Ich möchte betonen, dass ich mich auf eine bestimmte Art von Borderlinern beziehe. Als schwer zu fassende Grenzstörung gibt es ja die verschiedensten Ausprägungen. Ich beziehe mich ausschließlich auf den hochgradig manipulativen Typ, der den Partner mit der Zeit psychisch auszehrt und emotional ausbrennen lässt. Der Typ, der phantastischste Lügengebilde aufwirft, besonders nach dem Ende der Beziehung.
Ich hatte auch schon mehrfach das zweifelhafte Vergnügen (BL passt eben einfach gut zu einem Helfersyndrom, das ich damals eindeutig hatte). Ich verstehe nur zu gut, dass man sich fragt, ob diese Menschen einfach nur krank, oder aber abgrundtief böse sind. Heute würde ich jedem raten, der an einen echten Borderliner gerät, so schnell so weit zu rennen, wie die Füße tragen können. Ich hatte noch verhältnismäßig Glück, da "meine Erste" mich, in einem klaren Moment, aus der Beziehung "entlassen" hatte. Durch diese Erfahrung war ich beim 2. mal schon in der Lage, das Ganze früh genug zu beenden.
Der Freund, den "meine Erste" nach mir hatte, hatte nicht so viel Glück. Seine Psyche wurde in knapp 2 Jahren komplett auf links gedreht. Ich habe zwar auch entsprechende Narben zurück behalten (die Schlimmste ist wohl, dass ich sie wohl nie ganz vergessen können werde), doch sind diese, im Vergleich zu anderen "Opfern", nicht so tragisch.
Im Grunde können Borderliner einem alles vorspielen, ganze Leben mit komplexen Krankengeschichten, von denen am Ende oft nur das BLS und ggf. einige Traumata wahr sind (wenn die Echten überhaupt zur Sprache kommen). Besonders fies sind dann die Geschichten, die der Borderliner beim nächsten Partner über einen selbst erfindet. Das sind teilweise schauerliche, sehr komplexe Aufbauten um Gewalt und Missbrauch, in denen die Wirklichkeit derart verflochten ist, dass sie, auf eine gruselige Art, plausibel werden. Gerade dies brachte bei mir auch die Frage bezüglich Krankheit vs. Boshaftigkeit auf den Plan. Die Pseudorealitäten der Borderliner sind derart undurchschaubar, dass die Patienten wohl oft selbst nicht mehr wissen, was die tatsächliche Wahrheit war. Ich habe wirklich lange versucht, zu einem Schluss zu kommen, doch scheint mir dies, rückwirkend betrachtet, einfach unmöglich.