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Bin ich der Einzige der denkt, dass das Christentum nicht zu uns gehört.

  • Starter*in Starter*in Gandalfs Kraut
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Dennoch sehe ich, dass Atheismus eine gewisse Gleichgültigkeit im Hinblick auf die Welt praktiziert. Die atheistische Denke geht (vereinfacht) so: "Weil es keinen übergeordneten Sinn gibt, ist es relativ egal, was ich mache. Wenn ich Glück habe, kann ich sogar anderen schaden, ohne dass mir was geschieht..."). Wenn das nicht Veranlassung genug für negatives Handeln ist, weiß ich auch nicht ...

Ich hätte es nicht besser formulieren können als Sevi:

Noch schlimmer finde ich die Auffassung , ein Atheist, der Gutes tut, tut eigentlich im Prinzip eher Böses, weil er das Gute nicht im Namen Gottes tut, sondern "nur so" und er sich dadurch einbilde, er könne auch ohne Gott Gutes tun.

Wenn ich das Gute tue weil ich an einen übergeordneten Sinn glaube, dann ist es doch nicht moralisch. Ich tue es schließlich nicht weil ich es für richtig halte, sondern weil ich Gott gehorche oder Gottes Lohn haben will.

"Nur so" Gutes tun ist für mich das absolut erstrebenswerte! Wenn Menschen aus inneren Antrieb und weil sie dabei Freude empfinden gutes tun. Ich finde es zum Beispiel befriedigend jemandem zu helfen.
 
Also wenn man als Atheist einfach so Gutes tut , ohne an einen Gott zu glauben, sondern man es einfach des Guten zu willen tut, dann ist das trotzdem weniger gut bzw sogar was böses, als wenn man Gutes tut, weil man einem Gott gefällig sein will und als Gegenzug hofft in den Himmel zu kommen?
Sorry, aber Christen mit solche einer Auffassung sind einfach an Arroganz und Selbstgefälligkeit nicht zu überbieten.
"Ihr könnt soviel Gutes tun, wie ihr wollt, solange es nicht im Namen Gottes geschieht ist es weniger wert, also unser "gutes" christliches Tun" Einfach vermessen.
Das ist ganz ordinär der verzweifelte Versuch der Gläubigen und ihrer Kirchen oder sonstigen Vereine, sich Monopole aufzubauen, die sie als moralisches Alibi und Grund für Forderungen nach (oft staatlichen) Extrawürsten und Förderungen vorschieben können. Den gleichen Versuch haben sie auch im sozialen Bereich unternommen, indem Kindergärten, Pflegeheime, Krankenhäuser etc. "grundsätzlich" nur unter kirchlicher Leitung (oder sonst gar nicht!) zu betreiben sein sollten. Oder man denke an die Schulen, die früher grundsätzlich nach Konfessionen aufgeteilt waren, die ganz normalen staatlichen Schulen wohlgemerkt. Ich erinnere mich auch noch gut an das (kirchliche) Affentheater, als vor ungefähr 20 Jahren (oder so) in Nürnberg ein humanistischer Verein "sich getraut"!!! hat, einen eigenen Kindergarten zu eröffnen - sowas ging ja gar nicht! Die "Ungläubigen" machen einen eigenen Kindergarten auf, die armen Kinderchen! 🙄 Heute kräht kein Hahn mehr danach. Nach dem kirchlichen Affentheater natürlich, den Kindergarten gibt´s immer noch, und längst ist er nicht mehr der einzige seiner Art.
Eine Monopol-Stellung innezuhaben verleiht Macht, ganz einfach. Und jeder, der dieses Monopol - hier auf "gute Taten" - zu untergraben versucht, wird automatisch als Feind betrachtet.
 
Lieber Andreas,

es kommt auf die Brille oder auch auf die Perspektive an, durch die Materialismus betrachtet wird.

Ich versuche meine Sicht mit einem Bild zu beschreiben: Ein lauffähiger Mensch kann laufen... was an sich gut ist.
Er kann aber nicht fliegen. Das Gesetz der Schwerkraft erklärt, warum das so ist.
Er kann fliegen und andere Ziele erreichen, als der laufende Mensch, wenn er über ein flugfähiges Vehikel verfügt.

Spiritualität mit "flugfähigem Vehikel" zu übersetzen, ist ein hinkendes Beispiel. Aber vielleicht verstehst Du trotzdem, was ich meine.

Materialismus als grundsätzliche Negatives anzusehen halte ich für falsch.

Materialismus ist nicht grundsätzlich negativ - Materialismus begrenzt lediglich den Menschen.

Du sagst richtig, dass er Teil der menschlichen Natur ist, warum sollen wir ihn dann ablegen?
Ich denke, das Problem liegt nicht im Ablegen-Wollen sondern eher im Ablegen-Können.

Materialismus im Sinne des "Haben wollen" ist Triebfeder der menschlichen Entwicklung.
Ja, das ist richtig. Und wie sieht die weltweite Situation der bisherigen Entwicklung aus?

Einzig kann es darum gehen Materialismus nicht über zu bewerten. Es gibt mehr, vor allem zwischenmenschliche Werte. Soweit stimme ich zu.

Für mich geht es darum Menschlichkeit mit Materialismus abzuwägen. Der Trieb mehr zu haben und mehr zu werden ist legitim wenn man dabei teilt, hilft, liebt und kurzum menschlich ist.
In der Realität stellt sich oft die Frage, in welchem Verhältnis geteilt und nach welchen Kriterien geholfen wird.

Glaube hingegen lehrt vor allem Stillstand - das "sich zufrieden geben".
Ich weiß jetzt nicht, welchen Glauben Du meinst.
Das haben Kirchen seit je her benutzt um Menschen ruhig zu halten. Euer Leid ist nicht so schlimm, denn ihr werdet im Jenseits belohnt. Ertragt alles, tut nichts.

Ich brauche aber keinen Glauben um zu erkennen, dass es mehr gibt als Materialismus.

Ich halte es für falsch wenn du nicht-religiösen Menschen pauschal Materialismus und Blindheit für Frieden und Gerechtigkeit nahelegst.
Ich ordne nicht-religiösen Menschen pauschal Materialismus zu. Jedoch unterstelle ich auf keinen Fall Blindheit für Frieden und Gerechtigkeit. Im Gegenteil.

Jeder rational und materialistisch denkende Mensch will für sich Frieden und Gerechtigkeit. Darauf lässt sich immer aufbauen wenn Menschen sich treffen. Oft war es doch gerade religiöser Eifer der Kriege ausgelöst hat.
Krieg wird eben meist nicht durch Materialismus ausgelöst sondern durch immaterielle Werte wie Angst. Dazu zählt durchaus auch die Angst vor einem fremden Glauben und das nicht-Verstehen. Einen materialistischen Türken verstehe ich, einen muslimischen Türken schon weniger. Schau doch mal wie viel Angst in Deutschland umhergeht in Sachen Islam.

Ich habe den Eindruck, dass Du Religiosität mit Gott-Bezogenheit in einen Topf schmeisst. Religionen sind in meiner Sicht ebenso materialistisch wie Ideologien.

Nebenbei bemerkt: Spiritualität ist nicht nur im Christentum zu finden, sondern allgemein auch im Islam, im Buddhismus oder Hinduismus.

Ich greife nochmal Deine nachfolgenden Aussagen auf:
Glaube hingegen lehrt vor allem Stillstand - das "sich zufrieden geben". Das haben Kirchen seit je her benutzt um Menschen ruhig zu halten. Euer Leid ist nicht so schlimm, denn ihr werdet im Jenseits belohnt. Ertragt alles, tut nichts.

Ich weiß jetzt nicht, wo Du genau solche Aussagen gelesen oder gehört hast. Ich denke, Du hast sie ggf. falsch wiedergegeben.

Vielleicht liest Du mal genau das NT. Dann wird Dir auffallen, dass das Eine das Andere nicht ausschließt. Im Gegenteil, eine Veränderung, die für den Menschen gut ist, wird ausdrücklich einbezogen.

Jesus sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Und Jesus erzählte auch das Beispiel vom "barmherzigen Samariter". Aus der Sicht von Jesus war der im Sinne Gottes unterwegs, der dem überfallenen Menschen half und dies sogar uneigennützig. Stünde nur der Satz "mein Reich ist nicht von dieser Welt" im NT, dann könnte man daraus ableiten, dass das Schicksal der Menschen egal ist. Das Gleichnis vom "barmherzigen Samariter" aber zeigt deutlich auf, dass die Probleme und Nöte der Menschen eben nicht egal sind.

Dieses "mein Reich ist nicht von dieser Welt" ist ein Hinweis, worauf das Handeln gerichtet ist, wo das Ziel liegt.
Es besagt aber nicht, dass menschliche Schicksale egal sind. Für christliche Spiritualität kann ich sagen, dass die Nöte der Menschen zentrales Handeln dessen ist, worum sich Christen kümmern bzw. zu kümmern haben, solange sie hier leben. "Sich um den Nächsten kümmern" gehört zu dem Weg, den Willen Gottes zu tun.
 
In einer großen New Yorker Zeitung war ein Bild das die Skyline von New York zeigte, mit der Überschrift: Wie sehe die Welt ohne Religion aus. Und das Bild zeigte die noch stehenden WTC-Türme.
"Science flies you to the moon. Religion flies you into buildings." Gibt T-Shirts mit diesem Spruch.
 
Noch schlimmer finde ich die Auffassung , ein Atheist, der Gutes tut, tut eigentlich im Prinzip eher Böses, weil er das Gute nicht im Namen Gottes tut, sondern "nur so" und er sich dadurch einbilde, er könne auch ohne Gott Gutes tun.
Also wenn man als Atheist einfach so Gutes tut , ohne an einen Gott zu glauben, sondern man es einfach des Guten zu willen tut, dann ist das trotzdem weniger gut bzw sogar was böses, als wenn man Gutes tut, weil man einem Gott gefällig sein will und als Gegenzug hofft in den Himmel zu kommen?
Sorry, aber Christen mit solche einer Auffassung sind einfach an Arroganz und Selbstgefälligkeit nicht zu überbieten.
"Ihr könnt soviel Gutes tun, wie ihr wollt, solange es nicht im Namen Gottes geschieht ist es weniger wert, also unser "gutes" christliches Tun" Einfach vermessen.

Zumindest für den christlichen Glauben stimmt Deine Aussage nicht.
Der Mensch - unabhängig seines Glaubens oder Nicht-Glaubens - tut Gutes, wenn er Gutes tut. Eine gute Krankenschwester ist nicht deswegen gut, weil sie an Gott glaubt, sondern weil sie ihre Arbeit gut macht.
Aber bitte beachte: Wir beurteilen jetzt die Qualität ihrer Arbeit, ggf. ihre berufliche Einstellung und nicht ihr Verhältnis zu Gott.

Der Mensch wird in der Bibel "böse" genannt, weil er in einem zerbrochenen Verhältnis zu Gott lebt.
Ein Ehebrecher kann durchaus sehr liebevoll mit seinen Nachbarn umgehen und viel Gutes tun. Trotzdem ist er ein Ehebrecher und lebt in einem Bruch.
 
Wenn jemand sagt "ich bin Atheist" bedeutet das lediglich "ich verneine die Existenz von Göttern".
Nicht mehr oder weniger. Wie jemand daraus ablesen will, ob dieser Mensch nun faul/fleißig, hoffnungsvoll/hoffnunglos, bescheiden/gierig, vergebend/rachsüchtig oder was weiß ich ist, weiß ich auch nicht. Denn diese Eigenschaften sind Null an eine bestimmte Religion gekoppelt. Und auch moralisches Handeln kann keine Religion für sich alleine pachten, denn auch dieses ist nicht an das Glauben an (einen bestimmten) Gott gekoppelt.

Dem kann ich fast uneingeschränkt zustimmen. Nur dieses "nicht mehr oder weniger" ist aus meiner Sicht nicht korrekt. Wenn Jesus sagte "mein Reich ist nicht von dieser Welt" so sagt der Atheist: "mein Reich ist nur von dieser Welt." Und so verschieden diese Ansätze sind - so verschieden sind auch die Konsequenzen.
 
Wenn ich das Gute tue weil ich an einen übergeordneten Sinn glaube, dann ist es doch nicht moralisch. Ich tue es schließlich nicht weil ich es für richtig halte, sondern weil ich Gott gehorche oder Gottes Lohn haben will.

"Nur so" Gutes tun ist für mich das absolut erstrebenswerte! Wenn Menschen aus inneren Antrieb und weil sie dabei Freude empfinden gutes tun. Ich finde es zum Beispiel befriedigend jemandem zu helfen.

Jetzt hast Du Dich aber vergaloppiert. Wenn Du das Gute tust, dann ist es moralisch - das ist unabhängig von der Einstellung bzw. vom Glauben. "Nur so" Gutes tun - was ich als selbstlos bezeichne - ist ebenfalls moralisch.

Auch ist es ein Unterschied, ob der Mensch Gutes tut weil er Gott gehorcht oder weil er einen (Gottes) Lohn haben möchte. Dieses Gott-Gehorchen ist lediglich eine zusätzliche Grundlage für Handeln und setzt das Wissen um Gottes Willen voraus.
 
Dieses "mein Reich ist nicht von dieser Welt" ist ein Hinweis, worauf das Handeln gerichtet ist, wo das Ziel liegt.
Es besagt aber nicht, dass menschliche Schicksale egal sind. Für christliche Spiritualität kann ich sagen, dass die Nöte der Menschen zentrales Handeln dessen ist, worum sich Christen kümmern bzw. zu kümmern haben, solange sie hier leben. "Sich um den Nächsten kümmern" gehört zu dem Weg, den Willen Gottes zu tun.

"Mein Reich ist nicht von dieser Welt" war zu Lebzeiten von Jesus eine klare Ansage an seine Anhänger, daß er nicht vorhatte, sich selbst als König der Juden auf einen Thron zu setzen und dafür einen Aufstand gegen die Römer zu riskieren, den er nicht gewinnen konnte. Wie die Zerstörung Jerusalems ein paar Jahrzehnte später, als Folge eines Aufstandes, den andere religiös motivierte jüdische Revoluzzer angezettelt hatten, bewies.
"Sein Reich" betraf nur die menschen(man könnte auch sagen "benutzer"-)freundliche Reformierung des vorhandenen und bis zur Erstarrung verkrusteten Judentums seiner Zeit, also einen internen Meinungs- und Auslegungsstreit innerhalb des Judentums, der nicht mit äußeren Machtansprüchen verknüpft war. In dieser Richtung ist auch das Gleichnis vom guten Samariter zu lesen - im Unterschied zum "Establishment" der Pharisäer, die für besagte Verkrustung und Erstarrung verantwortlich waren.

Wieder mal ein Beispiel dafür, daß es falsch ist, im nachhinein Bedeutungen in etwas hineinzuphantasieren, die im Original zur Originalzeit gar nicht enthalten waren.
 
Der Atheist ist Realist und der Gläubige eben Traumtänzer.

Du darfst von Gläubigen glauben was Du möchtest. Lediglich blendest Du aus, dass Gläubige genauso Wissenschaftler, Ärzte, Lehrer, Busfahrer, Verkäufer oder Büroangestellte sind, wie Nicht-Gläubige. Wären sie Traumtänzer, könnten sie wohl kaum ihren Beruf ausüben. Mir scheint, Du sprichst über gläubige Menschen wie der Blinde über Farbe.
 
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