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Bitte um dringenden Rat ! Berufliche Sorgen meiner Freundin machen auch mich kaputt!

Peterli12

Mitglied
Hallo. Ich bin völlig verzweifelt und brauche dringend einen Rat. Es geht um meine Freundin, die leider extrem Pech hatte mit ihrer Berufswahl und dem Verlauf aktuell.

Sie (27) hat Textilreinigerin gelernt und war seither in einer Wäscherei beschäftigt.
Situation aktuell:

- Wäscherei läuft sehr schlecht , verdienst noch ca. 900 EUR/Monat.
- Nebenher noch zwei 400-EUR Beschäftigungen weil das Geld vorne und hinten nicht reicht
- ein absolviertes Vorstellungsgespräch bei einem exlusiven Modehaus mit 2-maligem hinterhertelefonieren und immer heißt es nur noch etwas Geduld
- Zeitgleich will sie für Beginn Januar eine 14-Monatige Fortbildung zur Management Assistentin anfangen, da sie ohne kaufm. Kenntnisse fast nirgends sonst Chancen hat.
Eingeschrieben ist sie schon, Bafög auch schon beantragt inkl. zinslosem KFW Bank Darlehen.

Die Zeit ist also sehr knapp, es ist ungewiss ob das Modehaus sie nimmt, wenn ja wäre das Problem, dass die Abendschule statt zweimal plötzlich fast immer 3mal die Woche stattfindet von 18-21 Uhr. Welcher Betrieb macht das mit ?

Jetzt stehen wir vor der großen Frage was ist zu tun?

Zu den Eltern kann sie nicht ziehen, ist unmöglich, meine Wohnung ist auch nur eine Einliegerwohnung ohne viel Platz (wohne auch noch zuhause).

Schule trotzdem anfangen, Kredit aufnehmen, noch bis Weihnachten hoffen doch genommen zu werden?

Sind beide sehr verzweifelt, und der Weg zum Arbeitsamt wäre für sie mehr als eine Niederlage. Es bringt auch nichts zu sagen hättest damals gleich was vernünftiges gelernt, obwohl jetzt hinterher natürlich die Einsicht da ist. Und wenn das Modehaus sagt mit 3mal Schule ist die Stelle nicht zu vereinbaren, was dann? Schule sausen lassen? Was dann wenn sie nach 3 Monaten wieder entlassen wird ?
 

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Mikenai

Aktives Mitglied
Das mit dem Modehaus würde ich abschreiben. Unternehmen, die so lange für eine Antwort brauchen, sind entweder nicht interessiert oder unorganisiert. In beiden Fällen sollte man dort nicht arbeiten.

Bildung ist nie verkehrt und Weiterbildung schon gar nicht. Aber was genau erhofft sie sich durch die Fortbildung? Welche neuen Stellen sollten sich da erschließen? Nicht vergessen sie konkurriert dann mit ausgebildeten Kaufleuten und die sind meist jünger und haben eine betriebliche Ausbildung gemacht. Und Büroarbeit wird auch schwer, da so ziemlich jede 2te Realschülerin Bürokauffrau wird, der Arbeitsmarkt ist total überschwemmt.

Die Fortbildung ist sicher keine schlechte Idee, aber das klingt schon nach Verzweiflungstat. Sowas sollte aber wohl überlegt sein. Was ich z.B. vorschlagen würde, wäre es sich den Arbeitsmarkt "Mode" mal genauer anzusehen und versuchen herauszufinden, welche Berufe wirklich gefragt sind. Und in die Richtung sollte es langfristig gehen.

Sind beide sehr verzweifelt, und der Weg zum Arbeitsamt wäre für sie mehr als eine Niederlage. Es bringt auch nichts zu sagen hättest damals gleich was vernünftiges gelernt, obwohl jetzt hinterher natürlich die Einsicht da ist.
1. Wieso ist das Arbeitsamt eine Niederlage?
Sowas kapiere ich absolut nicht. Ich zahle mtl. meine AV damit Menschen, wie deine Freundin aufgefangen werden, um nicht komplett abzustürzen und sich so wieder aufbauen können. Was ist denn daran eine Schande? Die Agentur ist doch dafür gedacht, dass man die Chance bekommt, eine neue Stelle zu finden, ohne gleich auf der Straße zu landen.
Natürlich ist mir schon klar, wie Arbeitlose und die Agentur in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Deswegen betrachtet deine Freundin das auch als Niederlage, ich sehe das nicht so. Mit 1x Hauptjob und 2x Nebenjobs zeigt deine Freundin eindeutig, dass sie dazu bereit ist zu arbeiten. Daher behaupte ich mal, wäre sie nicht lange arbeitslos und für kurze Zeiträume ist das ALG auch gedacht.
Einzig bei den Praktiken des Arbeitsamts sehe ich ein Problem, denn denen geht es eher um Statistik als um den Menschen selbst. Dementsprechend wird man behandelt.

2.
Jeder macht mal Fehler, Fehler sind menschlich. Aus den Fehlern sollte man aber lernen, wenn man es nicht tut und den Fehler wiederholt dann ist es dämlich. Daher beim nächsten dummen Spruch "Hättest mal was Besseres gelernt..." einfach mit "Hättest du mir das damals gesagt..." antworten ;). Und das ist auch das Problem, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Schule & Co. die jungen Menschen total im Stich lassen, was Berufsbilder und Chancen betrifft. Die meisten Menschen machen dann irgendetwas, von dem sie was gehört haben, das gut sei. Leider erkennt man dann erst später, dass es im Leben keinen Reset-Knopf gibt :(
 

Peterli12

Mitglied
Hallo Mike. Ich behaupte ja nicht dass sie blöd ist oder nicht arbeiten will.

Sie hat einfach den komplett falschen Weg eingeschlagen, und damals eben nicht darüber nachgedacht. Ähnlich wie ich - hatte damals auch keine Lust auf Schule etc.. und erst mit 28 dann noch meinen Betriebswirt gemacht, weil ich gesehen habe dass eine gewisse Bildung eben heutzutage wichtig ist.

Und genau das ist ja auch das Problem. Was soll sie machen? Sie hat ja quasi null Chancen.
Ich habe für sie eigentlich alles ausbaldovert was ich mir vorstellen kann, meistens heißt es immer Voraussetzung kaufm. Ausbildung - selbst bei nebenberuflichen Weiterbildungen.

Ich sage ja auch nicht dass um Gottes Willen bitte jeder studiert sein soll damit er in dieser Gesellschaft etwas Wert ist, aber ich finde auch dass sie die Weiterbildung machen soll. Klar muss man sich dann auch fragen wie geht es danach weiter, was bringt es ihr ?

Das weiß ich aber ebensowenig, bin im Januar komplett mit meinem Betriebswirt fertig, und BWL Absolventen von der Uni gibt es wie Sand am Meer. Aber ich hatte ja auch keine Alternativen, entweder war Voraussetzung ABI oder FH-Reife, die hatte ich nicht. Und 15000 EUR für einen Fernstudiengang den ich nebenberuflich wahrscheinlich nicht packen würde hab ich auch nicht.

Auf der anderen Seite finde ich es unsinnig sich jetzt auf irgendwas zu bewerben und immer irgendwas hier und irgendwas da zu machen. Und irgendwo muss man ja auch sagen wenn man sich gar nicht bewegt kann man ja auch nicht vorankommen oder? Also wenn man sagen würde ich lass am besten alles weil es wird ja sowieso nichts.. ich habe ihr eben auch dazzu geraten weil sie dann immerhin den kaufmännischen Part mal gesehen hat und vielelicht wenigstens als Sachbearbeiter doch eine Stelle finden kann.

Und ich würde mir ehrlich egsagt auch mies vorkommen wenn ich arbeitlos wäre.

Aber mir scheint insgesamt so, dass wenn man heute mit Ende 20 nicht seine berufliche Erfüllung gefunden hat, das Leben vorbei ist :(
 

Peterli12

Mitglied
Es kommt von ihr aus, ich hatte ihr halt geholfen welche Möglichkeiten es da gibt. Fakt ist ohne kaufm. Kenntnisse wird es sehr schwer und die Zeit läuft und läuft. Wenn sich die Firma doch noch melden würde mit einer Zusage würde sie die Schule lassen müssen, ich denke 3mal pro Woche eine Extrawurst macht kein Arbeitgeber mit.

Es ist so diffus... :(
 

Hexe46

Aktives Mitglied
Hallo Peterli,

ihr macht euch nur selbst verrückt.
Geht logisch an die Sache herran.
Der "Istzustand" , sie ist in ungekündigter Stellung...richtig?
Sie will sich weiterbilden und hat die Zusage und die nötigen Anträge gestellt.
Zeitgleich steht eine Zu- oder Absage eines neuen Arbeitgebers noch aus.

Den neuen Arbeitgeber würde ich bei meiner Planung außen vor lassen, da dies zu Ungewiss ist.

Dann würde ich zum Arbeitsamt gehen, meine jetzige Lage schildern und nachfragen welche Zuschüsse mir im Falle einer Arbeitslosigkeit zustehen würden.
Die Ämter sind dafür da, die Menschen werden dafür bezahlt, dass sie helfen und beraten.
Ohne Arbeitslose und Ratsuchende wären die nämlich selbst arbeitslos;).
Also, den falschen Stolz beiseite schieben und die Rechte in Anspruch nehmen.

l.g. Hexe

P.S. dieses "hätte, wenn und aber" bringt ein kein Stück weiter im Leben.
Nach vorne schauen, das besste aus der jetzigen Situation machen und ein wenig positiver in die Zukunft schauen erleichtert das Leben ungemein.
Einen sicheren Arbeitsplatz gibt es gar nicht, egal welchen Beruf man auch erlernt hat, was man macht.
Eine neue Ausbildung kann man auch Jederzeit machen, man muß sich nur trauen und aufhören auf diese "Miesmacher" zu hören.
 

Peterli12

Mitglied
Hallo Hexe, so einfach ist das leider nicht.

Sie ist zwar in ungekündigter Stellung, aber der Laden läuft so schlecht, dass der Chef überlegt im nächsten halben Jahr zu schließen. Abgesehen davon fehlt es am Geld ja jetzt bereits hinten und vorne.

Besonders delikat ist die Angelegenheit ja wegen dem Umstand kommt noch eine Zusage, kommt keine .... Die Schule würde am 10.01.12 beginnen. Falls doch eine Zusage kommt werden die 3mal pro Woche sicher nicht akzeptieren, da gibt es andere Bewerber die flexibler sind.

Andererseits wenn sie die Schule dann anfängt und bis in 6 Monaten keinen neuen Job gefunden hat, was dann???

Und ständig morgens und abends noch irgendwelche Nebenjobs zu fahren mit Schule ist fast unmöglich, man kann sich auch selber kaputtmachen.

Wir warten jetzt jeden Tag darauf dass doch noch eine Zusage kommt, 2mal hieß es jetzt wir melden uns so schnell wie möglich, und auf die Wichtigkeit und Eile wurde durch die Blume hingewiesen. jeden Abend die Hoffnung einen Anruf erhalten zu haben - ich persönlich finde das ja eigentlich eine Sauerei. Das Vorstellungsgespräch an sich ist nach ihrer Meinung sehr gut verlaufen. Sie würde die Schule ja sogar dafür auch erstmal zurückstellen, hauptsache endlich einen Vollzeitjob mit geregeltem Einkommen, momentan arbeitet sie ja nichtmal volle 8 Stunden weil kein Geschäft da ist.

Ich werd wirklich wahnsinnig
 

Peterli12

Mitglied
So, heute hat das Modehaus angerufen und mitgeteilt, dass sie passend wäre, aber frühestens im März eine Vollzeitstelle frei würde.

Damit ergibt sich jetzt die Frage soll sie die Schule im Januar jetzt beginnen oder nicht ? Sie wäre gleichzeitig gezwungen sich woanders zu bewerben, und welcher Chef macht das mit ?

Habt ihr noch einen Rat ?
 

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