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Borderline und Beziehung - Wer hat's schonmal erlebt?

Deine Antworten zu Borderline und Beziehung:

  • Habe schon eine oder mehrere unglückliche Erfahrungen damit gemacht und hat nicht funktioniert

    Teilnahmen: 33 44,6%
  • Habe schon Erfahrung damit gemacht und lebe glücklich in einer solchen Beziehung

    Teilnahmen: 2 2,7%
  • Leide selbst unter dieser Persönlichkeitsstörung - Beziehungen gehen bei mir meist in die Brüche

    Teilnahmen: 9 12,2%
  • Leide selbst unter dieser Persönlichkeitsstörung - Lebe in einer glücklichen Beziehung

    Teilnahmen: 9 12,2%
  • Habe noch keine Erfahrung damit gemacht

    Teilnahmen: 21 28,4%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    74
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ein sehr guter Freund von mir war 2,5 Jahre lang mit einer sehr ausgeprägten Borderlinerin zusammen.
Sie deckte das gesamte Spektrum ab und hatte in ihrer Kindheit ganz arge Erfahrungen gemacht.

Das Ende vom Lied war, dass sie ihn nach den 2,5 Jahren verließ.
Er hat seitdem (das war vor acht Jahren) etliche schwere psychische Störungen (mitunter schwerste Panikattacken), ist unfähig ein einigermaßen normales Leben zu führen trotz ambulanter und stationärer Behandlungen.
Davor ist mir nie aufgefallen, dass er psychisch labil sein könnte.

Es ist mit Vorsicht zu genießen. Man überschätzt sich leicht, läuft schnell Gefahr zum Therapeuten oder zur Überlebenshilfe zu mutieren. Bei allem Mitgefühl für Menschen, die von Borderline betroffen sind, sollte man es sich sehr gut überlegen, ob man wirklich stabil genug ist um damit umgehen zu können.
 
Ich möchte betonen, dass ich mich auf eine bestimmte Art von Borderlinern beziehe. Als schwer zu fassende Grenzstörung gibt es ja die verschiedensten Ausprägungen. Ich beziehe mich ausschließlich auf den hochgradig manipulativen Typ, der den Partner mit der Zeit psychisch auszehrt und emotional ausbrennen lässt. Der Typ, der phantastischste Lügengebilde aufwirft, besonders nach dem Ende der Beziehung.


Ich hatte auch schon mehrfach das zweifelhafte Vergnügen (BL passt eben einfach gut zu einem Helfersyndrom, das ich damals eindeutig hatte). Ich verstehe nur zu gut, dass man sich fragt, ob diese Menschen einfach nur krank, oder aber abgrundtief böse sind. Heute würde ich jedem raten, der an einen echten Borderliner gerät, so schnell so weit zu rennen, wie die Füße tragen können. Ich hatte noch verhältnismäßig Glück, da "meine Erste" mich, in einem klaren Moment, aus der Beziehung "entlassen" hatte. Durch diese Erfahrung war ich beim 2. mal schon in der Lage, das Ganze früh genug zu beenden.

Der Freund, den "meine Erste" nach mir hatte, hatte nicht so viel Glück. Seine Psyche wurde in knapp 2 Jahren komplett auf links gedreht. Ich habe zwar auch entsprechende Narben zurück behalten (die Schlimmste ist wohl, dass ich sie wohl nie ganz vergessen können werde), doch sind diese, im Vergleich zu anderen "Opfern", nicht so tragisch.

Im Grunde können Borderliner einem alles vorspielen, ganze Leben mit komplexen Krankengeschichten, von denen am Ende oft nur das BLS und ggf. einige Traumata wahr sind (wenn die Echten überhaupt zur Sprache kommen). Besonders fies sind dann die Geschichten, die der Borderliner beim nächsten Partner über einen selbst erfindet. Das sind teilweise schauerliche, sehr komplexe Aufbauten um Gewalt und Missbrauch, in denen die Wirklichkeit derart verflochten ist, dass sie, auf eine gruselige Art, plausibel werden. Gerade dies brachte bei mir auch die Frage bezüglich Krankheit vs. Boshaftigkeit auf den Plan. Die Pseudorealitäten der Borderliner sind derart undurchschaubar, dass die Patienten wohl oft selbst nicht mehr wissen, was die tatsächliche Wahrheit war. Ich habe wirklich lange versucht, zu einem Schluss zu kommen, doch scheint mir dies, rückwirkend betrachtet, einfach unmöglich.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Nova11

Das ist ja ganz schrecklich. Vor allem für deinen Freund.
Da läuft es mir kalt über den Rücken.

Glaubst du sind Borderliner auch zu kriminellen Handlungenfähig?
 
(Fast) alle Menschen sind wohl unter bestimmten Umständen zu kriminellen Handlungen fähig. Egal, ob sie Borderliner sind oder nicht. Die Frage ist meiner Meinung nach falsch gestellt. Ich bezweifle im Übrigen stark, dass Borderliner öfter als Nicht-Borderliner kriminelle Handlungen begehen. Man muss sich nur mal anschauen, was manchmal im Bereich der Wirtschaft/Politik so abgeht: Kriminalität wird da von als psychisch gesund eingestuften Menschen begangen, um die unersättliche Profitgier zu stillen oder sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Meinen Buchtipp, lieber Tommy, hast du ja vielleicht gesehen; tatsächlich wird in dem Buch auch kurz Borderline im Zusammenhang mit Kriminalität thematisiert. Doch ob psychisch krank oder nicht, die meisten Menschen würden sich wohl in gewissen Situationen zu einer kriminellen Handlung hinreißen lassen. Außerdem gibt es so viele unterschiedliche Verbrechen, dass deine Frage einfach zu verallgemeinernd rüberkommt.
 
@Tommy

Zum Glück war das kein Freund von mir, irgendwie kann ich diesbezüglich nicht viel Anteilnahme aufbringen.

Was die Kriminalität angeht ..

Im Allgemeinen glaube ich auch nicht, dass Borderliner generell krimineller sind. Es gibt aber einige Felder (z.B. Nachstellung, üble Nachrede, uneidliche Falschaussage, Meineid), die wohl automatisch durch die Krankheit tangiert werden. Die große Frage ist dann nur, ob es sich um Vorsatz handelt, oder ob die Realität des Borderliners einfach von der wirklichen Welt abweicht.
 
Im Allgemeinen glaube ich auch nicht, dass Borderliner generell krimineller sind. Es gibt aber einige Felder (z.B. Nachstellung, üble Nachrede, uneidliche Falschaussage, Meineid), die wohl automatisch durch die Krankheit tangiert werden. Die große Frage ist dann nur, ob es sich um Vorsatz handelt, oder ob die Realität des Borderliners einfach von der wirklichen Welt abweicht.

.... oder daher die Schuldfähigkeit zumindest eingeschränkt sein kann.

 
Ja, natürlich, oder vielleicht gar nicht vorhanden ist. Das könnte der Unterschied zwischen Vorsatz, Fahrlässigkeit und Unschuld bedeuten. Das Problem ist, dass das von außen extrem schwer zu beurteilen sein dürfte, es sei denn wir verbessern einige Analysetechniken mittels PAT (wenn die rechtliche Situation dementsprechend wäre). Bis dahin könnte nur der Betroffene selbst Auskunft darüber geben, nur dass man, im entsprechenden Fall, dann nicht mit der Wahrheit rechnen muss.

Diesbezüglich hatte ich vorher einen Punkt vergessen. Eine Ex hat sehr viel Aufwand betrieben, um darzulegen, dass sie unfähig sei zu Lügen. Das ging soweit, dass sie bewusst soziale Lügen, oder übliche Ausreden in der Firma nicht tätigte, solange Menschen zugegen waren, die die Wahrheit kannten. Wenn jedoch niemand anwesend war, der die Wahrheit kannte (oder sie dies dachte), dann wurde gelogen, bis sich die Balken bogen. Oft hat sie dann sogar versucht, Leute, die Teilaspekte kannten, in ihre Geschichte einzuspinnen. Sie hat dann so lange auf diese eingeredet, bis sie entnervt "jaja" gesagt haben, was der entsprechenden Geschichte (und ihrem Elan) noch mehr Schwung gab. Gerade dieser Einsatz gewisser "sozialer Hebel", ließ mich daran zweifeln, ob dies wirklich unabsichtlich sein kann. Es wirkte manchmal geradezu geplant, manipulativ und berechnend. Gut, dies sind alles Aspekte, die man ebenfalls der Krankheit zuschreiben kann, und eine exakte Aussage darüber, ob sie sich der Wahrheit schlicht nicht mehr bewusst war, hat man damit immer noch nicht. Besonders die ersten Jahre hat mich diese gedankliche Zwickmühle wirklich aufgerieben, da ich ihr ja tendenziell immer noch helfen wollte. Irgendwann habe ich dann umgedacht, da diese Menschen anderen Menschen Schaden zufügen. Wenn ein geistig Behinderter 20 Frauen vergewaltigt und 10 ermordet, dann kommt der auch in die forensische Psychiatrie, da es für die Aussenwelt irrelevant ist, ob er etwas für seine Taten konnte.
 
41 Prozent haben bei der Umfrage angegeben, dass sie schon eine oder mehrere unglückliche Erfahrungen damit gemacht haben!

Vielleicht kann noch jemand anderer seine Erfahrungen konkret schildern.
 
Ich habe mit meinem Freund Schluss gemacht. Aber ich bin es, die Borderline hat. Er hat es immer wieder neu versuchen wollen, hat sich in die Krankheit eingelesen und alles. Teilweise war es wirklich perfekt und ich habe ihn lange und intensiv geliebt. Aber eine Fernbeziehung ging für mich als Borderlinerin nicht. Ich habe vergessen, wie es ist, ihn zu lieben. Ich konnte die Gefühle nicht mehr rekonstruieren. Er hingegen wollte das nicht wahrhaben, sagte, es würde ja alles nur an meiner "Krankheit" liegen, stand mitten in der Nacht vor meiner Türe und schrieb mir Liebesbriefe. Er war wohl mehr als nur co-abhängig. Ich habe die Reißleine gezogen und gesagt, dass ich ihn nicht mehr liebe. Habe mich schuldig deswegen gefühlt. Aber ich kann doch nichts dafür. Wir haben uns geliebt und müssen lernen, ohne einander zu leben. Aber wir sind in Respekt auseinander gegangen. Und ich bin so sehr bei Sinnen, dass ich niemals schlecht über ihn reden werde. Es muss nicht immer melodramatisch sein. Er hat mich verstanden, wir waren mal eins - hatten diese perfekte Symbiose, wonach ich stets gestrebt habe - aber es ging vorbei. Das einzig Traurige ist, dass es mir sehr viel leichter fällt, ohne ihn zu leben, als es ihm fallen wird.
 
Status
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