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Bachelorarbeit - auf den A* setzen lernen

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Gast

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Tag,

ich bin ein extremer Prokrastinator und habe alles im Studium nur durch Sprints am Ende geschafft.
Nun steht meine Bachelorarbeit an und ich will es endlich anders machen und 8 Stunden täglich daran arbeiten.
Das Problem - mein Leben hat absolut keine Struktur, es liegen jetzt zwei freie Monate vor mir. Sie sind nicht wirklich frei, denn sie sind für die Bachelorarbeit.

Ich hab mir schon das ganze Studium hindurch jedes Semester vorgenommen "Diesmal machst du es anders". Ein bisschen anders wurde es auch, so bin ich am Anfang nicht mal in Vorlesungen gegangen, gegen Ende habe ich dann tatsächlich Kurse besucht und mich zusammengerissen. Aber dieses freie Arbeiten, ohne Gruppe, ohne feste Zeiten, ohne Chef, das macht mir immer noch Kopfzerbrechen und genau das ist es, was ich eigentlich immer lernen wollte - mich selbst motivieren, oder einfach disziplinieren. Motivation alleine verfliegt ja eh schnell.

Momentan ist mein Schlafrhythmus völlig aus dem Ruder, ich weiß für die Bachelorarbeit nicht, was ich genau tun muss, und ich weiß nicht, wie ich mir einen realistischen Zeitplan zusammenstelle, der auch einhaltbar ist. Eine Tagesstruktur. Und dann bei mir durchdrücke, dass die jetzt auch eingehalten wird, auch wenn ich nicht auf der Arbeit bin und kein Chef in meinem Nacken sitzt. Der Drang "Mal schnell einkaufen" oder "Eine Stunde Nickerchen" ist halt immer da.

Ich hab mir jetzt überlegt, um 7 aufzustehen, um 8 anzufangen, zu arbeiten bis 12, bis 14 Uhr Mittagessen/Einkaufen, dann bis 18 Uhr weiterarbeiten, dann mein Sport (der darf nicht untergehen!), dann von 20-23 Uhr Abendessen/Freizeit, dann Bett. Aber alleine wenn ich jetzt schon anfange, zur Uni zu fahren, um daran zu arbeiten, passt der Plan nicht mehr, weil ich dann die Fahrt einrechnen muss. Es sei denn ich rechne sie als Arbeitszeit (Bahn), um Literatur zu lesen. Es kann doch nicht sein, dass der ganze Tag mit so kleinem Mistkram draufgeht. Ich ernähre mich gesund, koche selbst, und wie lange das teilweise dauert, das ganze Gemüse zu schnippeln, die Kocherei, Hausarbeiten...das ist hier jetzt alles nicht berücksichtigt.

Ich fühle mich so unbedarft.
 

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hitachi93

Gast
Hallo Gast,

ich möchte nicht unfreundlich klingen, aber wenn ich das lese kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Mir kommt es so vor als würdest du nach Ausreden suchen, dich nicht mit der Bachelorarbeit auseinanderzusetzen. Es gibt Leute die arbeiten, studieren berufsbegleitend, müssen dann noch in der Freizeit lernen und schaffen es zusätzlich noch ihren Hobbies nachzugehen sowie das übliche Zeug wie Kochen, Bügeln,... .

Ich möchte dich nicht runtermachen, aber ich könnte wetten, dass du einer von der Sorte bist die unmittelbar nach der Schule mit dem Studium angefangen haben und von Dingen wie Zeitmanagement und Disziplin noch nichts gelernt haben? Liege ich richtig? Wäre ja nicht deine Schuld, aber die Beobachtung mache ich häufig.

Nun zu deinem Problem: Du schreibst, dass du nicht genau wüsstest, was du für die Bachelorarbeit machen musst. Wie kann man das verstehen? Hast du wirklich keine Ahnung, wie du vorgehen musst oder was inhaltlich getan werde muss? Dann würde ich schnellstens Kontakt in der Uni mit nem Professor oder irgendeinem Ansprechpartner suchen und das klären. Ist doch kein Wunder, dass du nicht aus dem Quark kommst, wenn du keine Ahnung hast was du tun musst. Versuche das erstmal zu besprechen und dann genau aufzulisten, was deine Ziele mit der Arbeit sind, was du dafür benötigst, ... (möglichst detailiert). Wenn du das geschaffst hast, kannst du dir ja einen Zeitplan aufstellen und eine Art Belohnsystem, wenn du deine Ziele erfüllst. Auf jeden Fall würde ich dir raten nicht zuhause zu arbeiten, aber das scheint ja bei dir sowieso nicht der Fall zu sein. Denn da wirst du nur abgelenkt und es kommt keine Arbeits- oder Lernstimmung auf.

Ansonsten suche dir noch jemanden aus deinem Freundeskreis oder Familie der sozusagen deinen Chef spielt und dem du pünktlich Ergebnisse liefern musst, damit du wenigstens etwas Druck verspürst. Wenn du so ein Typ bist, dann würde das vielleicht helfen. Ich setze mich so z.B. kpünstlich unter Druck. Ich weihe andere ein oder erzähle ihnen davon und dann bin ich gezwungen zu liefern.

Aber höre bitte auf dir einzureden, dass du keine Zeit hättest! Zur Not mach dir einfach mal die Bedeutung der Sache bewusst und versuche Prioritäten zu setzen. Hau in den nächsten zwei Monaten rein und gib alles für deine Arbeit und stelle deinen Sport z.B. mal hinten an. Abgesehen davopn wirst du wohl trotzdem noch genügend Möglichkeiten haben diesem nachzukommen.

Eine Bachelorarbeit schreibt man nur einmal im Leben (im Normalfall), also fokussiere dich darauf und denk an deine berufliche Zukunft!

Hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Ansonsten schreib doch nochmal etwas konkreter, falls du Hilfe brauchst. Und nochmal: Ich meinehier nix Böse, aber du kommst mir so vor, als würde dir ein kleiner A...tritt gut tun.

Liebe Grüße
 

Biddi

Sehr aktives Mitglied
Ich hab mir jetzt überlegt, um 7 aufzustehen, um 8 anzufangen, zu arbeiten bis 12, bis 14 Uhr Mittagessen/Einkaufen, dann bis 18 Uhr weiterarbeiten, dann mein Sport (der darf nicht untergehen!), dann von 20-23 Uhr Abendessen/Freizeit, dann Bett. Aber alleine wenn ich jetzt schon anfange, zur Uni zu fahren, um daran zu arbeiten, passt der Plan nicht mehr, weil ich dann die Fahrt einrechnen muss. Es sei denn ich rechne sie als Arbeitszeit (Bahn), um Literatur zu lesen. Es kann doch nicht sein, dass der ganze Tag mit so kleinem Mistkram draufgeht. Ich ernähre mich gesund, koche selbst, und wie lange das teilweise dauert, das ganze Gemüse zu schnippeln, die Kocherei, Hausarbeiten...das ist hier jetzt alles nicht berücksichtigt.
Ein paar Tipps:

1) Nicht täglich selber kochen, Mensaessen ist nicht giftig! Zeitgewinn ca 60 min

2) Eine Studentenbude muss nicht jeden Tag geputzt werden: 15-30 min

3) Einkaufen nicht täglich sondern einmal pro Woche: 15 min/d

4) Sport nur jeden 2.Tag: 60 min

5) ,,,,,,,,

ABER: deine bachelorarbeit muss jetzt erste Priorität haben! Suche dir Mitstreiter, die auch auf dem Problem sitzen, sprich mit Deinem Betreuer...

Alles Gute
 

Medivel

Mitglied
Leih dir die ganze Literatur, die du für deine Arbeit brauchst, aus und nimm sie mit nach Hause, dann fällt schonmal die nervige tägliche Hin- und Rückfahrt zur Uni weg. Manche lernen ja in der Uni besser, manche zuhause, musst du wissen, wo es dir besser passt. Wie du schon festgestellt hast, verfällt man zuhause leichter irgendwelchen Ablenkungen, die es zu reduzieren gilt. Einmal in der Woche oder meinetwegen alle zwei Wochen machst du einen persönlichen Termin mit deinem Betreuer aus und besprichst deinen Fortschritt. Das gibt dir gleichzeitig die nötige Motivatation etwas zu tun.

Dein Schlafrhythmus und ob du jetzt am Tag oder in der Nacht arbeitest ist eigentlich wurscht, hauptsache du kommst auf dein tägliches Pensum. 8 Stunden täglich an der Arbeit sitzen ist für eine BA eigentlich auch übertrieben meiner Meinung nach, solange kann eh niemand voll konzentriert durcharbeiten. 5-6 Stunden über den Tag verteilt mit ausreichend Pausen dazwischen sollten normalerweise reichen. Einen Tag in der Woche darfst du dir komplett freinehmen, für Sport oder
was auch immer. Die Hausarbeit kann auch mal für 2 Monate liegenbleiben.

Die Planung, Vorbereitung, Gliederung und Recherche ist das Wichtigste an der Arbeit, das Schreiben an sich macht am Ende höchstens noch 1/3 aus. Plane auch genauso viel Zeit dafür ein, inkl. Nachbearbeitung und Korrekturlesen vom Professor/Betreuer. Mach dir während der Vorbereitung genügend stichpunktartige Notizen, die du dann später in deinem Text verarbeitest.

Wieviel man letztendlich tun muss, kommt natürlich auch stark auf den Studiengang und das Thema an, was für ein Fach studierst du denn?
 
Zuletzt bearbeitet:
N

Nikka

Gast
Hast Du schon mal geschaut ob ADHS auf Dich passen könnte? Wenn Du diverse Symptome schon seit der Kindheit hast, dann würd ich mich mal diesbezüglich untersuchen lassen. Evtl. hilft Dir das auch bei einem besseren Umgang mit dem Thema.

Bevor alle bei dem Wort ausflippen, dat ist nur ein Hinweis :cool:
 
G

Gast

Gast
Guten Morgen!

hitachi: Nein, ich habe nach der Schule gearbeitet und bin Spätstudierer. Aber für die Arbeit brauche ich weniger Disziplin, da ist ja alles vorgegeben. Mich selbst zu organisieren finde ich am allerschwersten.

Um Ausreden geht es nicht, und ja, es gibt immer Leute, die ... (hier Heldentat einfügen) und alles viel besser können und gar keine Probleme haben mit Zeitmanagement oder Organisation. Die leiten noch nebenher drei Großkonzerne, laufen Marathons, haben daheim einen Kindergarten und sind Chefkoch einer Großküche. Kann ja alles sein. Aber ich hab trotzdem Probleme, mich zu organisieren, und daher suchte ich nach praktischen Tipps (die kamen dann ja auch, später). Dieses Ausredenargument habe ich noch nie verstanden, vor allem, wenn man schon konkret nach Hilfe fragt.

Ich weiß nicht so richtig, was ich tun muss, weil ich noch nie eine wissenschaftliche Arbeit geschrieben habe. Wir hatten das bisher im Studium nicht (unglaublich aber wahr) und ich hab oft den Eindruck, die Dozenten wissen selber nicht so genau, was eigentlich die Anforderungen oder Richtlinien sind. Letzteres haben wir ebenfalls nie erhalten. Ich weiß eine Seitenzahl, die ich schreiben muss, das war es dann auch schon. Wie man sich ein Thema erarbeitet usw. habe ich dann zusammen mit Kommilitonen herausgefunden, aber so richtig klar ist es mir immer noch nicht.

Das Hauptproblem ist aber einfach, den Zeitaufwand für verschiedene Bereiche der Arbeit abzuschätzen. Dabei könnt ihr mir vermutlich nicht helfen, weil ihr mein Thema/meinen Bereich nicht kennt. Und selber kann ich es auch nicht so recht abschätzen, weil ich noch nie für Monate am Stück auf irgendwas hingearbeitet habe. Wie mein Ergebnis aussehen soll, weiß ich auch noch nicht, denn ich weiß ja nicht, wie viel Zeit ich investieren kann. Für mich ist das so, als sollte ich in einem festgelegten zeitlichen Rahmen ein Haus bauen, ohne es je vorher getan zu haben. Woher soll ich jetzt wissen, ob das eine Villa wird oder eher eine Zweiraumhütte, wie die Wände gestrichen sein werden oder ob die Tapeten fehlen, weil es so lange gedauert hat, die Küche zu installieren? Woher soll ich wissen, ob das Ding am Ende ein Dach hat, weil ich nie herausfinden konnte, wie man nun ein Dach baut? Vermutlich wird es ein zusammengestoppelter Witz werden. Vermutlich sollte ich wissen, wie lange einzelne Aufgabenschritte dauern, aber da ich ja alles im Studium immer nur auf den letzten Drücker gemacht habe und ich nie irgendwelche Arbeitsschritte oder -zeiten dokumentiert habe, habe ich keinen Plan von irgendwas und kann mich nur auf meine mir logisch erscheinende Priorisierung verlassen.

Jetzt kannst du gerne mit dem Kopf schütteln und mir erzählen, ich sei ein schlechter Student oder Leute wie ich sollten nicht studieren (kann auch gut sein), aber das hält mich auch nicht davon ab, diese Arbeit fertigzumachen und das Studium zu beenden, dann eben als Witz von einem Student, aber mit Abschluss. In geregelten Abläufen funktioniere ich auch besser als in der Uni.


Medivel: Danke für die Tipps. Ich arbeite an einer praktischen BA. Laut Betreuer untersucht die nicht direkt was, sondern kann auch einfach als Form von Arbeitsprozess und Dokumentation geschehen. Eigentlich habe ich anderes gelesen (dass man schon durchaus mit seiner Arbeit ein Problem lösen soll), aber in gut benoteten Referenzarbeiten habe ich gesehen, dass manche wirklich nur Dokumentationen völlig gängiger Prozesse sind. So nach dem Motto "so gestalte ich eine Website", dann Begründungen, wieso das nun so und so stattfand und nicht anders, und wie einige Probleme gelöst wurden, aber das Rad wird da nirgends neuerfunden und es werden keine Lösungen für irgendeine konkrete, wissenschaftliche Frage gefunden (außer vielleicht auf "wie gestalte ich eine Website", was meiner Meinung nach nicht als wissenschaftliche Fragestellung durchgeht, aber was solls, vielleicht braucht man die für praktische Arbeiten ja wirklich nicht immer). Manche Arbeiten sind extrem salopp geschrieben und beschreiben einfach nur Vorhandenes. Quasi wie eine Zusammenfassung. So wie "Diese Arten von Designermöbeln gibt es und so sehen sie aus und das könnten die möglichen Gründe dafür sein, aber so ganz genau weiß ich das auch nicht, deswegen stelle ich Behauptungen in den Raum". Note irgendwas zwischen 2 und 3. Ach ja, ich studiere Design.

Ich glaube auch nicht, dass ich ADHS habe, sondern einen Prioritätenkonflikt. Ich lasse die Hausarbeit nicht 2 Monate lang liegen. Und ich fange jetzt auch nicht an, mich von belegten Broten und gekochtem Reis zu ernähren. Man muss ja nicht völlig verlottern, nur weil man eine BA schreibt. Und wenn mein Schlafrhythmus im Eimer ist, bin ich völlig kaputt, werde völlig bleich, depressiv und kann mich nicht mehr konzentrieren, deswegen kann ich das nicht monatelang durchziehen, die Sonne nicht zu sehen, und schon gar nicht im Herbst/Winter.

Ach, eigentlich weiß ich auch gar nicht, wieso ich den Thread eröffnet habe. Ich glaube, ich wollte Bekräftigung hören, dass man das alles hinkriegen kann, ohne sein ganzes restliches Leben zu vernachlässigen, und mit welcher Einstellung man das am besten angeht, gepaart mit einigen praktischen Tipps. Danke für eure Hilfestellungen soweit.
 
G

Gast

Gast
Ich gehöre ebenfalls zu den Studenten die alles auf den letzten Drücker machen. Ich hatte nie einen genau strukturierten Plan, weil so etwas für mich nicht funktioniert. Ich hab mir nur vorgenommen wieviele Stunden ich pro Tag an der Arbeit schreiben möchte, was ich an Literatur bearbeite oder wieviele Seiten ich schreiben möchte, aber keine genauen von bis Zeiten. Der Tag hat 24 Stunden da passt alles rein: Sport, gesund essen, arbeiten, an der BAC schreiben. Ich habe für meine Bachelorarbeit 2,5 Monate gebraucht neben einem 20 Stunden Job. Mir hat es geholfen am Abend meinem Freund zu erklären was ich schreiben will, welche Informationen ich einbauen will etc. Da hatte ich dann auch meine produktivsten Schreibstunden. Du musst halt rausfinden was für dich am besten funktioniert.
 

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