Hallo abc
Gerade eben ist mir ein Artikel untergekommen, darf ich dir den zu lesen geben?
Die meisten Menschen verbinden mit ADHS den männlichen Zappelphilipp, aber auch viele Mädchen leiden an der Entwicklungsstörung
www.spektrum.de
Ich war ganz bestürzt, denn mir scheint, das war mein Problem. Es hat mich mein Leben lang große Mühe gekostet, das alles zu können, was die anderen so schaffen, um diesen Level einhalten zu können, habe ich mich ständig überfordert gefühlt in bestimmten Situationen und Bereichen und viel gemacht, um das zu kaschieren, was mir großteils auch gelungen ist.
Jetzt kam man drauf, dass meine älteste Enkeltochter ähnlich gestrickt ist, man diagnostizierte ihr jetzt mit 13 Jahren ADHS plus Autismus.
Ich kenne sie, sie kann so viel, wo man einfach nur staunen muss, zb. las sie als Schulanfängerin gleich einmal dicke Bücher, verschlang Lesestoff, gab man ihr irgendwelche Malsachen, Bastelzutaten, zackzack, wahre Wunderwerke entstanden. Zudem war sie immer sehr eloquent, ihre Ausdruck, Sprache, Wortfindung, perfekt, auch schon sehr früh, dann interessiert sie Wissenschaft usw- nun frag ich, was soll das? Wieso stempelt man sie als krank ab? Ihre Sozialphobie ist nicht von ihr, sie stammt vom Umgang mit ihr, ihre Angst ist inzwischen so angewachsen, dass sie auffällig wurde, blockierte, sich weigerte- aber nicht daheim, auswärts. Das finde ich zum schluchzen traurig.
Wie kann man nur einen Maßstab ansetzen, wo es nichts zu messen gibt? Jeder ist anders, auf seine Weise individuell grundverschieden mit wem anderen.
Wenn du also trotzdem es dir große Schwierigkeiten macht, diese Form von Leben beibehältst, dann machst du ein Verbrechen gegen dich selbst. Du musst deiner Art entsprechend machen und tun, was du drauf hast, was dir liegt, worin du dich gut fühlst, was du beherrschst und kannst und was du nicht kannst, das leg weg. Plage dich nicht herum mit "Fremdem", bleib bei dir, dann hast du keine Probleme wie diese, die du anführst.
Ich kann sehr happy sein, mein Leben verläuft schnurgerade, es ist erfüllend und beglückend heute- das hat etwas damit zu tun, weil mir so viel egal geworden ist, es ist mir schnurzegal, wie man mich einschätzt, mein Mut, mich (MICH) auszuleben ist endlich voll da und ab da habe ich auch merken können, es ist auch bei den anderen angekommen, man ist wie man ist richtig, wenn man dazu steht und das nicht mehr hinterfragen lässt, wenn man das halt annimmt, statt anders sein zu wollen ( mehr so wie die Allgemeinheit). Dieses Streben lass ich sein, was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht konform benehmen und verhalten kann, wenn es angebracht ist. Nur, einen Job, der nicht zu mir passt, den mach ich nie wieder, auch wenn man dafür viel bietet. Menschen, denen ich zu viel oder zu wenig bin, die habe ich hinter mir gelassen. Mein Lebensgefährte, den ich vor fünfzehn Jahren etwa ausgegraben habe, der ist der Meinung, super, alles da, was mir gefällt- obwohl ich aufgehört habe, mich gefälliger zu machen, ich bin wie ich bin und das reicht. So müsstest du dich auch sehen, hoffentlich. Wems nicht reicht, nicht wichtig, es gibt Ausweichmöglichkeiten.
Dein idealer Job ist wohl noch nicht erschnuppert. Lass dich ein auf die Suche danach. Probier dich durch und wo es leicht geht, wo du spürst, das ist stimmig, da bist du richtig. Wo du unter Stress gerätst, wo du immer wie gegen den Wind fühlst, da wachse halt nicht an, ziehe weiter. Das Leben ist wunderwunderschön. Es sei denn, man ist am falschen Ort und Platz und macht das Falsche, dann ist es hässlich, belastend, unrichtig, krankmachend, schwer, wenn nicht sogar tödlich. Schütze dich selbst, safe your soul, führe deine Seele da hin, wo es dir behagt. Diese Wege kann dir keiner ersparen, die musst du selbst auf dich nehmen.
Ich bin in Bereichen fündig geworden, die ich eh schon als Kind gern hatte, also man muss nicht viel raten, wofür man veranlagt ist, das ist gleich einmal zu sehen, wie bei meiner Elisa, da mache ich mir null Sorgen, was ihre Zukunft betrifft, ich hoffe nur, sie und ihre Eltern managen das gut, was die anderen betrifft, wie eben das Urteil ihrer Lehrer. Zu langsam... zu verträumt..zu abgelenkt... da ist sicher viel Flucht dahinter, viel innerer Stress, deshalb weicht man aus gedanklich, um sich diesem nicht ständig stellen zu müssen. Das wächst sich raus, eben, indem man lernt, gelassen umzugehen mit Kritik und Launen der anderen, wenn diese Stress damit haben, weil man nicht wie sie ist.
Kennst du die Geschichte von den Affen, die zum Fisch sagen, du bist nicht normal, wer bist du schon, kannst nicht mal klettern?
Autisten sind wichtig, richtig. Ein Teil des Ganzen, sonst gäbe es sie nicht. Monokultur gibts nicht in der Natur.