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Ausbildung mit 25..

InaIrina

Neues Mitglied
Hallo ihr lieben,
Ich bin Ina, 25 Jahre alt und zur Zeit im 3. Lehrjahr zur Kauffrau. Da ich vorher Abi und eine andere Ausbildung gemacht habe bin ich nun in der Umschulung. Ich wende mich an euch, da ich einfach nicht mehr weiter weiß.. und zwar folgendes: Ich bin seit 2 Jahren im selben Betrieb, durchlaufe verschiedene Abteilungen. Bin immer pünktlich, selten krank, erledige meine Arbeit gewissenhaft. Frage bei Unklarheiten nach.
Seit längerer Zeit habe ich allerdings folgendes "Problem" mit meiner Ausbilderin: Sie hält mich schlichtweg für 0 % Selbstbewusst und findet ich habe kein Selbstvertrauen, wäre ihrer Meinung nach eher so "freundlich-schüchtern". Sie hat es sich nun zur Aufgabe gemacht mir zu "helfen".. ständig schmiert sie mir aufs Brot wie viel zu ruhig und unselbstbewusst ich auf andere wirke und das ich kein Selbstvertrauen habe.. ja okay ich bin eher der introvertierte Typ Mensch. Ich rede, grüße, bin freundlich aber muss nicht jedem mein Leben auf die Nase binden.. bekomme auch viel Lästereien und hetzereien im Betrieb mit.. möchte mich da weitestgehend raushalten. Habe viel erlebt mit meinen 25 und mein Selbst hat sich einfach durch Erfahrungen so entwickelt.. ich war lange Zeit sehr krank und im Vergleich zu dieser Zeit bin ich für mich Selbstbewusster als ich jemals war. Aber scheinbar sehen andere Leute das anders. Mir tut es weh ständig vor die Nase gehalten zu bekommen ich währe nicht Selbstbewusst, ich bin sonst richtig zufrieden mit meiner Ausbildung und mir, meine Berufsschulnoten sind gut und auch sonst Meister ich all meine Aufgaben. Ich hab nie gemurrt oder nein gesagt, bin hilfsbereit und auch durchaus "offen" wenn ich mich im Gespräch befinde. Mag es halt nur nicht mich so nach außen hin zu profilieren, da ich dieses Verhalten bei anderen Menschen auch als unangenehm empfinde und so einfach nicht bin.. ich bin wie ich bin und das ist gut so, wenn ich eines aus meiner Krankheit gelernt habe dann das. Ich bin immer freundlich und gebe mein bestes. Dennoch ist man der Meinung man müsste mich mit 25 in Seminare zur Selbstfindung stecken und ich müsste unbedingt lernen Selbstvertrauen aufzubauen. Außer mir (25) waren dort nur 15, 16 jährige und ich wurde kurz weg als Referentin missbraucht. Und auch das, kein Problem. Ich habe kein Problem zu sprechen, auch nicht vor anderen. Mir tut es sehr weh mir sowas ständig anzuhören und nun meine Frage an euch, vielleicht gleichaltrige Leute, was würdet ihr machen? Ihr versucht zu erklären das ich schon immer so war und es mir gut geht / ich mir meiner Selbst bewusst bin habe ich, leider ohne Erfolg.. sie hält an ihrer Theorie fest und will mich unbedingt verändern. Liebe Grüße und vorab vielen Dank..
 
Hallo,

das ist die klassische Umkehrung des Ursache-Wirkung-Prinzips! Du bist nicht schüchtern und unsicher, wirst aber so, weil es dir deine Ausbilderin weißmachen will!

Hör nicht auf die Alte, nur weil sie ein forsches Mannsweib ist, musst du nicht genau so werden. Jede Persönlichkeit ist nunmal anders und mir persönlich sind die ruhigen, freundlichen 1000x lieber als die lauten, aufdringlichen Menschen.

Wenn sie dich das nächste Mal in so ein dummes Seminar stecken wollen sag folgendes: "Sorry, aber da gehe ich nicht mehr hin. Das letzte Seminar hat mir in sofern geholfen, als dass ich genug Selbstvertrauen entwickelt habe, um diesen Schwachsinn dankend abzulehnen!" 😀

Liebe Grüße und bleib wie du bist,
SFX
 
Haben andere aus deinem Bekanntenkreis auch diese Meinung zu dir wie deine Ausbilderin? Deine Selbsteinschätzung kann ja von deiner Außenwirkung durchaus abweichen. Ich finde das darauf rumreiten, du hast kein Selbstvertrauen, bescheuert, wenn ich das mal deutlich sagen darf. Gerade das wird das Selbstvertrauen ja eher mindern. Besonders geschickt stellt sich deine Ausbilderin nicht an.

Ich würde wahrscheinlich an deiner Stelle einmal zu so einem Seminar gehen und das andere mal dann dankend ablehnen. Vielleicht solltest du versuchen, der Ausbilderin gegenüber selbstbewusst aufzutreten. Vertrete deine Meinung so, dass sie es auch kapiert.
 
Vielen Dank für eure netten Antworten. Ich habe vorher eine pädagogische Ausbildung absolviert (habe mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet) und meiner Meinung nach ist das was sie macht leider auch der falsche Weg.Dennoch bin ich natürlich bemüht allen Anforderungen gerecht zu werden. Habe mich nach den Gesprächen umgehört und in der Berufsschule ist es eher so das ich als das genaue Gegenteil gesehen werde.. ich melde mich zwar nicht oft zu Wort aber wenn auch bedacht und mit sinnvollen Anregungen. Ich war schon immer eher zurückhaltend, denke da immer an den Satz meines Vaters der immerzu sagte " Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten". Im Nachhinein betrachtet auch ein bisschen zu hart aber für mich gibt es nichts unangenehmeres als Menschen dir ständig quaken ohne gefragt zu werden oder jene, die dir ihre ganze Lebens- und Leidensgeschichte aufdrücken ohne das man diese Person wirklich kennt. Ich versuche mich auf das wesentliche zu konzentrieren, und das ist zur Zeit das ich gute Arbeit leiste, pünktlich bin, gute Noten habe und die Prüfungen bestehe.

Leider habe ich die Fähigkeit mit sowas umzugehen noch nicht erlernt, so dass ich solche Angelegenheiten gerne mal mit nach Hause nehme und mir Tage- und Nächte lang den Kopf zerbreche. Ich habe Angst davor nicht gut genug zu sein, natürlich gebe ich das nicht auf der Arbeit Preis. Im Gegenteil. Ein solches Seminar habe ich schon über mich ergehen lassen und was ist passiert? Ich war die einzige ü20, mit 2 Ausbildungen (einer Angefangenen) und Abitur und wurde kurz weg vom Dozenten auf die Bühne geholt um von meinen Erfahrungen zu berichten und den dort anwesenden ins Berufsleben startenden Mut zu machen. Auch auf der Straße draußen bin ich stets freundlich und habe auch kein Problem damit mit Fremden zu sprechen. Meine Freunde erleben mich eher als zu aufgedreht als gegenteiliges.. selbst meine Mutter sagt mir ich bin immer so gewesen, Sie ist so, meine Oma ist so, so sind wir halt. Trotzdem lasse ich so etwas meinen Alltag bestimmen und es wirft mich aus der Bahn..
 
Introvertiertheit ist nicht mit Schüchternheit gleichzusetzen.

Ich finde es unmöglich wie deine Ausbilderin versucht dir ihre Version von Selbstbewusstsein aufzudrängen.

Nicht jeder der ein großmäuliger Marktschreier ist, ist auch selbstbewusst. Genauso wie ein ruhiger Mensch selbstbewusst sein kann, es nur auf andere Art und Weise zeigt.

Deine Ausbilderin kann dich in so viele Seminare stecken wie sie will, du bist so wie du bist. Das kannst du ihr auch ruhig mal sagen.
 
Hallo InaIrina. Ich glaube da hilft nur ein klärendes Gespräch mit deiner Ausbilderin, in dem du einfach auf den Tisch haust und ihr deine Meinung sagst. Dass du diese Selbstfindungsseminare nicht hilfreich findest. Du kannst ja ruhig zugeben, dass du etwas schüchtern bzw. ruhiger bist, das ist ja nichts schlimmes. Dass das ja nett von deiner Chefin ist, dass sie dich da unterstützen möchte, aber dass das nun mal deine Art ist und du mit diesen Seminaren nichts anfangen kannst. Quasi so wie du es hier geschrieben hast. Das kostet vielleicht Überwindung, aber gerade das zeugt von Selbstbewusstsein.
 
Hallo InaIrina 🙂 !

Was ich von deiner Geschichte lese finde ich wirklich lächerlich von deiner Ausbilderin, auch wenn es vielleicht gut gemeint ist. Ich kenne das auch, man macht zuverlässig seine Arbeit, ist Pünktlich, hält sich aus den langweiligen Lästereien raus etc. ... und dann gibts oft irgend jemandem der einem vor die Nase klatschen will wie man wirklich ist. Mir wurde auch schon gesagt "dieser Job ist nichts für dich" (obwohl ich den seit Jahren ganz gut gemacht habe) und andere Dinge die echt nicht stimmen. Es ist auch verständlich das man darüber reflektiert und auch mit anderen Leuten reden und schreiben muss. Das ist bekanntlich das beste Mittel um sich damit auseinander zu setzen und solche Sachen für sich zu verarbeiten. Am Ende weißt du es selber am besten wenn du so ein Typ Mensch bist, der wirklich selbstsicher ist und sich nichts vorlügt. Und davon gehe ich hier mal aus 🙂 !
Hab schon genug Leute im Berufsleben kennen gelernt die anderen und auch mir was auswischen wollten und selber sich keine Fehler und Kritik eingestehen können ... und das ist halt schwach.
Ich bin auch ein Mensch der manchmal etwas introvertiert ist, aber auch je nach Situation und Umfeld ganz anders sein kann 😀 ! Denke es ist vielleicht das, dass du dich da in gewisse Themen bei den anderen Mitarbeitern vielleicht nicht so reinhängst .... aber na und? Wichtig ist das du deinen Job machst und fertig! Das sie dich in so ein Seminar gesteckt hat was wohl an Jugendliche gerichtet war finde ich auch total komisch ...
 

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