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Bewerbungsgespräch abbrechen

  • Starter*in Starter*in Luisa1708
  • Datum Start Datum Start
Hallihallo 🙂

Ich habe mal eine Frage. Ich hatte gestern ein Bewerbungsgespräch, wo mir teils ziemlich unverschämte Fragen gestellt worden und der Chef insgesamt auch ziemlich unsympathisch war. Ist es legitim, so ein Gespräch auch vorzeitig abzubrechen und wenn ja, wie würdet ihr das höflich machen? Ich saß dort ca 1,5 Stunden und habe bereits nach den ersten 10 Minuten schon gemerkt, dass wir nicht kompatibel zueinander sind😉 Ich wollte nur nicht unhöflich sein und hab einfach gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Im Nachhinein war es allerdings eine Zeitverschwendung.

Zweiter Punkt. Muss man sich unbedingt rechtfertigen, weil man Teilzeit arbeiten möchte? Mein Partner verdient genug und wir können es uns leisten, dass einer reduziert. Leider war das gestrige Gespräch nun schon das Zweite, wo ein Personaler darauf rumgehackt hat und gebohrt hat, wieso, weshalb, warum und das obwohl die Stelle als Teilzeitstelle ausgeschrieben war. Wie soll ich mich das nächste Mal verhalten? Was sagt man in so einer Situation? Ich würde gerne irgendwas schlagfertiges antworten, wenn wieder so eine Frage kommt, aber bin so einfallslos. Es soll nicht wieder wie eine Rechtfertigung klingen ....


Der Beitrag könnte echt von mir sein, denn ich hab schon sehr häufig Ähnliches erlebt (Fragen nach Kinderwunsch, Frage nach der Pflegestufe meines Opas, den ich gepflegt habe bis zum Tod, die Aussage, dass man mich als kinderlose Mittdreißigern eigentlich nicht einstellen will, weil ich ja schwanger werden könnte und ähnliches). Auch die Rumbohrerei wegen Teilzeit (obwohl die Stelle ja in TZ ausgeschrieben war.. sorry da kann man sich doch nur an den Kopf fassen) ist mir wohlbekannt.

Ich sage jedesmal, dass ich geerbt habe (was zwar nicht stimmt, aber geht ja keinen was an) und ich somit fürs Alter etc. abgesichert bin und es mir daher leisten kann, Teilzeit zu arbeiten. Damit haben die Fragen eigentlich meistens aufgehört. Die Begründung mit dem Partner, der genug verdient, habe ich auch schon gebracht - da kamen dann aber auch mal Kommentare wie "UND WAS IST WENN SIE SICH MAL TRENNEN?! SIE SIND JA AUCH NICHT VERHEIRATET, ODER?!?"
War mir irgendwann zu blöd, also bin ich auf die Erben-Geschichte umgestiegen, damit hat man es weitaus einfacher. ;-)

Zudem habe ich mir auch angewöhnt, auf die Frage nach dem "Warum Teilzeit?" einfach mit "Na die Stelle war doch so ausgeschrieben, da wäre es doch ungünstig, wenn ich eigentlich eine Vollzeitbeschäftigung suche und nun dennoch im Bewerbungsgespräch sitze!?" zu antworten.
 
Es gibt Personaler, die sind halt auf Krawall gebürstet und prüfen die Stressresistenz der Bewerber mit aggressiver Gesprächsführung. Dann gibt es diejenigen, die einfach so ein Gespräch nicht führen sollten,
weil sie nicht dafür geeignet sind.

Ich habe ein einziges Mal ein Gespräch abgebrochen. Das war aber deswegen, weil die äusseren Umstände sich geändert hatten. Es war plötzlich keine Ganztagsstelle mehr. Aber weil mich das Gespräch stresst, breche ich sowas nicht ab. Normalerweise bringt man das zu Ende und verabschiedet sich. Absagen braucht man dann auch noch nicht.
 
Bei mir war es andersherum.
Aus einer Halbtagsstelle, sollte auf einmal plötzlich, optional eine Vollzeitstelle werden.
Aber es wurde dann ein ganz lustiger Mittag.
Als klar wurde, dass ich das nicht will, hat die Frau, die von der Chefetage dabei war, die anderen weggeschickt, Kaffee bestellt und gemeint, sie hätte sich eh auf ein längeres Gespräch eingerichtet, würde mich mögen und wenn ich Lust und Zeit hätte, könnten wir ja jetzt einfach zusammen Kaffee trinken und so etwas ratschen.
Das haben wir dann auch lange und ausführlich getan, über alles mögliche.
Sie hat mir dann tatsächlich noch geschrieben, ich solle es mir überlegen, sie würde jetzt 14 Tage niemand anderem zusagen, falls ich doch noch wollte.
Das fand ich sehr nett, schrieb aber dann zurück, dass ich wirklich nicht möchte.
 
Viele Firmen vergessen offenbar, dass sich ja bei einem Vorstellungsgespräch nicht nur die Firma beim Bewerber, sondern auch umgekehrt vorstellt. Und der Bewerber hat genausogut das Recht, "Nö, lasst mal gut sein!" zu sagen, wenns nicht passt. Ich habe auch schon Vorstellungsgespräche bei der nächstbesten Gelegenheit beendet (um das Wort "abgebrochen" zu vermeiden). Etwa bei einer Firma, wo ich den Eindruck hatte, dass die offenbar gezielt Gründe suchten, Bewerber ablehnen zu können. Da durfte ich beispielsweise begründen,wieso der Chef meiner Ausbildungsfirma 1996 (!) keine Azubis übernahm. Oder warum eine andere Firma Personal rausschmiss, nachdem das Firmengebäude abgebrannt war. Und irgendwie hatte ich den Eindruck, als wollte diese Personalerin mir ein Geständnis entlocken, dass ICH dran Schuld gewesen sei, wenn ich irgendwo meinen Job verlor. Wie ich später bei Kununu lesen konnte, wurde das offenbar nicht nur bei mir,sondern auch bei anderen Bewerbern versucht.

Ein anderer Grund, wieso ich mal ein VG vorzeitig beendet habe, war ein extrem unsympathischer "Kollege aus der Fachabteilung", die ja gerne mal bei VG dabei sind. Ich hab keinen Bock, meine Zeit in einem Vorstellungsgespräch zu verschwenden, wenn ich da schon merke, dass ich mit solchen "Kollegen" gewiss spätestens am 2.Tag mächtig aneinandergerate, wenn sie sich im normalen Arbeitsalltag auch so arrogant aufführen.

Generell habe ich ein Problem mit Fragen, die nichts direkt mit dem Job zu tun haben. Ich beantworte Fragen zwar ehrlich, aber private Fragen wie "Was wäre wenn sich Ihr Partner/-in von Ihnen trennt..:" haben in einem Vorstellungsgespräch einfach nichts zu suchen. Auch Fragen zur Familienplanung oder zu etwaigen Umzugsplänen sind etwas, was ich in die Kategorie "unternehmerisches Risiko" einordnen würde. Mal ganz davon abgesehen, würden wohl die wenigsten Leute noch einen neuen Job anfangen, wenn sie quasi schon auf gepackten Koffern sitzen
.
 
Leider war das gestrige Gespräch nun schon das Zweite, wo ein Personaler darauf rumgehackt hat und gebohrt hat, wieso, weshalb, warum und das obwohl die Stelle als Teilzeitstelle ausgeschrieben war. Wie soll ich mich das nächste Mal verhalten? Was sagt man in so einer Situation?
"Warum schreiben Sie Teilzeit aus, wenn Sie Vollzeit suchen? Ich habe meine Zeit nicht gestohlen, auf Wiedersehen!"
 
Ich würde auch so eine - gar nicht als Frage, sondern rein rhetorisch gemeinte - Frage als Bewerber nicht stellen. Wie andere und ich geschrieben haben, kann es durchaus Gründe geben, auszuloten, ob der Bewerber wirklich langfristig mit einer Tz-Stelle zufrieden sein wird usw. Diese Frage kann man sowohl angemessen stellen wie auch angemessen beantworten. Ein Bewerber, der mir da rotzig kommt, wird nicht mehr eingeladen - ok, wenn das auch in seinem Sinne ist, dann passt es ja. Trotzdem verhalte ich mich weder als AG noch als Bewerber unsouverän.
 
Ich hatte auch schon Vorstellungsgespräche, in denen "verbotene" Fragen gestellt wurde, oder wo man gleich gemerkt das wird nix.

Die Frage ob man als TZ doch in VZ arbeiten möchte, finde ich aber legitim. Sehr viele wollen das und bewerben sich auch in der Hoffnung auf Aufstockung, sehr oft heißt es ja "mindestens 25h/Woche"..
Man kann es natürlich als normale Frage verpacken.

Aber das Gespräch abbrechen ist unprofessional und Kindergartenniveau. Man muss einfach durchhalten und danach kann man ja höflich absagen, es ist ja nicht so das man mit Waffengewalt dann zur Unterschrift gezwungen wird.

Ich hatte auch schon Situationen, wo ich nach wenigen Minuten wußte, das wird nix dennoch bin ich geblieben. Meist kam dann eine Zusage, die ich dankend abglehnt habe.

Man darf nie vergessen, das man sich oft zweimal im Leben sieht. Es gibt die unmöglichsten Situationen.
 
So patzig finde ich das unsouverän. Muss man so auch nicht bringen, wenn man das Vorstellungsgespräch damit beenden will.
Ich verschwende ungern meine Zeit. Und solche Spielchen bewirken bei mir, dass ich keinesfalls in so einem Lulli-Unternehmen arbeiten würde. Das können die ruhig wissen.
 

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