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Bin ich das Problem?

Deiner Mutter geht es darum, das Pfegegeld einzustreichen, ohne im Gegenzug irgendeine Pflege durchzuführen. Deine Oma hat offenbar Pflegegrad 3, das wären ungefähr 600€.

Das Pflegegeld soll für die Pflege verwendet werden und ist Einkommen deiner Oma, nicht der Pflegeperson. So wie es klingt wäre es aber bedeutend besser, wenn Pflegesachleistung in Anspruch genommen wird. Also ein Pflegedienst kommt vorbei. Das die nicht alles abdecken was nötig wäre weiss jeder, aber etwas Ordnung halten, Wohnung reinigen oder Medikamente geben machen die schon.

Ich würde pragmatisch vorgehen und deine Oma bei der Pflegekasse anrufen lassen, oder sie unterschreibt was. Das Pflegegeld soll einfach an eine andere Bankverbindung überwiesen werden. Damit muss man den Bescheid selbst nicht abgreifen, sondern regelt nur was Praktisches.

Die Vorsorgevollmacht steht dem nicht entgegen. Der Geber der Vollmacht entscheidet selbst, wann er von dieser Gebrauch macht. Kritisch ist es nur, wenn deine Oma ganz offenkundig nicht mehr versteht, was sie tut.

Für Pflegesachleistung müsste die Vollmacht geändert werden, weil da Einiges zu entscheiden ist. Das würde ich jetzt nicht versuchen- das gibt Stress und Streit, den du nicht gebrauchen kannst.

Generell wäre ein rechtlicher Betreuer für deine Oma erforderlich, wenn die Vernachlässigung überhand nimmt. Ich würde davon im Grunde zwar abraten, weil das wieder ein riesen Theater beim Betreuungsgericht ergibt. Aber deine Oma kann ja auch noch ein paar Jahre leben. Soll sie dann einfach sich selbst überlassen bleiben?
 
Soll sie dann einfach sich selbst überlassen bleiben?
Ich denke die TE ist rein faktisch (nicht weil sie zu schwach dafür ist, sondern schon wegen der Gesamtkonstallation) damit überfordert, die Oma den Klauen dieser Familie zu entreißen.
Daher kann sie meiner Meinung nach nur tatsächlichen Support für die Oma leisten (sie besuchen, bei ihr nach dem Rechten schauen, aufräumen/ sauber machen, sie zum Arzt fahren wenn sie merkt dass sie ärztliche Hilfe braucht, usw), im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
 
Wenn die TE jetzt also eine Vollmacht von der Oma unterschreiben lässt, sollte sie sich zu genau dem Zeitpunkt (z.B. vom Hausarzt) bestätigen lassen, dass Oma noch nicht zu dement dafür ist.
Das wäre natürlich vorteilhaft. Wenn auch nicht unbedingt nötig.

Die Anfechtung würde nämlich vermutlich auf dem Fuße erfolgen und da reichen dann diese geschlossene Zeugenaussagen der Familie in Bezug auf die Zeit vor der Vollmacht.
Das sehe ich anders - wie die Familienangehörigen bisher gehandelt haben, wirft ja eher ein schlechtes Licht auf sie selbst, als dass dadurch eine Geschäftsunfähigkeit der Oma belegt würde.
 
Ich würde noch ergänzen: Deine Mutter hat früher ihre eigene Mutter (oder Schwiegermutter) ausgenutzt, indem sie ihr und deinem Opa die Erziehung ihres Kindes überlassen hat. Nun, viele Jahre später, nutzt sie immer noch aus.

Sie bereichert sich am Pflegegeld, der Rente und sonst allem, was zum Haushalt gehört. Das ist aber immer noch das gleiche Ausnutzungsschema. Sie muss ja nicht alles verjubeln, aber sie hat Zugriff und sehr engagiert ist sie ja ganz offenkundig nicht.
 
Darf ich mal kurz eine eigene Erfahrung in den Raum werfen (was hier aber nicht als Kritik gemeint ist!).
Als ich ins Forum hier rein gestolpert bin, kamen so schnell Antworten, dass man gar nicht richtig alles verarbeiten konnte und darauf eingehen oder beantworten konnte.

Natürlich möchte man irgendwie helfen. Aber "überschwemmt" werden mit Beiträgen kann genau so überfordernd sein wie das Problem selbst.
Versteht ihr was ich meine? Man hat ein Problem. Dann fangen die Leute auch noch gegenseitig an miteinander diskutieren über ihre Kommentare. Klar, es ist schon Sinn der Sache sich auszutauschen und jemanden auf evtl. falche Hinweiße hinzuweißen. Aber gebt einem/einer TE doch mal kurz Zeit zum Luft holen um in Ruhe zu Antworten. Gerade wenn eh schon alles chaotisch ist im Leben.

Sorry für diesen off-topic Kommentar. Wenn es unangebracht ist, darf der Beitrag von mir gerne gelöscht werden.
 
Was erwartet man von einer dysfunktionalen Familie?
Warum wendet man sich nicht an offizielle Stellen, um die Verhältnisse zu klären?
Die Streichung von Dir als Pflegeperson erfordert zwingend das Einverständnis Deiner Oma, ansonsten kann da nichts eigenmächtig verändert werden (Recht auf Selbstbestimmung).
Warum wird die Pflegekasse von Dir nicht über die Mißstände informiert?
Die Demenz Deiner Oma erfordert vermutlich einen gesetzlichen Vormund, aber das kann man gerichtlich anfechten, wenn begründete Annahme besteht, dass nicht für Deine Oma und für ihr Bestes gehandelt wird.
Suche Dir einen Anwalt und lass diese Mißstände gerichtlich überprüfen. Das wird sicherlich besser sein, als emotionale Streiterei.
Weshalb die Familie so dysfunktionale ist, das kann man hier nicht bewerten und auch Schuldige kann man nicht ausmachen, jeder wird da seine eigene Geschichte und Sichtweise haben, Deine alleine hilft da nicht weiter. Somit kann man Dir nicht Zuspruch geben, dass Du Recht hast und Dich auch nicht verurteilen, weil Du im Unrecht bist. Das kann man bei keiner einseitig betrachteten Situation.
Wenn es aber derart lebensunwürdige Zustände für Deine Oma sind, dann muss man sich professionelle Hilfe holen.
Die familiären Differenzen lassen sich vielleicht mit einer Mediation klären, wobei dann alle ihre Sichtweise an den runden Tisch bringen und auch vortragen dürfen.
 
Ich habe ein paar Textstellen auszugsweise zusammengestellt:
Heutiger Aufreger war gerade der kurze Besuch des neuen Mannes meiner Mutter.
Ich solle doch bitte nächste Woche mit zum Geburtstagsessen kommen. Für meine Mutter.

Also: es gab kaum Kontakt zu meinen Grosseltern. Auch die beiden anderen Kinder riefen vielleicht alle paar Monate nur mal an.

Ich habe mich tierisch darüber aufgeregt.
Wir sprechen hier zwar von ihren Kindern, aber auch eben von Menschen, die nicht einmal mehr zu ihrem Geburtstag vorbeikamen.
Fällt dir dabei irgendwas auf?

Nachträgliche Ergänzung, ich hoffe du bist (auch) offen für Kritik:

Eine gute Idee war es meiner Meinung nach nicht, einer dementen Frau am Monatsanfang einer größeren Geldbetrag zu übergeben. Du wusstest doch offenbar, dass sie gar nicht mehr in der Lage war, damit umzugehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Allerdings wurde ich dann über WhatsApp von meiner Tante damit konfrontiert, das ich Oma Geld stelle und ich das sofort zu unterlassen habe. Ansonsten werden sie Konsequenzen gegen mich veranlassen.
Ich war so geschockt und bat meine Mutter das zu klären.
Da bin ich eben drüber gestolpert.
Du bist erwachsen.
Warum sollte deine Mutter das klären?
 

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