Das ist deswegen so, weil Du keine Empathie für ihn aufbringen kannst...
Stimmt nicht ganz! Ich spüre schon, dass er sich schlecht fühlt. Da er aber keinerlei Bereitschaft zeigt, sich zu verändern, nützt die ganze Einfühlerei bei ihm eh nichts. Ich könnte ihm helfen, sich besser zu fühlen. Er will aber keine Hilfe von mir! Also soll er doch so weiterleben wie bisher, aber mich in Ruhe lassen. Ich würde ihm am liebsten mal richtig die Fresse polieren. Tu ich nicht, weil ich friedliebend bin. Hätte er aber verdient, dieses Schwein!:
Ende 1949 wurde Helmut geboren, der kleine Bruder meines Vaters. 1956 zu Ostern kam er Samtags nicht aus der Schule zurück. Nach zweitägiger Suchaktion wurde er nahe des Elternhauses am Grund einer Jauchegrube gefunden. Wahrscheinlich Mord. Wurde nie genau geklärt.
Die Mutter meines Vaters (katholisch, sehr prüde) hatte immer schon meinen Vater festgeklammert. Nach Helmuts Tod nun noch schlimmer als zuvor.
Mein Vater kam nun auf die tolle Idee mich Helmut zu nennen. Nur der Widerstand meiner Mutter hat das verhindert. Aber nicht ganz: Ich bekam Helmut als zweiten Namen. Die Mutter meines Vaters nannte mich zunächst trotzdem Helmut. Kein Wunder, hatte mein Vater mich für seine Mutter offenbar als Ersatz für den vestorbenen Helmut vorgesehen. So eine Schweinerei. Mein Vater bestreitet dieses offensichtliche Motiv jedoch bis heute.
Meine Mutter wusste aber natürlich trotzdem, warum mein Vater das machen wollte. Und da sie dieses Klammern naturgemäß nicht mochte, hat sie das verhindert.
Nun habe ich immer schon eine tiefsitzende allgemeine unbestimmte Lebensangst gespürt. Sie hat mich daran gehindert, offen ins Leben hinauszugehen, selbstständig zu werden und mich von meiner Familie abzunabeln. Genau das jedoch verhinderte meine Entwicklung. Ein Teufelskreis.
Und ich vermute, dass sich die Todesangst und Qual des kleinen Helmut beim Ertrinken in der Jauchegrube durch die Namensgebung auf mich übertragen hat. Das ist wirklich ein Verbrechen an einer Kinderseele, dass mein Vater hier begangen hat! Den Zusammenhang will mein Vater aber bis heute nicht wahrhaben. Noch in diesem Jahr sagte er mir ins Gesicht (obwohl er sah dass ich unter diesen Zusammenhang litt!): "Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich so einen Sohn bekommen der was gegen diese Namensnennung hat." Jeder hat was dagegen, als Ersatz für einen anderen Menschen zu dienen!
Ausserdem hat er gesagt, er hätte wegen seiner Promotion (6 Tage nach meiner Geburt) keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken, was die Benennung für mich bedeutet. Glatte Lüge! Wie ich erst in diesem Jahr erfahren habe (2019 war für mich ein absolutes HorrorJahr!), hat er schon bei der Beerdigung des kleinen Helmut 1956 die Entscheidung getroffen, dass sein Sohn einmal Helmut heissen soll. Von wegen keine Zeit gehabt darüber nachzudenken! Von 1956 bis 1966 (mein Geburtsjahr) hätte das A******* unfassbare 10 Jahre lang Zeit gehabt, darüber nachzudenken, was er mir damit antut. Hat aber keine einzige Sekunde daran gedacht! Meine Gefühle waren ihm auch schon 10 Jahre vor meiner Geburt scheissegal - so wie später auch immer!
und es Dir an Selbstliebe mangelt.
Zu meinem Inneren stehe ich. Zu meinem Äusseren nicht!
Keine Verurteilung (stattdessen Mitgefühl/Liebe) - keine Verletzung.
Mitgefühl für dieses widerliche A*******? - Es gibt Grenzen der Emphatie, die die Selbstachtung gebieten.
Ausreichend Selbstliebe - kein Mangel - keine Verletzung.
Siehe oben. Du musst nicht emphatisch mit ihm sein.
Ich will es gar nicht!