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Bald 30 und nichts im Leben erreicht

Du glaubst doch nicht echt das ich hier auf der Arbeit mal ein "Danke" oder "gut gemacht " höre?!

Wenn man etwas hört dann wenn etwas schief gelaufen ist, dann gibt es schön aufs Köpfchen.

Leider arbeiten wir wohl noch in recht unmodernen Betrieben mit dem guten alten patriarchalischen Führungsstil. Moderne Betriebe setzten da auf Motivation
 
Du glaubst doch nicht echt das ich hier auf der Arbeit mal ein "Danke" oder "gut gemacht " höre?!

Wenn man etwas hört dann wenn etwas schief gelaufen ist, dann gibt es schön aufs Köpfchen.

Leider arbeiten wir wohl noch in recht unmodernen Betrieben mit dem guten alten patriarchalischen Führungsstil. Moderne Betriebe setzten da auf Motivation

Das würde ich auch so bestätigen, hier geht man davon aus, dass man ein Leben lang auf der Stelle sitzen bleibt.
Weiterentwicklung fast unmöglich.

Ein Danke benötige ich nicht zwingend, aber Erfolgserlebnisse benötige ich...
 
Erstmal vielen Dank für eure Antworten und eure aufmunternden Worte! Bitte entschuldigt, dass ich erst jetzt antworte, aber ich hatte in den letzten 2-3 Wochen viel um die Ohren und habe auch einen Kurzurlaub im Ausland gemacht, da ich einfach ein bisschen abschalten wollte.

Ganz ehrlich, Du bist in einem halben Jahr 30 und schätzungsweise bist Du 31 J., wenn Du Deinen Master in der Tasche hast. Das sind 1,5 Jahre.

Grundsätzlich würde ich den Master schon ganz gerne fertigmachen und ich bin mir sicher, dass ich das auch schaffen kann. Ich persönlich fühle mich noch nicht zu alt dafür (auch wenn ich vielleicht nicht mehr der Allerjüngste bin), aber ob mir der Master etwas bringt, weiß ich nicht. Ich glaube nämlich, dass jobmäßig der Zug für mich schon abgefahren ist.
Angenommen, ich schließe tatsächlich in 1,5 Jahren (mit 31) den Master ab und bewerbe mich um eine Stelle: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass von 100 BewerberInnen ausgerechnet ich die Stelle bekomme? Seid mal ganz ehrlich: Wen würdet ihr lieber einstellen? Einen 25-Jährigen, der sein Studium innerhalb der Mindestzeit (oder 1-2 Semester länger) abgeschlossen und nebenbei Praktika absolviert bzw. facheinschlägige Berufserfahrung gesammelt hat oder einen 31-Jährigen, der bis 23 nicht so recht wusste, was er wollte, danach ewig studiert hat und bis auf ein paar Jobs im Callcenter und Verkauf kaum nennenswerte Berufserfahrung hat. Ich bin keinesfalls ein Pessimist, sondern versuche einfach, realistisch zu denken und mich in die Rolle eines Personalchefs zu versetzen.

Und genau deshalb frage ich mich, ob es in meinem Fall noch sinnvoll ist, den Master fertigzumachen. Wenn ich mit einem abgeschlossenen Masterstudium wieder nur in einem Callcenter oder im Verkauf lande, dann wäre das Masterstudium doch nur Zeitverschwendung.
Und mit jeder Absage wird mein Gefühl, dass ich am Arbeitsmarkt nichts wert bin und auch der Master nichts daran ändern wird, verstärkt.

Nur Studieren sichert einem keine Zukunft. Du musst einschlägige Berufserfahrung nachweisen können bzw. diese sammeln in dem Bereich in dem du tätig sein möchtest.

Nicht böse nehmen aber auch im Bekanntenkreis haben wir viele Leute die Mitte 30 sind und nur Studiert haben und Praktikas machen. Irgendwann ist es auch mal an der Zeit einfach Einzusteigen.

Wie bereits erwähnt, arbeite ich seit mehr als einem Jahr in dem Bereich, in dem ich später mal tätig sein möchte - zumindest theoretisch.
Allerdings bin ich mit dem Job wirklich sehr unglücklich, da ich zu 90% nur irgendwelche langweiligen und anspruchslosen Aufgaben zugeteilt bekomme, die mit ein bisschen Hausverstand auch eine Person, die nicht vom Fach ist, erledigen könnte. Ich sitze den ganzen Tag im Büro, starre auf den Bildschirm und es gibt überhaupt keine zwischenmenschliche Kommunikation. Meine KollegInnen sind sehr distanziert und ignorieren mich mehr oder weniger (und das seit meinem ersten Arbeitstag). Noch dazu ist die Bezahlung unter jeder Kritik und auch der lange Anfahrtsweg (eine Stunde pro Richtung) nervt mich. Ich bin jetzt schon richtig schlecht gelaunt, weil ich morgen Früh wieder in die Arbeit muss.

Es macht für mich einfach keinen Sinn, noch länger in dieser Firma zu bleiben, da mich dieser Job schon psychisch total fertigmacht. Deshalb möchte ich bis Ende dieses Monats kündigen (wobei ich mir das schon seit einem halben Jahr vornehme), aber ich frage mich, wie es dann weitergehen soll. Einen anderen Job in meinem Bereich bekomme ich nicht und wieder im Callcenter oder im Verkauf anzufangen, wäre doch ein beruflicher Abstieg. Und noch länger in der jetzigen Firma zu bleiben und zu hoffen, dass ich vielleicht irgendwann mal etwas Besseres finde, schaffe ich einfach nicht mehr, da ich wirklich schon mit den Nerven komplett am Ende bin.

Ich bin wirklich bereit für eine Veränderung und weiß auch ganz genau, was ich will. Nur bin ich mir nicht sicher, ob ich meine Vorstellungen auch in die Realität umsetzen kann. Wenn ich wüsste, dass ich es könnte, dann würde ich keine Sekunde darüber nachdenken, den Master abzubrechen.

Vorab mal, ich halte dich keineswegs für einen Versager das ist echt weit davon entfernt und weit auslegbar. Mir fällt oft auf das viele Leute viel zu hohe Erwartungen an die Arbeitswelt haben. Das Jemand seinen Traumjob findet bzw. das tut was ihm Spaß macht und dabei noch einen bomben Lohn bekommt ist wirklich selten.

Vom Hilfsarbeiter im Stahl und Baubereich, bis zur Kaufmannsausbildung und heute bin ich Produktionsleiter und Teamleiter für Großprojekte und Rollouts. Alles davon hatte vor und Nachteile.

Ich habe Tage da kotzt mich der ganze Scheiß echt an und dann habe ich Tage wo ich denke "man mir geht es eigentlich echt gut"
Ich weiß schon, dass es nicht einfach ist, einen Job zu finden, wo man ständig nur das macht, was einem Spaß macht und dabei noch sehr gut bezahlt wird. Man wird immer und überall Tätigkeiten machen müssen, die man weniger gerne macht. Und dass es immer wieder Tage gibt, wo einem alles auf die Nerven geht, ist auch ganz normal. Wichtig ist, dass man sich in der Arbeit wohlfühlt und mit der Gesamtsituation zufrieden ist, das ist für mich viel wichtiger als die Bezahlung. Dennoch habe ich es aber einfach satt, ständig nur für einen Mindestlohn arbeiten zu müssen. Ich muss ja nicht im Geld schwimmen, aber ich möchte mir in meinem Leben ein bisschen was leisten können.
 
Ich finde es sehr beeindruckend, dass du das Studium bisher durchgezogen und dabei noch gearbeitet hast. Ich hätte gedacht, dass das gar nicht geht. Insofern, super!

Was den Job angeht: gäbe es da nicht auch die Möglichkeit, mal mit einem Vorgesetzten zu reden, ihm zu schildern, dass du unterfordert bist und ihm zu sagen, welche Arbeit du dir stattdessen vorstellst/gerne machen würdest? Das könnte ja immerhin auch ein Zeichen von Engagement sein, was doch die meisten Arbeitgeber schätzen.
Solange du keinen anderen Job hast, fände ich es gefährlich, diesen Job zu kündigen. Du weißt ja nicht, ob und was du dann stattdessen bekommst.

Was den Lebenslauf angeht: mit den zwei abgebrochenen Studien sieht das zwar nicht so toll aus, aber wenn ein Arbeitgeber sieht, dass du das dritte Studium durchgezogen hast, zeigt das ja auch, dass dieses Studium das richtige war und dass dich dieser Bereich wirklich interessiert. Du kannst das auch in einem Vorstellungsgespräch gut begründen, es ist ja oft alles nur eine Frage dessen, wie man es verkauft. Und dann denke ich, dass es viele gibt, die ein Studium abgebrochen und nochmal was anderes probiert haben. Sodass ich nicht gleich sagen würde, dass du überhaupt keine Chance hast.

Doch selbst wenn der Master beruflich nachher nicht das bringen sollte, was du dir erhoffst, kannst du zumindest für dich sagen, dass du es bis zum Schluss durchgezogen und den Master erreicht hast. Wenn du jetzt abbrechen würdest, wärst du wahrscheinlich ewig unzufrieden damit.
 
Das Problem ist, dass die Firma jemanden braucht, der sämtliche minderwertige Tätigkeiten, die alle anderen MitarbeiterInnen nicht machen wollen, gegen miese Bezahlung erledigt. Aufgrund meines Masterstudiums bin ich dort nur teilzeitbeschäftigt (30 Stunden pro Woche) und habe das Gefühl, dass ich gar nicht als vollwertiger Mitarbeiter, sondern eher als Aushilfskraft gesehen werde.
Aber ein interessanteres Aufgabengebiet würde nichts daran ändern, dass die Bezahlung sehr schlecht ist, die KollegInnen mir gegenüber sehr distanziert sind (jemanden so extrem auszugrenzen, ist für mich auch eine Art von Mobbing) und der Anfahrtsweg sehr lang ist. Ich fühle mich einfach aufgrund der Gesamtsituation dort überhaupt nicht wohl und sehe meine Zukunft definitiv nicht in dieser Firma. Ganz im Gegenteil, ich möchte wirklich nur so schnell wie möglich weg von dort, bevor mich dieser Job noch komplett kaputt macht.
Ich muss jetzt gleich in die Arbeit fahren und meine Laune ist wirklich sehr, sehr schlecht.

Was den Lebenslauf betrifft, habe ich überlegt, ob ich ein bisschen schummeln und das zweite abgebrochene Studium gar nicht erwähnen soll. Stattdessen könnte ich z. B. erfinden, dass ich nach der Matura ein einjähriges Praktikum gemacht habe. Ich weiß schon, dass das ein No-Go ist, aber ich denke, kaum jemand wird sich im Detail dafür interessieren, was ich vor mehr als 10 Jahren gemacht habe. Oder wie seht ihr das?
 
Wen würdet ihr lieber einstellen? Einen 25-Jährigen, der sein Studium innerhalb der Mindestzeit (oder 1-2 Semester länger) abgeschlossen und nebenbei Praktika absolviert bzw. facheinschlägige Berufserfahrung gesammelt hat oder einen 31-Jährigen, der bis 23 nicht so recht wusste, was er wollte, danach ewig studiert hat und bis auf ein paar Jobs im Callcenter und Verkauf kaum nennenswerte Berufserfahrung hat. (...)

Das ist nicht die Frage. Die Frage ist, ob DU mit einem weiteren abgebrochenen (Master-) Studium und nur dem Bachelor bessere Chancen hättest als mit dem Master.


Und genau deshalb frage ich mich, ob es in meinem Fall noch sinnvoll ist, den Master fertigzumachen. Wenn ich mit einem abgeschlossenen Masterstudium wieder nur in einem Callcenter oder im Verkauf lande, dann wäre das Masterstudium doch nur Zeitverschwendung.

Ja, wenn das so wäre bzw. so käme, dann wäre das vielleicht Zeitverschwendung. Aber du weisst nicht, ob es so ist. Du weisst nicht, wie es in Zukunft ist, wie es im Ausland ist, wie es vielleicht in Regionen in Österreich ist, wo du dich noch nicht beworben hast. Ich finde, die 1,5 Jahre stehen in keinem Verhältnis zu dem, was du verlieren könntest, wenn du jetzt abbrichst. Und Zeitverschwendung wäre es ggf. auch dann nur im Hinblick auf den Arbeitsmarkt. Mit dem Master hast du aber auch noch andere Vorteile: Du kannst dich Akademiker nennen (z.B. in Kontaktanzeigen😉), du kannst was Besseres auf deine Visitenkarte schreiben, du gewinnst einen höheren Status. Mal ganz abgesehen hiervon:

selbst wenn der Master beruflich nachher nicht das bringen sollte, was du dir erhoffst, kannst du zumindest für dich sagen, dass du es bis zum Schluss durchgezogen und den Master erreicht hast. Wenn du jetzt abbrechen würdest, wärst du wahrscheinlich ewig unzufrieden damit.

Du könntest stolz sein (und wirst es wohl auch sein), dass du es durchgezogen hast, dass du etwas erreicht hast, das nicht jeder erreicht. Wenn du abbrichst, bestätigst du nur die vorigen Abbrüche in deinem Lebenslauf bzw. das Bild eines Menschen, der nichts durchzieht.

Ich bin wirklich bereit für eine Veränderung und weiß auch ganz genau, was ich will. Nur bin ich mir nicht sicher, ob ich meine Vorstellungen auch in die Realität umsetzen kann. Wenn ich wüsste, dass ich es könnte, dann würde ich keine Sekunde darüber nachdenken, den Master abzubrechen.

Die Stelle hab ich nicht verstanden. Die Veränderung, die du willst, ist das ein Plan B, abseits der bisherigen Vorstellungen? Eine Selbständigkeit vielleicht? Die könntest du auch noch in 1,5 Jahren machen, oder?

Ich glaube, der erste nötige Schritt ist die Kündigung in dieser Firma. Danach siehst die Welt vielleicht schon ganz anders aus. Ich würde auf jeden Fall den Master durchziehen, zur Not weitgehend durch die Ersparnisse finanziert und / oder durch einen Nebenjob, der dir Spaß macht, und sei es Kellnern. Es wird dann auch nicht einfach werden mit der Arbeitssuche, aber wenn du jetzt aufgibst und mit Bachelor auf Arbeitssuche gehst, gibst du ja jede Chance auf einen guten Verdienst auf.
 
Ich bin auch Österreicher und habe noch viel mehr die Schattenseiten unseres Bildungssystems miterleben müssen als du. Mit 25 die Matura bekommen sagt wohl alles. Ich wollte zwar den Bachelor aber der ist mir leider verwehrt geblieben weil meine damalige Fachhochschule mehr als dreist und unfair gewesen ist. Aber das jetzt alles aufzuschreiben würde ein ganzes Jahr dauern. Wer glaubt, dass man heutzutage mit hohen Abschlüssen eine super bezahlte Arbeit bekommt der lebt noch im Gestern dabei ist es egal ob es Österreich oder Deutschland oder die USA oder weiß Gott für ein Land betrifft.

Die Welt steckt in der Krise bzw. Rezession und es gibt schon viel zu viele Akademiker weil jeder nur noch studieren will. Scheiss auf die Arbeitswelt wie ich und wenn du Talente hast schöpfe diese aus und schlage daraus Kapital. Ich bin gerade dabei mit meiner kreativen Ader gutes Geld zu verdienen. Klar geht das nicht von heute auf morgen aber wo der Wille ist ist auch der Weg. Du kennst ja sicher den berühmten Tennisspieler Dominik Thiem oder? Der ist heute steinreich aber nicht durch einen Doktortitel sondern durch sein Talent nämlich das Tennis spielen. Oder anderes Beispiel du kennst ja auch sicher Sebastian Kurz. Der Typ hat nur die Matura und leitet jetzt die ÖVP und wird bald Bundeskanzler höchstwahrscheinlich. Mache lieber das was du super kannst und scheiss auf die Abschlüsse und die Arbeitswelt 🙂
 
Vielen Dank für eure Tipps, HalliGalliSuperstar und Bierdeckel111!!

Ich habe jetzt sowohl von euch als auch von meinen FreundInnen zahlreiche Tipps bekommen, die mir sehr weitergeholfen haben.

Was das Masterstudium betrifft, sagen mir im Prinzip alle dasselbe: "Mach den Master fertig, jetzt hast du nur noch 1,5 Jahre, du bist am richtigen Weg" - das hört sich so einfach an, aber für mich ist das momentan alles andere als einfach, obwohl ich den Master grundsätzlich schon ganz gerne fertig machen würde.
Ich glaube, dass ich aufgrund meines derzeitigen Jobs und auch aufgrund meiner Gesamtsituation unter einer (leichten?) Depression leide und das ist momentan wirklich mein größtes Problem. Mir ist im Moment irgendwie alles gleichgültig - mein Studium, meine FreundInnen, meine Familie, meine Hobbys, der Zustand meiner Wohnung usw.

Ich bin nach der Arbeit immer sehr schlecht gelaunt, müde und habe danach Lust auf gar nichts. Während ich früher nach der Arbeit z. B. eine Radtour machte, ins Fitnesscenter ging und/oder sogar lernte bzw. etwas für die Uni vorbereitete, fehlt mir jetzt nach der Arbeit einfach die Energie und die Motivation für alles. Ich habe nun in einem Jahr 10 kg zugenommen (auch wegen der Frustesserei) und war voriges Semester auf der Uni nur mäßig erfolgreich.
Samstags bin ich so kaputt von der Woche, dass ich einfach den ganzen Tag meine Ruhe brauche und auch keine Lust habe, mich mit meinen FreundInnen zu treffen oder mich mit meinen Hobbys zu beschäftigen. Und sonntags bin ich sehr unruhig, angespannt und schlecht gelaunt, da ich montags wieder in die Arbeit muss.
Und auch in meiner Wohnung habe ich schon so ein Chaos, da ich mich nur schwer dazu motivieren kann, mal ordentlich aufzuräumen, obwohl mir früher oft gesagt wurde, dass ich für einen Mann eine sehr saubere und ordentliche Wohnung habe.

Außerdem ertrage ich es einfach nicht, zu hören oder zu sehen, was meine FreundInnen (die fast alle Ende 20 oder Anfang 30 sind) schon so alles erreicht haben und wie erfolgreich sie im Berufsleben sind - wenn ich mich mit ihnen vergleiche, fühle ich mich oft wie der letzte Loser. Und wenn sie mir von ihren "Problemen" erzählen, habe ich keine Lust ihnen zuzuhören, am liebsten würde ich ihnen sagen: "Hör auf zu jammern, deine Probleme sind im Vergleich zu meinen wirklich lächerlich!"
Mittlerweile überlege ich, den Kontakt zu ihnen zu reduzieren oder sogar ganz abzubrechen, aber irgendwie kann ich einfach nicht ohne meine FreundInnen. Es ist nicht so, dass ich ihnen den Erfolg nicht gönne oder neidisch bin, aber es macht mich einfach psychisch total fertig, wenn ich sehe, was andere Gleichaltrige erreicht haben und wo ich stehe.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich muss so bald wie möglich bei meiner jetzigen Firma kündigen, denn ich will einfach nicht mehr so weiterleben. Nur stelle ich mir die Frage, wie es dann weitergehen soll. Ich glaube nämlich wirklich, dass ein Job, mit dem ich glücklich bin (sei es im Callcenter, im Verkauf oder in der Gastronomie) viel verändern könnte.
Viele sagen mir aber, dass es nicht sehr sinnvoll ist, meinen jetzigen Job aufzugeben und dann im Verkauf, im Callcenter oder als Kellner zu arbeiten, da dies ein beruflicher Abstieg wäre und später mal in Erklärungsnot geraten könnte. Aber noch länger in der jetzigen Firma zu bleiben, schaffe ich psychisch wirklich nicht mehr. Es wurde mir aber auch empfohlen, mir eine berufliche Auszeit zu nehmen und mich nächstes Semester voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren und parallel nach Jobs in meinem Bereich zu suchen. Dies wäre aus finanzieller Sicht zwar kein Problem, aber eine Lücke im Lebenslauf wäre auch nicht gerade optimal.

@Bierdeckel: Servus, lieber Landsmann! 🙂
Es tut mir sehr leid, dass es bei dir mit dem Bachelor nicht geklappt hat. Aber es geht mir nicht darum, viel Geld zu verdienen, sondern eines Tages einen Job haben, mit dem ich glücklich bin und wo ich vielleicht ein bisschen mehr als nur einen Mindestlohn bekomme. Einen klassischen 08/15-Bürojob, wo ich jeden Tag acht Stunden im Büro sitze, kann ich mir auch nicht vorstellen, aber ich denke, mit fast 30 kann ich kein Sebastian Kurz oder Dominic Thiem mehr werden, da hätte ich schon viel früher damit anfangen müssen. 😉
Ich wünsche dir bei deinem Vorhaben wirklich viel Erfolg, aber dir ist hoffentlich klar, dass so etwas immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden ist.
 
Nachdem morgen bei uns in Österreich ein Feiertag ist, hat die Firma am heutigen Fenstertag geschlossen. Ich habe mich auf das verlängerte Wochenende sehr gefreut, aber irgendwie merke ich jetzt ganz besonders, wie sinnlos alles ist.

Ich bin heute um 6 Uhr aufgewacht, wollte aber einfach nicht aufstehen, da ich außerhalb der Welt der Träume ohnehin nichts verpasse. Ich bin bis 7 Uhr wach im Bett gelegen und habe mir dann einen Kaffee gemacht und mir überlegt, wie ich meinen freien Tag sinnvoll nutzen könnte. Am liebsten hätte ich weitergeschlafen, aber das Problem ist, dass ich kein Langschläfer bin und nicht länger als 6-7 Stunden schlafen kann.
Ich dachte, ich könnte ein paar Bewerbungen schreiben, doch ich hatte schon keine Lust mehr, als ich auf diversen Jobportalen die Stelleninserate durchblätterte. Ich dachte mir: "Wozu soll ich überhaupt Bewerbungen schreiben, wenn sich die meisten Firmen sowieso nicht melden oder mir maximal eine 'nette' Absage erteilen?"

Wisst ihr, vor zwei Jahren, als es mir noch besser ging, wäre ich jetzt schon längst irgendwo mit dem Rad unterwegs, würde im Fitnesscenter meine Übungen machen oder mit FreundInnen einen Tagesausflug unternehmen. Jetzt bin ich einfach total lust- und antriebslos und irgendwie hat einfach alles keinen Sinn mehr.

Am Abend treffe ich mich mit einer Freundin, doch ehrlich gesagt habe ich jetzt schon keine Lust, sie zu treffen, da sie mich bestimmt wieder vollquasseln wird. Und morgen unternehme ich etwas mit zwei Kumpels, die mir sicher wieder unter die Nase reiben werden, wie erfolgreich sie im Berufsleben sind und wie gut es mit den Frauen läuft, und auf die beiden habe ich noch weniger Lust. Doch wenn ich stattdessen zu Hause bleibe, bin ich total einsam und traurig und komme vielleicht auf dumme Gedanken.

Manchmal spreche ich mir selber Mut zu und denke mir: "Das wird schon wieder!", doch spätestens nach ein paar Stunden denke ich mir: "Hör doch auf zu träumen, daraus wird doch nichts. Für dich ist der Zug schon längst abgefahren und du bist und bleibst ein Loser!"... Es ist einfach alles so aussichtlos und die Wahrscheinlichkeit, dass sich in absehbarer Zeit etwas ändert, halte ich für sehr gering.

Ich schreibe das nicht, weil ich bemitleidet werden möchte, sondern damit ihr versteht, warum es mir unter den jetzigen Umständen so schwer fällt, eine Entscheidung zu treffen, wie es im Herbst weitergehen soll.
Meint ihr, dass ich unter einer Depression leiden könnte? Sollte ich mir vielleicht professionelle Hilfe suchen? Ich glaube, alleine schaffe ich es einfach nicht mehr, aus diesem Teufelskreis rauszukommen.
 
Hawara ich fühle mit dir. Ich wohnte damals in Linz und dort hatte ich auch noch sehr viel Spaß in meiner Kindheit und zwei beste Freunde (leider nicht mehr). Mit denen unternahm ich jeden Tag etwas und wir gingen durch dick und dünn. In der Schule flogen mir mit sehr wenig Lernaufwand die geilen Noten nur so zu. Gesundheitlich gings mir auch besser weil ich noch dünn war u.a. . Doch ich führte nie wirklich ein normales Leben. Vielleicht hast dus schon gelesen ich bin Autist und du weißt ja sicher wie Autisten von manchen Menschen behandelt werden. Deswegen hatte ich u.a. auch Probleme im Bereich Bildung was nicht an Faulheit oder/und Dummheit gelegen ist.

Aber ich muss zugeben meine Krankheit brachte mir auch so manch Vorteile wie beispielsweise ich musste nie zum Bundesheer oder Zivildienst gehen oder wenn ich etwas angestellt habe tja dann wars meine Krankheit xD. Trotzdem aber fühlte ich mich immer wie ein Mensch zweiter Klasse. Dann wie ich von Linz weggezogen bin nach Wien und dann nach Niederösterreich in ein kleines Kaff gingen die richtigen Probleme los. Mein Stiefvater der heute schon tot ist hatte einen riesigen jähzorn und hatte mich auch manchmal misshandelt. Das ging acht Jahre lang so. In der Schule blieb ich da sitzen dort sitzen im Studium genauso. Deswegen auch so spät die Matura. Lustigerweise beim ersten Mal sitzenbleiben habe ich mich sogar gefreut als ich sitzengeblieben bin weil in dieser Schule (war eine Htl) so stark gemobbt wurde weil ich Autist bin dass ich einfach von dort weg wollte.

Bei der nächsten Schule behandelten mich wiederrum manche Lehrer unfair weil ich Autist bin und zack hatte ich drei Fetzen im Zeugnis und war wieder durchgefallen. Das summierte sich quasi dann als Rekordsitzenbleiberei. Es gab aber zum Glück auch tolerante und kulante Schulen wie eine im Burgenland wo ich dann die Matura bekommen hatte. Eine richtige Freundin und Sex hatte ich auch bis heute noch nie. Außerdem habe ich in diesem Dorf auch noch keine Freunde gefunden da hier alle komisch sind. Normal arbeiten gehen klappt bei mir sowieso nicht. Erstens bin ich nicht belastbar was in den meisten Wirtschaftsberufen so sein sollte, zweitens habe ich einen total ruinierten Lebenslauf u.a. wegen dem Sitzenbleiben und drittens wegen meiner Krankheit.

Das Gute ist dass ich mittelständisch leben kann weil wegen meiner Krankheit der Staat mir viel zahlt und auch weil mein Vater hoher Beamter bei der Landesregierung war so bekomme ich vom Staat mehr und viel Unterhalt von ihm. Trotzdem aber lebe ich noch zuhause bei meinen Eltern und eine eigene Bude ist leider nicht drinnen. Also ums kurz zu schreiben wir sind keine Millionäre aber leben trotzdem "angenehm". Trotzdem will ich aber noch was aus mir machen und ich weiß, dass ich das schaffen könnte. Ich gehe mehrere Wege und vielleicht klappt ja ein Weg.

Ich bin kreativ, ich baue mir eine Youtube Existenz auf, ich spiele jede Ziehung Lotto und Euromillionen denn man weiß nie (ich hatte bereits schon 500 Euro in einem Brieflos gewonnen und meine Tante und mein Stiefvater hatten schon je einen Fünfer im Lotto gemacht also ist es möglich) usw. . Ich finde aus mir kann noch etwas werden wenn ich auch Glück habe. Eine normale Arbeit ist einfach nichts für mich. Du musst an dir glauben und dich aus dem Sumpf rausziehen. Wir können dir hier nur Tipps geben genauso wie ein Psychologe aber rausziehen musst du dich schon selber Hawara.
 

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