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Bildung

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Schon heute sind viele Lehrer keine Beamten mehr, ich meine warum soll ein Sportlehrer Beamter sein? 🙄
Höchstens da wo es um "staatsbürgerliche" Fächer geht wie Deutsch, Geschichte, war zumindest früher der Beamte typisch, weil somit an Weisungen von oben, der vorgesetzten Behörde, gebunden, was sowohl Einsatzorte als auch "private Äußerungen" betraf (keine Nazis oder überzeugte Kommunisten als Lehrer - sogar um Buttons gegen die WAA in Wackersdorf bei Lehrern wurde seinerzeit schon gestritten, oder heute das Kopftuch bei muslimischen Lehrerinnen).

Wichtiger wäre es für die Schulen, von dem hire-fire-System der kurzfristigen Zeitverträge (mit "praktischer" weil geldsparender Entlassung über die großen Ferien) wegzukommen hin zu sicheren Dauerverträgen für gute Lehrkräfte. Dann wäre es nämlich piepegal ob Beamter oder nicht, Hauptsache der Arbeitsplatz ist sicher und das Gehalt einigermaßen akzeptabel.
 

Hallo Daoga,

schau mal hier: Bildung. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Wichtig ist halt vor allem, dass es endlich eine einheitliche Regelung gibt: Es kann ja nicht sein, dass angestellte Lehrer für die gleiche Arbeit so viel weniger verdienen, als Beamte. Also entwder ALLE verbeamten oder eben alle zu fairen bedingungn anstellen- dann wäre zB endlich auch mal ein Tarifvertrag fällig und arbeitsrechtliche Absicherung gewährleistet.
Aber so wie es momentan ist, ist es eigentlich ein unhaltbarer Zustand.
 
Es gibt zahlreiche Unterschiede zwischen Angestellten und Beamten, etwa in der Krankenversicherung (Beihilfesystem, Kinder sind nicht mitversichert etc.) und bei der abzuführenden Lohnsteuer (beim Beamten auch in Pension lebenslänglich, während der normale Rentner nur seinen Zinsanteil versteuern muß), deshalb kann man nicht sagen, der Beamte ist lohnmäßig immer besser dran - spätestens ab Pensionierung verkehrt sich das nämlich ins Gegenteil. Außerdem kein Streikrecht, weisungsgebunden auch bei Versetzungen in die hinterste Pampa, nach Ostdeutschland oder - besonders unbeliebt bei bayrischen Beamten - nach München (weil das Leben da fast unbezahlbar ist, wenn man keine Eigentums- oder Staatsbedienstetenwohnung dort hat) und so weiter, das wurde in anderen Threads zum Thema Beamtentum schon hundertmal durchgekaut, am Ende halten sich Vor- und Nachteile die Waage, sofern (!) auch der Angestellte einen Langzeitvertrag hat - was aber im momentanen Schulsystem leider nicht der Fall ist. Von diesen befristeten Zeitarbeitsverträgen, die den Lehrkräften keine eigene sichere Zukunftsplanung ermöglichen, muß man ganz dringend abkommen.
 
Kleiner Funfact am Rande zu unserem ausgezeichneten Bildungssystem. Sinngemäß hat uns ein Referendar während meinem Abitur Folgendes gesagt:
Lehrer müssen einen gewissen Schnitt erfüllen. Ihr seid eine gute Klasse. Hätte ich diese Ex in meiner anderen Klasse geschrieben bin ich mir sehr sicher, dass sie deutlich schlechter ausgefallen wäre. Der Schnitt von 1,x ist aber dennoch viel zu gut, ich muss die Benotung etwas abändern.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Noten orientieren sich an der Dummheit deiner Mitschüler. Bist du von Idioten umzingelt bekommst du gute Noten, während du in einer anderen Klasse eventuell mittelmäßige bis schlechte Noten bekommen würdest.
Klingt fair, oder? 🙄
 
Was soll unfair daran sein, besondere Leistung (der Kluge unter den Idioten) besonders zu belohnen?
Und dem Ermessensspielraum bei Benotungen sind Grenzen gesetzt, denn in einer simplen Rechnung gibt es eigentlich nur zwei mögliche Ergebnisse, nämlich entweder ist das Endergebnis richtig, oder es ist falsch. Wenn es falsch ist, kann evtl. trotzdem ein Bonuspunkt für einen weitgehend richtigen Berechnungsweg gegeben werden, aber auch nur wenn das vorgegeben ist. Exen sind in meiner Rückerinnerung eh nie wirklich wichtig gewesen (Realschule), die Proben waren "the real thing", wenn eine Ex einfach zu leicht gemacht wurde ist eine Anpassung der Noten auf den Normalschnitt schon mal drin. Sonst könnte ja jeder Lehrer seine Klasse möglichst gut aussehen lassen, indem er idiotensichere Exen und Proben zusammenstellt.
 
Kleiner Funfact am Rande zu unserem ausgezeichneten Bildungssystem. Sinngemäß hat uns ein Referendar während meinem Abitur Folgendes gesagt:
Lehrer müssen einen gewissen Schnitt erfüllen. Ihr seid eine gute Klasse. Hätte ich diese Ex in meiner anderen Klasse geschrieben bin ich mir sehr sicher, dass sie deutlich schlechter ausgefallen wäre. Der Schnitt von 1,x ist aber dennoch viel zu gut, ich muss die Benotung etwas abändern.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Noten orientieren sich an der Dummheit deiner Mitschüler. Bist du von Idioten umzingelt bekommst du gute Noten, während du in einer anderen Klasse eventuell mittelmäßige bis schlechte Noten bekommen würdest.
Klingt fair, oder? 🙄
Jepp,genauso isses. Du bist als Lehrer "angehalten", eine gewisse Notenverteilung zu erfüllen: Du darfst am Schluss weder zu gute noch zu schlechte Notenverteilungen haben: hast Du eine total begabte Klasse- pech für die! Hast Du eine Klasse mit lauter Nieten: Glück gehabt: Am Ende bekommen bei in etwa die gleichen Noten. Noten bilden NIE die Leistung ab sondern sie bilden den Unterschied zwischen dir und Deinen Mitschülern ab: Das macht so richtig Lust auf Leistung, nicht wahr? Es gibt nur sehr wenige Direktoren, die es ehrlich durchziehen und konsequent sind (auch gegen den Widerstand der Eltern)

Und dem Ermessensspielraum bei Benotungen sind Grenzen gesetzt, denn in einer simplen Rechnung gibt es eigentlich nur zwei mögliche Ergebnisse, nämlich entweder ist das Endergebnis richtig, oder es ist falsch.
😉 Träum weiter. Klar denkt man das rein aus der Logik, so müsste es laufen, aber so läuft es NICHT! Vielleicht gerade noch in Mathe, aber alle anderen Fächer: Nimm mal Deutsch, oder so ein Fach: da gibt es so eine Eindeutigkeit schon per se nicht.
Und selbst in mathe: Du musst den Schnitt halten: Wenn Deine Ex zu schlecht ausfällt, wirst Du im ungünstigen Fall zum Fachbetreuer bestellt, und der kassiert die Arbeit dann ein...und du darfst eine neue schreiben lassen: Die dann so leicht sein muss, dass Du den Schnitt irgendwie herkriegst. Oder Du hebst halt den Fehlerschlüssel so an, bis es passt.
Die Aufgaben und Lösungen sind ja nicht zentral gestellt (nur im Abi), dh als Lehrer schraubst Du das schon so hin, dass der Schnitt passt- musst Du ja. Wenn die Klasse zu gut ist, machst Du das ganze umgekehrt und schraubst das Niveau eben so hoch, dass Du auch Leuten, die eigentlich eine 1 verdienen würden eine 3 geben kannst, wenn es sein muss.
Besonders interessant ist das, wenn Lehrer an mehreren Schulen unterrichten- also Paralellklassen an mehreren Schulen haben: Da sollte man ja meinen, die könnten ihr Material in beiden Klassen verwenden:lautlachen:.
Das klappt aber meist garnicht: Eine arbeit die Du auf einer Schule als viel zu schwer runterschrauben muss, kann in der anderen Schule zu leicht sein.
Reale Leistungen werden also so NIE abgebildet.

ich hatte zB mal einen Schüler (hin und wieder helfe ich ja in der Schule aus), dem musste ich in einer Arbeit in Musik eine 6 geben: Da war einfach NICHTS zu machen. Der hatte keine Frage beantwortet und ein fast leeres Blatt abgegeben. Dafür musste ICH mich dann verantworten, denn es kann ja nicht sein, dass ein Schüler in MUSIK eine 6 kriegt (anscheinend darf man in diesem Fach keine schlechten Noten geben) Ich habe dann die Arbeit des Jungen vorgezeigt und der Klassenbetreuer hat es eingesehen, mich aber gebeten, die mündlichen Noten des jungen so hinzubiegen, dass er mindestens eine 4 bekommt (nicht einfach bei einem Typen, der NIE auch nur ein Wort sagt- warum soll ich dem ne gute Mündliche Note geben). Aber mir wurde klar gemacht, dass die Schule es nicht halten wird, wenn dieser Schüler wegen Musik durchfliegt- er darf machen was er will und auch wenn er kein einziges mal den Mund aufmacht und nur leere Blätter abgibt, kriegt er ne 4. Und dafür sollte ich sorgen.
Toll oder? Da fühlt man sich gleich motiviert und wertgeschätzt und das ist auch ein tolles Signal für die anderen Schüler, die sich anstrengen.

SO läuft dads leider: Der Dumme oder Faule gewinnt leider immer!
 
SO läuft dads leider: Der Dumme oder Faule gewinnt leider immer!

Wenn die Entscheidung über Vorrücken oder Sitzenbleiben an der Note eines unwichtigen Faches hängenbleibt (denn Musik galt bei uns immer als eines der Schlaffächer, wie Reli) ... und die duckmäuserische Schulleitung lieber den Schein wahren will, als sich mit den empörten Eltern des Faulpelzes herumzustreiten, wie es leider heute oft der Fall ist ... dem Klassenbetreuer hätte ich an Deiner Stelle aber schon die Meinung gesagt.
 
Besonders interessant ist das, wenn Lehrer an mehreren Schulen unterrichten- also Paralellklassen an mehreren Schulen haben: Da sollte man ja meinen, die könnten ihr Material in beiden Klassen verwenden:lautlachen:.
Das klappt aber meist garnicht: Eine arbeit die Du auf einer Schule als viel zu schwer runterschrauben muss, kann in der anderen Schule zu leicht sein.
Reale Leistungen werden also so NIE abgebildet.

Brauchen bloß auf der einen Schule viele Ausländerkinder, nixverstehendeutsch und bildungsferne Eltern, sein, und auf der anderen hauptsächlich Kinder aus gehobenen Bildungsschichten, und schon ist nix mehr mit gleicher Leistung(sfähigkeit).
Die "realen Leistungen" beziehen sich also bestenfalls nur aufs Niveau der jeweiligen Klasse.
 
Wenn die Entscheidung über Vorrücken oder Sitzenbleiben an der Note eines unwichtigen Faches hängenbleibt (denn Musik galt bei uns immer als eines der Schlaffächer, wie Reli) ... und die duckmäuserische Schulleitung lieber den Schein wahren will, als sich mit den empörten Eltern des Faulpelzes herumzustreiten, wie es leider heute oft der Fall ist ... dem Klassenbetreuer hätte ich an Deiner Stelle aber schon die Meinung gesagt.

Genauso isses. Die meisten Schulen haben keinen Bock darauf, sich den empörten Eltern zu stellen. Da werden dann lieber Schüler durchgezogen, die eigentlich lieber eine Schulstufe runter gehen sollten.
Und man fragt sich schon: Die Ersteller des Lehrplans haben sich schon was dabei gedacht, dass Musik eben in einigen Jahrgangsstufen auch Vorrückungsfach ist. Das hat schon seinen Sinn und wenn man nicht total dämlich ist, oder komplett die Arbeit einstellt, dann kreigt doch jeder Vollhorst in Musik seine 4 irgendwie hin. Aber indem man so einen Faulpelz gewähren lässt, sendet man ja auch ein extrem fatales Signal: An die Schüler und letztendlich an die Gesellschaft.
Mein Schulleiter hat mal gesagt, er hat nach JEDER Zeugnisvergabe mehrere Klagen am Hals (ist ne Schule in einer reichen Gegend): Da klagen Eltern wegen der Sportnote und so einem Käse. Und da wundert ese einen, dass viele Schüler garnicht mehr begreifen, warum sie sich anstrengen sollten: Wenn sie es nicht tun, kommen sie auch durch und notfalls regelt Papis Anwalt das ganze:mad:

Und die Wirtschaft wundert sich, dass sie keine brauchbaren Absolventen mehr bekommt...
 
Wir haben ein sehr gutes Bildungssystem, was leider unzureichend ausgestattet wird.
Sei es damit, dass Lehrer fehlen oder das eine Nachmittagsbetreuung der Schüler*innen nicht stattfindet.

In meinem "früher" gingen fast alle Kinder nach der Schule (1.-4. Klasse) in den Hort. Dort wurde zu Mittag gegessen und Hausaufgaben gemacht - und, es wurde draußen gespielt, so dass jeder ausgewogen beschäftigt wurde.
Es gab Hortner*innen und andere Aufsichtspersonen die dafür sorgten, dass kein Kind zurück blieb. Kein Kind hat damals Hausaufgaben "vergessen", es hat durch den strukturierten Alltag Halt gefunden, auch wenn beide Eltern arbeiten waren.
Nach 16 Uhr durften alle nach Hause gehen.

So etwas fehlt heute, grade in den sozial und finanziell schwach gestellten Familien, denn der Hort kostet den Eltern Geld. Das finde ich sehr schade.
Gemeinsames lernen, spielen und essen hilft Unterschiede abzubauen und Toleranzen zu entwickeln.
 
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