Hallo zusammen,
ich brauche dringend ein paar Meinungen von außen.
Ich bin mit meinem Freund seit etwas mehr als 6 Jahren zusammen.
Kennen gelernt haben wir uns im Internet, zu der Zeit habe ich alleine mit meinen damals 10 jährigen Sohn in einer kleiner Mietwohnung gelebt.
Am Anfang lief es super, wir waren sehr verliebt, er war liebevoll, aufmerksam und immer zuverlässig, gab mir ein Gefühl von Sicherheit, war sozusagen mein Fels in der Brandung, auf den ich mich immer verlassen konnte. Auch mit meinem Sohn hat er sich gut verstanden.
Wir haben uns dann relativ schnell ein Haus zur Miete gesucht und sind zusammen gezogen (nach 2 Jahren). Seine damals 13 jährige Tochter, die vorher bei der Mutter lebte, ist mit eingezogen, da es ihr bei ihrer Mutter nicht so gut ging.
In der Anfangszeit befand sich mein Freund gerade in einer Umschulung, das heißt er war zwischendurch mehrere Wochen nicht zuhause, da er auf Lehrgängen sein musste. Ich war also mit beiden Kindern alleine.
Es fiel mir leider recht schwer, einen Zugang zu seiner Tochter zu bekommen, dadurch fühlte sich die Zeit, wo er nicht da war, für mich recht angespannt an.
Das Verhältnis ist bis heute sehr distanziert, wir reden zwischendurch miteinander, manchmal erzählt sie mir auch von ihren Sorgen und fragt mich um Rat, aber eine richtige Bindung ist nie entstanden.
Sein Verhältnis zu ihr ist allerdings auch eher distanziert und wenig liebevoll, es geht immer mehr um praktische Hilfestellungen bei Problemen als um ein emotionales Miteinander.
Mein Sohn entwickelte in der Zeit als wir zusammen gezogen sind, ziemlich heftige Panikattacken, wo durch er teilweise nicht mehr zur Schule gehen konnte und ich nicht zur Arbeit. Das zog sich über mehrere Monate und war eine große Belastung für uns. Mein Freund hat mich in dieser Zeit teilweise sehr unterstützt, teilweise hat er sich aber auch viel zurück gezogen, weil es für ihn anstrengend war.
Er hatte sich im Keller eine Art Büro eingerichtet und hier hat er sehr viel Zeit am PC verbracht, mit Arbeit und Computerspielen etc ( er arbeitet in der IT). Teilweise kam er nach Hause, sagte kurz Hallo und verschwand dann bis spät in die Nacht im Keller.
Zu der Zeit habe ich so gut wie alles im Haushalt alleine gemacht und ich saß auch des öfteren mit den Kindern alleine da, weil er entweder arbeiten musste oder sich zurück gezogen hat oder mal raus musste (seine freunde wohnen alle recht weit entfernt, da er zu meinem Wohnort gezogen ist, er hat versucht, neue Kontakte zu knüpfen).
Das Ganze führte dann dazu, daß ich häufig gestresst und genervt war, weil ich mich allein gelassen gefühlt habe, das kannte ich so nicht von ihm. Es gab also häufiger Streit. Die Sache mit dem Haushalt hat sich dann nach ein paar Gesprächen verbessert, er fing an mehr zu helfen.
An einem Abend sah dann ich zufällig ein Bild von einer halbnackten Frau auf seinem Handy als wir zusammen auf dem Sofa saßen.
Er war insgesamt sehr viel mit seinem Handy beschäftigt, nahm es um überall mit hin usw. Auf meine Nachfrage meinte er, das wäre nur Werbung gewesen. Ich hatte aber ein komisches Bauchgefühl und nachdem mir einige weitere merkwürdige Sachen aufgefallen waren, habe ich, obwohl es ich weiß, dass so etwas eigentlich falsch ist, in seinem Computer nachgesehen. Das, was ich gefunden habe, war wie ein heftiger Schlag ins Gesicht. Er hatte eine Sammlung von Nacktfotos von seinen Ex Freundinnen ( zu denen auch noch Kontakt hält) , war auf Interseiten angemeldet,bei denen es eindeutig nur um das Eine ging, er hat auf Social Media Seiten Bilder von halbnackten Frauen geliket und kommentiert etc etc etc..
Das alles hat mich so unglaublich schockiert und überfordert, ich wollte ihn eigentlich direkt konfrontieren und das Ganze beenden, aber auf der anderen Seite hab ich mich geschämt, weil ich einfach in seiner Privatsphäre rumgeschnüffelt hatte und außerdem hatte ich panische Angst, die Beziehung zu beenden, weil mein Kind so fragil war, ich war mir nicht sicher, ob er so eine krasse Veränderung verkraften konnte. Also habe ich versucht, das Ganze zu ignorieren und nichts gesagt.
Das ging etwa ein Jahr lang, mein Sohn hat zwischenzeitlich seine Panikattacken mit professioneller Hilfe überwunden.
Dann gab es zwischendurch immer mal wieder ein paar Ungereimtheiten und es knallte letztendlich doch.
Wir uns dann aber doch nicht getrennt, haben viele, auch sehr gute Gespräche geführt und eine Paarberatung aufgesucht, es wurde insgesamt besser.
Aber ich konnte irgendwie nie das Vertrauen richtig wieder aufbauen, ich habe es wirklich versucht, aber ein leiser Zweifel war immer unterbewusst da.
Weitere Probleme hatten wir bei der Kommunikation, mir fällt es oft schwer, zu sagen, was in mir vorgeht, was ich gerade brauche oder auch Hilfe anzunehmen.
Er hat sich oft tagelang zurück gezogen, wenn wir Streit hatten und nicht mehr mit mir gesprochen, was sich für mich oft unerträglich angefühlt hat.
Wir haben aber trotzdem immer wieder versucht, das Ganze zu bearbeiten und ich würde sagen, wir sind mittlerweile beide viel reflektierter geworden und können den anderen besser verstehen.
Wir haben auch zwischendurch sehr viele schöne Momente gemeinsam erlebt, viele Herausforderungen zusammen gemeistert und uns gegenseitig unterstützt, es gab auf gar keinen Fall nur schlechte Zeiten. Die Gefühle sind auch noch da.
Aktuell ist die Situation allerdings wieder etwas schwierig. In Bezug auf die Kommunikation sind wir noch lange nicht beim idealen Zustand angekommen, wir fallen immer wieder in alte Muster zurück, es fällt uns allerdings im Nachhinein auf und wir reden gemeinsam darüber.
Vor einiger Zeit gab es für mich einen Rückschlag in Sachen Vertrauen, ich habe - dieses Mal zufällig - mitbekommen, dass er unsere Schwierigkeiten in der Beziehung mit einer der Frauen diskutiert, von der er unter anderem auch die besagten Fotos hat. Außerdem waren die besagten Bilder bis vor kurzem immer noch in seinem Besitz, obwohl er damals versprochen hatte, alles zu löschen. Angeblich hat er es übersehen bzw. es war ihm nicht bewußt, daß diese noch auf einer Festplatte existieren. Ich möchte ihm das sehr gerne glauben, es hat mich aber wieder stark verunsichert. Das alles führte dazu, daß wir wieder mehr Konflikte hatten, teilweise war ich auch sehr ekelhaft zu ihm, wodurch er sich so fühlte, als würde ich ihn als Fußabtreter benutzen.
Letztendlich hatten wir vor etwas mehr als einer Woche wieder einen großen Streit, in dem dann aus mir alles herausplatzte, was sich über die letzten Jahre so aufgestaut hat. Das Ergebnis war, daß wir uns einig waren, das die Beziehung hier enden muss und er auszieht.
Da aber auf beiden Seiten noch so viel Gefühl für den jeweils anderen vorhanden ist, ist jetzt der aktuelle Stand, dass wir uns fürs erste doch nur räumlich trennen...
Ich habe sehr wechselhafte Gefühle und Gedanken zu der ganzen Sache und es ist mir ein ganz dringendes Bedürfnis, das alles mit jemand neutralem zu besprechen.
Ich habe versucht, einen Termin für ein Erstgespräch bei einem Therapeuten zu bekommen, leider bis jetzt ohne Erfolg, da alle, die ich kontaktiert habe, vollkommen überlastet sind.
Daher wende ich mich hier an dieses Forum. Vielleicht gibt es hier ja Menschen, die sich diesen ellenlangen Text durchlesen und mir ihre Einschätzung zu meiner Situation mitteilen. Das würde mich auf jeden Fall sehr freuen. Dankeschön schon mal.
ich brauche dringend ein paar Meinungen von außen.
Ich bin mit meinem Freund seit etwas mehr als 6 Jahren zusammen.
Kennen gelernt haben wir uns im Internet, zu der Zeit habe ich alleine mit meinen damals 10 jährigen Sohn in einer kleiner Mietwohnung gelebt.
Am Anfang lief es super, wir waren sehr verliebt, er war liebevoll, aufmerksam und immer zuverlässig, gab mir ein Gefühl von Sicherheit, war sozusagen mein Fels in der Brandung, auf den ich mich immer verlassen konnte. Auch mit meinem Sohn hat er sich gut verstanden.
Wir haben uns dann relativ schnell ein Haus zur Miete gesucht und sind zusammen gezogen (nach 2 Jahren). Seine damals 13 jährige Tochter, die vorher bei der Mutter lebte, ist mit eingezogen, da es ihr bei ihrer Mutter nicht so gut ging.
In der Anfangszeit befand sich mein Freund gerade in einer Umschulung, das heißt er war zwischendurch mehrere Wochen nicht zuhause, da er auf Lehrgängen sein musste. Ich war also mit beiden Kindern alleine.
Es fiel mir leider recht schwer, einen Zugang zu seiner Tochter zu bekommen, dadurch fühlte sich die Zeit, wo er nicht da war, für mich recht angespannt an.
Das Verhältnis ist bis heute sehr distanziert, wir reden zwischendurch miteinander, manchmal erzählt sie mir auch von ihren Sorgen und fragt mich um Rat, aber eine richtige Bindung ist nie entstanden.
Sein Verhältnis zu ihr ist allerdings auch eher distanziert und wenig liebevoll, es geht immer mehr um praktische Hilfestellungen bei Problemen als um ein emotionales Miteinander.
Mein Sohn entwickelte in der Zeit als wir zusammen gezogen sind, ziemlich heftige Panikattacken, wo durch er teilweise nicht mehr zur Schule gehen konnte und ich nicht zur Arbeit. Das zog sich über mehrere Monate und war eine große Belastung für uns. Mein Freund hat mich in dieser Zeit teilweise sehr unterstützt, teilweise hat er sich aber auch viel zurück gezogen, weil es für ihn anstrengend war.
Er hatte sich im Keller eine Art Büro eingerichtet und hier hat er sehr viel Zeit am PC verbracht, mit Arbeit und Computerspielen etc ( er arbeitet in der IT). Teilweise kam er nach Hause, sagte kurz Hallo und verschwand dann bis spät in die Nacht im Keller.
Zu der Zeit habe ich so gut wie alles im Haushalt alleine gemacht und ich saß auch des öfteren mit den Kindern alleine da, weil er entweder arbeiten musste oder sich zurück gezogen hat oder mal raus musste (seine freunde wohnen alle recht weit entfernt, da er zu meinem Wohnort gezogen ist, er hat versucht, neue Kontakte zu knüpfen).
Das Ganze führte dann dazu, daß ich häufig gestresst und genervt war, weil ich mich allein gelassen gefühlt habe, das kannte ich so nicht von ihm. Es gab also häufiger Streit. Die Sache mit dem Haushalt hat sich dann nach ein paar Gesprächen verbessert, er fing an mehr zu helfen.
An einem Abend sah dann ich zufällig ein Bild von einer halbnackten Frau auf seinem Handy als wir zusammen auf dem Sofa saßen.
Er war insgesamt sehr viel mit seinem Handy beschäftigt, nahm es um überall mit hin usw. Auf meine Nachfrage meinte er, das wäre nur Werbung gewesen. Ich hatte aber ein komisches Bauchgefühl und nachdem mir einige weitere merkwürdige Sachen aufgefallen waren, habe ich, obwohl es ich weiß, dass so etwas eigentlich falsch ist, in seinem Computer nachgesehen. Das, was ich gefunden habe, war wie ein heftiger Schlag ins Gesicht. Er hatte eine Sammlung von Nacktfotos von seinen Ex Freundinnen ( zu denen auch noch Kontakt hält) , war auf Interseiten angemeldet,bei denen es eindeutig nur um das Eine ging, er hat auf Social Media Seiten Bilder von halbnackten Frauen geliket und kommentiert etc etc etc..
Das alles hat mich so unglaublich schockiert und überfordert, ich wollte ihn eigentlich direkt konfrontieren und das Ganze beenden, aber auf der anderen Seite hab ich mich geschämt, weil ich einfach in seiner Privatsphäre rumgeschnüffelt hatte und außerdem hatte ich panische Angst, die Beziehung zu beenden, weil mein Kind so fragil war, ich war mir nicht sicher, ob er so eine krasse Veränderung verkraften konnte. Also habe ich versucht, das Ganze zu ignorieren und nichts gesagt.
Das ging etwa ein Jahr lang, mein Sohn hat zwischenzeitlich seine Panikattacken mit professioneller Hilfe überwunden.
Dann gab es zwischendurch immer mal wieder ein paar Ungereimtheiten und es knallte letztendlich doch.
Wir uns dann aber doch nicht getrennt, haben viele, auch sehr gute Gespräche geführt und eine Paarberatung aufgesucht, es wurde insgesamt besser.
Aber ich konnte irgendwie nie das Vertrauen richtig wieder aufbauen, ich habe es wirklich versucht, aber ein leiser Zweifel war immer unterbewusst da.
Weitere Probleme hatten wir bei der Kommunikation, mir fällt es oft schwer, zu sagen, was in mir vorgeht, was ich gerade brauche oder auch Hilfe anzunehmen.
Er hat sich oft tagelang zurück gezogen, wenn wir Streit hatten und nicht mehr mit mir gesprochen, was sich für mich oft unerträglich angefühlt hat.
Wir haben aber trotzdem immer wieder versucht, das Ganze zu bearbeiten und ich würde sagen, wir sind mittlerweile beide viel reflektierter geworden und können den anderen besser verstehen.
Wir haben auch zwischendurch sehr viele schöne Momente gemeinsam erlebt, viele Herausforderungen zusammen gemeistert und uns gegenseitig unterstützt, es gab auf gar keinen Fall nur schlechte Zeiten. Die Gefühle sind auch noch da.
Aktuell ist die Situation allerdings wieder etwas schwierig. In Bezug auf die Kommunikation sind wir noch lange nicht beim idealen Zustand angekommen, wir fallen immer wieder in alte Muster zurück, es fällt uns allerdings im Nachhinein auf und wir reden gemeinsam darüber.
Vor einiger Zeit gab es für mich einen Rückschlag in Sachen Vertrauen, ich habe - dieses Mal zufällig - mitbekommen, dass er unsere Schwierigkeiten in der Beziehung mit einer der Frauen diskutiert, von der er unter anderem auch die besagten Fotos hat. Außerdem waren die besagten Bilder bis vor kurzem immer noch in seinem Besitz, obwohl er damals versprochen hatte, alles zu löschen. Angeblich hat er es übersehen bzw. es war ihm nicht bewußt, daß diese noch auf einer Festplatte existieren. Ich möchte ihm das sehr gerne glauben, es hat mich aber wieder stark verunsichert. Das alles führte dazu, daß wir wieder mehr Konflikte hatten, teilweise war ich auch sehr ekelhaft zu ihm, wodurch er sich so fühlte, als würde ich ihn als Fußabtreter benutzen.
Letztendlich hatten wir vor etwas mehr als einer Woche wieder einen großen Streit, in dem dann aus mir alles herausplatzte, was sich über die letzten Jahre so aufgestaut hat. Das Ergebnis war, daß wir uns einig waren, das die Beziehung hier enden muss und er auszieht.
Da aber auf beiden Seiten noch so viel Gefühl für den jeweils anderen vorhanden ist, ist jetzt der aktuelle Stand, dass wir uns fürs erste doch nur räumlich trennen...
Ich habe sehr wechselhafte Gefühle und Gedanken zu der ganzen Sache und es ist mir ein ganz dringendes Bedürfnis, das alles mit jemand neutralem zu besprechen.
Ich habe versucht, einen Termin für ein Erstgespräch bei einem Therapeuten zu bekommen, leider bis jetzt ohne Erfolg, da alle, die ich kontaktiert habe, vollkommen überlastet sind.
Daher wende ich mich hier an dieses Forum. Vielleicht gibt es hier ja Menschen, die sich diesen ellenlangen Text durchlesen und mir ihre Einschätzung zu meiner Situation mitteilen. Das würde mich auf jeden Fall sehr freuen. Dankeschön schon mal.