Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Beziehung mit einem Single???

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    single
G

Gast

Gast
Hallo,

ich muß mir jetzt auch mal alles von der Seele schreiben.

Mein Freund und ich (beide über 40) kennen uns nun 9 Monate. Die ersten Monate war alles super. Wir waren zusammen in Urlaub. Wir schmiedeten Zukunftspläne.
Wir kommen beide aus langen Ehen, wobei seine Scheidung schon 9 Jahre her ist und er zwischendurch nur so Verhältnisse hatte. Außerdemm hat er mächtig Stress mit seiner Ex hat.
Er hat auch eine Tochter, die ganz lange bei ihm lebte und vor 4 Monaten Hals uber Kopf bei ihm auszog. Als einer der Gründe gab sie an, weil er sie nie ernst nahm.
Nun, es war zwar ein gutes Verhältnis zwischen den Beiden, aber oft war die Umgangsweise sehr rupig. Fast so als würden sie kurz vor der "Scheidung "stehen. Er hat ihr auch fast alles durchgehen lassen. grenzen oder Regeln gab es kaum.

Ziemlich zu dem Zeitpunkt, als die Tochter weg war, verschlechterte sich unsere Beziehung. Sollte ich vorher immer bei ihm sein (habe da ein paar Monate gewohnt, obwohl ich meine Wohnung nicht aufgab), hatte ich jetzt den Eindruck, ich würde ihn erdrücken. Ich war fürsorglich, machte den Haushalt usw.

Wenn ich sonst Abends kam, sah ich ein Lachen auf seinem Gesicht, das von Herzen kam. Er stand auf und begrüßte mich. Das war dann irgendwie so ohne Herz.
Ich sprach ihn darauf an, und sagte, dass ich das Gefühl hätte nichts mehr in seinem Leben zu suchen zu haben. Er verneinte dies.

Um es abzukürzen: er sagte mir, das er nicht mehr wissen ob er mich noch liebt. Ich würde einen großen Platz in seinem Herzen haben und für mich zärtliche Gefühle haben. Das sei alles durch seine Schwierigkeiten (nicht nur die mit der Tochter) bedingt. Ich solle ihm Zeit lassen.
Ich konnte es damals schon nicht so recht glauben.

Nun, ich habe mich seid 2 Monaten wieder in meine Wohnung zurückgezogen. Wir verbringen jedoch die verlängerten Wochenden zusammen an der See.

Mit seinr Tochter hat er wieder Kontakt und es scheint auch aufwärts zu gehen.

Mit uns auch???

Ich weiß es nicht. Wenn ich über uns reden will macht er ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Er meint immer diese Diskusionen. Aber ich muß doch wissen wo ich dran bin. Er meint auch, wenn ich nicht soviel Diskutieren würde, würde alles gut werden.

Seine Hauptsätze sind alles kein Problem oder es ist alles in Ordung. Es ist manchmal so, das seine Laune von jetzt auf gleich umschlägt. Vorher war es friedlich und zärtlich und dann wieder.....

Wenn ich dann Nachfrage kommt ein ich habe nichts. Ein paar Stunden später dann sagt er mir von selbst, dass er einen schlechten Tag hatte.

Am Tag des Halbfinales hatten wir uns morgens ganz normal verabschiedet und uns für Abends bei ihm zum fernsehen und pizza essen verabredet. Am Nachmittag erhielt ich dann eine SMS die besagte, es iist heute alles Mist und er müsse heute abend Arbeiten. Fußball und Pizza fällt aus. Mehr nicht nur das.
Al sich ihn anrief hat er mich gleich angefahren. Ich bat ihn darum vernunftig mit mir zu reden, er fuhr mich an und sagte jetzt nicht später.

Er rief mich dann abends an als wäre nicht gewesen. Er fand die SMS völlig normal.

Ich weiß, dass er ein Einzelgänger ist und laneg Zeit eine Frau nicht so in seine Nähe gelassen hat, aber das.....

Jetzt hat er mir gesagt, er will mich nicht verlieren und wir sollten uns nochmal richtig Mühe geben. Er empfindet immer noch Zärtlichkeit für mich.
Ich stimmte dem zwar zu, sagte ihm aber, dass es mit Mühe allein nicht getan ist. Das gefühl muß stimmen und dann braucht es keine großen Mühen.
Das Wochenende war dann wirklich schön, er war fast so lieb wie zu Anfang.
Dann paßte ihm eine Kleinigkeit nicht und schon fuhr er mich wieder an. Es gab eine Diskusion. Dabei fiel von ihm, dass er sich noch nie so mit einem Menschen gestritten hätte.

Ich weiß nicht was ich machen soll. Versteht er nicht das mir sein Anfahren weh tut. Aber das schlimme ist, er empfindet es nicht als anfahren.

Nun ist es doch so viel geworden.

Habt Ihr einen Rat?
 
Hallo,

es gibt mehrere Gedanken und Vermutungen, die mir bei dem, was du geschrieben hast, so durch den Kopf gingen. Zuerst mal das, was mit seiner Tochter zusammenhängt: Warum haben sie sich wirklich gestritten? Nicht vordergründig sondern was ging und geht bei ihr und ihm im Kopf herum? Wenn sie ihm vorgeworfen hat, er nehme sie nicht ernst - hat das vielleicht was damit zu tun, dass sie mit seiner neuen Beziehung zu dir nicht klar kam? Dass sie es nicht will, dass es da eine andere Frau in seinem Leben gibt als ihre Mutter und sie selbst? Hat sie sowas vielleicht mal offen gesagt oder irgendwie angedeutet - und er hat das verstanden?

Wenn es mit seiner Tochter nichts direkt zu tun hat: Männer - das kenn ich aus eigener Erfahrung - können nach einer Trennung eine ziemliche Bindungsphobie entwickeln. Die einen sind sich dessen bewusst. Die anderen nicht so sehr. Die Selbstzweifel, die Zweifel am Guten in der Welt, die Zweifel, ob nicht alle Romantik zwangsläufig in Scheitern endet, all das gibt es. Und auf der anderen Seite ist da die Stimme, die sagt: Ja, ich möchte mich verlieben, ich weiß nur nicht genau wie. Ich weiß nicht, wie es bei Frauen ist, aber als Mann weiß ich, dass das eine mögliche Reaktion ist. Und ich weiß auch nicht, wie ich das bei mir selbst in den Griff kriegen kann, also kann ich dir schwer was raten.

Ich finde es bewundernswert, dass du das alles bisher so ertragen hast. Vielleicht ist es auch die einzig wirksame Verhaltensweise. Und braucht einfach mehr Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Wenn er sagt, dass er noch nie mit jemandem so gestritten hat wie mit dir, dann kann das sogar ein Kompliment sein, auch wenn ihr euch beide dessen nicht bewusst seid.

Druck ist sicher die schlechteste Option, dann wird er sich eingeengt fühlen, vielleicht ist das auch passiert, als du bei ihm quasi eingezogen bist. Wahre Distanz ohne ihn loszulassen. Und nähere dich ihm vorsichtiger als du es vielleicht bisher getan hast. Aber mach auch deutlich, was du gerne möchtest. Vielleicht ist es wirklich einfach eine Sache des Tempos?

Hoffe, dir geholfen zu haben,

Otherland
 
Hallo otherland,

danke das Du mir geantwortet hast.

Nein, mit der Tochter habe ich mich sofort gut verstanden. Wir gehen demnächst zusammen einkaufen.

Und gestritten haben sie sich eigentlich nicht. Irgendwie haben die Beiden nebeneinander her gelebt. Sie konnte im Grunde machen was sie wollte. Ist auch öfters nicht in die Schule gegangen usw.
Weißt du, als ich ihn kennenlernte erzählte er mir gleich von den Problemen mit ihr und fragte mich, ob ich nicht mal mit ihr reden könnte. Nur ich kannte sie da noch gar nicht.
Als ich sie dann kennenlernte fühlte ich, dass den Beiden irgendwie eine Herzensbindung fehlt. Will sagen, es war nicht so, dass die Tochter ihm ihr Herz ausgeschüttet hat. Nun mit 16 geht das wohl auch nicht mehr so. Aber es fehlte den Beiden wirklich ein tiefgreifendes Gespräch. Sie haben es aber nie gelernt. Das merke ich auch jetzt.

Zu Beginn unsere Beziehung habe ich die schönsten Liebesbezeugungen bekommen. Er ist froh dass ich wieder Ordnung in sein Leben bringe. Ich wäre sein Leben seine Zukunft usw. Wir haben stundenlang geredet. Wir hatten die gleiche Vorstellung von Beziehung. Er war es der mir den ersten Kuss gab und mir auch sagte er möchte mich jeden Tag um sich haben. Gab mir einen Wohnungsschlüssel und sagte ich soll mich wie zu Hause fühlen. bald machte ich den Haushalt, was mir auch Spass machte mich um ihn zu kümmern, ihn zu umsorgen.

Heute sagt er, ich hätte alles an mich gerissen. Wer soll das verstehen?? Wenn ich darüber nachdenke, gab es schon Anzeichen dass es ihm irgendwie zu eng wurde. Ich fragte ihn letztes warum er nicht mit mir geredet hat. Er sagte ich hätte das nicht gelten lassen.

Sicher wäre ich traurig gewesen, aber in einen vernunftigen Gespräch hätten wir sicherlich eine Lösung gefunden.

Irgendwann hieß es dann ich brauch Zeit. Nun, ich "zog" wieder aus und seitdem haben wir diese Wochenenden. Gut die sind meistens schon von Mittwoch oder Donnerstag. Aber danach macht jeder sein Leben, außer das wir telefonieren und uns auch mal zwischendurch sehen.Aber meistens möchte ich diese Treffen. bzw, ich frage ihn danach.

Ich weiß nicht wie lange ich das noch durchhalten kann. Noch liebe ich ihn, merke aber, dass es weinger wird. Das komische daran ist, wenn ich merke dass er sich zurückzieht, oder sich nicht meldet, verstärkt sich die Liebe irgendwie. Schon merkwürdig dieses Gummibandprinzip.
Wenn er aber merkt, dass ich mich zurückziehe kommt er auf mich zu.

Er ist irgendwie ein Single, der eine Beziehung will und eigentlich gar nicht weiß wie eine Beziehung so läuft. Das klang bei ihm zu Anfang ganz anders.

Gut, ich bin en Macher. Wenn mir etwas nicht paßt sage ich es und möchte es am liebsten gleich aus der Welt schaffen. Er hingegen muß erstmal verdauen. Nur, er kommt dann selten auf mich zu und will reden. Er sagt dann nichts und tut so als wäre nichts gewesen.

ich wünsche mir so sehr ein Gespräch mit einem Ergebnis. Jeder von uns muß merken, wie wichtig der andere ist.

Ach, ich weiß auch nicht.

Danke fürs zuhören
 
Hi,

erst einmal freut es mich, dass die Tochter wahrscheinlich doch nicht unbedingt der zentrale Punkt zu sein scheint. Und da hab ich einfach mal eine neue Theorie entwickelt ;-) Ich hab mir nur mal ein paar kleine Stellen rausgenommen aus dem, was du geschrieben hast:

Gast meinte:
... Er war es der mir den ersten Kuss gab und mir auch sagte er möchte mich jeden Tag um sich haben. Gab mir einen Wohnungsschlüssel und sagte ich soll mich wie zu Hause fühlen. bald machte ich den Haushalt, was mir auch Spass machte mich um ihn zu kümmern, ihn zu umsorgen.

Heute sagt er, ich hätte alles an mich gerissen. Wer soll das verstehen?? Wenn ich darüber nachdenke, gab es schon Anzeichen dass es ihm irgendwie zu eng wurde. Ich fragte ihn letztes warum er nicht mit mir geredet hat. Er sagte ich hätte das nicht gelten lassen.

[...] ich bin en Macher. Wenn mir etwas nicht paßt sage ich es und möchte es am liebsten gleich aus der Welt schaffen. Er hingegen muß erstmal verdauen. Nur, er kommt dann selten auf mich zu und will reden. Er sagt dann nichts und tut so als wäre nichts gewesen.

ich wünsche mir so sehr ein Gespräch mit einem Ergebnis. Jeder von uns muß merken, wie wichtig der andere ist.

Ich glaube, ihr seid nicht nur einfach unterschiedliche Menschen sondern auch ziemlich extreme Vertreter des männlichen und weiblichen Geschlechts. Gute Literatur zu diesem Thema: Alan und Barbara Pease, "Warum Frauen immer Schuhe kaufen und Männer nicht zuhören" oder so ähnlich, gibt es gleich mehrere Bücher. Eigentlich bin ich ja überhaupt kein Fan von solchen Büchern, aber hier habe ich wirklich viel Wahres gefunden und viele Denkanstöße bekommen. Und festgestellt, dass man manchmal genau die umgekehrten Rollen einnimmt in einer Beziehung.

Aber noch mal konkret: Du wünscht dir "ein Gespräch mit einem Ergebnis". Und du bezeichnest dich selbst als "Macher". Dass er sich da zurückzieht und bedrängt fühlt, kann ich gut nachfühlen. Er hatte zuerst die Initiative, dann bist du gekommen und hast die Sache gemanaget. Und ihn vielleicht auch damit, so doof sich das alles anhört, in seiner "Männerehre" gekränkt, weil du ihn in eine zu passive Rolle gedrängt hast. Rückzug ist häufig so ein Symptom dafür. Sei behutsamer. Ich kann zwar nicht versprechen, dass das im Endeffekt den Durchbruch bringt, aber vielleicht doch erst einmal Entspannung.

Aber er scheint insgesamt ein etwas eigenbrötlerischer Typ zu sein, der selbst nicht anfängt zu reden. Viele Männer können das nicht. Ich selbst kämpfe ja auch tagtäglich dagegen an, nicht zu reden sondern offen zu sagen, was Sache ist, und habe mittlerweile Übung drin. Einige Männer fressen gerne alles in sich hinein und kriegen hinterher Magengeschwüre. Aber sie tun das nicht, weil sie doof sind, sondern weil es zur traditionellen Rolle des Mannes dazugehört. Ob das nun tatsächliche Erwartungen der Partnerin, des Freundeskreises, der Arbeitskollegen sind oder nicht. Meist sind das nicht tatsächliche Erwartungen sondern nur Rollenklischees. Aber die Angst, als Weichei zu gelten, ist nun mal bei Männern ziemlich groß. Da besser ein Magengeschwür riskieren... 🙂

Sprich mit ihm über sein Schweigen, bevor ihr euch in einer Streitsituation wiederfindet. Und in liebem, vertrauensvollem Ton, so dass er sich nicht bedrängt fühlt. Und Geduld. Männer sind nun mal tendenziell in sich hineinbrütende Wesen. Bin ja auch so einer 🙂

Otherland
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben