Tom_Vienna
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Liebe Community,
ich bin ein 29 Jahre alter Mann aus Wien und habe das Problem, dass ich in meinem Leben nichts erreicht habe und mich wirklich wie der letzte Versager fühle. Leider habe ich im späten Teenageralter viele falsche Entscheidungen getroffen, weshalb mein Lebenslauf alles andere als optimal ist.
Nachdem ich mit 18 die Matura (= Abitur) an einem Gymnasium absolvierte, begann ich mit meinem ersten Studium, welches ich ein Jahr später abbrach. Mit 19 entschied ich mich für ein anderes Studium, welches ich zwei Jahre später ebenfalls beendete. Danach wollte ich kein weiteres Studium mehr anfangen, sondern nahm einen Job als Verkäufer an, den ich zwei Jahre lang ausübte, mit dem ich aber nicht wirklich glücklich wurde.
Mit 23 wagte ich einen Neuanfang, nahm radikale Veränderungen in meinem Leben vor und begann mein drittes Studium. Da mir aber aufgrund meiner Vorstudien sämtliche Beihilfen gestrichen wurden und meine Eltern mich nicht weiter unterstützen wollten, musste ich neben dem Studium einen 30-Stunden-Job (Callcenter) ausüben. Aufgrund meiner Berufstätigkeit benötigte ich für den Bachelor fünf Jahre, sodass ich erst mit 28 meinen ersten Abschluss hatte. Es war zwar eine harte Zeit, aber gleichzeitig auch eine Zeit, in der ich sehr glücklich war, so richtig zu leben begann und in der sich meine Persönlichkeit sehr stark zum Positiven veränderte. Ich habe nicht nur Durchhaltevermögen und Disziplin bewiesen, sondern bin reifer, erwachsener und selbstbewusster geworden.
Nach dem Bachelor-Abschluss vor einem Jahr hatte ich konkrete Vorstellungen über meine berufliche Zukunft und wollte diese auch in die Realität umsetzen. Ich entschied mich, im Herbst 2016 ein Masterstudium anzufangen und gab meinen Job im Callcenter auf, da mich dieser nicht wirklich weiterbrachte. Ich suchte eine fachspezifische Praktikumsstelle und nahm schließlich einen Job bei einer Firma an, die an einer längerfristigen Beschäftigung interessiert war. Allerdings bin ich mit diesem Job (den ich leider noch immer ausübe) total unglücklich, da ich zu 90% irgendwelche einfachen und langweiligen Aufgaben zugeteilt bekomme, für die keine Fachkenntnisse notwendig sind und die im Prinzip jeder mit ein bisschen Hausverstand leicht erledigen könnte. Ich fühle mich dort nicht nur geistig unterfordert, sondern auch das Betriebsklima ist sehr schlecht und von der Bezahlung mag ich gar nicht erst sprechen.
Der Job raubt mir so viel Energie, dass ich nach einem Arbeitstag für gar nichts mehr zu gebrauchen bin. Ich bin ständig müde, ausgelaugt und antriebslos und habe nach der Arbeit Lust auf gar nichts. Sogar meine Hobbys machen mir überhaupt keinen Spaß mehr. Aus diesem Grund war ich im ersten Jahr mit dem Masterstudium nur mäßig erfolgreich, sodass mein ursprünglicher Plan, das Masterstudium mit 30 abzuschließen, mittlerweile sehr unrealistisch ist. Das Studium an sich finde ich wirklich total interessant und ich bin mir auch sicher, dass es das Richtige für mich ist, aber mir fehlt einfach die Energie und mittlerweile auch die Motivation.
Selbstverständlich habe ich mich schon bei zahlreichen anderen Firmen beworben, aber in den meisten Fällen bekomme ich gar keine Antwort oder im besten Fall eine Absage. Und mit jeder Absage bzw. Nicht-Antwort schwindet die Hoffnung, endlich einen Job zu finden, mit dem ich glücklich werden kann. Das Problem liegt wohl daran, dass mich mit meinem schlechten Lebenslauf niemand einstellen will. Aber ich kann die Zeit leider nicht zurückdrehen und meine Fehlentscheidungen von damals rückgängig machen.
Mittlerweile bin ich am Überlegen, ob ich das mit dem Masterstudium nicht lieber lassen soll. Ich weiß genau, dass ich den Master schaffen kann, wenn ich das will, aber ich bin mir nicht sicher, ob das aufgrund meines Alters und meines Lebenslaufs noch Sinn macht, denn bis ich fertig bin, bin ich vermutlich 31. Und wer soll - ganz realistisch betrachtet - einen 31-jährigen Berufseinsteiger mit schlechtem Lebenslauf einstellen?
Aber wenn ich mit dem Masterstudium aufhöre, was mache ich dann? Das Problem ist, dass hier in Österreich der Bachelor praktisch wertlos ist. Das heißt, mit einem Bachelor könnte ich wieder nur für einen Hungerlohn im Callcenter, bei einer Reinigungsfirma oder im Verkauf arbeiten, aber das hätte ich vor 10 Jahren auch schon machen können.
Andere Leute in meinem Alter sind mit ihren Studien schon längst fertig, arbeiten jahrelang in seriösen Firmen, verdienen dort sehr gut, wurden inzwischen befördert, führen ein glückliches Leben und manche haben sogar schon eine Familie und/oder bauen Häuser. Und ich werde in einem halben Jahr 30 und sitze immer noch auf der Uni, habe einen Job, mit dem ich extrem unglücklich bin und komme mit meinem Gehalt zwar gerade noch so über die Runden, kann mir aber z.B. kein Auto, keine große Wohnung, keine Reisen usw. leisten und bin somit für die Frauenwelt uninteressant (bin übrigens seit zwei Jahren Single). Es macht mich schon so fertig wenn ich höre oder sehe, was andere Leute in meinem Alter schon so alles im Leben erreicht haben.
Am Wochenende sitze ich oft total deprimiert zu Hause und habe keine Lust, mich mit meinen FreundInnen zu treffen, da mir eh alle nur erzählen, wie glücklich sie im Leben sind. Und wenn ich versuche, mit ihnen über mein Problem zu sprechen, höre ich immer nur: "Ach, das wird schon wieder!", was mir nicht wirklich weiterhilft. Manchmal ist meine Stimmung so schlecht, dass ich sogar an Selbstmord denke (würde es aber natürlich nie ernsthaft tun).
Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und bin über jeden Rat dankbar!
ich bin ein 29 Jahre alter Mann aus Wien und habe das Problem, dass ich in meinem Leben nichts erreicht habe und mich wirklich wie der letzte Versager fühle. Leider habe ich im späten Teenageralter viele falsche Entscheidungen getroffen, weshalb mein Lebenslauf alles andere als optimal ist.
Nachdem ich mit 18 die Matura (= Abitur) an einem Gymnasium absolvierte, begann ich mit meinem ersten Studium, welches ich ein Jahr später abbrach. Mit 19 entschied ich mich für ein anderes Studium, welches ich zwei Jahre später ebenfalls beendete. Danach wollte ich kein weiteres Studium mehr anfangen, sondern nahm einen Job als Verkäufer an, den ich zwei Jahre lang ausübte, mit dem ich aber nicht wirklich glücklich wurde.
Mit 23 wagte ich einen Neuanfang, nahm radikale Veränderungen in meinem Leben vor und begann mein drittes Studium. Da mir aber aufgrund meiner Vorstudien sämtliche Beihilfen gestrichen wurden und meine Eltern mich nicht weiter unterstützen wollten, musste ich neben dem Studium einen 30-Stunden-Job (Callcenter) ausüben. Aufgrund meiner Berufstätigkeit benötigte ich für den Bachelor fünf Jahre, sodass ich erst mit 28 meinen ersten Abschluss hatte. Es war zwar eine harte Zeit, aber gleichzeitig auch eine Zeit, in der ich sehr glücklich war, so richtig zu leben begann und in der sich meine Persönlichkeit sehr stark zum Positiven veränderte. Ich habe nicht nur Durchhaltevermögen und Disziplin bewiesen, sondern bin reifer, erwachsener und selbstbewusster geworden.
Nach dem Bachelor-Abschluss vor einem Jahr hatte ich konkrete Vorstellungen über meine berufliche Zukunft und wollte diese auch in die Realität umsetzen. Ich entschied mich, im Herbst 2016 ein Masterstudium anzufangen und gab meinen Job im Callcenter auf, da mich dieser nicht wirklich weiterbrachte. Ich suchte eine fachspezifische Praktikumsstelle und nahm schließlich einen Job bei einer Firma an, die an einer längerfristigen Beschäftigung interessiert war. Allerdings bin ich mit diesem Job (den ich leider noch immer ausübe) total unglücklich, da ich zu 90% irgendwelche einfachen und langweiligen Aufgaben zugeteilt bekomme, für die keine Fachkenntnisse notwendig sind und die im Prinzip jeder mit ein bisschen Hausverstand leicht erledigen könnte. Ich fühle mich dort nicht nur geistig unterfordert, sondern auch das Betriebsklima ist sehr schlecht und von der Bezahlung mag ich gar nicht erst sprechen.
Der Job raubt mir so viel Energie, dass ich nach einem Arbeitstag für gar nichts mehr zu gebrauchen bin. Ich bin ständig müde, ausgelaugt und antriebslos und habe nach der Arbeit Lust auf gar nichts. Sogar meine Hobbys machen mir überhaupt keinen Spaß mehr. Aus diesem Grund war ich im ersten Jahr mit dem Masterstudium nur mäßig erfolgreich, sodass mein ursprünglicher Plan, das Masterstudium mit 30 abzuschließen, mittlerweile sehr unrealistisch ist. Das Studium an sich finde ich wirklich total interessant und ich bin mir auch sicher, dass es das Richtige für mich ist, aber mir fehlt einfach die Energie und mittlerweile auch die Motivation.
Selbstverständlich habe ich mich schon bei zahlreichen anderen Firmen beworben, aber in den meisten Fällen bekomme ich gar keine Antwort oder im besten Fall eine Absage. Und mit jeder Absage bzw. Nicht-Antwort schwindet die Hoffnung, endlich einen Job zu finden, mit dem ich glücklich werden kann. Das Problem liegt wohl daran, dass mich mit meinem schlechten Lebenslauf niemand einstellen will. Aber ich kann die Zeit leider nicht zurückdrehen und meine Fehlentscheidungen von damals rückgängig machen.
Mittlerweile bin ich am Überlegen, ob ich das mit dem Masterstudium nicht lieber lassen soll. Ich weiß genau, dass ich den Master schaffen kann, wenn ich das will, aber ich bin mir nicht sicher, ob das aufgrund meines Alters und meines Lebenslaufs noch Sinn macht, denn bis ich fertig bin, bin ich vermutlich 31. Und wer soll - ganz realistisch betrachtet - einen 31-jährigen Berufseinsteiger mit schlechtem Lebenslauf einstellen?
Aber wenn ich mit dem Masterstudium aufhöre, was mache ich dann? Das Problem ist, dass hier in Österreich der Bachelor praktisch wertlos ist. Das heißt, mit einem Bachelor könnte ich wieder nur für einen Hungerlohn im Callcenter, bei einer Reinigungsfirma oder im Verkauf arbeiten, aber das hätte ich vor 10 Jahren auch schon machen können.
Andere Leute in meinem Alter sind mit ihren Studien schon längst fertig, arbeiten jahrelang in seriösen Firmen, verdienen dort sehr gut, wurden inzwischen befördert, führen ein glückliches Leben und manche haben sogar schon eine Familie und/oder bauen Häuser. Und ich werde in einem halben Jahr 30 und sitze immer noch auf der Uni, habe einen Job, mit dem ich extrem unglücklich bin und komme mit meinem Gehalt zwar gerade noch so über die Runden, kann mir aber z.B. kein Auto, keine große Wohnung, keine Reisen usw. leisten und bin somit für die Frauenwelt uninteressant (bin übrigens seit zwei Jahren Single). Es macht mich schon so fertig wenn ich höre oder sehe, was andere Leute in meinem Alter schon so alles im Leben erreicht haben.
Am Wochenende sitze ich oft total deprimiert zu Hause und habe keine Lust, mich mit meinen FreundInnen zu treffen, da mir eh alle nur erzählen, wie glücklich sie im Leben sind. Und wenn ich versuche, mit ihnen über mein Problem zu sprechen, höre ich immer nur: "Ach, das wird schon wieder!", was mir nicht wirklich weiterhilft. Manchmal ist meine Stimmung so schlecht, dass ich sogar an Selbstmord denke (würde es aber natürlich nie ernsthaft tun).
Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und bin über jeden Rat dankbar!