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Bei Umstrukturierung - trotz bester Qualifikation und Empfehlung - übergangen

Isabella9876

Mitglied
Hallo bin noch neu hier....und habe mal eine Frage.

Ich bin seit nahezu 25 Jahren im öffentlichen Dienst tätig und habe mich über mein Engagement nach und nach "hoch gearbeitet" aber über die "normale Ausbildung" zum Verwaltungsfachangestellten hinaus, aus privaten Grunden leider keine Gelegenheit, weitere Fortbildungen z.B. AL II zu besuchen (immer kam genau dann etwas Schwerwiegendes dazwischen). Habe mir aber hervorragendes, aktuelles Fach (Rechts-)wissen angeeignet und dies auch über meine Stellenbeschreibung und insbesondere über ein entsprechendes Zwischenzeugnis bestätigt bekommen.

Zuletzt war ich l dann trotzdem nur noch direkt dem Behördenleiter (Bgm.) unterstellt, wie eine Abteilungsleiterin (verdiene entsprechend) und zudem - anders wäre ich da gar nicht herangekommen - ein (sehr schwieriges) Aufgabengebiet im Bereich Baurecht übernommen/geleitet, das normalerweise locker zwei Vollzeitkräfte beschäftigen könnte. Leider war ich so dumm, mir dies nie schriftlich bestätigen zu lassen, auch im Organigramm wurde dies zuletzt dann nicht mehr angepasst.
Ich bin immer davon ausgegangen, dass dies aber noch offiziell geregelt wird und ich dann auch noch eine Kraft dazu anfordern kann.
Entsprechend waren auch die anderen Abteilungsleiter - wenn auch teis zähneknirschend - gehalten, mich entsprechend im Kreis der Verantwortlichen zu akzeptieren obwohl mir lange und oft immer wieder gesagt worden war, dass ich dies nie schaffen würde. Auch allgemein war damit aber durchaus eine hohe Akzeptanz verbunden.

Nun haben wir aber einen neuen Behördenleiter bekommen, der dies so nicht sieht (alle Bereiche in Sachen Bau zusammengeworfen hat) und noch einen jungen Ing. (zunächst als Kollegen), der nach einem halben Jahr zum offiziellen gesamten Abteilungsleiter wurde (ohne jegliche Fachkenntnis insbesondere in meinem Rechtsgebiet); Nur weil er studiert hat. Er denkt doch glatt, dass sich für mich nichts geändert hat... dabei fallen gerade die interessanten Sachen doch jetzt weg, sowie der direkte Draht zum Chef, der streng nach Hierarchie geht und nicht nach Qualifikation.

Ich bin jetzt wieder "nur noch Sachbearbeiterin", soll quasi die hoch verantwortlichen Tätigkeiten weiter machen aber ohne bei den wesentlichen Besprechungen dabei zu sein ohne richtig informiert zu werden, ohne so richtig was zu sagen zu haben und unter dem Gesichtspunkt, dass der "Leiter" natürlich jederzeit kommen kann, mir nach Belieben anschaffen kann oder sagen, dass er (!) dieses oder jenes Projekt nun leitet, präsentiert und ich habe nur noch einen rießen Haufen Arbeit, die ich ja deswegen übernommen habe, weil ich eben mit "vorne dabei sein wollte". ....-Ganz zu schweigen, was dies mit meinem Ansehen gemacht hat... wir habens Dir ja immer gesagt, jetzt siehste......Von wegen Anspruch auf vertragsgemäße Beschäftigung (ich verdien zwar weiter aber das ist für mich - weil ich es so gerne gemacht habe - zutiefst unbefriedigend... wie will man sich gegen sowas wehren, kanns ja schlecht einklagen, wenn ich dort noch an die zwanzig Jahre arbeiten will (wenn man das gesetzl. Rentenalter annimmt). Auch ist mir natürlich das dringend erhoffte Mitspracherecht, Gestaltung der Abteilung usw. dadurch entgangen.

Und mit dem Behördenleiter reden, dessen Liebling der Abteilungsleiter ist....? -der vom Personalchef (der von nichts mehr was weiß) abhängig ist weil er sich nicht auskennt, teils vermutlich auch falsch informiert und zudem auch noch ziemlich stur ist
Der Personalrat kann den Mund nicht halten (besteht überwiegend aus ungelernten Kräften). Die Kollegen helfen einem ohnehin nicht...

Wenn ich aber nun doch ein Gespräch mit dem obersten Chef führen würde - unter dem Gesichtspunkt dass er vielleicht nie vollständig oder ganz richtig informiert wurde - wie könnte man sowas angehen..Weiß dazu jemand Rat ?
Gehen möchte ich nämlich auch nicht aber so ist das total unbefriedigend- Ich habe jetzt auch versucht das über mehrere Monate zu akzeptieren und mich daran zu gewöhnen aber diese Konstellation und dass ich plötzlich wieder unten mit rumwurschtle, das macht mich echt hin.... weil ja immer der Abteilungsleiter "dazwischen hängt".

Mir ist auch klar, nicht jeder muss das verstehen und so mancher wird sich denken... so was nimmt man halt hin... kann ich aber nicht, nicht nachdem ich so lange darum geklämpft habe und mir nun im le. Moment ganau dieser Job (damit meine ich außer der reinen Tätigkeit eher die Position und die damit verbundenen Rechte) wieder genommen wurde.

Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein.... eher in Richtung Gesprächsgrundlage, weniger der Weg der Konfronation. Andererseits soll es ja auch nicht nach "betteln" ausstehen.

Irgendwie gehe ich das - glaube ich - komplett falsch an, weiß jemand wie man über so was verhandelt ??
 
ich kann verstehen, dass die situation sehr unbefriedigend für dich ist. leider hast du es verschlafen dich zu qualifizieren bzw dir deine qualifikation zertifizieren zu lassen. du hattest bisher halt glück, aber die fetten jahre scheinen nun vorbei zu sein. ''nur zu studieren'' heißt übrigens jahrelang auf einkommen zu verzichten, sich auf den hosenboden zu setzen und oft auch sich zu verschulden.
willkommen in der neuen welt, vielleicht kannst du jetzt erahnen wie es hunderttausenden von jungen menschen in diesem land geht, die in enormen wettbewerb zueinander stehen und lohndumping erfahren müssen. hört sich jetzt vielleicht etwas hart an, aber schlussendlich hast du geerntet was du gesät hast. andere haben sich weitergebildet und investiert, du hingegen hattest eine prestigereiche stelle obwohl du all die jahre unterqualifiziert warst. immerhin hast du noch einen sicheren job im ÖD, also jammerst du im endeffekt einfach nur auf hohem niveau. schlussendlich hört sich deine karriere auch ein wenig nach vetternwirtschaft an, sprich du warst dem alten chef wahrscheinlich einfach sympathisch. ich kenne viele leute die vom titel her qualifizierter sind als du und die bisher auch fachlich kompetent waren. diese sind aber arbeitslos und würden selbst deinen jetzigen job mit handkuss annehmen. vielleicht solltest du mal darüber nachdenken...mach doch einfach ein studium oder bilde dich weiter, scheint ja laut deiner aussage keine große sache zu sein...
 
Hallo, Isabella,
soweit ich Deine Ausführungen verstanden habe, hast Du Dein Gehalt behalten und Deine Kompetenzen (Mitspracherecht, Gestaltungsmöglichkeiten) eingebüßt. Das Einbüßen der Kompetenzen ärgert Dich.

Aus meiner Sicht würde ich nirgendwo vorsprechen. Das Umgehen der nächsten Vorgesetzten wird Dir vermutlich negativ ausgelegt, wobei eine Änderung eher unwahrscheinlich ist, weil jeder seine Abteilung so regelt, wie er es für richtig hält. Eine Änderung könnte jedoch eintreten, wenn der junge Abt. Leiter Fehler macht und man daraufhin die Position neu ausschreibt.

Eine Alternative wäre es, wenn Du Dich woanders hin bewirbst. Oder?

In jedem Fall ist zu vermeiden, dass Du Dich ärgerst und diesen Ärger in Dich hineinfrisst. Das macht eher krank.
Die Frage stellt sich: Was macht die Situation mit Dir - oder was machst Du mit der Situation?
Wenn die Situation etwas mit Dir macht, dann eher wohl Ärger mit der möglichen Folge des Krankwerdens.
Also rate ich Dir: Überlege, was sich für Dich gebessert hast bzw. was Du gut und schön finden willst.
Eine Besserung könnte sein, dass Du zwar kein Mitspracherecht mehr hast - aber auch keine Mitsprachepflichten.

Du verstehst hoffentlich, worauf ich hinauswill. Es ist Dein Fokus von dem es abhängt, ob Du trotz allem zufrieden arbeiten kannst - oder nicht.

Ich an Deiner Stelle würde versuchen, ein gutes oder zumindest emotional neutrales Verhältnis zu dem jungen Abt. Leiter herzustellen. Er kann nichts dafür und er wird sicher ab und an mal unsicher sein. Wenn Du ihn merken lässt, dass Du Dich ärgerst und irgendwie sauer bist, wirst Du damit Euer Arbeitsklima negativ belasten. Also mein Rat: Versuche Deinen Fokus auf das zu richten, was Dir Freude macht und hake ab, was Du aus eigener Kraft nicht verändern bzw. verbessern kannst. Die Entscheidung, ob Du mit Freude zur Arbeit gehst oder mit Bauchschmerzen, liegt nur bei Dir.

Alles Gute,
Nordrheiner
 
Da du ja Beamtin bist würde ich dir empfehlen einfach eine Auszeit zu nehmen und das auf Staatskosten 😉. Sie haben dir ein Ei gelegt, jetzt legst du eines nach dem Motto "Wie du mir so ich dir". Geh einfach lange in Krankenstand oder wenn du gerne Kinder willst dann geh in Karenz. Das sind schonmal mind. 18 Monate 😉 die du genießen kannst. Danach hast du zwar immer noch den selben Job aber wer weiß wie dann die Lage in deinem Institut ausschaut. Vielleicht gibts den Studenten nicht mehr oder so.
 
Ich bin in meiner Meinung für eine Mischung zwischen den ersten beiden Antworten vom Gast und Nordrheiner.

Für mich klingt das so, als hättest du die ersten Jahre einfach Glück gehabt. Du standest in der Gunst des Chefs und nun ist der Spieß halt umgedreht und es ist jemand anders. Das an sich begründet noch keinen Anspruch für dich.

Du hast daraus sicher gelernt, neue Stellenbeschreibungen immer in den Arbeitsvertrag integrieren zu lassen, was du natürlich hättest tun müssen, wenn es denn ohne die erforderliche Qualifikation überhaupt gegangen wäre.

Ich würde mir auch gut überlegen, es anzusprechen im Hinblick auf die Gefahr, dass du es dir völlig verscherzt.

An deiner Stelle wäre jetzt die Überlegung für mich, die erforderlichen Qualifikationen endlich nachzuholen, damit du auf einer Ebene mit dem Abteilungsleiter stehst. Wenn dieser dann wirklich so inkompetent ist, wie du schreibst (obwohl er natürlich erstmal Einarbeitungszeit benötigt), wird der neue Behördenleiter dieses auch irgendwann merken. Und dann ist es gut, wenn du die nötigen Urkunden vorweisen kannst und nicht wieder so dastehst wie jetzt. Dann könntest du dich als Nachfolge anbieten und hättest gleichzeitig die nötige Akzeptanz der anderen Führungskräfte..

Die dünne Argumentationslage spricht nicht gerade für dich, denn ich wüsste jetzt auch nicht, wie du den neuen Behördenleiter überzeugen solltest.
 
Hallo,

danke für die teils recht konstruktiven und nachvollziehbaren Ausführungen (Nordrheiner), wobei ich dennoch über ein höfliches Gespräch nachdenke, da es sich um einen sehr spezifischen Fachbereich handelt, der im Grunde die nötigen Informationen und den direkten Draht erforderlich macht, weil dies wiederum in die Projekten einfließen muss bzw. zumindest sollte, damit ein wirklich gutes Ergebnis erziehlt wird.
Mir zu unterstellen, ich hätte meine Qualifikation "verschlafen" ist aber eine Frechheit. Ich habe mich über viele Jahre durch echte Leistung (!) an vorderster Front über die normale Arbeitszeit hinaus in der täglichen Praxis bewährt und selbstverständlich - soweit es zeitlich und familiär irgend machbar war - auch an hochdotierten Seminaren teilgenommen, sowie autodidaktisch weitergebildet, d. h. am Wochenende Fachliteratur gepaukt usw. - meine Gesprächs- und Verhandlungspartner sind u.a. Rechtsanwälte, die ich teils sogar berate. Nur war es mir eben nicht möglich war über Jahre hin zusätzlich nebenberuflich noch auf die Schule zu gehen, bin ich trotzdem absolut auf dem entsprechenden Wissensstand - sogar besser weil ich auch noch die Praxis dazu habe. Ein Kollege macht eben so eine Schule gerade und insofern ist ein guter Vergleich möglich.
Und ein Titel (oh Gott, wenn ich das höre) sagt noch lange nichts über eine echte (!) Qualifikation aus, sondern nur über viel theoretisches Wissen auf einem speziellen Gebiet. Nur wird das leider viel zu sehr daran festgemacht.

Man muss schon auch mal die Sicht von uns "alten Hasen" sehen, aber irgendwo müssen se ja mit den vielen Theoretikern hin, die von der Schul´ kommen, es mit dem Arbeiten nicht haben, nur anschaffen wollen und meinen sie sinds und alle anderen sind blöd. (Auch nicht alle aber man erlebt es leider oft)

Und der Hinweis, dass viele studiert und trotzdem keine Arbeit haben... da muss ich dann wieder sagen, Pech gehabt, hättetser was gscheits und vor allem über eine Ausbildung das Arbeiten gelernt.

Das schlimme ist, das wird auch noch probagiert. So mancher erfahrene Mitarbeiter, der gerne seine Erfahrung und lang aufgebautes Wissen - Kenntnis der Kunden und deren Bedürfnisse usw. usw. - einbrigen würde und dafür nur möchte, dass dies auch geschätzt und gewürdigt wird, musste wg. eines solchen Fachtheoretikers die Segel streichen, wobei dies ja tatsächlich nicht unbedingt an dem "Neuen" liegt, sondern wir die Geschäftsleitung dies händelt.

Außerdem bin ich keine Beamtin - Gott bewahre - diese Denke ist mir völlig fremd.
 
Hallo, Isabella,
Deinem Beitrag lässt sich für mich deutlich entnehmen, dass Du unzufrieden bist. Dabei spüre ich Wertungen hinsichtlich des Verhaltens anderer - damit meine ich - Du vermischst emotional die Gefühls- und die Sachebene.

Es gibt zu viele Situationen, in denen die Sachebene von verschiedenen Seiten aus betrachtet werden kann. Oft spielen sogar sachliche Aspekte eine Rolle, die man leicht übersieht, wenn man nur eine Sichtweise kennt, die eigene.

In dem Moment, wo Du in einem Gespräch durchblicken lässt, dass Dein Blick auf die Sachebene besser ist als der Blick Deines Gegenübers, gibst Du dem Gesprächspartner Potenzial zur Ablehnung. Dies gilt auch für Fragen und Aussagen, die die Wahl einer Stellenbesetzung betreffen. Hier in Deinen Beiträgen wird deutlich, dass Du Dich ungerecht behandelt fühlst. Das muß nicht so sein - ist aber ein Risiko.

Im Leben spielt der Aspekt der Gerechtigkeit nicht immer eine ausschlagende Rolle. Darüber hinaus wird von Menschen Gerechtigkeit unterschiedlich empfunden. Interessanterweise sagst Du zu dem Fall des arbeitslosen Studenten, nach Beendigung seines Studiums: "Hättest Du mal lieber...." Ob ein anderes Vorgehen das bessere ist, wissen wir nicht. Wir können immer nur sagen: So war es falsch = siehe Ergebnis und so war es richtig = siehe Ergebnis. Alles andere ist Spekulation. Und manchmal, wenn zu einem Punkt verschiedene Sichtweisen bestehen, dann ist alles andere falsch. Und was Du mit Blick auf den Studenten sagtest, gilt in gewisser Weise für Dich, für jeden Menschen. In der Regel sind wir hinterher immer schlauer. Dieses "hättest Du mal lieber..." macht unzufrieden.

Vielleicht ist es richtig zu vermuten, dass Du mit eigenen Versäumnissen Dir selbst die Chance genommen zu behalten, was Dir genommen wurde. Die Spielregeln wurden geändert. Darin liegt das Problem. Hättest Du in der Vergangenheit nicht versäumt was Du versäumt hast, dann wären die Spielregeln für Dich günstiger. Jetzt sieht es so aus, als ob Du Dich über Deine Versäumnisse ärgerst. Du bist anscheinend in der Lage, Giftpfeile nach außen zu schiessen. Vorsicht! Das ist sicher der falsche Weg. Verzeih' Dir erstmal selber und finde zu einer ausgeglichenen emotionalen Lage und dann versuche herauszufinden, ob aufgrund der neuen Spielregeln überhaupt ein Argument für Deinen Chef besteht, an der Situation etwas Positives für Dich zu verändern.

Es geht nicht immer um Gerechtigkeit und erworbene Verdienste, aber immer um eine win-win-Situation.
Wir können die Vergangenheit nicht ändern und manchmal können wir auch Versäumnisse nicht aufholen. Die erste Frage ist aus meiner Sicht immer die der eigenen Zufriedenheit. Wenn ich zufrieden bin, habe ich die größten Chancen auch neue Wege und Möglichkeiten der Verbesserung zu finden.

Solltest Du das Gespräch mit dem obersten Chef wirklich suchen, dann überlege Dir zuerst eine überzeugende win-win Situation. Diese besteht nicht darin, einfach zu sagen "ich bin besser, ich habe mehr Erfahrung....", denn Du wirst "alt" aussehen, wenn Dein Chef das nicht bestätigt, weil er nicht diese Übersicht hat. Und Dein Chef hat den Behördenleiter eingestellt und dieser den Abt. Leiter. Welcher Chef lässt sich gerne sagen, dass er falsche Entscheidungen getroffen hat? Wo bleibt da der win-win Aspekt?

LG, Nordrheiner
 
Willkommen in der realen Welt 🙂.

Die Beiträge sind sicher keine Kritik an dir, aber es ist offensichtlich, wie sehr du in deiner eigenen Denkweise verhaftet bist.

Wir betrachten die Geschehnisse von außen und da kann ich dir sagen, dass es leider Tatsache ist. Du kannst noch so gut sein, wenn du die entsprechenden Scheine nicht vorweisen kannst, hast du einfach wenig Chancen.

Hier hat niemand etwas gegen deine Erfahrung und dass du dir die Stellenbeschreibung nicht in den Arbeitsvertrag hast integrieren lassen, ist nun mal Fakt. Wenn du daraus einen Vorwurf liest, dann ist es so, auch wenn es nicht so gemeint ist.

Du scheinst auch Vorbehalte gegen Studierte zu haben, die ich nicht ganz nachvollziehen kann. Jemand kann studiert haben UND gut sein in seiner Arbeit, aber diese Variante erwähnst du gar nicht erst.

Nicht alle alten Hasen sind klug und nicht alle Studierten dumm. Es gibt auch viele engagierte Absolventen und faule alte Hasen, genauso wie umgekehrt. Ich hoffe, du hast kein Problem damit, dass dir ein Jüngerer nun etwas sagt, denn das wäre wirklich nicht okay.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Wenn du doch die ganzen Sachkenntnisse hast, warum (zum Henker) lässt du dir diese nicht einfach mit einer Weiterbildung bescheinigen, wenn es dich halt weiterbringt?

Also, wenn mein Chef ein Papier will, damit er mich befördern kann, dann kriegt er das Ding halt. Da verstehe ich deine Vorbehalte irgendwie nicht.

Gerade im öffentlichen Dienst ist klar, wie sehr dort in festen Strukturen gedacht wird und dass Hierarchien streng geordnet sind. Das muss man für sich nutzen.

Da hat Nordrheiner Recht, du schießt gerne nach außen und siehst Ungerechtigkeiten, obwohl du dich eigentlich über dich selbst ärgerst. Und auch richtig ist, dass es nicht reichen wird, dich einfach beim Chef zu beschweren, denn offensichtlich hat er bisher kein Interesse gezeigt, etwas zu ändern.

Wenn du das möchtest, dann verkauf es ihm gut und sag ihm, was er davon hat, wenn er dich mitnimmt. Nenne konkrete Beispiele, die du lösen konntest und die ohne deine Kenntnisse nicht geklappt hätten. Zeige deinen Nutzen auf und erwähne auf keinen Fall negative Aspekte deines jetzigen Chefs und deine Vorbehalte. Sage ihm, wie wertvoll deine Erfahrung ist, aber nicht im Vergleich zu anderen, sondern für ihn.

Du siehst, du hast ein Problem und eigentlich wollen wir dir nur helfen, aber annehmen musst du das schon selbst.

Aber jetzt hast du die Gelegenheit, das zu ändern, also pack es an.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

vielen Dank an Nordrheiner - die Aussagen sind sehr qualifiziert und sachlich. Nur eines möchte ich noch anmerken, die Teilnehmer gehen immer davon aus, dass ich nicht ausreichend qualifiert bin, bzw. hier etwas versäumt habe oder mich gar ärgere, etwas versäumt zu haben. Das ist es gerade eben nicht. Mit zwei mit Auszeichnung abgeschlossenen Berufsausbildungen in dafür landesweit höchst angesehenen Unternehmen, in einem Beruf 10 Jahre im anderen (jetzigen Betrieb) an die 20 Jahre und ständiger paralleler Weiterbildung sehe ich hier kein Defizit. Ich sehe eher die Möglichkeit eines gewissen Vorurteils, weil es wohl tatsächlich langjährige Mitarbeiter gibt, die eben "ihren Stiefel" machen und aber nicht mehr ganz up to date sind.

Es wird nur leider zunehmend indiziert und probagiert, dass allein Schule oder Studium das allein seelig machende Mittel zur Qualifikation ist - was man daran sieht, wenn vom "Fachkräftemangel" die Rede ist und wenn man weiter liest, tatsächlich damit meist von Leute mit Studium geschrieben wird und nicht von Leuten mit abgeschlossenen Berufsausbildungen.

Es ärgert mich und die Kollegen in der Abteilung aber tatsächlich, dass ein Anderer (reiner Techniker ohne jegliche Verwaltungsausbildung) nun insbesondere mit meinem Wissen seinen Weg macht und durch seine "Position" natürlich auch in der Hand hat, dies entsprechend zu steuern - aber das gibt es im öffentlichen Dienst oft und nirgendwo sind die Intrigen so schlimm.

Nein, warum ich an ein Gespräch denke, ist eher, dass unser neuer Behördenleiter nicht richtig, bzw. vollständig informiert ist - ihm vielleicht gar nicht richtig gesagt wurde, dass ich von seinem Vorgänger die Zusage hatte, dass mein Bereich (wie früher) wieder eine eigene Abteilung wird, das müsste sich sogar anhand des zu diesem Zeitpunkt akutellen Stellplans belegen lassen, dazu müsste man aber mal reinschaun. Leider habe ich selbst erlebt, wie unser Personalstelle sich "einfach umgedreht" hat und so tat als wüßte niemand von was. Unser oberster Chef - der ebenfalls nicht aus der Verwaltung kommt - hielt mich zum Zeitpunkt der Entscheidung quasi für "ungelernt".

Aber selbst wenn (vorsichtig ausgedrückt) ein bisschen Intrige dabei ist, wird es - so haben Sie recht - schwierig sein dies über Gespräche zu klären, vielleicht muss ich einfach nur abwarten und hoffen, dass der oberste Chef von selber drauf kommt - denn ganz kann er ja trotzdem nicht an mir vorbei - dazu habe ich einfach zu viel Hintergrundwissen.
Und fast alle Mitarbeiter sind inzwischen sehr unzufrieden.

Trotzdem, Sie haben Recht - das Problem wird eher sein, dass unser oberster Chef einen Fehler zugeben müsste und das wird er nicht tun.
 
Hallo,

danke für die teils recht konstruktiven und nachvollziehbaren Ausführungen (Nordrheiner), wobei ich dennoch über ein höfliches Gespräch nachdenke, da es sich um einen sehr spezifischen Fachbereich handelt, der im Grunde die nötigen Informationen und den direkten Draht erforderlich macht, weil dies wiederum in die Projekten einfließen muss bzw. zumindest sollte, damit ein wirklich gutes Ergebnis erziehlt wird.
Mir zu unterstellen, ich hätte meine Qualifikation "verschlafen" ist aber eine Frechheit. Ich habe mich über viele Jahre durch echte Leistung (!) an vorderster Front über die normale Arbeitszeit hinaus in der täglichen Praxis bewährt und selbstverständlich - soweit es zeitlich und familiär irgend machbar war - auch an hochdotierten Seminaren teilgenommen, sowie autodidaktisch weitergebildet, d. h. am Wochenende Fachliteratur gepaukt usw. - meine Gesprächs- und Verhandlungspartner sind u.a. Rechtsanwälte, die ich teils sogar berate. Nur war es mir eben nicht möglich war über Jahre hin zusätzlich nebenberuflich noch auf die Schule zu gehen, bin ich trotzdem absolut auf dem entsprechenden Wissensstand - sogar besser weil ich auch noch die Praxis dazu habe. Ein Kollege macht eben so eine Schule gerade und insofern ist ein guter Vergleich möglich.
Und ein Titel (oh Gott, wenn ich das höre) sagt noch lange nichts über eine echte (!) Qualifikation aus, sondern nur über viel theoretisches Wissen auf einem speziellen Gebiet. Nur wird das leider viel zu sehr daran festgemacht.

Man muss schon auch mal die Sicht von uns "alten Hasen" sehen, aber irgendwo müssen se ja mit den vielen Theoretikern hin, die von der Schul´ kommen, es mit dem Arbeiten nicht haben, nur anschaffen wollen und meinen sie sinds und alle anderen sind blöd. (Auch nicht alle aber man erlebt es leider oft)

Und der Hinweis, dass viele studiert und trotzdem keine Arbeit haben... da muss ich dann wieder sagen, Pech gehabt, hättetser was gscheits und vor allem über eine Ausbildung das Arbeiten gelernt.

Das schlimme ist, das wird auch noch probagiert. So mancher erfahrene Mitarbeiter, der gerne seine Erfahrung und lang aufgebautes Wissen - Kenntnis der Kunden und deren Bedürfnisse usw. usw. - einbrigen würde und dafür nur möchte, dass dies auch geschätzt und gewürdigt wird, musste wg. eines solchen Fachtheoretikers die Segel streichen, wobei dies ja tatsächlich nicht unbedingt an dem "Neuen" liegt, sondern wir die Geschäftsleitung dies händelt.

Außerdem bin ich keine Beamtin - Gott bewahre - diese Denke ist mir völlig fremd.

nein issabella...pech hast du gehabt weil ein jüngerer jetzt deinen job macht! und ich bitte dich- rechtsanwälte beraten, ein bisschen fachliteratur am wochenende lesen? das ist ja lächerlich!...war wahrscheinlich längst überfällig dass der neue behördenleiter bei euch aufgeräumt hat. so ein ''titel'' fliegt einem nicht ins haus...ins haus geflogen ist dir nur deine arbeitsstelle und in meinen augen wurdest du als unterqualifizierte kraft zu recht ''enteignet''-du scheinst dich viel zu wichtig zu nehmen. tipp fürs leben: komme mal von deinem hohen ross runter, die welt hat sich verändert und deine oft nur unzureichend ausgebildete generation greift sich nun eben nicht mehr die schönsten kirschen vom baum. völlig zurecht!
 

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