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Beste Freundin ghostet mich?

Hallo @sophie12.04,
ehrlich gesagt kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass dies alles so plötzlich aus dem Nichts gekommen ist. Auf mich wirkt es so, als wäre etwas vorgefallen, bevor sie dich endgültig blockiert hat. Die Reaktion ihrer Mutter deutet ebenfalls darauf hin.

Ohne dir zu nahe treten zu wollen: Es kann sein, dass dir manche Dinge gar nicht bewusst waren. Könnte das sein?

Das erinnert mich ein wenig an Eltern, die Hilfe suchen, weil sie scheinbar völlig aus heiterem Himmel von ihren Kindern blockiert wurden. Doch meistens ist das kein Prozess, der von heute auf morgen entsteht. Oft gehen dem viele Verletzungen voraus, die dazu führen, dass sich Betroffene irgendwann abgrenzen möchten.

Vielleicht kannst du für dich noch einmal alles in Ruhe durchgehen - besonders die letzte Zeit vor dem Kontaktabbruch - und versuchen, selbst Antworten darauf zu finden.

Ich denke, das Beste, was du jetzt tun kannst, ist, sie vollständig in Ruhe zu lassen und ihr bestmöglich aus dem Weg zu gehen. Das machst du ja bereits.
Vielleicht sucht sie irgendwann noch einmal das Gespräch, vielleicht aber auch nicht. So oder so kannst du nun nichts mehr machen, als ihre Entscheidung zu respektieren.
 
Meine Freundin hat schon länger mit starken psychischen Problemen zu kämpfen, die sich seit diesem Jahr zunehmend verschlimmert haben.
Diese Information zusammen mit dem Anruf der Mutter lässt eine Frage in mir aufkommen.
Wie sehr hast du, sicherlich in guten Gedanken, deine Hilfe/Unterstützung/Sicht in Bezug auf ihre Probleme angeboten und womöglich ungefragt eingebracht?

Hast du ihr z.B. immer mal wieder mit Essen in den Ohren gelegen, mit Auflauf vor der Tür gestanden, wolltest sie zum Spaziergang animieren/abholen oder hast ihr gesagt, dass der Typ ihr nicht guttut?
Hast du ihr mal nahegelegt, den Kontakt zu ihrer Familie, zur Mutter, runterzufahren o.ä.?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde dir auch raten, keinen Kontakt mehr zu deiner ehemaligen besten Freundin zu suchen. So schmerzhaft das auch ist.

Ich weiß natürlich auch nicht, was los ist, aber vielleicht hat es tatsächlich mit diesem komischen Freund zu tun. Heiratsantrag nach zwei Monaten? Sofort zusammenziehen? Dann mehrere Beziehungsabbrüche in kurzer Zeit? Narzisstische Persönlichkeitszüge sind hier nicht ausgeschlossen. Vielleicht will er sie isolieren ...

Die andere Möglichkeit, die mir einfällt, wäre, dass dir etwas Wichtiges nicht aufgefallen ist.
Waren Geben und Nehmen in deiner Freundschaft ungefähr ausgeglichen, auch was die Energie anbelangt?
Konntet ihr beide Konflikte ansprechen und sie im Nachhinein in Ruhe lösen?
 
Sei etwas gnädig mit dir und erwarte keine Verarbeitung innerhalb weniger Tage. Es ist zwar weniger üblich, um Freundschaften zu trauern als um Partnerschaften, obwohl erstere oft ebenfalls einen hohen emotionalen Wert haben.
Vielleicht bekommst du irgendwann eine Erklärung, evtl über Dritte, aber mach dich davon nicht abhängig

Vor vier Jahren wurde ich von einem damals sehr engen Freund geghostet.
Wir kannten uns 20 Jahre und hatten viel S**** zusammen durchgemacht, gelacht, geweint.
Ich wusste, dass seine zweite Frau gegen den Kontakt war, weil wir lange vor ihrer Zeit eine Affäre hatten. Der Abbruch kam dennoch überraschend und hat mich lange beschäftigt.

Natürlich habe ich nicht immer alles „richtig“ gemacht, aber diese Geschichte kam für mich aus heiterem Himmel.

Über einen gemeinsamen Kontakt erfuhr ich vor kurzem, dass er - vorher glaubensfern - inzwischen über seine Frau in einer fundamentalchristlichen Gemeinde ist und vieles anders sieht als früher.
Das half, abzuschließen…war aber reiner Zufall. Verlass dich lieber nicht darauf
 
Diese Information zusammen mit dem Anruf der Mutter lässt eine Frage in mir aufkommen.
Wie sehr hast du, sicherlich in guten Gedanken, deine Hilfe/Unterstützung/Sicht in Bezug auf ihre Probleme angeboten und womöglich ungefragt eingebracht?

Hast du ihr z.B. immer mal wieder mit Essen in den Ohren gelegen, mit Auflauf vor der Tür gestanden, wolltest sie zum Spaziergang animieren/abholen oder hast ihr gesagt, dass der Typ ihr nicht guttut?
Hast du ihr mal nahegelegt, den Kontakt zu ihrer Familie, zur Mutter, runterzufahren o.ä.?
Eigentlich gar nicht, nur mehrmals mit ihr geschrieben ob sie reden möchte was los ist. Bezüglich essen war gar kein Thema, wir waren nie gemeinsam Essen und ich hab ihr auch nie irgendwas vor die Tür gestellt.
& nein, nie irgendein Thema gewesen ein Kontaktabbruch, sie verstand sich ja mit ihrer Familie immer sehr gut und ich mich mit ihrer ja auch
 
Wie würdet ihr mit so einer Situation umgehen?

Das als Anfall einstufen, von dem sie sich hoffentlich gleich einmal erholt.

Ich würde sie weiterhin, geistig, psychisch hoch halten, obwohl sie sich in einer offenbar großen Ausnahmesituation befindet. Dazu könnte der Mann beigetragen haben. Möglicherweise beeinflusst er sie entsprechend und redet ihr Stütze und Halt aus von anderen, um sie für sich zu haben.

Wenn sie dich momentan nicht mag und dir etwas andichtet, dann müsstest du doch erst recht festhalten an der Seite von ihr, die so nicht überlegt- die relativ stabil und gesund ist. Abwarten, akzeptieren zum Schein und beim zufällig wo sehen und treffen mag sein, dass sie wieder wach wird aus diesem seltsamen Denken, sobald du sie positiv triggerst durch Herzlichkeit etc.

Wie gesagt, das könnte von ihm ausgehen, von doofen, feindseligen Suggestionen, dafür scheint sie anfällig zu sein. Nichts hilft da mehr, als ruhig, kraftvoll, neutralisierend aufzutreten- also bleib überlegen ( mental überlegen) und warte einfach ab. Die Liebe muss stärker sein, als das Schnöselige- so etwa.

Bleib ruhig. Bleib gute Freundin, wenn auch momentan zurückhaltend.
 
Ich habe eine gute Bekannte, die jedesmal solche Anwandlungen hat, wenn sie Depressiv ist. Das scheint zusammenzugehören. Posttraumatische Belastungsstörung..?? Ich kann das bei ihr beobachten, sie will jeden rauswerfen, weghaben, wenn sie so drauf ist. Speziell die, die sie liebt sonst.

Für mich hat das in verschiedenen Abstufungen doch jeder- bei manchen deutlich, bei manchen verdeckter- gehts einem gut, dann so, gehts mies, dann andersrum. Wenn zb unsere Mutter überfordert war, dann waren wir Monster und sie auch. Wir wichen uns dann aus und nachher kam wieder der andere Blick, wenn sie erholt war. Ist das nicht der Verfassung geschuldet, in der man sich befindet? Hat das nicht mit dessen Person selber zu tun und nicht mit anderen? Die sind dann Projektionsfläche vielleicht. Abwarten bis sich das gelegt hat, so reagiere ich und selten sehe ich darin mein Problem, das ist seins.. leider, der leidet..
 
Ich habe die Beiträge bewusst nochmals überflogen, um Hinweise zu finden, wie das zeitlich abgelaufen ist....und nichts gefunden.

Wann hattet ihr zuletzt Kontakt?

Ich hatte selbst vor vielen Jahren schwere Depressionen und hatte mich damals vorübergehend von einzelnen Personen zurück gezogen....und nein, man ist dann nicht unbedingt in der Lage, es dem Gegenüber zu erklären.
 
Ich hatte selbst vor vielen Jahren schwere Depressionen und hatte mich damals vorübergehend von einzelnen Personen zurück gezogen....und nein, man ist dann nicht unbedingt in der Lage, es dem Gegenüber zu erklären.

Ich hatte zwar selbst nie Depressionen, aber nahestehende Menschen. Und da ist manchmal jegliche Form der Kommunikation zuviel, man will dann oft nicht reden, erklären, Kontakt mit Menschen haben. Man kann es einfach nicht, weil man keine Kraft hat und Beziehungen oft anstrengend sind. Es könnte wirklich sein, dass es dann daran liegt und Du vielleicht aus ihrer Sicht zu oft Kontakt gesucht hast. Man kann nie genau wissen, was für einen Menschen zuviel ist und wo die Grenze ist, zumal, wenn es dem Menschen nicht gut geht.

Und nun hat sie noch einen schwierigen Partner, der wohl zusätzlich für Stress sorgt. Du kannst im Moment wirklich nichts tun. Aber mach Dir auch keine Vorwürfe, Du hast es gut gemeint.
 

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