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Autismus und Job

Abcdefg

Mitglied
Ich weiß so langsam nicht mehr, wie es weitergehen soll? Ich stehe mit einem Bein in der Berufswelt, aber auch nur mit EINEM und ich will mit Beiden rein. Meine Ausbildung war für die Katz und ist nur ein Fetzen Papier. Hinzukommt, dass ich es jetzt es auch schriftlich habe eventuell Autist zu sein und das würde gegen eine Verbeamtung sprechen und teilweise auch für das, was ich aktuell mache, nämlich mit Menschen arbeiten. Da ich nie richtig Vollzeit beschäftigt war und auch meine Vorstellungsgespräche mitunter eine Katastrophe waren, fällt es mir schwer.

Ich weiß nicht was ich kann, weil ich nur überall mal drin war, außer als Dozent, diese Stelle übe ich nun schon länger aus.
Mit Autismus kommt man aber nicht rein + ich fliege nach wie vor aus Gruppen, weil ich meine Gefühle nicht kontrollieren kann und keine Signale deuten kann. Ich lebe in Einsamkeit und habe fast keine menschlichen Kontakte bzw Vitamin B.
Ich lebe gerade als Freiberufler durch verschiedene Aufträge wurde ich gebucht und ich muss stellenweise 3 Stunde mit Bus/Bahn zum Einsatzort pendeln.

Ka wie das jetzt so weitergehen soll?
34 Jahre alt.
 
Meine Ausbildung war für die Katz und ist nur ein Fetzen Papier.
Was hast du denn für eine Ausbildung?
Hinzukommt, dass ich es jetzt es auch schriftlich habe eventuell Autist zu sein und das würde gegen eine Verbeamtung sprechen und teilweise auch für das, was ich aktuell mache, nämlich mit Menschen arbeiten.
Ich weiß nicht ob das wirklich gegen eine Verbeamtung spricht, aber du könntest ja im öffentlichen Dienst arbeiten ohne dass du verbeamtet wirst.
Und wieso spricht eine Diagnose auf einem Papier gegen eine Arbeit, die du bisher anscheinend ohne dass das beanstandet wird machst?

Ich hab nur den Eindruck, dass du dich nicht so klar ausdrückst, ich weiß nämlich noch nicht, worum es dir mit diesem Thread eigentlich geht, aber daran kann man arbeiten.
Und man kann auch daran arbeiten, sich in gewissem Maße auf andere Menschen einzustellen. Also soweit, dass es für die Ausübung eines bestimmten Berufs ausreicht.
 
Hallo abc

Gerade eben ist mir ein Artikel untergekommen, darf ich dir den zu lesen geben?


Ich war ganz bestürzt, denn mir scheint, das war mein Problem. Es hat mich mein Leben lang große Mühe gekostet, das alles zu können, was die anderen so schaffen, um diesen Level einhalten zu können, habe ich mich ständig überfordert gefühlt in bestimmten Situationen und Bereichen und viel gemacht, um das zu kaschieren, was mir großteils auch gelungen ist.

Jetzt kam man drauf, dass meine älteste Enkeltochter ähnlich gestrickt ist, man diagnostizierte ihr jetzt mit 13 Jahren ADHS plus Autismus.

Ich kenne sie, sie kann so viel, wo man einfach nur staunen muss, zb. las sie als Schulanfängerin gleich einmal dicke Bücher, verschlang Lesestoff, gab man ihr irgendwelche Malsachen, Bastelzutaten, zackzack, wahre Wunderwerke entstanden. Zudem war sie immer sehr eloquent, ihre Ausdruck, Sprache, Wortfindung, perfekt, auch schon sehr früh, dann interessiert sie Wissenschaft usw- nun frag ich, was soll das? Wieso stempelt man sie als krank ab? Ihre Sozialphobie ist nicht von ihr, sie stammt vom Umgang mit ihr, ihre Angst ist inzwischen so angewachsen, dass sie auffällig wurde, blockierte, sich weigerte- aber nicht daheim, auswärts. Das finde ich zum schluchzen traurig.
Wie kann man nur einen Maßstab ansetzen, wo es nichts zu messen gibt? Jeder ist anders, auf seine Weise individuell grundverschieden mit wem anderen.

Wenn du also trotzdem es dir große Schwierigkeiten macht, diese Form von Leben beibehältst, dann machst du ein Verbrechen gegen dich selbst. Du musst deiner Art entsprechend machen und tun, was du drauf hast, was dir liegt, worin du dich gut fühlst, was du beherrschst und kannst und was du nicht kannst, das leg weg. Plage dich nicht herum mit "Fremdem", bleib bei dir, dann hast du keine Probleme wie diese, die du anführst.

Ich kann sehr happy sein, mein Leben verläuft schnurgerade, es ist erfüllend und beglückend heute- das hat etwas damit zu tun, weil mir so viel egal geworden ist, es ist mir schnurzegal, wie man mich einschätzt, mein Mut, mich (MICH) auszuleben ist endlich voll da und ab da habe ich auch merken können, es ist auch bei den anderen angekommen, man ist wie man ist richtig, wenn man dazu steht und das nicht mehr hinterfragen lässt, wenn man das halt annimmt, statt anders sein zu wollen ( mehr so wie die Allgemeinheit). Dieses Streben lass ich sein, was aber nicht bedeutet, dass ich mich nicht konform benehmen und verhalten kann, wenn es angebracht ist. Nur, einen Job, der nicht zu mir passt, den mach ich nie wieder, auch wenn man dafür viel bietet. Menschen, denen ich zu viel oder zu wenig bin, die habe ich hinter mir gelassen. Mein Lebensgefährte, den ich vor fünfzehn Jahren etwa ausgegraben habe, der ist der Meinung, super, alles da, was mir gefällt- obwohl ich aufgehört habe, mich gefälliger zu machen, ich bin wie ich bin und das reicht. So müsstest du dich auch sehen, hoffentlich. Wems nicht reicht, nicht wichtig, es gibt Ausweichmöglichkeiten.

Dein idealer Job ist wohl noch nicht erschnuppert. Lass dich ein auf die Suche danach. Probier dich durch und wo es leicht geht, wo du spürst, das ist stimmig, da bist du richtig. Wo du unter Stress gerätst, wo du immer wie gegen den Wind fühlst, da wachse halt nicht an, ziehe weiter. Das Leben ist wunderwunderschön. Es sei denn, man ist am falschen Ort und Platz und macht das Falsche, dann ist es hässlich, belastend, unrichtig, krankmachend, schwer, wenn nicht sogar tödlich. Schütze dich selbst, safe your soul, führe deine Seele da hin, wo es dir behagt. Diese Wege kann dir keiner ersparen, die musst du selbst auf dich nehmen.
Ich bin in Bereichen fündig geworden, die ich eh schon als Kind gern hatte, also man muss nicht viel raten, wofür man veranlagt ist, das ist gleich einmal zu sehen, wie bei meiner Elisa, da mache ich mir null Sorgen, was ihre Zukunft betrifft, ich hoffe nur, sie und ihre Eltern managen das gut, was die anderen betrifft, wie eben das Urteil ihrer Lehrer. Zu langsam... zu verträumt..zu abgelenkt... da ist sicher viel Flucht dahinter, viel innerer Stress, deshalb weicht man aus gedanklich, um sich diesem nicht ständig stellen zu müssen. Das wächst sich raus, eben, indem man lernt, gelassen umzugehen mit Kritik und Launen der anderen, wenn diese Stress damit haben, weil man nicht wie sie ist.

Kennst du die Geschichte von den Affen, die zum Fisch sagen, du bist nicht normal, wer bist du schon, kannst nicht mal klettern?

Autisten sind wichtig, richtig. Ein Teil des Ganzen, sonst gäbe es sie nicht. Monokultur gibts nicht in der Natur.
 
Hey @Abcdefg
das Problem, dass du eventuell nicht verbeamtet wirst, ist meiner Meinung nach jammern auf hohem Niveau.

Auch dass die Ausbildung für die Katz ist, ist das nicht oft so? Theorie ist Theorie, Praxis ist Praxis. Ich vermute mal, du hast studiert? Da lässt sich doch das Wissen meist nicht eins zu eins im Job anwenden, was man lernt, ist eine grundlegende Sensibilität für Themen, die Grundlagen dafür, wie man unterschiedlichste Problemstellungen angehen und lösen kann. Was vor allen Dingen zählt, ist der Abschluss und eine gewisse Grundausstattung, alles andere muss man sich im Job erarbeiten.

Dass du schon als Dozent arbeitest, ist doch erstmal gut. Wenn du sagst, es hapert an der sozialen Intelligenz, auch das kann man trainieren, erlernen. Bist du in Therapie? Bei deiner Diagnose ist das sicher ratsam. Da solltest du mal diese Themen angehen, dass du in Gruppen immer aneckst und woran das liegen könnte, was du verbessern kannst.

Ich würde sagen, du bist Anfang 30, da kannst du mit Zuversicht nach vorne schauen, da geht noch was. 🍀
 
Zuletzt bearbeitet:
Autismus ist nicht ADHS. Nicht durcheinander schmeißen.
Autisten brauchen immer die gleichen Abläufe.
Als Dozent hast du die natürlich eher nicht.
Vielleicht nochmal an einen Stellenwechsel gedacht? Und nein, nicht jeder muss Kinder haben.
 
Es wäre hilfreich, wenn Du sagst in welchem Bereich Du eine Ausbildung gemacht hast und in welchen Feldern Du als Dozent tätig bist.
 

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