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Der Kram, der sich heute im Netz findet, ist nicht mehr up to date. Und zum Teil ist es beleidigend, was hier über die Erkrankung geschrieben wird für Betroffene. Also wenn Du wirklich an ihr interessiert bist, such dir gute Unterstützung. Suche nach _Borderlinetriaglog, gehe mit anderen Betroffenen ins Gespräch und mit Angehörigen, mit Profis.

In diesem Forum findest Du eher Vorurteile
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mich wundert's halt schon, das man hier in dem Forum auf Vorurteile stößt in bezug auf Borderline.
 
Zuletzt bearbeitet:
mich wundert's halt schon, das man hier in dem Forum auf Vorurteile stößt in bezug auf Borderline.

Das kann ich nicht beurteilen, ob das so ist.
Ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen ausgehen.
Und das ist mit einem Wort immer wiederkehrendes: Drama.
Was hier schon beschrieben wurde, kann ich nur bestätigen.
Ist man da emotional verstrickt, kann das nicht nur sehr belastend, sondern auch ungesund werden.

Aber ich kenne nicht alle Borderliner, nur 3. Vielleicht gibt es ja mildere Ausprägungen und du hast zufällig genau damit zu tun.
 
Es ist sehr einfach jemanden zu daten, der gerade stabil ist. Man kann sich auch in tausende Seiten Material einlesen. Die Probleme fangen da an, wo der Partner instabil wird und sich das Wesen total verändert. Und da bringt einem das angelesene Wissen dann auch plötzlich nicht mehr besonders viel.

Die Frage ist also nicht, ob Du sie magst, wenn sie total stabil ist und es keine Probleme in Eurer Beziehung gibt, sondern wie Du in den Phasen, in denen die Krankheit im Vordergrund steht zu ihr stehst, wie Du mit der Wesensveränderung, der negativen Stimmung und eventuellen Depression umgehst, wie Du auf ihre Manien reagierst.

Ich kann Dir gleich sagen, dass zwischen dem was auch immer Du gelesen hast und dem drin stecken Welten liegen werden und Du massiv an Deine Grenzen kommen kannst.

Eine Beziehung zu einem Menschen mit psychischer Erkrankung ist möglich. Das setzt aber auch voraus, dass man sich gegenseitig offen vorher abspricht, was passiert, wenn der Partner in die Krise gerät, dass es klare Absprachen gibt, wie beispielsweise die klare Absprache, dass sich der Partner sofort in die Klinik begibt, bevor das Umfeld belastet wird. Ebenso könntest Du gefordert sein bei Uneinsicht zu schalten und eben diesen Weg zu organisieren.

Da Ihr nicht verheiratet seid und sobald Ihr Euch besser kennt, wisst, dass Ihr in einer festen Beziehung seid rate ich schleunigst zu einer Patientenverfügung, die Dir als Partner umfangreiche Rechte einräumt. Es kann hilfreich sein, wenn Du als Partner sogar als Bevollmächtigter in der Verfügung stehst, um im Fall der Fälle auch an Informationen zu kommen, wie Medikamente, Dosierung usw. Andernfalls hast Du in der Klinik verloren, eben weil Ihr nicht verheiratet seid. Du hast kein Auskunftsrecht und eventuell bei Isolation auch kein Besuchsrecht. Lasst Euch beraten.
 
Menschen sind grundlegend verschieden. Jeder Krebs verläuft anders, jeder verarbeitet ein Trauma anders usw.
Diese Frau trägt ein Päckchen mit sich, dass sie erstmal nicht weniger liebenswert macht als andere Menschen. Um es runter zu brechen, egal wie du diesen Menschen mit einem ICD -Code schmückst, der Ursprung ist Trauma und sei es nur das Bindungstrauma, durch das nicht vorhandene intuitive Elternverhalten. Und viele Erlebnisse, bedeuten erstmal keine Beziehungsunfähigkeit.

Es ist gut, das Sie dich nicht blind in ihr Leben laufen lässt, was durchaus nicht so gravierend sein muss, wie hier dargestellt und doch kannst du mit ihr durch die Hölle gehen. Sie hätte es vielleicht nicht sofort erzählen müssen, du hättest es nicht gewusst und die Bombe wäre geplatzt.

Frag Sie nach ihrem Alltag, was sie denkt in welchen Bereichen es schwierig für sie ist und Du bekommst eine Idee davon wie das Leben aussehen kann.

Beziehungen sind nie vorhersagbar und es gibt Menschen mit dieser Diagnose bei denen ich ganz schnell weg bin und dann gibt es die, mit denen man wie mit allen anderen Menschen auch eine Freundschaft führen kann.

... Und es gibt Menschen die sich als ganz normal verkaufen und dein Leben in Schutt und Asche legen.

Viel Glück
 
Interessantes Thema. Scheint hier einige Betroffene zu geben. Was ich dir dazu schreiben kann:


Ich hatte vor langer Zeit mal eine beste Freundin mit Borderline, merkte damals aber erst spät, was mit ihr los war.

Mein Partner hatte vor mir eine Lebensgefährtin die Borderlinerin war und sie hat ihn fix und fertig gemacht. Sie wirkte zu Beginn recht harmlos und nur etwas „bedürftig“. Er hat nicht den rechtzeitigen Absprung geschafft, weil er sich für sie verantwortlich fühlte. Sie hatte eine schwierige Kindheit.
Er musste sich nach der Trennung einen Therapeuten suchen, um die Beziehung zu verarbeiten.

Seit einigen Jahren habe ich eine weitere Freundin, die auch diese Persönlichkeitsstörung hat. Sie hat ihre lieben Seiten, aber der Umgang gestaltet sich sehr schwer mit ihr. Nach vielen Jahren und jeder erdenklichen Unterstützung wie in ein Fass ohne Boden, muss ich das einsehen. Ich werde mich in naher Zukunft auch von dieser Freundschaft trennen, damit es mir gut geht.

Sie hat mit 37 unzählige Therapien, Selbsthilfegruppen und Kurse hinter sich. Geändert hat sich merklich nichts, es wurde leider schlimmer. Sie hätte sogar fast dafür gesorgt, dass ihre Therapeutin die Stelle verliert. Zum Glück kamen die Lügen ans Licht.

Sie und auch meine damalige Freundin mit Borderline haben Eigenschaften, die sich wie aus dem Buche gleichen:

- beide können nicht mit Geld umgehen und liehen sich auch Geld von anderen, wo sie sich stets weigerten es zurück zu zahlen. Sie waren der Ansicht immer alles nehmen zu dürfen

- sie erwarten bei allem, dass man auf sie Rücksicht nimmt, sehen aber nicht die Gefühle anderer Menschen

- Verantwortung für das eigene Handeln wird nicht übernommen

- auf die leiseste Kritik wird heftig reagiert und eine hochgelobte Person wird innerhalb einer Minute zur meist gehassten Person der Welt (Schwarz/Weiß Schema)

- sie lästerten über jede/n Freund/in hinter dem Rücken, wenn diejenigen ihnen vermeintlich etwas getan hatten. Fast jede Woche gab es neues Drama, da jemand sie falsch behandelt hätte. Die Beschuldigten erzählten mir häufig eine andere Version der Vorfälle, wenn ich nachhakte. Dennoch hatten sie kaum Chancen Beschuldigungen grade zu rücken, da es nach Außen zunächst authentisch wirkt

- beide neigten dazu Lügen zu erfinden, an die sie selbst fest glauben. Man musste jede Aussage selbst prüfen, weil es sonst böse Überraschungen gab. Wahrscheinlich taten sie es, um sich selbst und die verzerrte Realität in der sie leben, zu schützen

- sie produzieren selbst die Katastrophen unter denen sie leiden, sind aber stets das Opfer und andere sind immer schuld. Sobald Verantwortung oder Transparenz für etwas abverlangt wird, gingen sie in die Opferhaltung. Das betrifft auch einfache Dinge wie Absprachen und Planungen.
Mein persönlicher Gau: Ich musste zweimal den gemeinsam geplanten Urlaub samt Buchungen und verlorener Urlaubstage auf eigene Kosten stornieren, weil in letzter Minute alles unter einem Vorwand gecancelt wurde. Es kam beide Male raus, dass meine Freundin gelogen hat. Die Motivation ist bis heute nicht klar

- sie wissen beide, wie man Informationen geschickt manipuliert und zurückhält, sodass sie genau das bekommen was sie sich wünschen


Partnerschaften funktionieren letztendlich nicht auf Augenhöhe wie zwischen Erwachsenen.

Die Partner meiner Freundinnen waren stets Vaterersatz, Therapeut und bester Freund in einer Person und sie das Kind. Sie kommunizierten auch mit ihnen wie mit Kindern.

Sie sorgten dafür, dass sie vernünftig essen und trinken. Sie mussten sie permanent in einem kindlichen Tonfall mit angepasster Stimme beruhigen, (auch wenn es nur ein Ausflug in den Zoo zwischen viele Menschen war oder ein Glas vom Regal fiel). Fragten permanent was sie denn möchten, ob alles in Ordnung ist, ob ihnen kalt ist etc. weil sie zu unsicher waren, ihre Bedürfnisse selbstständig zu äußern. Bei der geringsten Gemütsänderung gingen die Männer auf Draht, weil nicht klar war, was gleich passieren wird.

Es wurden regelmäßig Liebesbeweise verlangt, die die enge Bindung nach Außen demonstrieren sollten, wie z. B. Partnerringe, mehrere Partner T-Shirts mit Sprüchen, ständig neue Bilder an der Wand und Social Media Postings oder das Drängen auf Heirat und Kinder. Meine Freundinnen forderten immer wieder Bekundungen nach Außen, wenn sie ihr emotionales Auf-und-Ab hatten. Es verlangt unendliche Kraft. Er musste alles regeln, nichts kommt von ihr.

Ihr aktueller Freund sagte mal zu mir, dass er nicht die ganze Zeit bei ihr sein kann, weil er auch noch arbeiten muss, eine Wohnung und Freunde hat. Sie brachte dem wenig Verständnis entgegen und reagierte trotzig und verletzt. Momentan versucht sie seine jahrzehntelangen Freunde schlecht zu reden und erfindet Geschichten, die ein schlechtes Licht auf seinen Freundeskreis werfen.

Sie sucht bei ihnen die schuld, dass er „nicht genug“ Zeit für sie hat und fühlt sich immer von jemand aus seinem Kreis gemobbt. Leider glaubt er ihr viel. In einem halben Jahr hat er vor, sie bei sich einziehen zu lassen, da sie das Essen verweigert wenn er wegfährt und sich kontinuierlich ritzt. Er glaubt „das das mit der Borderline Geschichte schon wird, wenn sie erst mal bei ihm wohnt“. Ich kann ihm nur viel Glück und fromme Wünsche senden.

Meine Urteil ist, dass manche Menschen ein Warnschild um ihren Hals tragen sollten, bevor man sie „auf die Leute loslässt“. Aus den verschiedensten Gründen.
 

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