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Behinderte in unserer Gesellschaft

  • Starter*in Starter*in saminabi
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AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Die Spartaner als Kriegervolk haben alle Kinder, die krank, behindert oder sonstwie unnormal wirkten, zum Sterben in eine Schlucht geworfen. Das Aufziehen von Kindern, die als Erwachsene nicht für den Krieg bzw. das Gebären von Kriegern taugten, galt ihnen als sinnlos. Die Akzeptanz von Behinderung ist also auch ein kulturelles Ding, nicht nur ein instinktiv-soziales.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Wenn das Kind blaue Augen haben soll, wieso nicht?
Weil man bei genetischen Manipulationen im Moment noch wenig Ahnung hat, was alles dran hängt. Blauäugigkeit etwa ist bei manchen Arten in bestimmten genetischen Konstellationen gleichbedeutend mit Blindheit. Oder einer erhöhten Neigung zu Hautkrebs, weil die blauen Augen ja durch einen Mangel an Pigmenten entstehen, der sich dann auch in der Haut auswirkt, durch höhere Neigung zu Sonnenbrand und Hautkrebs.

Deshalb soll man, im Moment jedenfalls, noch nicht leichtsinnig und nur um irgendwelchen "Schönheitsidealen" zu folgen, an den Genen herumpfuschen. Das Verhindern schwerer Erbkrankheiten ist für mich die einzige gültige Begründung für genetische Eingriffe. Mukoviszidose, Sichelzellenanämie, erbliche Krebsneigung, Bluterkrankheit, die Liste ist lang.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

ich habe eine gute bekannte, die ist lehrerin in so einer förderschule und die hat kids, die machen in diesem jahr den abschluss und da erzählt sie manchmal. das sind oft kinder mit ADHS oder Autismus bei ihr in der klasse. und wenn man die richtig fördert, könnten die durchaus sehr erfolgreich sein. und die lehrer und sozialarbeiter an der schule geben sich dann ganz viel mühe gute ausbildungsplätze zu suchen und dann ist es gar nicht selten so, das jugendamt findet eine billigere möglichkeit und steckt die jugendlichen dann da rein. da werden ganze lebenswege zerstört, nur um zu sparen.

wenn ich so ihre erzählungen höre, was sie zum teil dann auch mit den kindern erlebt, dann frage ich mich schon, ob es so einfach ist mit der inklusion, wirklich alle kinder in normale klassen gehen zu lassen. wobei ich denke, der gedanke dahinter war doch eher, dass eben die kinder, die in normale schulen gehen wollen dazu auch die möglichkeit haben müssen. es wäre ja unsinnig solche förderschulen abzuschaffen. ich weiß nicht, ich muss mal mit ihr reden, wie sie das sieht. allerdings sehe ich sie erst wieder in ein paar wochen. aber ich finde es ein spannendes thema.

ich arbeite ja auch ehrenamtlich für mehr gleichheit und anerkennung für psychisch kranke. und da ist auch ganz viel aufklärung noch nötig. ich kenne da leute, die gehen in schulen und klären auf zum beispiel über schizophrenie. und da merkt man immer, es ist einfach dringend notwendig. die leute haben so viele vorurteile.

Dann stell Dir vor, diese Förderschule wird von heute auf morgen abgeschafft und die behinderten Kindern in eine normale Schule gezwungen, weil Förderschulen einfach "nicht mehr vorgesehen sind", wie es mancherorts bereits der Fall ist. In der normalen Schule würden die meisten der Kinder hinten von der Bank runterfallen, weil für sie keine Zusatzbetreuung eingeplant ist und der normale Lehrstoff zu schwierig.

Früher hat man gern normale Kinder, die irgendwelche persönliche Probleme hatten (miese Familie, Lernverweigerer, Mobbing etc.) Richtung Förderschulen geschoben, um dort die Plätze vollzubekommen. Der umgekehrte Weg, ein behindertes aber trotzdem normal lernfähiges Kind in die Regelschule zu bekommen, war auch mit elterlichem Engagement sehr schwer.
Heute geht es wegen der hochgelobten Inklusion ins andere Extrem, alle "müssen" in die Regelschule, auch wenn sie dafür nicht geeignet sind und in der Förderschule besser dran wären. Politische Vorgaben in Zeiten von "political correctness", auf Gedeih und Verderb, egal ob es gut ist für die Kinder oder nicht.

Übrigens läßt sich ein Ausbildungskurs für Erwachsene (freiwillig und zeitlich begrenzt) nicht mit einer Schule für Kinder (unfreiwillig und mindestens 9 Jahre) vergleichen, ein nur körperlich Behinderter nicht mit einem geistig Behinderten.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Weil man bei genetischen Manipulationen im Moment noch wenig Ahnung hat, was alles dran hängt. Blauäugigkeit etwa ist bei manchen Arten in bestimmten genetischen Konstellationen gleichbedeutend mit Blindheit. Oder einer erhöhten Neigung zu Hautkrebs, weil die blauen Augen ja durch einen Mangel an Pigmenten entstehen, der sich dann auch in der Haut auswirkt, durch höhere Neigung zu Sonnenbrand und Hautkrebs.

Deshalb soll man, im Moment jedenfalls, noch nicht leichtsinnig und nur um irgendwelchen "Schönheitsidealen" zu folgen, an den Genen herumpfuschen. Das Verhindern schwerer Erbkrankheiten ist für mich die einzige gültige Begründung für genetische Eingriffe. Mukoviszidose, Sichelzellenanämie, erbliche Krebsneigung, Bluterkrankheit, die Liste ist lang.

Was meinst du jetzt genau mit genetischen Eingriffen?

Also z. B erbliche Krebsneigungen sind ja nun schon lange bekannt, wobei niemand genau weiß oder wusste, ob es zwingend so ist, dass jemand, der Kind eine Mutter ist, die an einem bestimmten Krebs erkrankt ist, ebenfalls erkrankt, obwohl in der Familiengeschichte diese Krebsart häufig vorkam.

Außerdem ist Krebs heute oft heilbar und kommt auch ohne erbliche Vorbelastung vermehrt vor.

Insgesamt fände ich es absolut gruselig, wenn es möglich wäre, jetzt oder später, Kinder nach Wunsch zu bekommen, sprich, baue Augen, braune Augen oder sonstwas.

Was jetzt der Hinweis auf die alten Spartaner aussagen soll, vertehe ich nicht so genau
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Was meinst du jetzt genau mit genetischen Eingriffen?

Also z. B erbliche Krebsneigungen sind ja nun schon lange bekannt, wobei niemand genau weiß oder wusste, ob es zwingend so ist, dass jemand, der Kind eine Mutter ist, die an einem bestimmten Krebs erkrankt ist, ebenfalls erkrankt, obwohl in der Familiengeschichte diese Krebsart häufig vorkam.

Außerdem ist Krebs heute oft heilbar und kommt auch ohne erbliche Vorbelastung vermehrt vor.
Denk an den erblichen Brustkrebs, wo das Risiko für alle weiblichen Verwandte stark erhöht ist und sich deshalb viele Frauen, wenn die erbliche Belastung festgestellt wird, lieber prophylaktisch gleich die Brüste abnehmen lassen, denn bis so ein Krebs im Anfangsstadium festgestellt wird, kann er durchaus schon gestreut (Metastasen verursacht) haben, und dann sinkt die Chance auf Heilung rapide.

Die Heilbarkeit von Krebs ist unterschiedlich und liegt je nach Krebsart zwischen hoch und beinahe Null. (Lungenkrebs, z. B. ca. 90 % Sterbewahrscheinlichkeit.)
Aber wenn man ihn durch einen genetischen Eingriff bei einer künstlichen Befruchtung schon von vornherein verhindern könnte, und zwar auch für zukünftige Generationen, die das Krebsrisiko dann nämlich auch nicht mehr erben ... das wäre den Aufwand schon wert.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Okay, das betrifft jetzt die künstliche Befruchtung, das kann ich nachvollziehen.

Aber, was ist, wenn ohne künstliche Befruchtung bei einer Schwangerschaft z. B. durch Frühdiagnostik festgestellt wird, dass eine erbliche Komponente für bestimmte Krebsarten besteht?

Wie soll man denn damit umgehen als schwangere Frau? Es verunsichert sehr, denke ich. Wenn das Kind dann geboren ist, kann es natürlich durch entsprechende Vorsorgeuntersuchungen erreichen, dass ein eventueller Krebs früh erkannt wird, das ist sicherlich hilfreich. Allerdings auch belastend. Okay, bei meiner Freundin, in deren Familie erblicher Brustkrebs vorgekommen ist, ist es außerordentlich hilfreich, dass bei ihren Vorsorgeuntersuchungen immer Untersuchungen vorgenommen werden, die normalerweise nicht so einfach von der Krankenkasse übernommen werden.

Bisher geht sie mit ihren 55 Jahren krebsfrei durchs Leben.

Ich selbst hatte mit knapp 46 Jahren Gebärmutterschleimhautkrebs, das ist was anderes als Gebärmutterhalskrebs, lässt sich nicht durch Vorsorgeuntersuchungen feststellen. Meine Mutter hatte das auch, ihre Mutter auch, ausserdem hatte meine Mutter auch Darmkrebs, andere weibliche Mitglieder ihrer Familie auch.

Ansonsten kenne ich etliche Leute in meiner Umgebung mit Krebs, nicht erblichen Krebs (mit zunehmenden Alter ist das so). Manche sind geheilt, manche sind gestorben, manche leben noch, wissen aber, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Ist es hilfreich, von Kindheit an zu wissen, dass man eine erbliche Vorbelastung hat und vielleicht Krebs bekommen kann?

Meine krebsfreie Freundin, deren Schwester vor Jahrzehnten Brustkrebs hatte und starb, lebt ständig mit der Angst vor Krebs.

Meine andere Freundin hatte auch Brustkrebs, nicht vererbbar, gottseidank frühzeitig festgestellt. Sie ist gesund seit vielen Jahren.

Dann hatte ich noch ne Freundin, die hatte Bauchspreicheldrüsenkrebs, aber irgendwie auch viel Glück im Unglück, ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr, was aber nicht mit ihrem Krebs zu tun hatte, ich weiß also nicht, wie es ihr heute geht.

Naja, ich könnte noch einiges mehr aufzählen. Krebs kann uns alle ereilen heutzutage. Also nicht nur heutzutage, früher gab es das auch, wurde aber vielleicht nicht diagnostiziert, weil die Medizin nicht soweit war.

Tja, und ob nun Lungenskrebs vererbbar ist? Ich weiß nicht. Der Sohn meines vertorbenen Ex ist mit 37 jahren an Lungenkrebs verstorben. Niemand in seiner Familie hatte Lungenkrebs.

Sorry, das sind jetzt meine Gedanken dazu, bin vielleicht ein bisschen vom Thema abgewichen.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

nun, ich finde schon, man kann das vergleichen, sonst hätte ich das auch nicht als beispiel gebracht. willst du mir erzählen es ist zu viel von kindern erwartet, dass sie aufeinander rücksicht nehmen?

[...] das ist die Aufgabe von (bezahlten) Pflegekräften!

Wenn weder die Eltern noch die Schulbehörde eine vernünftige Betreuung finanzieren wollen, läßt das auf die "Zukunft" dieser Behinderten schließen, denn die Schulzeit dauert auch für sie nicht ewig.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Ist es hilfreich, von Kindheit an zu wissen, dass man eine erbliche Vorbelastung hat und vielleicht Krebs bekommen kann?
Besser wäre es wohl, weil man dann vermutlich konsequenter bei Vorsorgeuntersuchungen ist und vielleicht krebsfördernde Lebensgewohnheiten (Rauchen, Alkohol, künstliche Hormone, ungesunde Ernährung ...) unterläßt.
Bei den Vorsorgeuntersuchungen kann ja immer auch was anderes als der gefürchtete Krebs zum Vorschein kommen.
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

Besser wäre es wohl, weil man dann vermutlich konsequenter bei Vorsorgeuntersuchungen ist und vielleicht krebsfördernde Lebensgewohnheiten (Rauchen, Alkohol, künstliche Hormone, ungesunde Ernährung ...) unterläßt.
Bei den Vorsorgeuntersuchungen kann ja immer auch was anderes als der gefürchtete Krebs zum Vorschein kommen.

Naja, gut wäre, wenn man das auch ohne die erbliche Komponente unterlässt. Kann halt so vieles zum Krebs führen, auch ohne erbliche Veranlagerung.

Aber wenn das denn alles mal so einfach wäre.

Aber jetzt genug OT
 
AW: Behinderte in unserer Gesellschafft

weder schulbehörde noch eltern müssen eine vernünftige betreuung finanzieren. das ist aufgabe des bezirks bzw. vom jugendamt und das kann man beantragen. da hat das kind einen gesetzlichen anspruch.

Offensichtlich ist das nicht passiert. Von keiner Seite, die verantwortlich wäre. Nicht der Bezirk, nicht das Jugendamt, nicht die Eltern selber. Und doch, die Eltern müssen wahrscheinlich selber löhnen, wenn das Einkommen hoch genug ist. Das Jugendamt holt sich seine Ausgaben nämlich auch gern von den Unterhaltsverpflichteten (Eltern) wieder zurück.
 
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