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Bekannter versteht nicht, dass ich kein Interesse habe

Ich würde hier den Ball flach halten. Es ist nichts Dramatisches passiert. Keine Belästigung, kein Stalking, es gibt auch kein "Opfer".
Die TE ist genervt von dem Typen, das ist legitim und ich kann das verstehen. Umso wichtiger wäre es, einmal ein klares Statement zu setzen. Und nein, ignorieren ist kein klares Statement. Wenn er sich wieder ungefragt dazugesellt, reicht ein knappes: "Ich möchte mich hier gerade unterhalten." Klar sein, Grenzen setzen, die eigenen Vorstellungen formulieren. Das funktioniert. Besser als jede gesellschaftliche Diskussion.
 
Dass er starrt: ok. Aber wir haben uns mehrfach woanders hingestellt und er kam jedes Mal hinterher. Eine andere meinte auch: Du musst ihm das sagen.
Dir bleibt nur eine einzige Option:
DU MUSST ES IHM SAGEN !
Sag ihm ins Gesicht (je mehr Leute dies mithören, desto besser): "Es ist für jedermann offensichtlich, dass du mich ständig anstarrst, mir andauernd hinterherläufst und dich mir aufdrängst. Ich fühle mich von dir belästigt und ich bitte dich höflich, dich künftig von mir fernzuhalten." Dann dreh dich um und lass ihn stehen. Hört er nicht auf, gehe in die Offensive. Lass die anderen wissen was er macht, mach andere auf sein Verhalten aufmerksam. Er soll sich ja beobachtet fühlen. Hilft alles nichts und er belästigt dich weiter, könntest du als letzte Massnahme ein Kontaktverbot beim örtlichen Amtsgericht beantragen.
 
Inwiefern ist ein kurzes klärendes Gespräch mit einer Person unangenehmer als diese wortlos zu blockieren und ständig vor ihr wegzurennen, sobald sie sich nähert?
Wenn man schon darüber diskutieren will, ob der Typ aggressiv ist oder nicht, dann sollte auch ihr Verhalten in Betracht gezogen werden. Die Art, wie sie ihn aktuell ablehnt, ist in meinen Augen um einiges respektloser und verletzender als ein Gespräch unter 4 Augen. Wer weiß, wie er reagiert, sobald er merkt dass er blockiert wurde.
 
Als ich ein Kind war (in den 90igern) da habe ich ständig von irgendwelchen Bekannten meiner Eltern so Storys gehört im Sinne von "Mein Gott, der hat mich am Anfang so genervt und ich habe ihm 20 Körbe gegeben, aber er hat nicht aufgegeben und tja, jetzt sind wir verheiratet und haben 3 Kinder"..
Solche Berichte kenne ich auch noch, allerdings war da nie so ein hier geäußertes Unbehagen dabei.

Ich schreibe jetzt mal kurz ein paar Erfahrungen aus meinem Leben, die mich nachhaltig geprägt haben. Während meines Studiums lernte ich eine Studienkollegin kennen, mit der ich mich auf Anhieb außergewöhnlich gut verstand. Wir wurden sehr gute Freunde und waren, wie man so schön sagt, auf einer Wellenlänge. Da kam es schon vor, dass der eine den Satz des anderen beendete. Ihre Freundinnen rollten dann mit den Augen und mir kam es so vor, dass sie neidisch waren. Ich weiß nicht mehr, ob es nach 1 oder 1 ½ Jahren war, aber bei mir hat es irgendwann einen Schalter umgelegt und ich sah sie in einem komplett anderen Licht, hatte das Gefühl dass sie mich auch mochte. Dann kamen die Semesterferien und danach war alles anders. Sie schaute mich nicht mehr an und drehte immer den Kopf weg, sobald ich versuchte, mit ihr zu reden. Natürlich wollte ich wissen, was los ist, aber da kam nichts mehr. Es wurde unangenehm. Wenn ich morgens die U-Bahn zur Uni nahm, dann traf ich oft auf sie. Sie fühlte sich dann irgendwie verfolgt, auch wenn sie das nicht offen sagte. Ich bin dann bald nur noch zur Uni gelaufen, was eine halbe Stunde Fußmarsch war. In der Uni dasselbe Bild. Sobald ich irgendwo in die Nähe kam, wo sie war, lösten sich die Menschentrauben auf. Über andere Studienkollegen habe ich erfahren, dass sie in den neuen Kursen erzählte, wir würden uns nicht kennen. Ich bin damals in ein tiefes Loch gefallen und habe schließlich die Uni verlassen und bin umgezogen. Ich habe keine Ahnung, warum das so gelaufen ist. Eines ist klar, es ist nicht unbedingt immer so schwarz und weiß, wie man sich das vorstellt. Eine klare Ansage kann viel wert sein, auch wenn es weh tut.

Es ist lange her und damals bin ich zum ersten Mal so richtig gestorben, später noch ein zweites Mal, jetzt sterbe ich nicht mehr...außerdem ist’s lange her! Meine Lieblingsdichterin Mascha Kaléko hat das so unglaublich treffend ausgedrückt:

Das berühmte Gefühl

Als ich zum ersten Male starb,
– Ich weiß noch, wie es war.
Ich starb so ganz für mich und still,
Das war zu Hamburg, im April,
Und ich war achtzehn Jahr.

Und als ich starb zum zweiten Mal,
Das Sterben tat so weh.
Gar wenig hinterließ ich dir:
Mein klopfend Herz vor deiner Tür,
Die Fußspur rot im Schnee.

Doch als ich starb zum dritten Mal,
Da schmerzte es nicht sehr.
So altvertraut wie Bett und Brot
Und Kleid und Schuh war mir der Tod.
Nun sterbe ich nicht mehr.
 
Hallo Eisblume,

die Masse ist oft sehr klug und lässt sich schlecht täuschen. Vielleicht sind die Antworten der anderen besser hier. Ich gebe mal meinen Senf dazu. Ich verstehe dass das echt extrem unangenehm ist bei Gesprächen sich gestört zu sehen. Wie könntest Du rausfinden ob Er Dich bloss vor Betrug schützen wollte? Gibt es irgendeine rationale Möglichkeit? Vielleicht glaubt er Du vertraust zu leicht und will Dich schützen, Du möchtest aber auf Dich selbst aufpassen. Richtig?
 
Bezüglich wenn du ihm vor anderen sagen würdest dass Du Dich von ihm bei Gesprächen gestört fühlst, siehst Du ja dann was von "den anderen" für Dich übrig ist 😉.
 
Also, erstmal finde ich es wichtig die Veranstaltungen zu unterscheiden. Bei dem einen ging es darum neue Leute zu finden eventuell auch für eine Partnerschaft. Dort hat er wiederholt, ich spreche hier von 5/6 Mal oder mehr ständig Gespräche mit anderen Männern gestört, indem er er sich permanent dazu stellte. Dies habe ich irgendwann als sehr grenzüberschreitend empfunden.
Das andere waren Gruppenveranstaltungen mit gemeinsamen Bekannten. In diesem Rahmen ist es halt schwer zu sagen: "Stell dich nicht ständig zu mir!" Es ist halt ein anderer Rahmen der Veranstaltung. Ich erwähnte bereits, dass ich mich von ihm so belästigt fühlte (Das Anstarren alleine ist sehr unangenehm, und das ständige Hinterherkommen, wenn wir uns "umgestellt haben". ) Meine Bekannte meinte auch schon zu mir, sie wird langsam aggressiv von seinem Verhalten. Ich glaube nicht, dass wenn man mal sagt: "Ich hab kein Interesse", dass er dann meint: "Ach klar. kein Problem."
Der meinte, er hätte jahrelang gar keine Freunde oder soziale Kontakte gehabt. (Ja aber btw: Nicht mein Problem!!!) Aber solche Leute interpretieren vielleicht jede Form von Höflichkeit als Einladung, wie hier auch schon jemand meinte. Wir haben uns zeitweise bei der Toilette vor ihm versteckt. Ich fand das überhaupt nicht witzig!!! In Zukunft möchte ich auf keine Veranstaltung mehr, wenn ich weiß, dass er da ist, zumindest nicht mit dieser Gruppe!
 
Klingt so, als ob er psychisch Probleme hätte.
Und es ist tatsächlich gut möglich, dass er nur eine klare Ansage versteht.
Weil er Schwierigkeiten hat, nonverbale Kommunikation zu verstehen.

Deine Bekannte und du könnten doch gemeinsam mit ihm sprechen, wenn du es dich nicht alleine traust?
 
Also, erstmal finde ich es wichtig die Veranstaltungen zu unterscheiden. Bei dem einen ging es darum neue Leute zu finden eventuell auch für eine Partnerschaft. Dort hat er wiederholt, ich spreche hier von 5/6 Mal oder mehr ständig Gespräche mit anderen Männern gestört, indem er er sich permanent dazu stellte. Dies habe ich irgendwann als sehr grenzüberschreitend empfunden.
Das andere waren Gruppenveranstaltungen mit gemeinsamen Bekannten. In diesem Rahmen ist es halt schwer zu sagen: "Stell dich nicht ständig zu mir!" Es ist halt ein anderer Rahmen der Veranstaltung. Ich erwähnte bereits, dass ich mich von ihm so belästigt fühlte (Das Anstarren alleine ist sehr unangenehm, und das ständige Hinterherkommen, wenn wir uns "umgestellt haben". ) Meine Bekannte meinte auch schon zu mir, sie wird langsam aggressiv von seinem Verhalten. Ich glaube nicht, dass wenn man mal sagt: "Ich hab kein Interesse", dass er dann meint: "Ach klar. kein Problem."
Der meinte, er hätte jahrelang gar keine Freunde oder soziale Kontakte gehabt. (Ja aber btw: Nicht mein Problem!!!) Aber solche Leute interpretieren vielleicht jede Form von Höflichkeit als Einladung, wie hier auch schon jemand meinte. Wir haben uns zeitweise bei der Toilette vor ihm versteckt. Ich fand das überhaupt nicht witzig!!! In Zukunft möchte ich auf keine Veranstaltung mehr, wenn ich weiß, dass er da ist, zumindest nicht mit dieser Gruppe!

Du wiederholst dich und gehst null auf mögliche Lösungen ein.

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