AW: Behinderte in unserer Gesellschafft
Okay, das betrifft jetzt die künstliche Befruchtung, das kann ich nachvollziehen.
Aber, was ist, wenn ohne künstliche Befruchtung bei einer Schwangerschaft z. B. durch Frühdiagnostik festgestellt wird, dass eine erbliche Komponente für bestimmte Krebsarten besteht?
Wie soll man denn damit umgehen als schwangere Frau? Es verunsichert sehr, denke ich. Wenn das Kind dann geboren ist, kann es natürlich durch entsprechende Vorsorgeuntersuchungen erreichen, dass ein eventueller Krebs früh erkannt wird, das ist sicherlich hilfreich. Allerdings auch belastend. Okay, bei meiner Freundin, in deren Familie erblicher Brustkrebs vorgekommen ist, ist es außerordentlich hilfreich, dass bei ihren Vorsorgeuntersuchungen immer Untersuchungen vorgenommen werden, die normalerweise nicht so einfach von der Krankenkasse übernommen werden.
Bisher geht sie mit ihren 55 Jahren krebsfrei durchs Leben.
Ich selbst hatte mit knapp 46 Jahren Gebärmutterschleimhautkrebs, das ist was anderes als Gebärmutterhalskrebs, lässt sich nicht durch Vorsorgeuntersuchungen feststellen. Meine Mutter hatte das auch, ihre Mutter auch, ausserdem hatte meine Mutter auch Darmkrebs, andere weibliche Mitglieder ihrer Familie auch.
Ansonsten kenne ich etliche Leute in meiner Umgebung mit Krebs, nicht erblichen Krebs (mit zunehmenden Alter ist das so). Manche sind geheilt, manche sind gestorben, manche leben noch, wissen aber, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist.
Ist es hilfreich, von Kindheit an zu wissen, dass man eine erbliche Vorbelastung hat und vielleicht Krebs bekommen kann?
Meine krebsfreie Freundin, deren Schwester vor Jahrzehnten Brustkrebs hatte und starb, lebt ständig mit der Angst vor Krebs.
Meine andere Freundin hatte auch Brustkrebs, nicht vererbbar, gottseidank frühzeitig festgestellt. Sie ist gesund seit vielen Jahren.
Dann hatte ich noch ne Freundin, die hatte Bauchspreicheldrüsenkrebs, aber irgendwie auch viel Glück im Unglück, ich habe keinen Kontakt mehr zu ihr, was aber nicht mit ihrem Krebs zu tun hatte, ich weiß also nicht, wie es ihr heute geht.
Naja, ich könnte noch einiges mehr aufzählen. Krebs kann uns alle ereilen heutzutage. Also nicht nur heutzutage, früher gab es das auch, wurde aber vielleicht nicht diagnostiziert, weil die Medizin nicht soweit war.
Tja, und ob nun Lungenskrebs vererbbar ist? Ich weiß nicht. Der Sohn meines vertorbenen Ex ist mit 37 jahren an Lungenkrebs verstorben. Niemand in seiner Familie hatte Lungenkrebs.
Sorry, das sind jetzt meine Gedanken dazu, bin vielleicht ein bisschen vom Thema abgewichen.