I'm back! 😎
Um direkt mal auf Benjamins Frage vom Anfang des Threads zu antworten: beides. Allerdings nur, wenn man das Wort Nation durch Mentalität bzw. Kultur ersetzt.
Es ist eine Mischung aus Mentalität und sozialem Umfeld.
Wobei sich hier die Frage stellt, was zuerst da war und eine Integration verhindert? Ich gehe von der Mentalität aus. Aber dazu später mehr.....
Zunächst einmal sollten wir festhalten, dass es kein natürliches Grundrecht von Ausländern gibt, hier her zu kommen bzw. hier zu bleiben. Der Verweis auf die schwache Wirtschaft des Heimatlands ist irrelevant.
Deutschland ist kein globaler Arbeits und Wirtschaftsmarkt, wo jeder herkommen und hier sein Glück versuchen kann.
Nun wollen wir uns aber nicht abschotten und dennoch Menschen in dieses Land lassen. Aber dazu müssen wir ein paar Grundregeln aufstellen, die sehr viel weiter gehen, als das man einfach nur "nett" und "vernünftig" miteinander umgeht.
Nett und vernünftig miteinander umgehen, ist die Beschreibung für das Verhältnis zu seinen Arbeitskollegen. Man arbeitet zufällig zusammen und, wenn man sich nicht mag, muss dennoch miteinander auskommen.
Dass ist aber keine bzw. eine unzureichende Beschreibung für eine Nation. Ein Nation braucht mehr. Etwas verbindendes. Wir leben hier nicht alle zufällig im selben Land und sollten daher professionell, wie Arbeitskollegen, miteinander umgehen.
Nein, wir sind ein Nation. Und jeder der hier herkommt und bleiben will, muss Teil dieser Nation sein. Was will er denn sonst hier? Es muss z.B. klar sein, dass, mit Ausnahme von vielleicht Sportereignissen, die Loyalität eines Ausländers der hier lebt und bleiben will, Deutschland zu gelten und hat nicht seines Heimatlands.
Daher ist es meine Meinung, dass jeder der hier herkommt und bleiben will, Teil dieser Nation wird.
Zur Integration gehört z.B. das erlernen der deutschen Sprache. Das akzeptieren der deutschen Rechtsordnung und, zumindest in Teilen, die Übernahme der Kultur.
Das ist bei bestimmten Gruppen nicht passiert. Und ich sage bestimmte Gruppen, weil wir eigentlich kein Ausländer-Problem haben. Ich wohne z.B. in der Nähe von Düsseldorf und hier gibt es Massen von Japanern. Mit ihnen gibt es so gut wie keine Probleme. Es gibt im Großen und Ganzen auch keine Probleme mit Franzosen, Engländern, Tschechen, Spaniern usw.
Probleme mit der Integration, Schäuble sagte übrigens mal das gleiche, gibt es mit zwei Gruppen: 1. Russland-Deutsche, also Spätaussiedler und 2. Ausländer mit muslimischen Glauben.
Die erste Gruppe, Spätaussiedler, wird sich meiner Meinung nach früher oder später automatisch integrieren. Bei der zweiten Gruppe, Ausländer mit muslimischen Glauben, ist es weitaus schwieriger.
Bei den zuerst genannten, Engländer, Tschechen, Spanier, Franzosen usw., gibt es den Vorteil, dass sie von der Kultur und Rechtsordnung relativ ähnlich sind. Selbstverständlich gibt es Unterschiede, aber insgesamt sind sie von den Kulturen kompatibler zueinander.
Die kulturellen Unterschiede zwischen der deutschen bzw. europäischen Kultur und der Kultur muslimischer Einwanderer sind weitaus größer. Das ist Fakt und man sollte so offen sein und das auch benennen.
Die Integration muss sich verbessern und hier liegt der Ball zuerst bei den Einwanderern. Wenn man hier in dritter Generation lebt und dennoch nicht fließend deutsch spricht, dann hat nicht die Gesellschaft versagt, sondern das Individuum. Der Einwanderer selbst.
Integration passiert automatisch, sobald man Kontakt man mit Einheimischen hat. Man erlernt automatisch die Sprache sobald man Kontakt mit Einheimischen hat.
Wenn in der Arbeit der Ali sich einen Fleck auf seine Hose macht, dann auf sie zeigt und "Pantolon" sagt und daraufhin der Hans erwidert "Hose?", dann merkt der Ali, dass diese Laute, die der Hans gerade wieder gegeben hat, die selbe Bedeutung wie "Pantolon" hat: Hose. Dazu muss man nicht mal nachdenken, es passiert automatisch. Sowas ist menschlich.
Dazu muss man allerdings Kontakt mit Einheimischen haben und daran fehlt es. Doch genau darauf müssen wir bestehen. Dass ist nämlich Integration.
Allerdings bin ich guter Hoffnung. Die Multi-Kulti-Illusion ist so gut wie tot - von der Realität eingeholt. Das Klima ändert sich. Man erwartet nun, zurecht, Anpassung. Und das hier Türken den Großteil der Einwanderer ausmachen, ist insgesamt auch eher ein Vorteil als ein Nachteil. Die kulturellen Unterschiede sind zwar auch groß, aber sie wären größer und damit auch die Probleme, wenn es z.B. Pakistanis wären.
Jetzt wollen wir nur nicht hoffen, dass Deutschland im Halbfinale auf die Türkei trifft. 😉