Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Beziehungsprobleme wegen Ungleichgewicht

Millie

Mitglied
Hi!

Der Titel klingt blöd, aber ich weiß nicht wie ich das Problem zwischen meinem Freund und mir anders auf den Punkt bringen soll.

Wir sind seit 3 Jahren ein Paar und eigentlich ist unsere Beziehung gut. 🥰 Nachdem ich viel Mist erlebt habe, ist mit ihm meistens alles gut, wir verstehen uns und haben eine gute Zeit zusammen. In manchen Punkten hat er einen kleinen Dachschaden, in manchen Punkten ich, aber wer hat das nicht? Konflikte können wir meistens ganz gut bewältigen, das kannte ich in Beziehungen vorher gar nicht. Eigentlich könnte alles gut sein.

Aber ein Problem gibt es doch, dass vor allem mich beschäftigt. Meinen Freund weniger, aber es schwebt schon immer ein bisschen über uns und ich komme mir blöd vor, überhaupt darüber zu sprechen.

Mein Freund kommt aus einer Familie, die nicht perfekt ist, aber weitestgehend stabil. Er hat guten Kontakt zu seinen Eltern, Geschwistern, Oma und weitere Familie, alle gehen lieb miteinander um, unterstützen und helfen einander und man sieht sich regelmäßig. Es gibt auch mal kleine Probleme, aber nichts gravierendes. Die engste Familie wohnt auch in der selben Stadt wie wir und man sieht sich deswegen öfter mal. Mit seiner Schwester und seinem Cousin wohnt mein Freund sogar in einer WG.

Bei mir ist das anders, ich habe keine Familie in dem Sinn mehr und mit denen, die noch leben, ist es kompliziert. Im Grunde genommen besteht zu niemandem Kontakt. Ich bin erst vor ein paar Jahren aus dem Ausland hier in die Stadt gezogen. Mittlerweile habe ich hier auch ein paar gute Kontakte und Bekanntschaften, vereinzelt vielleicht sogar Freundschaften. Tu mich aber auch eher schwer damit, jemanden an mich ranzulassen und enge Freundschaften zu knüpfen.

Im Grunde genommen ist mein Freund deswegen die einzige enge Beziehung, die ich habe.

Zum Problem wird es für mich in dem Punkt, dass ich es mir manchmal als Ungleichgewicht zwischen uns vorkommt und ich Angst habe, dass mein Freund mich gar nicht braucht, weil er so gut eingebettet ist in seine Familie und auch viele gute Freundschaften.

Ich habe oft Angst vor einer Trennung, weil ich dann alleine dastehe und gewissermaßen vor dem Nichts, während mein Freund Familie und viele Freunde hat.
Ich brauche auch ganz viel Versicherung von ihm, dass er zufrieden ist und mit mir zusammen sein will. Er sagt mir das auch oft, auch unaufgefordert und von Herzen. Ich glaube ihm auch, dass er mich liebt und gern mit mir zusammen ist, aber in einigen Punkten kommt es mir dann wieder so vor, dass ich mir viel mehr von unserer Beziehung erhoffe als er sich und es für ihn nicht so schlimm wäre, wenn es irgendwann auseinander geht.

Weil ich selbst nicht wirklich mit Familie aufgewachsen bin und da einen komplizierten Hintergrund habe, ist es für mich auch nicht so leicht sich in seine Familie zu integrieren. Fast alle sind nett, aber ich kann trotzdem nicht so gut andocken bei ihnen und mit ein, zwei gibt es auch Probleme, mit denen ich auch sehr schlecht umgehen kann. Ich bin nach Familientreffen auch oft sehr traurig und unglücklich, was mein Freund versteht, aber ihn auch runterzieht.

Ich kann natürlich nichts dafür, aber ein bisschen stört es meinen Freund auch, dass ich keine Familie mitbringe. Stören ist das falsche Wort, ich kann es ja nicht ändern, aber ich hatte die letzten Monate einige Probleme, in denen mich mein Freund auch tatkräftig unterstützt hat, aber er wollte ein paar Mal seine Eltern oder andere Familienmitglieder hinzuziehen, weil er das automatisch machen würde bei seinen eigenen Problemen. Ich habe das aber abgelehnt, weil es mich in Stress versetzt hätte, wenn die Familie von meinem Freund in meine Probleme gezogen wird. Mein Freund konnte es nicht so richtig verstehen und blöderweise blieb dann viel an ihm hängen. Er sagte in der Zeit oft, ob wir nicht doch seine Eltern fragen können und wie praktisch es wäre, wenn ich Eltern hätte, die mithelfen könnten.

Auf der anderen Seite ist meinem Freund meine Liebe und Aufmerksam manchmal zu viel, weil er mein Hauptfokus ist und alles, was mir auf der Seele liegt, fast nur mit ihm teile, er meine ganze Liebe und Zuneigung bekommt, ich am liebsten alles mit ihm machen und unternehmen würde, während es sich bei ihm einfach aufteilt, weil er verschiedene Freunde für verschiedene Hobbys und Interessen hat, Geschwister, Familie, Kindheitsfreunde, Kommilitonen, Kollegen,...

Das ist auch oft nicht einfach.
Ich habe manchmal und in letzter Zeit besonders oft Angst, dass wir keine Perspektive haben und mein Freund sich früher oder später trennen will. Ich will mich nicht von ihm trennen, aber manchmal habe ich eine Stimme in mir, die mir sagt, dass es vielleicht unvermeidbar ist.
Dabei verstehen wir uns so gut und es ist vor allem das Ungleichgewicht, dass er viel Familie und Freunde in seinem Leben hat und ich fast gar keine.
War jemand schon in einer ähnlichen Situation?
 
Liebe ist das Eine, aber Furcht vor dem Alleinsein ist falsch. Sieh Dir an ob die Beziehung gerettet werden kann, aber fürchte Dich nicht vor dem alleine sein. Es ist eine gute Sache!
 
Ich habe manchmal und in letzter Zeit besonders oft Angst, dass wir keine Perspektive haben und mein Freund sich früher oder später trennen will.
Ehrlich gesagt - wenn du so weitermachst, ist der Gedanke gar nicht so abwegig.
Aber NICHT, weil er eine intakte Familie hat und du nicht.
Sondern weil du klammerst und dich needy präsentierst.
Als habe ER die komplette Verantwortung für dein Glück.
aber ich hatte die letzten Monate einige Probleme, in denen mich mein Freund auch tatkräftig unterstützt hat, aber er wollte ein paar Mal seine Eltern oder andere Familienmitglieder hinzuziehen, weil er das automatisch machen würde bei seinen eigenen Problemen. Ich habe das aber abgelehnt, weil es mich in Stress versetzt hätte, wenn die Familie von meinem Freund in meine Probleme gezogen wird. Mein Freund konnte es nicht so richtig verstehen und blöderweise blieb dann viel an ihm hängen.
Du überforderst deinen Freund.
Er sagte in der Zeit oft, ob wir nicht doch seine Eltern fragen können
Wenn es dir nicht gelingt, dich über die "geschenkte" Familie zu freuen, sehe ich probleme für eure Beziehung. Du kannst nicht erwarten, dass er ein gesundes System zerstört, um so bedürftig und krankhaft anhänglich wie du zu werden.
Auf der anderen Seite ist meinem Freund meine Liebe und Aufmerksam manchmal zu viel, weil er mein Hauptfokus ist und alles, was mir auf der Seele liegt, fast nur mit ihm teile, er meine ganze Liebe und Zuneigung bekommt, ich am liebsten alles mit ihm machen und unternehmen würde, während es sich bei ihm einfach aufteilt, weil er verschiedene Freunde für verschiedene Hobbys und Interessen hat, Geschwister, Familie, Kindheitsfreunde, Kommilitonen, Kollegen,...
Du erstickst ihn, wenn du nicht ganz schnell selbständig wirst, dir Freunde suchst und bei seiner Familie andockst.
 
Hallo @Millie,

freu dich das du eine gesunde funktionierende Beziehung hast. 😉

Ich kann verstehen, das dich das manchmal überfordert, weil du sowas aus deiner Vergangenheit scheinbar nicht kennst.
Eine Trennung tut immer weh, aber wenn man ein Umfeld hat das für einen da ist, ist das leichter stimmt schon. Würde also nicht an sowas denken, das ihm sowas leicht fallen würde, gerade weil er ja auch auf Zusammenhalt steht und ein Familienmensch ist.

Was mir etwas zu denken gibt ist das du große Verlustangst hast, keinen Kontakt zu deiner Familie (aus Gründen...?), deine vorherigen Beziehungen scheinbar eher toxisch waren und du ihn so sehr fokussierst.
Versuch neue Freunde zu finden und auch was ohne ihn zu unternehmen, das ist schwer aber machbar und sollte in einer gesunden Beziehung so sein, dass man nicht nur am Partner hängt und 24/7 zusammen sein will, das kann auch erdrückend auf Dauer sein.
Hast du schonmal an eine Therapie gedacht? Das kann helfen alte Sachen zu verarbeiten und auch Fortschritte zu machen bei der Familenkommunikation und Freunde finden.
 
Liebe ist das Eine, aber Furcht vor dem Alleinsein ist falsch. Sieh Dir an ob die Beziehung gerettet werden kann, aber fürchte Dich nicht vor dem alleine sein. Es ist eine gute Sache!
Ich war schon fast mein ganzes Leben lang auf mich allein gestellt, dass ich mich davor auch nicht fürchte.
Ich fürchte mich mehr davor meinen Freund zu verlieren und dann keine Kraft und Vertrauen mehr zu haben, noch mal neu anzufangen.

Dir würde vielleicht mehr Selbstbewusstsein gut tun?
In manchen Bereichen ja, definitiv!
In anderen bin ich selbstbewusst.
Ich finde es schwierig, dass Du nur Deinen Freund als Problemlöser hast.
Ich sehe ihn nicht als Problemlöser an. Ich löse meine Probleme schon selbst. Aber wir unterstützen uns beide bei Problemen weil das für uns beide zu einer guten Beziehung gehört.

Sondern weil du klammerst und dich needy präsentierst.
Als habe ER die komplette Verantwortung für dein Glück.
Es gibt Tage und Phasen, in denen ich schon ein bisschen dazu neige anhänglich zu sein. Klammern würde ich nicht sagen, weil wir auch einen sehr unabhängigen Alltag voneinander haben und es okay ist.
Mein Freund hat auch nicht die Verantwortung für mein Glück.

Du überforderst deinen Freund.
Wie meinst du das?
Wenn es dir nicht gelingt, dich über die "geschenkte" Familie zu freuen, sehe ich probleme für eure Beziehung. Du kannst nicht erwarten, dass er ein gesundes System zerstört, um so bedürftig und krankhaft anhänglich wie du zu werden.
Ich mag seine Familie und finde sie nett. Mit manchen Familienmitglieder komme ich auch richtig gut aus. Aber manches ist schwierig für mich mit familiären Dingen.
Oh Gott, wieso sollte ich erwarten, dass er seine guten Beziehungen zerstört? Das schrieb ich in keinster Weise.
Danke, dass du mich als bedürftig und krankhaft anänglich bezeichnest ohne mich zu kennen. 😃
Du erstickst ihn, wenn du nicht ganz schnell selbständig wirst, dir Freunde suchst und bei seiner Familie andockst.
Guter Rat, besten Dank!
Suche dir Freunde, damit du nicht nur von ihm abhängig bist.
Ich habe einige Bekannte und manche auch schon länger und enger. Teilweise könnte man es auch als Freundschaft bezeichnen, aber für mich ist es schwer komplett zu vertrauen und ich habe immer noch so eine letzte Distanz dazwischen, weil ich mich damit wohler fühle.

Ich finde "Suche dir Freunde" auch immer so ein komischer Rat. Es ist ja nicht, wie ein neues Paar Schuhe, dass man im Laden sucht.
Was mir etwas zu denken gibt ist das du große Verlustangst hast, keinen Kontakt zu deiner Familie (aus Gründen...?), deine vorherigen Beziehungen scheinbar eher toxisch waren und du ihn so sehr fokussierst.
Das hat alles schwerwiegende Gründe, ist jetzt auch nicht wichtig es im Detail zu beschreiben, aber meine Kindheit war sehr bewegt und schwierig, ich habe viele schlimme Dinge erlebt und bin überwiegend im Heim und betreuten WGs aufgewachsen, von da dann auch in ungesunde und schwierige Beziehungen mit Jungs, die es auch schwer hatten und ähnliche Erlebnisse, und das hat dann nicht gut zusammengepasst.
Mein Freund ist eigentlich der erste Fixpunkt in meinem Leben.
Versuch neue Freunde zu finden und auch was ohne ihn zu unternehmen, das ist schwer aber machbar und sollte in einer gesunden Beziehung so sein, dass man nicht nur am Partner hängt und 24/7 zusammen sein will, das kann auch erdrückend auf Dauer sein.
Ich habe auch nicht gemeint, dass wir 24/7 zusammen sind, wir wohnen nicht einmal zusammen, haben verschiedenes zu tun mit unserem Studium und Jobs und unternehmen auch etwas ohne einander, weil wir nur teilweise gemeinsame Interessen haben. Aber wenn es etwas gibt, was uns verbindet oder von dem ich weiß, dass es uns beide sehr glücklich macht, möchte ich es am liebsten mit ihm machen und er hat eine Auswahl an Menschen und Freundesgruppen. Das ist auch okay und ich freue mich für ihn, aber für mich trotzdem nicht immer leicht.
Fürs Protokoll: ich erwarte nicht von ihm, dass er alles nur mit mir macht.
Hast du schonmal an eine Therapie gedacht? Das kann helfen alte Sachen zu verarbeiten und auch Fortschritte zu machen bei der Familenkommunikation und Freunde finden.
Habe ich schon hinter mir und eine sehr schlechte Erfahrung gemacht, dadurch möchte ich das nicht mehr so gerne machen.
 
Dein geschildertes Problem könnte ich nur dann als Ungleichgewicht werten, wenn Dein Partner seine Familie und seinen Freundeskreis Dir vorziehen würde.
Das lese ich aber nicht aus Deinem Bericht.

Dein Freund ist Dein Freund und er steht zu Dir.
Ich sehe nichts, was Deine Verlustängste (Verlust der Beziehung, der Partnerschaft) begründet.
Es gibt keine Garantie, dass Eure Beziehung ewig hält, aber es gibt auch keine Anzeichen, dass dem nicht so ist.
Einzig Deine Sorgen drüben die Beziehung.
Auch wenn Du es nicht möchtest, eine Therapie könnte Dir da helfen.
Wie @cucaracha geschrieben hat, es gibt auch gute Therapeuten.

Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
J Beziehungsprobleme Liebe 69
E Komplizierte Beziehungsprobleme, Veränderung beim Partner. Liebe 43
P Beziehungsprobleme & verliebt Liebe 105

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben