P
primavera7
Gast
In früheren Generationen verhalf einem eine akademische Ausbildung nahezu ausnahmslos zum gesellschaftlichen Aufstieg bzw. man blieb in seinen vornehmen Kreisen, wenn man bereits aus diesen stammte, und verbesserte diese Position eher noch von Generation zu Generation. Siehe nur Typen wie die Weizsäckers, die noch bis weit in das 18. Jahrhundert hinein eine mit bescheidenem Wohlstand gesegnete Müllerfamilie waren und erst im Jahre 1916, also kurz vor Toresschluss, geadelt wurden. Heute können sie vor Vornehmheit kaum geradeaus gucken, so einen aristokratischen Habitus haben sie sich inzwischen zugelegt (bestes Beispiel: "Richie", und die Tochter Beatrice ist auch nicht weniger von sich eingenommen). 🙄 Oder man befasse sich mit der Biografie von großbürgerlich aufgewachsenen Typen wie Thomas Mann, die auch in seinem autobiografische Züge tragenden berühmten Roman "Buddenbrooks" zu Ausdruck kommt... Selbst Manns Sohn Klaus, der wie die beiden Schwestern Thomas Manns mangels Lebenstüchtigkeit später Selbstmord beging, hielt seine dekadente Sippschaft für etwas ganz Besonderes... 🙄
Heute gibt es mindestens zwei Klassen von Akademikern. Da sind auf der einen Seite diejenigen, die wie die Weizsäckers und Manns bereits seit Generationen aus bildungs- und großbürgerlichen Familien stammen und entsprechend viel Geld und "Vitamin B" im Hintergrund haben. Sie planen und gestalten ihr Studium dank entsprechender Ratgeber in ihrem Umfeld geschickter, gehen unbefangener und selbstbewusster mit Professoren und sonstigen Autoritätspersonen um, machen eher Auslandsaufenthalte, können sich bei Bewerbungen und im Berufsleben meist deutlich souveräner präsentieren, haben ganz andere Karriere- und (als Frau) bedeutend bessere Heiratschancen und wie selbstverständlich Zutritt zu sog. "besseren" Kreisen. Sie werden von kleinauf in dem Bewusstsein erzogen, dass sie zur gesellschaftlichen Elite zählen. 🙄 Und sie pflegen auch nur Konakt zu ihresgleichen, auch bei der Partnerwahl.
In manchen Fällen ist das über Generationen gewachsene gesellschaftliche Ansehen gewisser vornehmer Familien sogar so groß, dass es nicht mal etwas ausmacht, wenn der Nachwuchs vor lauter Faulheit nicht mal das Abitur schafft, wie etwa die Brüder Heinrich und Thomas Mann, die beide nach dem nur mit Ach und Krach bestandenen "Einjährigen", der mittleren Reife, das Gymnasium verließen. Was Thomas Mann keineswegs daran gehindert hat, später ein Millionärstöchterchen aus München zu ehelichen... und allen Deutschen nach dem 2. Weltkrieg undifferenziert eine "Kollektivschuld" am Naziregime vorzuwerfen, obwohl er selbst sich in jener Zeit dank seines ererbten und erheirateten Vermögens bequem ins Ausland verpissen konnte, während andere, weniger Begüterte - auch Gegner des Naziregimes - an der Front oder im Bombenhagel oder gar in den Gaskammern der KZs ihr Leben lassen mussten. Tja, als höheres Söhnchen hat man so manches Privileg.
Bildungsaufsteiger dagegen, die ersten Abiturienten und Akademiker ihrer Familie - selbst solche mit überdurchschnittlichen Abiturnoten und ausgeprägter theoretischer Begabung - haben es inzwischen immer schwerer. Sie studieren nicht an Elite-Unis, sondern eher heimatnah, Auslandsstudienaufenthalte sind für sie weniger selbstverständlich. Sie müssen sich alles mühsam erarbeiten, ihre Eltern können sie bei der Studienwahl und -gestaltung nicht beraten, und entsprechende Verwandte und Bekannte im familiären Umfeld gibt es auch nur in Ausnahmefällen, da es ganz überwiegend einfache Leute sind. Und die paar Akademiker, die man kennt (vielleicht sogar nur Eltern von Schulfreunden), helfen auch nicht mit Tipps; denn sie denken nur an sich und ihre eigenen Kinder und wollen deren Konkurrenz, in ihren Augen irgendwelchen dahergelaufenen - vielleicht begabteren - kleinen "Emporkömmlingen", natürlich keine gleichen Chancen verschaffen. Der Abstand zum "Pöbel" muss gewahrt bleiben, um so mehr berufliche und private Vorteile haben die eigenen Kinder.
Geld spielt bei Studenten aus einfachen Verhältnissen auch eine viel größere Rolle, das Studium kann nicht ohne spürbare eigene Einschränkungen bzw. solche der Eltern finanziert werden. Erwiesenermaßen haben diese Studenten sogar viel geringere Chancen auf ein Stipendium als die "höheren" Söhne und Töchter, die gar nicht so sehr darauf angewiesen wären. Und selbst wenn Studenten aus einfachen Verhältnissen dank Fleiß und Begabung einen guten Studienabschluss hingelegt und per Ochsentour eine dieser Ausbildung entsprechende berufliche Position erreicht haben, müssen sie sich im Vergleich zu den erstgenannten Typen stets nach der Decke strecken....- falls sie nicht ausnahmsweise, wie Frau Hannelore Kraft, im richtigen Bundesland der SPD beitreten und dank einer Veranlagung zur Großklappigkeit/Rücksichtslosigkeit, die von der Allgemeinheit als bodenständiges Durchsetzungsvermögen wahrgenommen wird 🙄, in der Politik Karriere machen.
Das einzige, was so manche Akademiker der 1. Generation mit ihrem Studium erreichen können, ist im günstigsten Fall, finanziell unabhängig zu sein und im Vergleich zu ihren Eltern ihren Lebensunterhalt allein bestreiten zu können, ohne dass sie jeden Cent umdrehen müssen. Gesellschaftlich aber stehen sie kaum besser da als ihre Eltern, die auf vieles verzichtet haben, um ihren Kindern eine so gute Ausbildung bieten zu können. Gewisse Kreise bleiben eben nach wie vor am liebsten unter sich, heute vielleicht mehr denn je. Und wenn man noch dazu als Frau unverheiratet bzw. alleinstehend und außerdem etwas zurückhaltend ist, lebt man selbst als hochqualifizierte Akademikerin am Rande der Gesellschaft und wird von gewissen Leuten bestenfalls mal aus Mitleid zum Nachmittagskaffee eingeladen, nicht aber, wenn die eigentlichen Renommier-Bekannten zum Abendessen oder zur mehr oder weniger festlichen "runden" Geburtstagsfeier mit Sektempfang, Buffet oder 6-Gänge-Menü, selbstdarstellerischen Tischreden in wohlgesetzten Worten, Musik und Tanz gebeten werden .... die Leute nämlich, die der Gastgeber als ebenbürtig betrachtet, für voll nimmt, mit denen sich mehr Staat machen und die eigene Karriere pushen lässt. Selbstverständlich nur mit "adäquatem" Partner. :mad:
Von denjenigen, die als Kinder sog. "kleiner Leute" trotz abgeschlossenen Studiums noch weniger erreichen und gar Hartz IV in Anspruch nehmen müssen, will ich erst gar nicht reden... 🙁
Ich finde es traurig, dass das auch heute noch so ist in unserer so demokratischen, ach so toleranten, unvoreingenommenen Gesellschaft, in der jeder angeblich gleiche Chancen hat. Die Meinungen anderer zu diesem Thema würden mich sehr interessieren! 😎
Heute gibt es mindestens zwei Klassen von Akademikern. Da sind auf der einen Seite diejenigen, die wie die Weizsäckers und Manns bereits seit Generationen aus bildungs- und großbürgerlichen Familien stammen und entsprechend viel Geld und "Vitamin B" im Hintergrund haben. Sie planen und gestalten ihr Studium dank entsprechender Ratgeber in ihrem Umfeld geschickter, gehen unbefangener und selbstbewusster mit Professoren und sonstigen Autoritätspersonen um, machen eher Auslandsaufenthalte, können sich bei Bewerbungen und im Berufsleben meist deutlich souveräner präsentieren, haben ganz andere Karriere- und (als Frau) bedeutend bessere Heiratschancen und wie selbstverständlich Zutritt zu sog. "besseren" Kreisen. Sie werden von kleinauf in dem Bewusstsein erzogen, dass sie zur gesellschaftlichen Elite zählen. 🙄 Und sie pflegen auch nur Konakt zu ihresgleichen, auch bei der Partnerwahl.
In manchen Fällen ist das über Generationen gewachsene gesellschaftliche Ansehen gewisser vornehmer Familien sogar so groß, dass es nicht mal etwas ausmacht, wenn der Nachwuchs vor lauter Faulheit nicht mal das Abitur schafft, wie etwa die Brüder Heinrich und Thomas Mann, die beide nach dem nur mit Ach und Krach bestandenen "Einjährigen", der mittleren Reife, das Gymnasium verließen. Was Thomas Mann keineswegs daran gehindert hat, später ein Millionärstöchterchen aus München zu ehelichen... und allen Deutschen nach dem 2. Weltkrieg undifferenziert eine "Kollektivschuld" am Naziregime vorzuwerfen, obwohl er selbst sich in jener Zeit dank seines ererbten und erheirateten Vermögens bequem ins Ausland verpissen konnte, während andere, weniger Begüterte - auch Gegner des Naziregimes - an der Front oder im Bombenhagel oder gar in den Gaskammern der KZs ihr Leben lassen mussten. Tja, als höheres Söhnchen hat man so manches Privileg.
Bildungsaufsteiger dagegen, die ersten Abiturienten und Akademiker ihrer Familie - selbst solche mit überdurchschnittlichen Abiturnoten und ausgeprägter theoretischer Begabung - haben es inzwischen immer schwerer. Sie studieren nicht an Elite-Unis, sondern eher heimatnah, Auslandsstudienaufenthalte sind für sie weniger selbstverständlich. Sie müssen sich alles mühsam erarbeiten, ihre Eltern können sie bei der Studienwahl und -gestaltung nicht beraten, und entsprechende Verwandte und Bekannte im familiären Umfeld gibt es auch nur in Ausnahmefällen, da es ganz überwiegend einfache Leute sind. Und die paar Akademiker, die man kennt (vielleicht sogar nur Eltern von Schulfreunden), helfen auch nicht mit Tipps; denn sie denken nur an sich und ihre eigenen Kinder und wollen deren Konkurrenz, in ihren Augen irgendwelchen dahergelaufenen - vielleicht begabteren - kleinen "Emporkömmlingen", natürlich keine gleichen Chancen verschaffen. Der Abstand zum "Pöbel" muss gewahrt bleiben, um so mehr berufliche und private Vorteile haben die eigenen Kinder.
Geld spielt bei Studenten aus einfachen Verhältnissen auch eine viel größere Rolle, das Studium kann nicht ohne spürbare eigene Einschränkungen bzw. solche der Eltern finanziert werden. Erwiesenermaßen haben diese Studenten sogar viel geringere Chancen auf ein Stipendium als die "höheren" Söhne und Töchter, die gar nicht so sehr darauf angewiesen wären. Und selbst wenn Studenten aus einfachen Verhältnissen dank Fleiß und Begabung einen guten Studienabschluss hingelegt und per Ochsentour eine dieser Ausbildung entsprechende berufliche Position erreicht haben, müssen sie sich im Vergleich zu den erstgenannten Typen stets nach der Decke strecken....- falls sie nicht ausnahmsweise, wie Frau Hannelore Kraft, im richtigen Bundesland der SPD beitreten und dank einer Veranlagung zur Großklappigkeit/Rücksichtslosigkeit, die von der Allgemeinheit als bodenständiges Durchsetzungsvermögen wahrgenommen wird 🙄, in der Politik Karriere machen.
Das einzige, was so manche Akademiker der 1. Generation mit ihrem Studium erreichen können, ist im günstigsten Fall, finanziell unabhängig zu sein und im Vergleich zu ihren Eltern ihren Lebensunterhalt allein bestreiten zu können, ohne dass sie jeden Cent umdrehen müssen. Gesellschaftlich aber stehen sie kaum besser da als ihre Eltern, die auf vieles verzichtet haben, um ihren Kindern eine so gute Ausbildung bieten zu können. Gewisse Kreise bleiben eben nach wie vor am liebsten unter sich, heute vielleicht mehr denn je. Und wenn man noch dazu als Frau unverheiratet bzw. alleinstehend und außerdem etwas zurückhaltend ist, lebt man selbst als hochqualifizierte Akademikerin am Rande der Gesellschaft und wird von gewissen Leuten bestenfalls mal aus Mitleid zum Nachmittagskaffee eingeladen, nicht aber, wenn die eigentlichen Renommier-Bekannten zum Abendessen oder zur mehr oder weniger festlichen "runden" Geburtstagsfeier mit Sektempfang, Buffet oder 6-Gänge-Menü, selbstdarstellerischen Tischreden in wohlgesetzten Worten, Musik und Tanz gebeten werden .... die Leute nämlich, die der Gastgeber als ebenbürtig betrachtet, für voll nimmt, mit denen sich mehr Staat machen und die eigene Karriere pushen lässt. Selbstverständlich nur mit "adäquatem" Partner. :mad:
Von denjenigen, die als Kinder sog. "kleiner Leute" trotz abgeschlossenen Studiums noch weniger erreichen und gar Hartz IV in Anspruch nehmen müssen, will ich erst gar nicht reden... 🙁
Ich finde es traurig, dass das auch heute noch so ist in unserer so demokratischen, ach so toleranten, unvoreingenommenen Gesellschaft, in der jeder angeblich gleiche Chancen hat. Die Meinungen anderer zu diesem Thema würden mich sehr interessieren! 😎
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