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Bald 30 und nichts im Leben erreicht

Ich habe den Eindruck, dass du einen verengten Blickwinkel hast und alles unter der übertriebenen Angst vor Arbeitslosigkeit betrachtest. Den Job zu wechseln, den du NEBEN dem Studium machst, könnte dich in Erklärungsnot bringen? Meine Güte, die meisten machen doch eh nur irgendeinen Nebenjob wie Kellnern neben dem Studium. Und warum kannst du den Wechsel ggf. nicht einfach mit der Wahrheit begründen. Oder damit, dass du am Ende nochmal Gas geben wolltest, damit du das Studium möglichst schnell schaffst. Du kannst ja auch behaupten, gar keinen Job mehr gemacht zu haben (sagst ja eh, dass du finanziell nicht unbedingt einen brauchst). Kannst ja sagen, die Zahl 30 hat dir klargemacht, dass du Gas geben musst oder so.

Und das mit den Freunden: Mein Gott, darf jetzt niemand mehr einen unkonventionellen Lebenslauf haben? Muss jetzt jeder sich selbst optimal vermarkten und das maximal Mögliche an Geld rausholen, ansonsten ist es kein gutes Leben? Deine Freunde haben ihr Leben und ihre Probleme, du hast deins mit deinen Problemen. Wenn dir dieses Berufsgespräch zuviel wird, sag's ihnen halt.

Ob du dich in Behandlung begeben solltest, weiss ich auch nicht, aber ich halte es für gut möglich, dass du eine Depression hast. Ich würde jetzt zuerst den Job kündigen, mich dann vielleicht mal eine Weile zurückziehen und nur das tun, was mir guttut. Vielleicht mal wegfahren. Danach vielleicht eine Phase der Besinnung und Planung: Was sind meine Ziele? Wo bin ich von meinem Weg abgekommen? Wie geht's jetzt weiter? Außerdem Meditation üben. Und wenn das alles nicht reicht, um wieder Lust am Leben zu kriegen, dann würde ich mich tatsächlich in Behandlung begeben.

Noch ein Wort zum Schluss, weil du mir etwas angstgetrieben vorkommst: Du machst auf mich einen ziemlich cleveren Eindruck. Ich glaube, dass du deinen Platz in der Berufswelt schon finden wirst, und zwar deshalb, weil es meinem Eindruck nach nicht soo viele Leute gibt, die intelligent, zuverlässig, sozialverträglich und gut ausgebildet sind. Vielleicht musst du in die Provinz dazu gehen oder in einen anderen Bereich (z.B. als Quereinsteiger in die IT, z.B. SAP-Beratung) oder selber was aufziehen, aber irgendwo wirst du Erfolg haben. Es gibt so viele Nischen, so viele Sachen, die man besser machen könnte, so viele interessante Themen, wo sich in Zukunft Veränderungen ergeben werden.
 
Du bist kein Loser. Ein Studium mit einem Nebenjob in dem Ausmaß zu schaffen mit dem Wissen im Nacken, man hat schon einmal geschmissen und es nicht geschafft, erfordert viel Kraft und Mut.

Ich denke, deine Angst engt dich in einem Ausmaß ein, das dir schadet. Wenn du das Gefühl hast, du steckst in einer Depression, sprich unbedingt mit einem Arzt. Das ist keine Schande. Es liest sich für mich zumindest so, als würdest du ganz tief in einer Krise feststecken und deine Angst dich lähmen. Du musst da raus. Und ein Arzt kann dir dabei helfen.

Bei den restlichen Sachen: du wirst einfach zum einen so unterfordert sein, dass du dich dermaßen schlecht fühlst und wirst vielleicht auch Aufgaben haben, die womöglich gar nicht deinem Interesse und Fähigkeiten entsprechen. Ich kenne das - in meinem letzten Job habe ich mich so dermaßen gelangweilt, dass es mir jegliche Kraft geraubt hat und ich nach einem Arbeitstag total fertig war, obwohl ich nicht wirklich was forderndes gemacht habe. Gleichzeitig habe ich irgendwann angefangen, mich ziemlich erbärmlich und klein zu fühlen. Ich glaube, für dich könnte es wirklich was sein, wenn du vorerst dich anderweitig forderst, um da rauszukommen: beleg VHS-Kurse, lern eine neue Sprache, beschäftige dich mehr mit Kunst oder Politik, geh auf Ausstellungen und Fachvorträge - hol dir geistige Nahrung. Auch wenn es dir jetzt eher nicht machbar erscheint und sich wie ein großes Hindernis anfühlt. Aber wenn du das durchziehst, merkst du im Idealfall, wie dein Kopf wieder in Bewegung kommt und du hast neben der Arbeit etwas, das dich fordert und wo du siehst, du kannst was.

Ich finde das gar nicht so schlimm, mit Anfang 30 am Master zu sitzen. Ich kenne da mehrere Leute, die sind alle so zwischen Ende 20 und Anfang 30 und sind gerade dabei, den zu machen. Anfang 30 ist doch noch nicht alt ... Und selbst WENN: ich hatte Kollegen, die haben mit Mitte 40 oder in den 50ern nochmal studiert. Mittlerweile ist das nicht mehr so wie früher, dass man geradlinig studiert als sehr junger Mensch, der Trend geht immer mehr dahin, dass Leute auch noch im höheren Alter ein Studium nachholen oder einen Master machen. Der rennt dir auch nicht weg. Du könntest auch überlegen, dir erstmal einen Job zu suchen, der dich mehr erfüllt und dann mit dem Master durchzustarten. Da du einen gesicherten Vertrag bei deiner jetzigen Firma zu haben scheinst, kannst du dich doch aus einer recht optimalen Position heraus bewerben.

Klar, dein Lebenslauf ist nicht optimal - wenn du allerdings einen guten Personaler hast, der den liest, dann sieht der auch: da ist ein junger Mann, der in den Jahren erwachsen geworden ist. Der nochmal den Sprung mit Nebenjob geschafft und ein Studium beendet hat. Und das auf eigene Kosten, ohne finanzielle Unterstützung. Weißt du, oft liegt es auch einfach daran, dass man seine Bewerbungen nachbessern und optimieren kann und dies eher der Grund ist, warum man so wenig bis gar nicht eingeladen wird zu Bewerbungsgespräche. Oder dass man sich nicht ausreichend genug verkauft bei Vorstellungsgespräche oder da noch Luft nach oben ist ... Versuch es einfach. Um es jetzt blöd zu sagen: du hast nichts zu verlieren. Außer vielleicht der Erfahrung, dass du doch besser ankommst, als du dachtest (mit optimalen Anschreiben und dem Wissen, wie du reden solltest). Und du kannst zusätzlich anbieten, eine Probearbeit zu machen (Praktikum würde ich es nicht nennen).
 
Hey… Tom?
ich bin mehr oder weniger zufällig über deinen Beitrag gestolpert weil ich bei dem Titel „Bald 30 und Nichts im Leben erreicht“ an meine Zukunft denken musste und schauen wollte, ob dir passiert ist was mir bevorstehen könnte.
Bin selbst erst 20, Matura abgeschlossen und traue mich, einer sozialen Phobie geschuldet absolut Nichts was mit Menschen zu tun hat. Bewerbungsgespräche, Telefonieren, Persönlich Bewerben, Studieren, Kontakt zu Fremden aufnehmen etc.!
Eigentlich ganz normale Dinge, aber unmöglich für mich.
Ich sitze seit nahezu 24/7 zu Hause, unglücklich und wie du sagst ohne Spaß an Hobbys oder dergleichen.
Aktuell geht das noch als freie Zeit nach dem Schulabschluss durch, deshalb beschwert sich noch niemand.
Einen Job auf 450 Euro Basis habe ich aktuell, welcher mir vor 4-5 Jahren noch von meinen Eltern besorgt wurde.
Es macht mäßig Spaß, aber ich kann selbst bestimmen wie lange und wann ich arbeite, deshalb ist das kein Problem.
...
Als ich deinen Text gelesen habe, habe ich darin aber nicht gesehen was mir wiederfahren könnte,
sondern das, wovon ich träume. Du hast unglaublich viel erreicht!
Es geht nicht immer darum einen sauberen Lebenslauf zu haben.
Genauso wenig geht es darum gute Zeugnisse zu liefern.
Viel wichtiger stufe ich Erfahrung und persönliche Kompetenz ein.
Erfahrung hast du einige gesammelt. Im Callcenter spricht man mit den verschiedensten Menschen.
Inhaltlich möglicherweise nicht anspruchsvoll aber ich bin mir sicher, dass die soziale Fertigkeit stark profitiert.
Weiter besitzt du mittlerweile bereits Wissen aus 3 verschiedenen Studiengängen, wenn auch nur Ansatz weiße.
Aber nach 1-2 Jahren Studium zu sagen, dass es nicht das Richtige ist, erfordert oft mehr Mut als es durch zuziehen, wenn man merkt, dass man es eigentlich gar nicht (mehr) will.
Das Wissen verlierst du deswegen nicht. Eben sowenig die Erlebnisse, die Erfahrung.
Sei es nun der Lebensstil eines Studenten, die eigen Organisation oder das Lernen.
Das sind Kompetenzen, die du weiterträgst und auch dein potentieller Chef durchaus als positiv betrachten kann.
Ebenso wirst du ihm erzählen können, dass dir dein jetziger Job nicht zugesagt hat, weil du unterfordert warst und es dir keinen Fortschritt gebracht hat. Ich bezweifle, dass das irgendjemand als negativ betrachtet. Das ist auch ein gutes Zeichen für eine nächste Arbeitsstelle, du kommst und sagst, dass du tief in die Materie einsteigen willst… solche Leute werden gebraucht. Das was du aktuell machst sollen die machen, die keine Lust auf komplexe Arbeiten haben.
...
Dein Masterstudium würde ich auf keinen Fall abbrechen wenn es dir Spaß macht.
Du hast immer noch +/- 40 Jahre zu arbeiten, wenn du da in eine Firma einsteigst bist du also noch immer sehr wertvoll und kannst es weit bringen. Schau lieber, dass dir dein Job und die ganzen Probleme nicht das Studium versauen und konzentriere dich noch auf diese 2 Jahre!

Andere Leute sind schon längst fertig, aber andere Leute haben andere Probleme.
Manche tiefgreifender und manche nicht.
Manchen geht es besser, manchen schlechter.
Du darfst nicht nur nach oben schauen, es wird immer Unmengen an Menschen geben die es scheinbar besser haben. Es wird ebenso viele geben die es schlechter haben und eine ganze Menge die wie du in bestimmten Bereichen stagnieren und sich irgendwo in der Mitte einordnen.
Ich glaube, ein glückliches Leben können alle 3 führen.
Einer mit viel Geld kann glücklich sein obwohl Geld nicht glücklich macht, also schafft das auch einer ohne!
Genauso braucht es keine Familie zum Glücklich sein, es kann aber die Familie sein die einen glücklich macht.
Such dir also dass, was du für erstrebenswert hältst und arbeite darauf hin.
Wenn deine Bekannten bereits Häuser und Autos haben und du auch eins willst, dann bist du bereits mit deinem Studium in der richtigen Richtung.
Wenn dir Freizeit wichtiger ist, verzichte auf Reichtum und lass die Zeit dich glücklich machen.



Hast du Bekannte oder gar Freunde denen es genauso ergeht wie dir?
Wenn nicht, wäre das eine Möglichkeit die viel helfen kann. Such dir jemand um darüber zu reden.
Natürlich raten da viele immer zu professioneller Hilfe, aber wenn man einen aufrichtigen, ehrlichen Freund hat der vielleicht sogar aus eigener Erfahrung mitreden kann ist das mit Sicherheit der ungezwungenere und wertvollere Schritt.

„ …kein Auto, keine große Wohnung, keine Reisen usw. leisten und bin somit für die Frauenwelt uninteressant…“
Vielleicht hast du recht und bist für den Großteil der Frauen uninteressant.
Aber schicke Autos und große Villen sind selten die Dinge die der Grundlage einer glücklichen und stabilen Beziehung dienlich sind.
In schweren Phasen sind Sicherheit und Geborgenheit die Elemente, nach denen gesucht wird und die weit stärker verbinden, als es Geld je könnte!
Vielleicht lernst du eine Dame kennen der es genauso geht wie dir und mit der du dich zusammen „hochboxen“ kannst.
DAS, ist eine Grundlage für eine gute Beziehung!
Man sagt schließlich nicht umsonst, dass der Partner einem immer in Charakter und Aussehen etwas ähnelt…



Grüße Nach Wien und viel Erfolg …

soulstorm
 
Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten, Tipps und aufmunternden Worte! Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt! Ich habe mir jeden einzelnen Tipp zu Herzen genommen und in Ruhe über alles nachgedacht.
Ich kann jetzt leider nicht auf jeden einzelnen Rat eingehen, da die Antwort sonst unendlich lang ausfallen würde, aber ich werde versuchen, in einem Beitrag alles schön zusammenzufassen. 😉

Ja, also ich werde mit größter Wahrscheinlichkeit im Oktober mit dem Master weitermachen, auch wenn mir momentan für alles die Motivation fehlt. Den Master vorläufig auf Eis zu legen und zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, könnte problematisch werden, da wir für das Studium ziemlich viele Computerprogramme beherrschen müssen, mit denen man regelmäßig arbeiten muss um nicht aus der Übung zu kommen.
Wenn ich das mit dem Master aber ernsthaft durchziehen möchte, dann bleibt mir wohl keine andere Wahl als meinen jetzigen Job aufzugeben, da er mir wirklich unglaublich viel Energie raubt. Wenn ich aber vor Beginn des neuen Semesters die Firma verlassen will, dann muss ich spätestens am 31.08. die Kündigung aussprechen. Das ist schon ziemlich bald und ich habe irgendwie richtig Angst davor, das zu tun bzw. bin ich mir noch immer nicht ganz sicher, ob ich wirklich jetzt schon kündigen soll.

Für mich steht fest, dass ich es definitiv bald tun muss, da es überhaupt keinen Sinn hat, noch länger in dieser blöden Firma zu bleiben, da mich der Job wirklich total kaputt macht. Und ich bereue es, dass ich es nicht schon viel früher getan habe. Mittlerweile ist es wirklich schon so schlimm geworden, dass ich mich manchmal in der Früh nach dem Frühstück übergeben muss. Und wenn ich an morgen denke, könnte ich ehrlich gesagt jetzt schon kotzen… ich bin jetzt wirklich an einem Punkt angelangt, wo ich einfach sage: „Ich kann nicht mehr!“
Es geht aber nicht nur darum, dass der Job so langweilig ist, sondern dass die Gesamtsituation einfach nicht passt. Auch die Arbeit im Callcenter war nicht sehr anspruchsvoll (aber auf jeden Fall spannender als der jetzige Job), aber da wir ein gutes Team waren, zusammengehalten haben, unseren Spaß hatten usw., hat die Arbeit trotzdem irgendwie Spaß gemacht, auch wenn die AnruferInnen manchmal vielleicht ein bisschen nervig waren. Und damals war ich nach der Arbeit immer in der Lage, für die Uni zu lernen, meine Hobbys auszuüben und hatte – kurz gesagt – einfach Freude am Leben. Seit ich den jetzigen Job habe, kann ich das leider nicht mehr behaupten.

Ja, es stimmt, ihr habt es richtig erkannt, ich habe wirklich Angst davor, in der Arbeitslosigkeit zu landen. Wenn ich also am 31.08. kündige und bis Ende September keinen neuen Job finde, dann müsste ich mich beim AMS (das ist das österreichische Arbeitsamt/Jobcenter) arbeitslos melden, da ich sonst nicht mehr sozialversichert wäre. Das Problem ist aber, dass mich das AMS jederzeit zu seiner Schulung schicken kann und keine Rücksicht darauf nimmt, ob ich nebenbei studiere (das hat man mir auch extra gesagt). Ich habe das Gefühl, dass ich vor der Wahl zwischen Pest und Cholera stehe.

Ich werde natürlich weiter Bewerbungen schreiben und hoffen, dass ich bis Ende September etwas bekomme. Ja, mein Lebenslauf ist nicht optimal, und klar kommt es auch darauf an, wie gut man sich verkauft. Aber ich fürchte, dass ein Personalchef, der meinen Lebenslauf liest, meine Bewerbung sofort aussortiert, sobald er feststellt, dass ich im Jahr 2006 mein erstes Studium begonnen habe und im Jahr 2017 noch immer auf der Uni sitze und sich meine Bewerbung bzw. meinen CV gar nicht weiter durchliest.

Mittlerweile überlege ich aber auch, mich gar nicht mehr auf klassischem Wege zu bewerben, sondern mich politisch zu engagieren, da mein Fachgebiet ein in der Wiener Stadtpolitik sehr relevantes Thema ist. Ich muss aber sagen, dass es keine politische Partei gibt, mit der ich mich zu 100% identifizieren kann. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob mir das gelingen wird und wenn ja, inwiefern mir das weiterhilft.
Ich habe mich in den Jahren 2014 und 2015 übrigens ehrenamtlich engagiert (allerdings bei unpolitischen Organisationen) und gehofft, so jobrelevante Kontakte zu knüpfen. Doch leider wurde ich „nur“ für meine Kompetenz und mein gutes Fachwissen gelobt, aber mehr kam dabei auch nicht wirklich heraus. Es wurde mir lediglich ein unbezahltes Praktikum angeboten.

Was den Erfolg „der anderen“ betrifft: Ich weiß, man soll sich nicht mit anderen Menschen vergleichen, denn jeder geht seinen Weg. Aber mal ehrlich, tut das nicht jeder von uns ein bisschen?
Es kann schon sein, dass es Leute in meinem Alter gibt, die noch weniger erreicht haben als ich. Aber ich denke, es besteht einfach eine „gesellschaftliche Verpflichtung“ (wenn ich das mal so nennen darf), mit 30 bestimmte „Lebenserfolge“ vorweisen zu können. Und wenn ich mich mit meinem Freundes- und Bekanntenkreis vergleiche, dann glaube ich einfach, dass ich im Vergleich zu ihnen noch sehr, sehr wenig erreicht habe.

Mein Freundeskreis besteht aus ca. 5 Leuten, die meine engsten Freunde sind und ca. 10-15 Bekannten, mit denen ich mich sporadisch treffe. Meine engsten FreundInnen sind alle so um die 30 und meine Bekannten zwischen 20 und 50. Gut, ich kann mich natürlich nicht mit einem 20- oder 50-Jährigen vergleichen, aber von denen, die 30 +/- paar Jahre alt sind, sind so gut wie alle in einer glücklichen Beziehung, haben ihre Studien schon längst abgeschlossen und sind erfolgreich im Berufsleben.
Lediglich ein gleichaltriger Kumpel ist noch Single, aber nachdem er gut aussieht, sehr erfolgreich im Berufsleben ist, äußerst gut verdient, zwei Autos hat, bereits ein Haus baut, sich ständig Urlaube gönnt und regelmäßig Dates hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch er eine Freundin hat. (Ich verstehe eigentlich eh nicht, warum er noch Single ist.)
Und eine gleichaltrige Freundin studiert noch, was aber eher - wenn ich ganz ehrlich bin - an ihrer Faulheit liegt. Sie kommt aus einer sehr wohlhabenden Familie, musste neben dem Studium nie arbeiten gehen und kommt trotzdem nur sehr langsam voran. Dennoch hat auch sie seit zwei Jahren einen recht gut bezahlten Job, ist seit fünf Jahren in einer glücklichen Beziehung, möchte nächstes Jahr heiraten (nachdem ich die beiden sehr gut kenne, bin ich sogar als Trauzeuge im Gespräch) und erzählt mir oft, dass die beiden auch bald Kinder haben möchten.
Zwar kenne ich aus meinem Freundeskreis niemanden, der mit 30 schon Kinder hat, aber das Thema Familie bzw. Familiengründung wird in meinem Freundeskreis immer mehr zum Gesprächsthema und die meisten schaffen jetzt dafür die Voraussetzungen. Ich fürchte, spätestens in 2-3 Jahren werden alle glücklich verheiratet sein, Kinder haben und alles was dazugehört - nur ich nicht.
Voriges Jahr hatten wir übrigens ein Klassentreffen zum 10-jährigen Maturajubiläum. Auch dort musste ich mir von allen anhören, was sie in den letzten 10 Jahren nicht so alles geschafft haben, wie glücklich nicht alle sind und was weiß ich. Ich war so fertig, dass ich am liebsten aufgestanden und gegangen wäre.

Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ich brauche keine Luxusvilla, keine Markenklamotten, keinen BMW und auch nicht jedes Jahr das neueste iPhone um glücklich zu sein. Ganz im Gegenteil, ich lebe sehr bescheiden, lege meine Wege fast ausschließlich mit dem Fahrrad zurück und hatte bis vor wenigen Jahren noch ein Tastenhandy, da ich lange Zeit ein Smartphone-Verweigerer war. Jetzt habe ich ein sehr bescheidenes Smartphone, auf dem lediglich WhatsApp installiert ist und mehr brauche ich auch nicht.
Aber ich frage mich, wozu ich studiert habe, wenn ich jetzt noch immer für einen Mindestlohn arbeite. Ich würde gerne ein bisschen für die Zukunft sparen (so wie ich es zu Callcenter-Zeiten gemacht habe), um eines Tages einer Frau bzw. vielleicht auch meinem Kind etwas bieten zu können, aber ich verdiene so schlecht, dass ich mit meinem Lohn gerade noch über die Runden komme. Hätte ich damals zur Callcenter-Zeiten nicht so viel zusammengespart, dann wüsste ich nicht, wie ich jetzt mein Leben finanzieren sollte.

@Soulstorm: Wenn du mir nicht gesagt hättest, dass du 20 bist, hätte ich mir nie gedacht, dass dieser Text von einer 20-Jährigen stammt, ehrlich! Ich muss sagen, dass du für dein Alter einen sehr reifen und intelligenten Eindruck machst.
Übrigens hatte auch ich in deinem Alter eine Sozialphobie. Es war bei mir zwar nicht so extrem, dass ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut habe, aber ich war sehr schüchtern, hatte kaum Freunde und habe sehr einsam und zurückgezogen gelebt. Erst als ich mit 22/23 ein neues Leben anfing, änderte sich das schlagartig.
Ich hoffe wirklich sehr für dich, dass du deine Sozialphobie besiegen kannst und wenn du jetzt noch nicht bereit bist, ein Studium anzufangen, dann ist es auch in einem oder sogar zwei Jahren noch nicht zu spät dafür. Und ich bin mir sicher, dass du das schaffen wirst, da du wirklich alleine schon aufgrund deiner Schreibweise und deiner Tipps, sehr intelligent wirkst! Glaub mir, du bist wirklich noch sehr, sehr jung und dir stehen noch alle Möglichkeiten offen!
 
Lediglich ein gleichaltriger Kumpel ist noch Single, aber nachdem er gut aussieht, sehr erfolgreich im Berufsleben ist, äußerst gut verdient, zwei Autos hat, bereits ein Haus baut, sich ständig Urlaube gönnt und regelmäßig Dates hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch er eine Freundin hat. (Ich verstehe eigentlich eh nicht, warum er noch Single ist.)
Und eine gleichaltrige Freundin studiert noch, was aber eher - wenn ich ganz ehrlich bin - an ihrer Faulheit liegt. Sie kommt aus einer sehr wohlhabenden Familie, musste neben dem Studium nie arbeiten gehen und kommt trotzdem nur sehr langsam voran. Dennoch hat auch sie seit zwei Jahren einen recht gut bezahlten Job, ist seit fünf Jahren in einer glücklichen Beziehung, möchte nächstes Jahr heiraten (nachdem ich die beiden sehr gut kenne, bin ich sogar als Trauzeuge im Gespräch) und erzählt mir oft, dass die beiden auch bald Kinder haben möchten.
Zwar kenne ich aus meinem Freundeskreis niemanden, der mit 30 schon Kinder hat, aber das Thema Familie bzw. Familiengründung wird in meinem Freundeskreis immer mehr zum Gesprächsthema und die meisten schaffen jetzt dafür die Voraussetzungen. Ich fürchte, spätestens in 2-3 Jahren werden alle glücklich verheiratet sein, Kinder haben und alles was dazugehört - nur ich nicht.

Ich glaube, es wäre wichtig, aus dem Kopf rauszubekommen, Frauen anzustreben, die nach einem "Versorger" suchen. Es ist ganz richtig: du solltest einen Job bekommen, der dir nicht nur Freude bereitet und deine Fähigkeiten auslastet, sondern von dem du gut leben und auch mal was zur Seite legen kannst. Das betrifft aber meiner Meinung nach beide Geschlechter, wenn es fair und auf Augenhöhe zugehen soll. Gottseidank leben wir nicht mehr in einer Zeit, in der man hier als Frau auf einen Mann existenziell angewiesen ist. Wenn man das möchte, kann man das als Frau ändern und sich selbst absichern.

Ich kenne ganz viele Frauen - mich eingeschlossen! - für die ist es sehr sekundär, wie viel ein Mann verdient und ob er ein dickes Auto fährt und ein eigenes Haus hat oder sowas bezahlen könnte ...

Ich kann aber deine Gedanken sehr gut verstehen. Werde in ein paar Monaten 30. Und während in meinem Freundeskreis fast alle in Beziehungen leben und geheiratet und/oder alles für mehr Sesshaftigkeit getan wird, assel ich irgendwie so herum ... Aber: nicht unterkriegen lassen. Ich meine das ernst. Sich konstant mit anderen zu vergleichen frisst einen auf und bringt einen weniger weiter.
 
Es verlaufen nun mal nicht alle Leben gleich. Manche Leute entscheiden sich ja auch bewusst für ein ganz anderes Leben, gehen z.B. ins Kloster oder in irgendwelche Jobs, wo man gar nicht vernünftig eine Familie gründen kann (ich denke an so was wie Entwicklungshilfe, Katastrophenhilfe oder Politiker). Früher hat der ältere Sohn den Hof geerbt und konnte eine Familie gründen, der jüngere Bruder musste ledig bleiben und blieb quasi als Knecht auf dem Hof, weil nicht genug für beide da war. Bei den einen verläuft das Leben linear und wie aus dem Bilderbuch, bei anderen gibt es Brüche und Verzögerungen, z.B. wegen Krankheit, Süchten, falschen Entscheidungen. Aber es kann sowieso alles in ein paar Jahren nochmal ganz anders aussehen. Dann bist du auch etabliert, aber die ersten Freunde lassen sich schon wieder scheiden mit viel Gezank, ein anderer Freund kriegt Krebs, und bei dem, wo du nicht weisst, warum er noch nicht unter der Haube ist, stellt sich raus, dass er heimlich schwul war oder, was weiss ich, Serienkiller.

Weil du gefühlt hundert mal erzählt hast, wie schlecht es dir in dem Job geht, würde ich dich darin bestärken, ihn zu kündigen. Dann muss es die 1,5 Jahre halt mit kleineren Jobs und Ersparnissen gehen.

Und dass du später lange arbeitslos sein wirst, sehe ich nicht. Du wirkst so schlau und hast Ideen, irgendwas wirst du der Welt zu geben haben, was sie anerkennt. Nehmen wir mal an, du bildest dich mit viel Eigeninitiative zum absoluten Experten in diesem städtepolitischen Thema weiter und machst dir irgendwie einen Namen dabei, dann wird diese Expertise doch auch irgendwo gesucht sein. Stadtentwicklung ist doch weltweit ein großes Thema.
 
Hallo Tom! Ich kann nur den Rat bekräftigen, mach deinen Master fertig, wenn du dich dafür fit genug fühlst und dich dieser Schritt nicht überfordert. Solltest du an einer Depression leiden, lass dich behandeln, am beisten bei einem psychosozialen Beratungsstelle (meine Meinung).
Vielleicht gibt es es für dich die Möglichkeit eine Bildungskarenz oder Bildungsteilzeit in Anspruch zu nehmen.
Meiner Meinung nach sollten wir uns nicht ständig mit anderen Menschen und Situationen vergleichen.
Schau, dass deine Bewerbung halbwegs professionell rüber kommt, versuche ein Feedback zu bekommen, falls es mal nicht klappen sollte. Bilde nicht zu voreilig Schlüsse warum es nicht geklappt hat. Verliere nicht den Glauben an dich selbst, sonst landest du wirklich in einer schweren Depression.

Ich kenne die Situation, wie es ist Job und Studium unter einem Hut zu kriegen - natürlich nicht so einfach.
Halte dir vor dem geistigen Auge, wie du den Master abschließt und du einen tollen Job erntest.
Wichtig ist auch, dass die Freizeit nicht darunter leidet und du soziale Kontakte pflegst.

Vergiss nicht, was du bereits geschafft hast, du bist der Spitze vom Berg schon sehr Nahe - auch wenn es sich anfühlt, als wärst du ganz unten, Schritt für Schritt wirst du dein Ziel erreichen.
 
So, ich habe es vor zwei Tagen getan, ich habe endlich gekündigt! 🙂
Der Chef wirkte im ersten Moment zwar überrascht, nahm es aber ziemlich gelassen und meinte sogar noch, dass es schade ist, dass ich die Firma verlasse, da er mit meinen Leistungen eigentlich sehr zufrieden war.

Jetzt muss ich noch bis Ende September durchhalten, wobei ich noch eine Woche Urlaub habe. Das heißt, noch drei Arbeitswochen, dann hat das Leiden endlich ein Ende. Ich muss aber sagen, dass mir jetzt, nachdem ich gekündigt habe, das Arbeiten deutlich leichter fällt. Zwar ist die Arbeit nach wie vor sehr langweilig und mühsam, aber jetzt, wo ich weiß, dass in vier Wochen alles vorbei ist, ist es irgendwie viel erträglicher.

Ich bin jetzt viel entspannter und dadurch fällt es mir deutlicher leichter, klar zu denken und ein bisschen optimistischer in die Zukunft zu blicken. Ich weiß zwar, dass in den nächsten Wochen und Monaten noch sehr viel Arbeit auf mich zukommt und dass ich mir nicht von heute auf morgen ein glückliches, sorgenfreies Leben aufbauen kann, aber mir ist jetzt wirklich eine sehr große Last von den Schultern gefallen! Und ich bin echt froh, dass ich gekündigt habe und bereue es, dass ich mich nicht schon früher gewagt habe, die Kündigung auszusprechen.

Im Oktober geht's dann mit dem Master weiter und ich werde langsam damit beginnen, mich auf das kommende Semester vorzubereiten. In meiner Urlaubswoche werde ich wahrscheinlich nach Griechenland oder Spanien fliegen und dort ein bisschen Energie für die bevorstehenden Wochen und Monate tanken. Ich glaube, nach all den Strapazen habe ich mir das verdient, oder?

Wie es jobmäßig weitergeht, weiß ich noch nicht, und das ist im Moment auch meine größte Sorge. Ich denke aber, dass sich im Notfall schon irgendeinen Übergangsjob finden werde...
 
Du glaubst doch nicht echt das ich hier auf der Arbeit mal ein "Danke" oder "gut gemacht " höre?!

Wenn man etwas hört dann wenn etwas schief gelaufen ist, dann gibt es schön aufs Köpfchen.

Leider arbeiten wir wohl noch in recht unmodernen Betrieben mit dem guten alten patriarchalischen Führungsstil. Moderne Betriebe setzten da auf Motivation

Wobei es meiner Erfahrung nach mit den Anreizen durch Motivation wesentlich besser klappt. Es ist schön, fast alle Narrenfreiheiten zu haben , so lange alles läuft.

Zuza
 
@Tom

Ich finde, das hast Du genau richtig gemacht...die Entscheidung hat Dich ja auch positiv motiviert . Klingt ganz anders als beim Eingangsbeitrag. Viel Spaß im Urlaub!

Zuza
 

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