Mir kommt es einfach verlogen und nicht ehrlich vor und will nicht jeder auch akzeptiert werden, so wie er ist und auch mit Problemen, die vielleicht nicht viele Menschen teilen?
Zusammenreißen, gute Miene machen, durchstehen kann man vielleicht mal machen wenn man, keine Ahnung, Bauchweh hat oder sich aus anderen Gründen etwas unwohl fühlt für ein paar Stunden mitgeht zu einem Treffen. Aber meinem Freund und seiner Familie eine Woche Urlaub etwas vormachen und mich innerlich schlecht fühlen, geht zu weit. Ihnen gegenüber, aber auch mir gegenüber.
Auch wenn mein Leidensdruck hier nicht auf Verständnis stößt und als Empfindlichkeit oder anstellen gesehen wird, ist er nun mal da.
Das kann ich mir vorstellen und werde ich mit meinem Freund noch besprechen, wir konnten heute noch nicht ausführlich darüber reden.
Ich lade nichts bei der Familie von meinem Freund ab, wie kommst du auf sowas? Und wenn du es als Kummer abladen siehst, wenn man in einer Beziehung über die eigenen Gefühle und Schwierigkeiten redet, ist das deine Sache, aber diese falschen Annahmen und Beschuldigungen, die als Tatsache hingestellt werden, stimmen einfach nicht.
Hi
@Millie
einfach mitfahren würde ich auch keine gute Lösung finden. Übrigens bin ich 'normal', zumindest was diese Themen angeht, denke ich.
Trotzdem würde die Einladung, mit der ganzen Familie des Partners so spontan mal eine Woche Urlaub zu machen, nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen bei mir führen (und denke, dass das bei ganz vielen anderen 'normalen' Menschen auch nicht der Fall wäre).
Auch, wenn man sich mit der Familie des Partners gut oder sogar sehr gut versteht, bedeutet das doch, sich eine ganze Woche auf Menschen einzustellen, die man vielleicht durchaus mag, die man aber bisher höchstens mal einen Abend lang am Stück gesehen hat.
Außerdem ist so ein Urlaub wesentlich anspruchsvoller als wenn man mit Freunden wegfährt. Falls es da mal Knatsch gibt, dann sieht man sich bei Freunden anschließend eine Weile lang nicht mehr und versöhnt sich anschließend oder halt nicht. Bei Familienmitgliedern besteht das echte Risiko, dass dieses Thema dann bei jeder Familienfeier wieder hochkocht.
Die simple Anzahl an Schwiegerelternwitzen und -filmen in unserer Kultur ist meiner Meinung nach ein sehr deutlicher Hinweis darauf, dass derartiges wie gemeinsamer Urlaub keineswegs von allen als risikofrei und begeisternd positiv gesehen wird.
Nun magst du die Familie deines Freundes ja wirklich. Vor allem liebst du deinen Freund und Partner mit allem, was dazugehört und offenbar sind ihm die Familienbeziehungen sehr, sehr wichtig.
Darum wäre meine Idee in dieser Situation: sprich ehrlich mit ihm über deine Nervosität. Und überlege dir erst für dich und dann vielleicht mit ihm zusammen, ob es Möglichkeiten gibt, es dir einfacher zu machen.
Angenommen, dieses Ferienhaus wäre irgendwo in einer landschaftlich schönen, sehr sicheren Gegend. Wäre es dann ausreichend entspannend für dich (und akzeptabel für den Rest der Familie), wenn du dich ab und zu ausklinken würdest und alleine in der Landschaft sitzt mit einem Buch?
Angenommen, du würdest dir einen eigenen Mietwagen leisten für diese Woche. Wäre es in Ordnung für dich, deinen Freund und die anderen, wenn du alleine, mit deinem Freund zusammen oder evtl in einer Kleingruppe gelegentlich dein eigenes Ding machst?
Überlege dir in Ruhe, ob es einfacher für dich ist, wenn es Möglichkeiten zur 'Flucht' gibt.
Denn da dir dein Freund so wichtig ist und da ihm die Familie so wichtig ist, wäre es zumindest eine Überlegung wert, da mit zu fahren.
Früher gab es verschiedene 'Aufnahmerituale', wenn man in eine bestimmte Gruppe wollte. Lies mal über die Wortherkunft von hänseln (Hanse) nach, z B.
Vielleicht kannst du die Idee da mitzufahren leichter akzeptieren, wenn du dir für dich klar machst, dass Initiations- oder Aufnahmerituale in den meisten Kulturen nichts sind, was für den Aufzunehmenden angenehm ist. Normalerweise sind Tests der Belastungs- und Leidensfähigkeit da fester Bestandteil.
In gewisser Weise bietet dir der Vater deines Freundes doch 'offiziell inoffiziell' mit diesem Urlaub doch an, ein vollwertiges Familienmitglied zu sein (genau, wie die Partner/innen der anderen Familienmitglieder).
Wenn du den Anspruch an dich selber fallen lässt, dass du dich über diesen Urlaub freuen solltest, meinst du, du könntest ihn durchstehen?
Übrigens bitte ich dich, nicht mit einer weiteren Antwort von mir zu rechnen. Nach einer Weile finde ich dieses Forum unglaublich deprimierend.
Mach's gut!