allo,
ich würde euch gerne um eure Einschätzung zu einer etwas verworrenen Situation bitten.
Vor etwa drei Monaten habe ich über eine Dating-Plattform eine Frau kennengelernt. In ihrem Profil hatte sie angegeben, dass sie bereits Kinder hat und keine weiteren möchte. Obwohl ich das wusste, habe ich nach rechts geswiped und einige Tage später hatten wir ein Match.
Zu meiner Situation: Ich bin derzeit 37 Jahre alt und habe keine Kinder. Sie ist vor Kurzem 45 geworden, hat zwei Kinder und ist noch verheiratet. Anfangs sagte sie mir, dass sie sich bereits in der Scheidungsphase befinde. Im Laufe der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass sie die Scheidung offiziell noch gar nicht eingereicht hat.
Bis vor einiger Zeit lebte sie gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern in einer Wohnung. Diese wurde jedoch durch einen Brand beschädigt. Deshalb lebt sie momentan mit ihren Kindern, die sechs und zwölf Jahre alt sind, vorübergehend in einer von der Versicherung zur Verfügung gestellten Wohnung, bis die ursprüngliche Wohnung wiederhergestellt ist.
Ihr Mann arbeitet als Physiker in einer höheren Position und hat über eine Botschaft eine eigene Wohnung zur Verfügung gestellt bekommen. Die beiden leben derzeit also räumlich getrennt. Er kümmert sich allerdings regelmäßig um die Kinder, unter anderem dann, wenn sie sich mit Freundinnen oder mit mir trifft.
Sie hat mir erzählt, dass sie sowohl ihrem Mann als auch den Kindern bereits mitgeteilt habe, dass sie nicht mehr in die gemeinsame Wohnung zurückkehren werde. Außerdem sagt sie, dass ihre Ehe schon seit Jahren keine wirkliche emotionale Komponente mehr habe. Ihr Mann scheint mit einer Scheidung grundsätzlich einverstanden zu sein und soll zu ihr gesagt haben, sie solle das tun, was sie für richtig halte.
Das Schwierige an der Situation ist, dass unsere Verbindung von Anfang an sehr eng und intensiv war. Für uns beide fühlt es sich teilweise so an, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen. Wir sind uns auch körperlich und emotional nähergekommen, hatten viele schöne Treffen miteinander und haben sogar einen gemeinsamen Kurztrip ins Ausland unternommen.
Mir ist bewusst, dass die ganze Situation von außen möglicherweise moralisch oder zumindest etwas fragwürdig wirken kann. Da wir uns allerdings von Anfang an außergewöhnlich gut verstanden haben, haben wir es einfach weiterlaufen lassen.
Nach ungefähr drei Wochen des Kennenlernens war sie mit ihrer Tochter für drei Wochen im Urlaub. Während dieser Zeit haben wir telefoniert, und sie sagte mir, dass sie Angst davor habe, dass ich irgendwann eine jüngere Frau kennenlernen und sie verlassen könnte.
Ich habe ihr daraufhin offen gesagt, dass ich ihr nicht versprechen könne, dass bei mir nicht irgendwann doch noch ein Kinderwunsch entstehen könnte. Mir war wichtig, von Anfang an ehrlich mit ihr zu sein. Daraufhin standen wir kurz davor, die Sache zwischen uns zu beenden. Bereits am nächsten Tag entschied sie sich jedoch dafür, unsere Verbindung trotzdem weiterzuführen.
Etwa eineinhalb Monate später kam ein ähnliches Thema erneut auf. In einem Gespräch meinte sie, dass ich ihrer Einschätzung nach ziemlich bequem sei und sie sich deshalb nicht wirklich vorstellen könne, dass ich irgendwann mit ihr und ihren Kindern zusammenziehen und den damit verbundenen Alltag bewältigen würde.
Bei mir war allerdings von Anfang an auch der Gedanke im Hinterkopf, dass sie ihre Scheidung noch nicht einmal offiziell eingereicht hat. Eine tatsächliche Trennung beziehungsweise Scheidung wird vermutlich sowohl ihr selbst als auch ihrem Mann und insbesondere den Kindern emotional einiges abverlangen.
Deshalb habe ich zunehmend Zweifel daran, ob es langfristig wirklich sinnvoll ist, unsere Beziehung noch weiter zu intensivieren.
Hinzu kommt für mich ein weiterer wesentlicher Punkt: Ich habe zwar momentan keinen konkreten Kinderwunsch, kann mir aber durchaus vorstellen, mit einer Partnerin, mit der es charakterlich und emotional wirklich gut passt, irgendwann eigene Kinder zu bekommen. Diese Möglichkeit möchte ich für meine Zukunft eigentlich nicht grundsätzlich ausschließen.
Genau deshalb bin ich momentan ziemlich hin- und hergerissen, wie sinnvoll es ist, diese Beziehung weiterzuführen.
Letztens wollten wir einen Tagesausflug machen und aus einem Impuls meinte ich zu ihr- ich wüsste nicht ob ich nicht irgendwann doch Kinder haben will und das dieser Gedanke nicht immer wieder aufpoppt.
Danach haben wir uns getrennt (am Bahnhof) am nächsten Tag jedoch ca. 5 Std lang whatsapp Messages ausgetauscht und erklärt und sehr respektvoll und zärtlich die Situation und das ,Dilemma' der anderen Person nachvollzogen und verstanden. Auch steht im Raum ob wir vlt. nach einer kurzen Zeit einfacvh befreundet bleiben um uns ab und zu zu unterstützen und zu hören- wömoglich aber nicht (immer) zu treffen.
Und dann wiederum steht die Frage im Raum ob ich evtl. auf den Kinderwunsch verzichten könnte um ggf. irgendwann in 1-2 Jahren mit ihren Kindern und ihr zusammenzuziehen um einen Freund für die Kinder darzustellen und weniger den Stiefvater. Da wir beide und charakterlich echt mögen und eine Beziehung unter anderen Umständen ,keine tolle Frage bedrüfte' ist es jetzt derzeit eben so verworren da wir uns wirklich mögen aber im Leben einfach in ganz anderen Situationen stehen.
Könntet ihr mir bitte sagen, wie ihr die gesamte Situation seht und ob ihr euch grundsätzlich auf eine feste bzw. intensive Beziehung mit einer Frau einlassen würdet, die noch verheiratet ist, mit der Perspektive, irgendwann vielleicht zusammenzuziehen?
Mir ist bewusst, dass eine mögliche Trennung nicht nur sie und ihren Ehemann betrifft, sondern natürlich auch ihre Kinder. Für sie wäre die Trennung der Eltern vermutlich ebenfalls eine schwierige und einschneidende Veränderung. Deshalb sehe ich das Ganze nicht als einen Prozess, den man einfach mal schnell durchzieht. So etwas braucht meiner Meinung nach Zeit.
Gleichzeitig ist mir sehr wichtig, dass ich auf ihre Entscheidungen keinerlei Einfluss nehme. Es ist ihr Leben, ihre Ehe und letztendlich auch ihre Entscheidung, wie es damit weitergeht. Was eine mögliche Trennung oder Scheidung betrifft, möchte ich mich deshalb in keiner Weise einmischen oder sie in irgendeine Richtung drängen.
Hinzu kommt die finanzielle und persönliche Situation. Ihr Ehemann hat aufgrund seines guten Einkommens über viele Jahre den Großteil der gemeinsamen Kosten getragen. Im Falle einer Trennung müsste sie sich daher vermutlich zunächst einen Job suchen und sich irgendwann auch eine eigene Wohnung nehmen, um finanziell unabhängig zu werden und auf eigenen Beinen stehen zu können.
Das sind für mich alles Punkte, die zeigen, dass eine solche Veränderung nicht von heute auf morgen passieren kann. Gleichzeitig stellt sich für mich natürlich die Frage, ob und wie man unter diesen Voraussetzungen eine ernsthafte Beziehung aufbauen kann, ohne Druck auszuüben oder sich zu sehr in ihr bestehendes Leben und ihre Entscheidungen einzumischen.
Vorallem auch mit dem Denken das man sich damit die Chance auf eine eigene Familie verbauen könnte. Da Sie keine Kinder mehr haben will und die Kindererziehung eben abgeschlossen hat.
Bitte um Feedback
ich würde euch gerne um eure Einschätzung zu einer etwas verworrenen Situation bitten.
Vor etwa drei Monaten habe ich über eine Dating-Plattform eine Frau kennengelernt. In ihrem Profil hatte sie angegeben, dass sie bereits Kinder hat und keine weiteren möchte. Obwohl ich das wusste, habe ich nach rechts geswiped und einige Tage später hatten wir ein Match.
Zu meiner Situation: Ich bin derzeit 37 Jahre alt und habe keine Kinder. Sie ist vor Kurzem 45 geworden, hat zwei Kinder und ist noch verheiratet. Anfangs sagte sie mir, dass sie sich bereits in der Scheidungsphase befinde. Im Laufe der Zeit stellte sich allerdings heraus, dass sie die Scheidung offiziell noch gar nicht eingereicht hat.
Bis vor einiger Zeit lebte sie gemeinsam mit ihrem Mann und den beiden Kindern in einer Wohnung. Diese wurde jedoch durch einen Brand beschädigt. Deshalb lebt sie momentan mit ihren Kindern, die sechs und zwölf Jahre alt sind, vorübergehend in einer von der Versicherung zur Verfügung gestellten Wohnung, bis die ursprüngliche Wohnung wiederhergestellt ist.
Ihr Mann arbeitet als Physiker in einer höheren Position und hat über eine Botschaft eine eigene Wohnung zur Verfügung gestellt bekommen. Die beiden leben derzeit also räumlich getrennt. Er kümmert sich allerdings regelmäßig um die Kinder, unter anderem dann, wenn sie sich mit Freundinnen oder mit mir trifft.
Sie hat mir erzählt, dass sie sowohl ihrem Mann als auch den Kindern bereits mitgeteilt habe, dass sie nicht mehr in die gemeinsame Wohnung zurückkehren werde. Außerdem sagt sie, dass ihre Ehe schon seit Jahren keine wirkliche emotionale Komponente mehr habe. Ihr Mann scheint mit einer Scheidung grundsätzlich einverstanden zu sein und soll zu ihr gesagt haben, sie solle das tun, was sie für richtig halte.
Das Schwierige an der Situation ist, dass unsere Verbindung von Anfang an sehr eng und intensiv war. Für uns beide fühlt es sich teilweise so an, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen. Wir sind uns auch körperlich und emotional nähergekommen, hatten viele schöne Treffen miteinander und haben sogar einen gemeinsamen Kurztrip ins Ausland unternommen.
Mir ist bewusst, dass die ganze Situation von außen möglicherweise moralisch oder zumindest etwas fragwürdig wirken kann. Da wir uns allerdings von Anfang an außergewöhnlich gut verstanden haben, haben wir es einfach weiterlaufen lassen.
Nach ungefähr drei Wochen des Kennenlernens war sie mit ihrer Tochter für drei Wochen im Urlaub. Während dieser Zeit haben wir telefoniert, und sie sagte mir, dass sie Angst davor habe, dass ich irgendwann eine jüngere Frau kennenlernen und sie verlassen könnte.
Ich habe ihr daraufhin offen gesagt, dass ich ihr nicht versprechen könne, dass bei mir nicht irgendwann doch noch ein Kinderwunsch entstehen könnte. Mir war wichtig, von Anfang an ehrlich mit ihr zu sein. Daraufhin standen wir kurz davor, die Sache zwischen uns zu beenden. Bereits am nächsten Tag entschied sie sich jedoch dafür, unsere Verbindung trotzdem weiterzuführen.
Etwa eineinhalb Monate später kam ein ähnliches Thema erneut auf. In einem Gespräch meinte sie, dass ich ihrer Einschätzung nach ziemlich bequem sei und sie sich deshalb nicht wirklich vorstellen könne, dass ich irgendwann mit ihr und ihren Kindern zusammenziehen und den damit verbundenen Alltag bewältigen würde.
Bei mir war allerdings von Anfang an auch der Gedanke im Hinterkopf, dass sie ihre Scheidung noch nicht einmal offiziell eingereicht hat. Eine tatsächliche Trennung beziehungsweise Scheidung wird vermutlich sowohl ihr selbst als auch ihrem Mann und insbesondere den Kindern emotional einiges abverlangen.
Deshalb habe ich zunehmend Zweifel daran, ob es langfristig wirklich sinnvoll ist, unsere Beziehung noch weiter zu intensivieren.
Hinzu kommt für mich ein weiterer wesentlicher Punkt: Ich habe zwar momentan keinen konkreten Kinderwunsch, kann mir aber durchaus vorstellen, mit einer Partnerin, mit der es charakterlich und emotional wirklich gut passt, irgendwann eigene Kinder zu bekommen. Diese Möglichkeit möchte ich für meine Zukunft eigentlich nicht grundsätzlich ausschließen.
Genau deshalb bin ich momentan ziemlich hin- und hergerissen, wie sinnvoll es ist, diese Beziehung weiterzuführen.
Letztens wollten wir einen Tagesausflug machen und aus einem Impuls meinte ich zu ihr- ich wüsste nicht ob ich nicht irgendwann doch Kinder haben will und das dieser Gedanke nicht immer wieder aufpoppt.
Danach haben wir uns getrennt (am Bahnhof) am nächsten Tag jedoch ca. 5 Std lang whatsapp Messages ausgetauscht und erklärt und sehr respektvoll und zärtlich die Situation und das ,Dilemma' der anderen Person nachvollzogen und verstanden. Auch steht im Raum ob wir vlt. nach einer kurzen Zeit einfacvh befreundet bleiben um uns ab und zu zu unterstützen und zu hören- wömoglich aber nicht (immer) zu treffen.
Und dann wiederum steht die Frage im Raum ob ich evtl. auf den Kinderwunsch verzichten könnte um ggf. irgendwann in 1-2 Jahren mit ihren Kindern und ihr zusammenzuziehen um einen Freund für die Kinder darzustellen und weniger den Stiefvater. Da wir beide und charakterlich echt mögen und eine Beziehung unter anderen Umständen ,keine tolle Frage bedrüfte' ist es jetzt derzeit eben so verworren da wir uns wirklich mögen aber im Leben einfach in ganz anderen Situationen stehen.
Könntet ihr mir bitte sagen, wie ihr die gesamte Situation seht und ob ihr euch grundsätzlich auf eine feste bzw. intensive Beziehung mit einer Frau einlassen würdet, die noch verheiratet ist, mit der Perspektive, irgendwann vielleicht zusammenzuziehen?
Mir ist bewusst, dass eine mögliche Trennung nicht nur sie und ihren Ehemann betrifft, sondern natürlich auch ihre Kinder. Für sie wäre die Trennung der Eltern vermutlich ebenfalls eine schwierige und einschneidende Veränderung. Deshalb sehe ich das Ganze nicht als einen Prozess, den man einfach mal schnell durchzieht. So etwas braucht meiner Meinung nach Zeit.
Gleichzeitig ist mir sehr wichtig, dass ich auf ihre Entscheidungen keinerlei Einfluss nehme. Es ist ihr Leben, ihre Ehe und letztendlich auch ihre Entscheidung, wie es damit weitergeht. Was eine mögliche Trennung oder Scheidung betrifft, möchte ich mich deshalb in keiner Weise einmischen oder sie in irgendeine Richtung drängen.
Hinzu kommt die finanzielle und persönliche Situation. Ihr Ehemann hat aufgrund seines guten Einkommens über viele Jahre den Großteil der gemeinsamen Kosten getragen. Im Falle einer Trennung müsste sie sich daher vermutlich zunächst einen Job suchen und sich irgendwann auch eine eigene Wohnung nehmen, um finanziell unabhängig zu werden und auf eigenen Beinen stehen zu können.
Das sind für mich alles Punkte, die zeigen, dass eine solche Veränderung nicht von heute auf morgen passieren kann. Gleichzeitig stellt sich für mich natürlich die Frage, ob und wie man unter diesen Voraussetzungen eine ernsthafte Beziehung aufbauen kann, ohne Druck auszuüben oder sich zu sehr in ihr bestehendes Leben und ihre Entscheidungen einzumischen.
Vorallem auch mit dem Denken das man sich damit die Chance auf eine eigene Familie verbauen könnte. Da Sie keine Kinder mehr haben will und die Kindererziehung eben abgeschlossen hat.
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