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Beziehung zur Familie verbessern

GenauSo

Neues Mitglied
Hallo,
ich weiß gar nicht, wie ich dieses Thema anfangen soll.
Ich bin Ende 20 und wohne in einer Kleinstadt. Ich habe eine etwas größere Familie, bzw. im engen Kreis gibt es nur meine Mutter und mich aber ich habe noch drei Tanten (die Schwestern von meiner Mutter, alle verheiratet und Kinder). Alle wohnen hier in der Kleinstadt.

Ich stamme aus einer reinen „Arbeiter“ Familie, niemand hat studiert außer ich. Ich habe immer das Gefühl es niemanden recht machen zu können. Ich habe ein mittelmäßiges Abitur gemacht und bin in meinem Studium komplett aufgeblüht. Ich habe für jede Prüfung sehr hart gelernt und war immer stolz, wenn ich mal eine gute Prüfung geschrieben habe.
Jetzt nach meinem Studium verdiene ich gut (nicht übermäßig viel, aber mehr als manche Personen in unserer Familie).

ich stamme aus einfachen Verhältnissen, meine Mutter war allein erziehend und wir konnten uns keinen Luxus oder sowas leisten, was völlig okay für mich war.
Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung gemacht und mein Studium als Fernstudium neben meinem Vollzeitjob absolviert und es selbst bezahlt.

Ich habe schon seit ich 16 war immer neben der Schule gearbeitet und jetzt eben neben meinem Vollzeitjob auch studiert.
Zusätzlich bin ich seit 3 Jahren mit meinem Freund zusammen, der ebenfalls gut verdient (er arbeitet im Schichtdienst in einem Chemieunternehmen).
Wir prahlen niemals mit Geld oder Ähnliches. Mein Freund fährt auch noch seinen ganz alten Golf, den er hat seit er 18 ist.
Seit einiger Zeit merke ich immer mehr, dass nur noch Kommentare verteilt werden und Seitenhiebe.
Wenn ich eine gute Prüfung geschrieben habe, hieß es nur „naja was auch sonst, du schreibst ja nur gute Noten, das fliegt dir ja zu“.
Da wir gerne verreisen (das konnten wir uns früher nunmal nicht leisten und es ist meine Leidenschaft), heißt es immer nur „oh schön, sowas konnten wir uns ja nicht leisten“ und so weiter…

ich gehe nicht mal mehr gerne zu Familienfeiern oder Geburtstagen weil ich es wirklich doof finde…
Ich habe mir mein Studium und sowas hart erarbeitet, habe nächte durchgemacht um für meine Prüfungen zu lernen, und war wirklich stolz auf mich, dass ich endlich etwas gefunden habe, in dem ich gut bin. Ich habe es teilweise sogar nicht mehr erzählt wenn ich wieder eine Prüfung hatte, denn wenn ich mich freute, wurde ich nur als arrogant betitelt oder Ähnliches..

das macht mich so traurig und ich kann es nicht verstehen, ich freue mich immer total wenn jemand eine tolle Nachricht hat oder bin stolz auf andere Menschen, wenn sie etwas Erreichen wo sie hart für arbeiten.
Ich habe eine gute Freundin (seit der Schulzeit) und sie ist so ein herzensguter Mensch, ich muss mich nicht verstecken und darf mich auch mal freuen über eine gute Prüfung oder eine tolle Beziehung oder eine tolle Reise.
Ich habe auch schon immer gerne Menschen beschenkt, vor allem meine Mutter, weil sie immer alles getan hat, damit es mir gut ging.
Zu ihrem 60. Geburtstag habe ich ihr einen Kurztrip an die polnische Ostsee geschenkt und es wurde nur schlecht gemacht von allen.
sie betiteln mich nur noch als Großverdienerin oder lassen Kommentare ab.

ich habe es ihr geschenkt um ihr eine Freude zu machen, nicht um ein großes Dankeschön zu erhalten oder Ähnliches.
Ich finde das einfach schade, es macht mich traurig. Ich bin ein Familienmensch, aber möchte mich auch nicht mehr behandeln lassen wie einen Außenseiter oder wie eine Arrogante Tussi oder sowas.

wie kann ich diese Situation lösen? Ich habe das Gefühl, umso älter ich werde und mehr erreiche oder mache, umso schlimmer wird es..
wie kann ich diese Situation lösen? Ich habe das Gefühl, umso älter ich werde und mehr erreiche oder mache, umso schlimmer wird es..
Wir wollen in den nächsten Jahren ein Haus bauen und sparen schon fleißig darauf, ich habe es bisher noch nicht mal jemandem aus meiner Familie erzählt, weil ich weiß, was für antworten kommen…

viele Grüße
 

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
Wenn mich jemand dumm anmacht, weil ich gut verdiene und er nicht, dann schaue ich ihn zunächst fest an und sage dann mit entspannt-lässiger Stimme: "Tja, Augen auf bei der Berufswahl!".
Irgendwann hört das Generve dann auf.
 

flower55

Aktives Mitglied
Hallo,
schade, sehr, sehr schade.
Du hast enormes geleistet, um das berufliche Ziel zu erreichen.

Du wirst Deine Familie etc. nicht ändern können. Sie haben ihr Leben und ihre Gründe,
daß sie sich Dir gegenüber so verhalten. Es ist sehr verletzend, sich die Anerkennung
zu wünschen, die letztendlich doch verweigert wird.
Das Wertvolle ist, daß Du Dir selber liebevolle Anerkennung und Wertschätzung
schenkst. Mache Dich unabhängig von der Anerkennung Deiner Familie und lebe Dein
eigenes Leben.
Vielleicht gelingt es Dir, ohne innere Erwartungshaltung mit Deiner Familie
zusammen zu sein; ist ein innerer Prozess, den zu gehen es sich lohnt.
Schenk Deine Familie einfach Zeit, wenn Du mir ihr zusammen bist.
Manchmal macht es in gewissen Phasen Sinn, sich mehr dem eigenen Leben zu
widmen (Freund, Freundinnen, Hobbys etc.) und weniger dem Familienleben.
So entsteht eine gewisse Distanz.
Lass alles los, was mit Deinem Familienleben zusammenhängt und akzeptiere die
Familienverhältnisse so, wie sie sind.

alles Liebe
flower55
 

GenauSo

Neues Mitglied
Vielen Dank für deinen Beitrag! Ich finde er öffnet einem wirklich die Augen.
Man strebt immer wieder nach Anerkennung und möchte dass andere erkennen, wie hart man arbeitet.
aber du hast absolut recht!
man manchen Tagen wünschte ich sogar, ich wäre weit weg gezogen, nur um nicht ständig mit meiner Familie zusammen zu sein.
Bei uns ist es normal, mindestens einmal die Woche zusammen zu sitzen.. ein nein, ich habe leider keine Zeit, wird nicht akzeptiert.
Ich sollte wohl einfach versuchen, mein Leben so zu gestalten, wie es mir gefällt…
 

flower55

Aktives Mitglied
man manchen Tagen wünschte ich sogar, ich wäre weit weg gezogen, nur um nicht ständig mit meiner Familie zusammen zu sein.
Bei uns ist es normal, mindestens einmal die Woche zusammen zu sitzen.. ein nein, ich habe leider keine Zeit, wird nicht akzeptiert.
Ich sollte wohl einfach versuchen, mein Leben so zu gestalten, wie es mir gefällt…
Hallo,
irgendwann ist die Zeit da, sich von der eigenen Familie abzunabeln und sich nicht zuviel
in die vorhandenen Familienstrukturen einzubinden.

Einmal die Woche mit der Familie zusammen zu sein und innerlich das zu fühlen, was Du
für Dich wahrnimmst, ist zuviel.
Es geht nicht darum, dass Deine Familie ein "NEIN" von Dir nicht akzeptiert und Du
Deine innere Aufmerksamkeit dabei auf Deine Familie richtest und genau das tust,
was sie von Dir erwarten.
Es geht darum, daß Du für Dich nach innen schaust, wie Du Dich fühlst, bist Du mit
Deiner Familie zusammen. Und auch, wenn Du einfach zu verstehen gibst, dass Du
nun nicht mehr einmal die Woche nicht kommst und auch dafür brauchst Du ihnen
gegenüber keinerlei Gründe nennen. Du bist nicht dafür da, um ihre Erwartungshaltungen,
die sie auch an Dich haben, zu erfüllen. Sie werden damit klarkommen, dass Du
weniger Zeit für sie hast; es wird seine Zeit brauchen. Lass sie in Ruhe ihre
Familienstrukturen leben, wie immer sie das möchten. Du hast alles für Dich unabhängig
von ihnen aufgebaut.
Familienstrukturen sind manchmal sehr festgefahrene und lassen sich nicht
lösen. Manche Familienstrukturen schaffen es, Aufmerksamkeit zu schenken
und eine gewisse gegenseitige Aufmerksamkeit und Achtung füreinander zu
leben und manche Familienstrukturen schaffen das nicht.

Schaffe Du für Dich Deine eigenen Beziehungsstrukturen und lebe das und
verliere es nicht. Ihr beiden spart gemeinsam für ein Haus. Vielleicht werdet ihr
irgendwann eine Familie.

Vielleicht haben Deine Familienangehörigen (Eltern etc.) in ihrer eigenen Familie
nicht die wertschätzende Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen, die sie
sich gewünscht haben und es ist ihnen nicht bewußt. Und dadurch tun sie sich
enorm schwer, Dir die Anerkennung und Aufmerksamkeit zu schenken, die Du
gerne von ihnen möchtest. Diese Haltungen innerlich loszulassen, machen Dich
irgendwann freier, ihnen ohne das damit Verbundene begegnen zu können.

Es ist schön, daß Deine Familie Wert darauf legt, daß ihr wöchentlich zusammen
seit. Nur gibt es Phasen, in denen das nicht mehr möglich ist und es Distanz
braucht. Distanz, die irgendwann ein anderes Miteinander möglich macht.
Das Letztgenannte nicht als Ziel betrachten oder als Erwartungshaltung; eher
als Lebensmöglichkeit, die sich ergeben kann.

Nehmt Euch Zeit als Paar; ihr seit beruflich beide eingebunden. Habt eine
berufliche Aufbauphase hinter Euch. Und braucht u.a. auch Zeit füreinander.
Das mit wöchentlichen Familienbesuchen zu gestalten, kann durchaus
zu streßigen Situationen führen.

alles Liebe
flower55
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Ich vermute, dass deine Familie auf dich und deine Erfolge neidisch ist.

Versuche weiterhin eine Distanz zu ihnen zu halten, von ihnen nichts zu erwarten und ihnen möglichst wenig von dir zu erzählen.

Du kannst deine Familie nicht ändern, aber du kannst dich vor ihr schützen.

Flower schrieb sehr gute Beiträge zu deinem Thema.
 

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