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Bei fremden Menschen ist mein Kopf leer

Joja

Mitglied
Hi,
da ich in letzter Zeit nichtmehr weiter komme dachte ich ich frage mal hier nach ob jemand eine Lösung für mein Problem kennt.
Ich war früher sehr schüchtern und konnte mich selbst nicht leiden, heute ist von der schüchternheit nurnoch übrig geblieben, dass ich mit fremden Menschen nicht reden kann. Alles andere bekomm ich sonst hin ich tue was ich will mir ist es egal ob es den Leuten gefält wie ich aussehe oder mich verhalte, mein einziges Problem ist das Reden.
Wenn ich Leute nicht gut kenne ist mein Kopf leer, wirklich leer. Ich habe dann nicht mal ein summen im Kopf, er ist wirklich leer, ich weis die meisten werden das Gefühl nicht kennen aber es ist bescheuert. Aber auch bei Leuten die ich kenne mit denen ich mich aber noch nicht sooft allein unterhalten hab fällt es mir schwer ein Gespräch anzufangen, wenn wir erstmal reden kein Problem aber der Anfang ist für mich verdammt schwer.
Hat jemand eine Idee was ich machen könnte ?
Wie könnte ich vielleicht vorgehen, damit ich dieses Problem möglichst bald überwunden hab, werde in einem halben Jahr nämlich umziehn und bis dahin wär es schon gut wenn ich mich mit Fremden unterhalten könnte.
Freu mich auf eure Ideen und schonmal Danke im Vorraus
 

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Garrarufa

Mitglied
dein problem kenne ich, mir fällt inzwischen zwar schon meistens was ein, worüber man reden kann, aber das war nicht immer so. und obwohl ich auch schon seit einiger zeit glaube, dass ich von meiner schüchternheit befreit bin, muss ich leider immer wieder einige ausläufer davon bei mir wiederfinden. weil ich das von mir genauso kenne, wage ich jetzt einfach mal zu behaupten, dass deine schüchternheit auch noch nicht ganz verflogen ist. sie ist dir zwar nicht mehr anzusehen und eventuell spürst du sie auch nicht mehr, aber es dauert lange so einen zug komplett zu eliminieren.
ich will es mal so beschreiben: die schüchternheit ist weg, du fühlst dich nicht mehr so ängstlich, wenn du unter menschen bist, aber ein "rudiment" ist übrig geblieben. wegen der schüchternheit hast du dir früher angewöhnt in gesellschaft nicht zu reden. du hast es deswegen auch nicht gelernt. jetzt hast du genug selbstbewusstsein, um mit anderen zu reden, weißt aber nicht, wie es geht.
logischerweise gibt es nicht so viele wichtige informationen zu kommunizieren, wie menschen miteinander reden. d.h. du musst nach ersatzthemen suchen. dabei ist nicht wichtig, ob der andere das schon weiß, sondern viel mehr, ob es ihn generell interessiert.
es gibt themen, die zwar alle menschen betreffen, von denen aber niemand etwas wissen will. sowas sollte man vermeiden. (z.b. tod, krankheit, oft politik) ansonsten bist du in der wahl deiner gesprächsthemen sehr frei. du kannst alles nehmen, was dir gerade durch den kopf geht.
ein paar beispiele wären z.b. das wetter, was interessantes, was du kürzlich gelesen hast, etwas ist dir gerade zum ersten mal aufgefallen, ein lustiger zufall, du freust dich schon auf die ferien, weil du nach xy fährst oder frag dich einfach laut, was du heute kochen sollst...
was auch immer sehr gut ankommt ist, wenn du etwas persönliches erzählst. z.b. wie du dich gerade fühlst oder dass du gestern total sauer warst oder was auch immer. sowas verbindet und schafft nähe.
mich hat beim unterhalten übrigens ein freund einen großes schritt weitergebracht.
er ist ein mensch, der endlos reden kann, ich war mit ihm ein paar wochen im urlaub, hab ihn beobachtet und viel von ihm gelernt. das ist warscheinlich der schnellste weg.
 
Q

quercus

Gast
Hi,

das ist super, dass du schon mal machst und tust wonach dir der Sinn gerade steht.

Dazu, dass dein Kopf beim Reden mit anderen leer ist... ich weiss genau, wie das ist. Mir ging es frueher auch so, aber mittlerweile hab ich mich aus dieser Gespraechslosigkeit rausgeholt.

Garrarufa hat schon gute Tipps gegeben, welche Themen sinnvoll sind um mit Leuten ins Gespraech zu kommen und welche Themen eher nicht. Vielleicht kann man sagen, dass (nicht alle, aber viele) Leute am liebsten Sachen hoeren, die sie aufmuntern, zum Lachen anregen (irgendwelches belangloses Zeug), aber eher weniger zum Nachdenken (wie Politik).

Dass du im Prinzip machst, was du willst, ist schon gut. Immer wenn ich in der Stadt unterwegs bin, komme ich meist aus irgendeinem Grund mit Leuten ins Gespraech. Und sei es nur, wenn ich mir einen Kaffee bestelle oder nach einem Weg frage. Mein Ziel dabei war es, trotz dieser belanglosen Sachen den Leuten, die ich frage, ein Laecheln oder Lachen zu entlocken. Ich weiss genau, diese Leute sehe ich wohl nie wieder und dann kann ich viel lockerer reden. So kannst du ein bisschen testen, was bei Leuten ankommt und was nicht.

Ausserdem: Sieh deinen Umzug nicht als "Gefahr", sondern als Chance! Du bist dann in einer voellig neuen Umgebung (vermute ich mal) und dort kennt keiner deine Vergangenheit und du kannst sein, wer du willst. Mir hat der Umzug in eine fremde Gegend sehr geholfen mich selber zu ueberwinden.
 

TomTurbo

Aktives Mitglied
Zunächst mal: Mache dir nicht so viele Sorgen über dein "Problem"
Dass man sich mit fremden Menschen nicht gleich super gut unterhalten kann ist viel mehr ganz normal.

Du kannst dir zur Unterstützung ein paar Standard-Themen überlegen. Was du im Radio gefört hast, oder was lustiges oder eine Frage.
Ich habe z.b. Ein Rätselbuch und stelle Menschen oft lustige Rätsel. Gut sind immer Dinge, mit denen man den anderen irgendwie einbinden kann.
 

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