich nicht verstanden fühle. Ich arbeite neben Excel mit Spezialsoftware, die ich nicht umprogrammieren kann/darf. Hier muss ich nach wie vor stupide Daten eingeben. Das schaffe ich manchmal gerade mal 10 Minuten bevor ich innerlich an die Decke gehe. Leider gab es auch schon Vorfälle, wo Eingaben beim Datentransfer verschwunden waren und ich diese dann nochmals eingeben musste.

Am Ende sind oft Fehler in den Zahlen und ich weiß nicht, ob es ein Fehler im System ist oder ich die Zahl selbst falsch erfasst habe, weil ich mal wieder vor geistigem Leerlauf unkonzentriert war. Letzteres darf ich aber nicht so sagen, weil meine Cheffin zum einen nicht an "Boreout" glaubt und zum anderen der Meinung ist, wenn man unterfordert sei und Zeit übrig hätte, müssten die Ergebnisse ja umso richtiger sein.

Ich bin inzwischen der Meinung, dass es an mir liegt. Kollegen vor mir haben meine Tätigkeit in Word Dokumenten gemacht und mit einem Taschenrechner/Rechenmachine gearbeitet (kein Witz!). Es gibt Arbeiten, die ich in 10 Minuten schaffe und meine Vorgänger eine Woche gebraucht haben. Ich glaube, ich gehöre zu der Generation, die nicht mehr damit zufrieden ist beschäftigt zu sein und Geld zu bekommen, ich will Dinge optimieren und ich könnte aggressiv werden wenn jemand dem im Wege steht oder mich mit Dateneingabe "ausbremst".

Ich kann mir und jedem anderen in der Situation eigentlich nur raten nicht überhastet zu handeln aber sich mittel- bis langfristig eine neue Tätigkeit zu suchen. Vielleicht sogar am besten in einer neuen Firma oder einem ganz anderen Bereich. Ich habe die Geduld meine Arbeit auch noch Jahre zu machen wenn es sein muss, aber ich halte intern und extern die Augen auf.
 
Ich kenne das auch gut, mit Excel Listen arbeite ich auch sehr viel. Ich habe mich über die Zeit fortgebildet und gelte inzwischen als Zahlen- und Excelfreak. Ganz ehrlich? Ich hasse Zahlen!

Ich arbeite gerne an komplexen Lösungen und Handlungsstrategien, aber bloß keine Dateneingabe. Im Bestreben von der Dateneingabe weg zu kommen, habe ich mir Makros und Datenbanken programmiert. Das macht mich einerseits glücklich, andererseits habe ich aber auch weniger zu tun.

Deswegen habe ich bereitwillig neue Aufgaben übernommen. Das macht mich aber auch nicht glücklich, weil ich im Grunde jetzt die Arbeit anderer mache, die dafür länger Pause machen ... Die neuen Aufgaben sind zudem meist eher Zuarbeitertätigkeiten: Abheften, Inventarisieren, Telefondienst, Protokolle usw.

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Ich kann mir und jedem anderen in der Situation eigentlich nur raten nicht überhastet zu handeln aber sich mittel- bis langfristig eine neue Tätigkeit zu suchen. Vielleicht sogar am besten in einer neuen Firma oder einem ganz anderen Bereich. Ich habe die Geduld meine Arbeit auch noch Jahre zu machen wenn es sein muss, aber ich halte intern und extern die Augen auf.

So geht es mir auch... kann dann die DEPPEN-Arbeit von anderen machen und werde dann aber auch noch ausgebremst, weil mir Dinge vorgehalten werden die, ich z.b. nicht wusste oder nicht mal falsch waren, aber es jeder anders macht.

Ich könnte meine Arbeit nicht auf Ewig machen, dann bin ich irgendwann auch kaputt. (Sämtliche vorgängerinnen sind mit psych. Problemen ausgeschieden.) hier wird man total klein gehalten.

ich schaue deshalb auch schon extern.
 
@Andreas900:

Danke für deinen Beitrag 🙂

Bei mir ist es bzgl. der Zuarbeitertätigkeiten ähnlich. Schon das, was meine Hauptaufgabe ist, empfinde ich als Zuarbeitertätigkeit oder Gehilfs-Arbeit. Oft genug denke ich mir daher: "Dafür hast du doch nicht studiert" und fühle mich als Fußabtreter, der die dummen Aufgaben anderer erledigt.

Auch bei mir schlichen sich zuletzt vermehrt Fehler ein. Einerseits weil ich unkonzentriert war, andererseits weil ich lustlos war. Dazu kommt, dass ich auch gar keinen großen Wert mehr darauf lege, dass alles richtig ist. Eigentlich bin ich bei so etwas sehr perfektionistisch veranlagt und überprüfe lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, damit auch alles seine Richtigkeit hat und keine Feheler entstehen.
Das ist aber auch nicht mehr der Fall. Mir ist es meistens schlicht egal, ob mir hier und da ein Fehler unterläuft. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich innerlich vielleicht schon gekündigt habe, oder daran, dass ich täglich auch auf Fehler anderer stoße und mir deshalb denke, dass es dann auch egal ist, wenn ich welche mache.

Deinen sechsten Absatz kann ich gut nachvollziehen. Ich denke mittlerweile auch, dass es irgendwie an mir liegt. Es muss doch genug Leute geben, die einen ähnlich monotonen Job machen und damit klar kommen. Was ist dann mit mir verkehrt, dass ich es nicht schaffe? Bin ich gar nicht mehr in der Lage, "richtig" zu arbeiten?
Die Zweifel kommen oft, zum Glück kann ich mir dann vor Augen führen, dass es im vorherigen Job und während einer Urlaubsvertretung nicht der Fall war. Da hatte ich immer etwas zu tun, war ausgelastet und infolgedessen zufrieden. "Richtig" arbeiten kann ich allem Anschein nach also noch.

Die Geduld, meine Arbeit auch noch Jahre zu machen, habe ich definitiv nicht. Es gibt auch bessere Tage, an denen ich denke, dass alles nicht so schlimm ist, aber das ist leider die Ausnahme.
Ich schaue mich parallel auch nach anderen Jobs um, kann mich nach der Arbeit aber wirklich nur ungemein schwer aufraffen, Bewerbungen zu verschicken. Einfach, weil ich so platt, ausgelaugt und antriebslos bin.
Das "Gute" ist, dass die Bezahlung hier nicht mal besonders hoch ist, eher im Gegenteil. Es gibt also eigentlich nichts, was mich hier noch hält - abgesehen von der überdimensional großen Angst vor der Arbeitslosigkeit. Und genau aus dem Grund bin ich momentan so ratlos, was ich machen soll. Hätte ich die Gewissheit, dass es irgendwie weitergeht, wär ich eher jetzt als morgen weg.


@Cinne:

Dass einem Dinge vorgehalten werden, für die man nichts kann, kenne ich auch. Ich z.B. habe oft das Gefühl, dass ich nicht zu 100% eingearbeitet wurde. Deshalb mache ich ab und zu Dinge, die nicht ganz richtig sind, weil sie mir schlicht gar nicht erklärt wurden.
Dazu kommen Sachen, die ich ausbügeln muss oder die mir vorgehalten werden, mit denen ich aber überhaupt nichts zu tun habe. Da lagen die Fehler oft schon Monate zurück, das sieht nur keiner...
 
Bei mir ist auch das größte Problem dass meine Chefin Ausbilderin ist und das schon seit vielen Jahren und man merkt ihr sehr deutlich an, dass sie mich als Azubinchen sieht.

AM Besten echt kopf hoch und auf so KArriereseiten anmelden, Headhunter anschreiben. Dieses Bewerbungen schreiben zieht mich acuch immer wahnsinnig runter
 
Hi HerzogIgzorn,
ich wünschte ich könnte mehr helfen, aber so die perfekte Lösung habe ich für mich selber auch noch nicht gefunden. (übrigens cooler Name, ich hab dank dir jetzt einen Ohrwurm vom Gummibären Song 😀)

Das ist aber auch nicht mehr der Fall. Mir ist es meistens schlicht egal, ob mir hier und da ein Fehler unterläuft. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich innerlich vielleicht schon gekündigt habe, oder daran, dass ich täglich auch auf Fehler anderer stoße und mir deshalb denke, dass es dann auch egal ist, wenn ich welche mache.

Ich erkenne mich in vielem was du schreibst wieder. Auch ich habe Abi und immerhin 3 Jahre Fachhochschule hinter mir und Frage mich manchmal "war´s das an geistiger Herausforderung?".
Ich bin in dem Arbeitsprozess in meiner Abteilung das letzte Glied in der Kette und entdecke täglich Fehler anderer. Fehler die mir dann zugerechnet werden, weil ich sie der Meinung meiner Cheffin nach hätte "entdecken" müssen.
Mir fehlt zur Motivation sauber zu arbeiten aber auch jegliche Eigenverantwortung. Wenn ich einen eigenen Zeitplan aufstellen dürfte oder anderen gegenüber weisungsbefugt wäre, wenn ich wüsste "Das ist meine Arbeit" würde ich schon anders heran gehen.
Wobei selbst die interessanteste Arbeit vermutlich irgendwann langweilig wird. Wenn es ginge, wäre es für die meisten Menschen gut alle 3-5 Jahre was neues zu machen. Nur wer traut sich das? Mein Gedanke ist auch, dass es mich schlimmer treffen könnte.
Vielleicht gehören wir beide HerzogIgzorn aber zu dem Typ Mensch, der Abwechslung im Leben braucht. Es ist eigentlich nichts wofür man sich schlecht fühlen muss wenn man neue Herausforderungen sucht.

Deinen sechsten Absatz kann ich gut nachvollziehen. Ich denke mittlerweile auch, dass es irgendwie an mir liegt. Es muss doch genug Leute geben, die einen ähnlich monotonen Job machen und damit klar kommen. Was ist dann mit mir verkehrt, dass ich es nicht schaffe? Bin ich gar nicht mehr in der Lage, "richtig" zu arbeiten?

Ich glaube, dass die Jobzufriedenheit eng mit der persönlichen Zufriedenheit zusammen hängt.
Wenn du ein erfülltes Leben hast, Ehepartner, Kinder, Hobbies, Eigentum, keine Sorgen, dann erträgst du einen miesen Job vermutlich besser. Auch kein ein Job einen guten Ausgleich bilden. Wer in seiner Freizeit körperlich arbeitet, kommt mit einem Bürojob besser zurecht.
Das schlimmste ist eigentlich sich privat UND beruflich geistig unterfordert zu fühlen. Wobei eine 8-10 stündige geistige Unterforderung im Job oft darin mündet, dass man abends sogar unerklärlich erschöpft ist und dann schlimmerweise gar nix tut außer vorm Fernseher zu hocken. "Boreout" endet nicht mit Feierabend, sondern ruiniert letztlich auch das Privatleben. Soweit du das kannst, mein Tipp: Schaff dir in deinem Privatleben Ausgleich und Erfüllung zu dem monotonem Job.
 
Freut micht, dass du so an die Gummibärenbande erinner wurest 😀

Gut möglich, dass ich jemand bin, der - zumindest im Arbeitsalltag - mehr Abwechslung braucht. Im vorherigen Job musste ich grob gesagt Kundenanfragen per E-Mail beantworten. Im Grunde genommen war das geistig zwar auch kein besonders herausforderndes Unterfangen. Aber da war durch sehr unterschiedliche Anfragen eine grundsätzliche Abwechslung gegeben und darüber hinaus lief vieles auch auf Englisch ab. Das war in Ordnung für mich, es hat mich zumindest genug gefordert, um absolut zufrieden zu sein, auch wenn mir klar war, dass ich auch in dem Job nicht für immer verharren wollte.
Ich fühl mich auch nicht schlecht, weil ich eine neue Herausforderung suche, ich habe schlicht massive Angst davor, die neue Herausforderung nicht zu finden und arbeitslos zu enden. Das ist aktuell das größte Problem, wie gesagt: hätte ich schon was Neues oder wüsste ganz sicher, dass ich relativ zügig etwas finden würde, hätte ich längst gekündigt.

Dass die Jobzufriedenheit mit der privaten Zufriedenheit zusammenhängt, mag sein, trifft für mich aber aktuell nicht zu. Privat ist alles super, ich habe auch genug Hobbies, die mich in der Freizeit auslasten.
Das ist aber alles eben nur temporär und in der Freizeit - sobald sich die Arbeitszeit nähert, gerät das in Vergessenheit und die Unlust, arbeiten zu gehen, überschattet alles.

Das mit der abendlichen Erschöpfung kann ich nur bestätigen. Genau deshalb wusste ich ja wochenlang nicht, was mit mir los ist. Ich hatte noch nie etwas von Boreout gehört und hab nicht mal ansatzweise in Erwägung gezogen, dass das mit meinem Job zusammenhängen könnte, da es für mich keinen Sinn ergeben hat, dass ich Abends komplett erschöpft bin von einer Arbeit, die mich wenig bis gar nicht fordert.
 

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