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Bin schnell aus der Bahn geworfen, wenn sich Freunde nicht melden

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Gast

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Hallo liebes Forum,

ich habe folgendes Problem:

Immer wenn die Intensität einer Freundschaft zunimmt und man sich dann Zeit lässt mit dem Melden bzw. wenn sich langjährige Freunde nicht gleich melden auf eine SMS meinerseits (also so Nachrichten wie "Ich hör zurzeit so wenig von dir, alles okay? woraufhin zumindest sonst eine ganz kurze Rückmeldung kommt), wirft mich das ziemlich aus der Bahn, ich bin dann ständig nervös (wäre ich Raucherin würde ich in der Zeit eine Zigarette nach der nächsten rauchen), unsicherer, vergesslicher.

Im ersten Fall fang ich an zu Grübeln (Hab ich vllt. was Flasches gesagt oder geschrieben?
Bin ich gleich zu persönlich geworden - obwohl vom Gegenüber auch viel Persönliches kam?
Sollte ich mit der Person vielleicht lieber schon abschließen, weil sie sich doch wohl eh nicht mehr meldet als einfach darauf zu vertrauen, dass sie sich meldet wie versprochen? (Oft weiß ich auch noch, dass die Person grad viel um die Ohren hat)
Hab ich sie von vornherein falsch eingeschätzt und sie ist einfach nicht der zuverlässigste Typ - obwohl sie sich seit ich sie kenne sehr zuverlässig war?

Im zweiten Fall kann es sein, dass ich mir ernsthaft Sorgen mache, der Person könnte was zugestoßen sein.

Es fällt mir in beiden Fällen schwer, dem Tagesgeschäft nachzugehen. Entweder ich kann mich zu vielen Dingen nicht aufraffen oder ich bin so aktiv wie sonst, aber verdammt unkonzentriert (auch im Job, krieg dann deswegen auch schon mal etwas Ärger), d.h es passieren dann Fehler wo sonst keine passieren oder ich fang 5 Sachen gleichzeitig an etc.
Ich muss dann auch immer zu den Zeiten, in denen sich die Person normalerweise so meldet nach meinem Mail-Postfach, SMS-Eingang gucken und wenn dann keine Nachricht da ist, bin ich halt noch 10 x nervöser als vorher.

Oft sind das nur ein paar Tage, aber ich bin in der Zeit einfach voll beeinträchtigt. Da kann es sein, dass sich ein neuer Freund zwar mit dem Melden etwas Zeit lässt, aber dafür bekomm ich eine total ausführliche, liebe Mail. Oder eine Freundin hat sich eben aus ganz praktischen nachvollziehbaren Gründen nicht gemeldet.

Bin halt nicht der Typ, der genau nachfragt, wenn es mal heißt "ich meld mich." Aber ich suche mir generell immer sehr zuverlässige Leute aus, bei denen ein genaueres Nachfragen eigentlich nicht nötig ist, also das sind keine so lockerenTypen, bei denen "Ich meld mich" heißen kann, wenn ich demnächst mal keinen finde, der Zeit hat, lass ich vielleicht mal wieder was von mir hören.

Hat jemand vielleicht Tipps wie man solche Situationen besser bewältigen kann?

Ich möchte absolut nicht klammern und keinem auf die Nerven gehen, mit meinen eigentlich immer unbegründeten Sorgen. Daher zwing ich mich halt immer dazu, noch möglichst cool zu bleiben und keine einengenden Nachrichten zu verschicken, obwohl mir das irre schwerfällt. Ich meine, ich möchte keine langjährige Freundschaft durch mein Verhalten aufs Spiel setzen genauso wenig wie ich Menschen, die mir gerade ans Herz wachsen wieder in die Flucht schlagen möchte, weil ich anfange zu nerven.
 

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An Deiner Stelle gibt es nur zwei Wege:
1.Ambulante evtl. stationäre gute Therapie. Die ist schwer zu finden. Du hast vermutlich ein angeknackstes Urvertrauen.
2.Ganz offen so wie Du es hier geschrieben hast, Deinen Freunden vorlegen und nach einer gemeinsamen Kompromisslösung suchen. Wenn sie Dir wichtig sind und Duihnen gibt es eine Lösung.
Wenn sie abwehrend oder genervt reagieren musst Du die Kontakte auf ihren Freundschaftsbestand hinterfragen.

Ich kenne Deine Gefühle. Es ist unerfüllte Sehnsucht, die Suchtcharakter hat. Gefühlsmäßige Abhängigkeit durch Verlustangst.
Lies mal das Buch Wenn Frauen zu sehr lieben. Lass Dir Zeit mit dem Buch. Es istanstrengend und muss nicht in einem durchgelesen werden. Du kannst es über Jahre begleitend lesen. Sonst gibt es auch SHG für emotinale Gesundheit..
 
G

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....
2.Ganz offen so wie Du es hier geschrieben hast, Deinen Freunden vorlegen und nach einer gemeinsamen Kompromisslösung suchen. Wenn sie Dir wichtig sind und Duihnen gibt es eine Lösung.
Wenn sie abwehrend oder genervt reagieren musst Du die Kontakte auf ihren Freundschaftsbestand hinterfragen...
Warum sollte man deshalb die Freundschaft hinterfragen? Man muss doch auf dieses Verhalten keine Rücksicht nehmen. Das ist einzig und allein das Problem der TE, was sie sicher richtig erkannt hat, und nicht das Problem der Freunde. Wenn ich die Freundin einer solchen Person wäre würde ich mich auf Kompromisse nicht einlassen. 1. Straf ich mich dadurch selber ab 2. Vermittel ich der Bekanntschaft durch mein Entgegenkommen unbewusst, dass er/sie so weiter machen kann. Daraus könnte eine Art der Manipulation entstehen, die für beide ungesund ist.

TE:
Ich würde dir schon dazu raten mit den betreffenden Personen darüber zu sprechen aber auch nur dann wenn sie dir wirklich nahe stehen. Du solltest aber dafür keine Änderungen ihrerseits erwarten. Denn du hast schon richtig erkannt, dass es dein Problem ist und du nur was daran ändern kannst. Es ist ja auch schon mal sehr gut, dass du über diese Selbsterkenntnis verfügst. Nimm es als Anlass daran zu arbeiten. Therapie könnte dabei unterstützen, allerdings bist du die jenige, die ihre Einstellung gründlich überdenken sollte.

Nicht jeder Mensch möchte zu dir engen und/oder häufigen Kontakt. Die meisten Menschen wollen sich mit unterschiedlichen Leuten befassen weil sie geistigen Austausch bzw. Input oder einfach Abwechslung suchen. Auf Dauer ist Einengung echt anstrengend. Damit bewirkst du nur, dass sich die Freunde zusehends von dir entfernen. Ausserdem empfinden es die meisten als langweilig sich mit ein und der selben Person zu befassen.
Nur du kannst dich ändern aber das Umfeld wirst du nicht ändern können. Frag dich doch mal was du besser machen könntest und versuch es ein Stück weit umzusetzen. Erweiter ausserdem deinen Freundeskreis, dann wirst du dich nicht so sehr auf eine Person fixiert sein.
 
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Danke schon mal für die Antworten und danke für die Buchempfehlung!

Bei mir ist es nicht so, dass ich ständig jemanden um mich bräuchte, nie allein sein könnte oder so. Wenn ich weiß, was los ist (Bsp: die Person steht kurz vorm Uniabschluss und zieht bald um) komm ich super allein klar, da brauch ich monatelang kein Lebenszeichen.
Ich krieg irgendwie besonders große Panik, dass ich die Person eben komplett verliere, wenn besondere Dinge zwischen uns vorgefallen sind z.B. dass wir Streit wegen was hatten oder im Gegenteil, dass wir besonders tolle Gespräche hatten und die Person meldet sich nicht so schnell ( im ersten Fall hab ich Angst, die Freundschaft kaputt gemacht zu haben, auch wenns um gar nix Schlimmes ging u. im zweiten Fall hab ich Angst, sie irgendwie vllt. überfordert zu haben durch zu viel Privates, auch wenn sie selbst von sich viel erzählt hat und auf meine Sachen eingegangen ist, usw. Ich brauch im Prinzip dann nur die Bestätigung, dass die Freundschaft noch so stabil ist wie vorher. Wenn ich dann wieder das Gefühl hab, derjenige ist noch genauso gut auf mich zu sprechen wie vorher, kann ich mich wieder entspannt um andere Dinge kümmern.

Aber gerade hab ich z.B.den Fall, dass ich mit jemandem schon so einiges Privates ausgetauscht hab übers Internet. Wir haben uns vor ein paar Monaten bei der Arbeit kennengelernt, und hatten vor knapp einer Woche unseren letzten gemeinsamen Arbeitstag - sie ging, ich bleibe- , dachte sogar,,ich käme nicht, weil sie mich morgens nicht gleich gesehen hatte, was sie etwas verunsichert hatte. Die betreffende Person meinte nun am Ende des Arbeitstages, sie würde sich melden. Anhand der Tatsache, dass wir doch guten persönlichen Kontakt übers Internet hatten in letzter Zeit, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie sich nun gar nicht mehr meldet ( hat vor kurzem sogar noch vorgeschlagen was mit jemand anderem zusammen zu unternehmen, was ich aus verschiedenen Gründen erstmal abgelehnt hatte, aber dann doch für nicht so ne schlechte Idee befunden hatte. Eigentlich müsste von ihr nun zu dem Treffen noch was kommen.) Ich hab nun totale Angst, dass sie sich echt gar nicht mehr meldet.

Ich hab keine Geschwister und was gleichaltrige Verwandte anbelangt nur zu einem Cousin Kontakt. Daher haben Freundschaften für mich vllt. noch mal einen höheren Stellenwert.

(Hab bei der Arbeit übrigens ein etwas ähnliches Problem. Wenn ich wegen nem Fehler oder so zurechtgewiesen werde und derjenige ist noch besonders barsch drauf, ist das für mich ein bisschen wie der Anfang einer negativen Entwicklung, die gut zu einer Kündigung (hab auch schon mal recht plötzlich gekündigt bekommen) führen kann, aber das ist schon viel besser geworden.
 
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Gast

Gast
Sry, aber dein erster Beitrag liest sich etwas anders als dein letzter. So oder so kannst du nicht erwarten, dass die Leute dir mitteilen was sie tun und wann sie sich bei dir melden werden. So eine Freundin wie du wäre mir zu anstrengend.
 

lichti

Mitglied
So eine Freundin wie du wäre mir zu anstrengend.
Großartige Idee. Jemanden, der ein Problem hat, was sein Leben zwanghaft beeinträchtigt, jemanden zurechtzuweisen, er sei zu anstrengend. Welchen Effekt soll sowas haben? Dass die Person dann sagt "oh ja, hast recht, ich bin voll lästig. Jetzt gehts mir viel besser"?


@TE:
Ich würde eine Psychotherapie ausprobieren. Das sind schon recht starke, suchtartige Verlustängste. Oder, du versuchst, mit verschiedenen Dingen (Meditation z.B., mehr neue soziale Kontakte) eine gewisse innere Ruhe zu bekommen, die nicht davon abhängig ist, was sonst gerade in der Welt passiert. Irgendwas, was dir auch ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.
 
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GastZuza

Gast
Hallo, naja also ehrlichgesagt kann ich die Denkweise der TO schon verstehen. Ich stecke gerade in einer ähnlichen Situation.
Ein langjähriger Kumpel meldet sich nun nicht mehr, obwohl wir vor meinem Urlaub ( Herbstferien ) noch gesimst haben, dass wir uns gleich nach den Ferien zum Essen treffen wollen. Es ist keine sehr tiefe Freundschaft, aber schon länger eine gute Bekanntschaft mit sporadischen netten Kontakten.

Ich schrieb ihm dann Anfang der ersten Arbeitswoche, ob er Termine freihätte. ( er ist auf Außendienst und oft unterwegs ). Nun kam eine Woche gar nix ( sonst immer die nächsten 2-3 Tage ). Nach einer Woche fragte ich nach :
Hey, man hört ja gar nichts mehr von Dir. Ist alles ok ?

Wieder nichts. Normalerweise schreibt er sogar aus dem Urlaub oder hätte mir mitgeteilt, dass er noch verreist.
Wir rufen uns eher selten an, da er schlecht erreichbar ist und eben öfter bei Kunden etc ist und nicht wirklich in Ruhe telefonieren kann. Das ist also normal zwischen uns. Und er hat meine Nachrichten per Whats App auch bekommen.

Das ist doch dann normal , dass man sich Gedanken macht, was vorgefallen sein könnte. Hat er kein Interesse mehr oder was auch immer. Grundsätzlich finde ich ,auch im Streitfall oder in einer Ausnahmesituation ist eine kurze Antwort fair.

Wieso wird hier der TO gleich zur Therapie geraten, wenn sie sich Gedanken darüber macht ?????
Heute ist es wohl üblich, sich auch bei längerer Bekanntschaft nicht mehr zu melden und den Anderen im Unklaren zu lassen...
Ich bin allgemein sehr zuverlässig und kann das gar nicht ab.

Sicher kann ich nichts erzwingen und die Mitmenschen kann ich nicht immer ändern, aber ich ärgere mich schon über derartiges Verhalten , weil ich einfach wissen möchte, warum und wieso.
Mir geht es da eher um Klarheit.

zuza
 

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