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Beruf und Einsamkeit

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Gast

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Hallo, ich bin 23 Jahre. ich habe vor 2 Jahren eine Ausbildung zur Gesundheits und Krankenpflegerin abgeschlossen und habe danach eineinhalb Jahre im Krankenhaus gearbeitet. Ich litt damals kurze Zeit an Depressionen. Zurzeit arbeite ich in einem Pflegeheim und bin nicht so glücklich damit. Das schlechte Arbeitsklima personalmangel und immer mehr arbeitsaufwand machen mir zu schaffen.
Zurzeit hole ich nebenbei meinen Schulabschluss nach. Gehe aber auch nicht immer hin, weil ich nach der Arbeit so erschöpft bin. Habe nachgedacht danach berufsbegleitend zu studieren, was für mich jetzt aber auch nicht mehr infrage kommt, da ich Angst vor dem finanziellen habe. Ich bin auch viel alleine seitdem ich die Ausbildung beendet und habe auch nur eine Freundin, die aber 200 km weggezogen bin. Ich fühle mich oft einsam deswegen. Ich bin auch eher ruhig zurückhaltend. Oft sitze ich allein in der Wohung und weine. Ich wohne in einer ländlichen Gegend. Ich habe auch schon nachgedacht eine andere Ausbildung zu machen weiß aber nicht recht was und wie ich dann meine Wohnung finanzieren soll. Ich hatte auch schon eine Berufsberatung gehabt, aber der konnte mir nicht helfen und ist auch gar nicht auf meine Fragen eingegangen.
 
Hi du,

da sitzt du ja ordentlich in der S******.
Ich kann sehr genau nachfühlen, wie es dir geht. Denn mir gehts genauso. Einsamkeit, das Gefühl unglücklich zu sein.
Ich bin so alt wie du, habe aber das Abitur abgeschlossen und seitdem studiert. Mein Ärger ist, dass ich, im Gegensatz zu dir, keine Berufsausbildung hab & daher keine Anstellung finde.

Ehrlich gesagt dachte ich, sobald ich mich selbst durch eine Arbeit finanzieren kann, wird alles gut & ich werde glücklich sein.
Wie man sieht ist das scheinbar doch nicht so 🙂

Daher denke ich, dass dieses Einsam- und Unglücklichsein an mangelnden Freunden & einem liebevollen Partner liegt.
Als ich bombenmäßig verliebt war, war alles recht relativ. Weil ich glücklich war.

Also, ein Ausgleich in der Richtung (Ja wie? Lustig gesagt ...) und wir sind alle glückliche & zufriedene Menschen.
 
Neben deinem stressigen Job noch deinen Schulabschluss nachzuholen, stelle ich mir recht schwierig vor. Kämst du finanziell zurecht, wenn du deine Stelle reduzierst um mehr Zeit für die Schule zu haben? Wenn du ländlich wohnst, bieten sich wahrscheinlich nicht viele Möglichkeiten, Freundschafen zu knüpfen. Hast du mal an einen Umzug in die Stadt gedacht, evtl. in eine WG? Vielleicht kannst du in einem anderen Umfeld deine Pläne besser verwirklichen und auch neue Freunde finden.
 
Hallo Gast,

wenn du deine Situation wirklich ändern willst, dann schaffst du das auch mit dem Schulabschluss nebenbei.

Ausserdem könnte dies doch ein gutes Mittel gegen deine Einsamkeit sein, wenn du in deiner Klasse nette Leute hast/ findest.

Gib nicht so schnell auf! Das haben andere auch schon geschafft.
 
Ich seh da zwei Themen:

- Einsamkeit
- Depressionen/Erschöpfung

Erst zu letzterem: Dein Beruf ist anstrengend, vermutlich machst Du ihn auch im Schichtdienst? Da braucht man viel Ausgleich den man einsam natürlich kaum hat. Zusätzliche Überforderung durch Abendschule, deren Ziel jetzt auch noch infrage steht kommt hinzu, und schwups lebt man nur noch fürs Arbeiten.

Zu ersterem: war das schon immer so? Oder hast Du Dein Sozialleben nicht von der Schul- in die Berufszeit retten können?

Ich würde Dir eine mehrgleisige Lösung empfehlen. Zum einen solltest Du was gegen die Depris machen, möglichst was was nicht gleich in Alten vermerkt ist. Eine Selbsthilfegruppe oder so. Egal ob Du die Termine nur jede zweite Woche wahrnehmen kannst, tu es. Oder eine Beratung bei Caritas, ProFamilia oder so. Wenn Du eine Gruppe findest, sag auch offen welche Probs zu hast, de kennen das ALLE und sind froh wenn sich mal jemand zu erkennen gibt, Wetten dass du recht bald mit diesen Leuten nach den Treffen Kaffe trinken gehst?

Zum anderen solltest Du Dich mal damit beschäftigen wie man Schichtdienst abmildern kann. Stichworte hier sind was/wann essen, Sonne/Vitamin D, entspannende Dinge wie Sauna, Yoga oder einfach die Lieblingsparkbank, Tiere (Gassifreund im Tierheim?), Faulenztage einführen, Interessen pflegen oder anfangen.

Der nächste Schritt ist der Schritt nach draußen. Hattest Du früher Interessen oder irgendeinen unerfüllten Wunsch? Och wollte zum Beispiel immer gern Saxophon lernen, hat meine Eltern aber nicht interessiert, das habe ich mir zum 30. geschenkt. Die Depression wird Dir natürlich erzählen was Du mit den ollen Kamellen willst, aber das ist natürlich gelogen. Was Dir Spass machte oder Du Dir gewünscht hast, entspricht Dir höchstwahrscheinlich und sollte einen Platz haben. Ein Sport wäre bestimmt super, auch wegen der Kontakte. Sehr gut sind auch langsame Naturerlebnisse wie geführte Wanderungen, Kanufahrten oder sowas wo man sich ohne Überlastung spürt und was erlebt.

Was ich jetzt schreibe glaubst Du mir nicht aber Versuch es trotzdem: Du bist noch echt Jung. Dein Leben sollte nicht von finanziellen Fragen so abhängig sein. Ich finde Du bist Jung genug, noch zu wachsen und Dir Ziele zu setzen und dafür auch was zu Opfern. Wie wäre es mit einem ganz anderen Beruf? Studium? Wenn Du nochmal von vorne könntest, was würdest Du anders machen? Kannst Du ja noch!

Ich habe meinen Berufsstart ohne viel Hilfen machen müssen. Als ich dann irgendwann umsatteln wollte habe ich zwei Jahre lang gespart und es dann mit genug Geld für Umzug/Kaution/Studienausstattung gemacht. Es gibt ja doch Hilfen, ob das die BAB oder Wohngeld zum Azubigehalt sind oder das elternunabhängige BAFöG. Klar, Voraussetzung ist dass man etwas so gern möchte dass man dafür noch mal wie ein Student oder Azubi lebt, aber immerhin kannst Du als qualifizierte ja zu ganz guten Sätzen nebenbei jobben.

Das alles kannst Du nicht übermorgen machen, vor allem erst dann wenn Du aus der Überlastungsspirale raus bist, aber ich finde Du bist zu Jung um da zu sitzen und das Gefühl zu schieben das war jetzt das was ich an Leben Kriegen konnte. Du kannst echt noch alles realisieren, sozialer Leben und was erreichen, mit oder ohne Deinen Beruf. Und selbst wenn Du weiterhin in der Pflege sein willst - Fachpflegerin machen? Mal ins Ausland damit, Reha unter Palmen? Heimliche Sehnsucht nach Action, geh vielleicht zum Bund? Kreuzfahrtschiff? Oder doch was ganz anderes?

Du brauchst jetzt noch keinen Bausparvertrag und ewig brav machen was Eltern, Pensionsberater und Sparkasse Dir vorschlagen. Du musst Dich mal spüren!
 

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