Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ausbildung abbrechen ?

G

Gast

Gast
Seit langem plagt mich der Gedanke, ob ich nicht doch die Falsche Entscheidung getroffen habe. Seit dem 01.08.2011 übe ich eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker im Fachbereich Maschinenbau aus. Eigentlich mache ich diese Ausbildung nur, weil ich die Chance habe, nach meiner 3 1/2 jährigen Ausbildung den Betrieb von einem Bekannten zu übernehmen.

Ich treibe schon seit c.a 2 Jahren ausgiebigen Sport und wäre an einer Ausbildung zum Physiotherapeuten interessiert, um später in einem Fitnessstudio oder auch bei der Bundeswehr zu Arbeiten.

Mit meinem jetzigen Ausbildungsplatz bin ich auch überhaupt nicht zu Frieden, denn der Chef ist unfreundlich, die Bezahlung ist, im Vergleich zu anderen in meiner Berufsschulklasse, ziemlich schlecht, ich habe kein Spaß an der Arbeit und für dieses Gehalt sind die Arbeitszeiten nicht gerechtfertigt !

Ich habe mich bei der IWK mal erkundigt, allerdings nur über´s Internet. Dort wird einem aber auch schon beschrieben, wie viel diese 3 1/2 jährige Ausbildung kosten würde. Man kommt auf 12.000 euro und ich weiß einfach nicht wie ich das Geld dafür auftreiben soll.

Diese Situation mich jetzt für den richtigen weg zu entscheiden, macht mich psychisch total fertig.
Vielleicht geht es mir ja auch wieder besser, wenn ich doch einen anderen Ausbildungsbetrieb in der selben Branche finde.

Ich hoffe ihr könnt mir da irgendwie weiter helfen.

Danke im voraus...
 
Hallo,

du bist gerade mal ein paar Wochen in diesem Betrieb.
Vielleicht liegt es auch an deiner Einstellung, dass es dir dort nicht so gefällt?

Du schreibst, du machst das "nur", weil du danach den Betrieb eines Bekannten übernehmen kannst.
Möglicherweise merkt man das auch deiner Arbeitsmotivation an?

Wenn du nicht weißt, wie du die andere Ausbildung finanzieren sollst, hat sich die Frage doch eigentlich schon erledigt - oder?
Eine Option wäre, deine momentane Ausbildung zu beenden, dir Geld zurück zu legen und - wenn dein Herz noch immer daran hängt - mit den gesparten Mitteln Physiotherapeut zu werden.

Alles Gute und Durchhaltevermögen,

RFK
 
Hallo,

auch wenn dir diese Antwort vielleicht nicht gefallen wird, aber ich würde es nicht tun!

Ich fand Physiotherapie, Fitness, etc. auch lange spannend - bis ich einige Male intensivere Gespräche mit Leuten geführt habe, die in genau dieser Branche ihr Geld verdienen (müssen). Und die waren alles andere als glücklich. Gerade der Fitness-Bereich ist ein hart umkämpftes Geschäft und nicht wenige verdienen eher bescheiden und müssen zusehen, wie sie jeden Monat über die Runden kommen. Das mag mit 20 noch kein Thema sein, aber mit 30 oder 40 wird es eines.

Natürlich sollte man nicht nur um des Geldes willen in einem Beruf bleiben, in dem man kreuzunglücklich ist oder der seinen Talenten und Interessen nicht im Geringsten entspricht. Aber das scheint bei dir ja nicht wirklich der Fall zu sein. Durchhänger hat man immer mal und auch Phasen, in denen man Entscheidungen in Frage stellt. Was die später Erfolgreichen aber von den Erfolglosen unterscheidet ist die Fähigkeit diese Phasen durchzustehen und auszuhalten. Auch wenn es im Zeitalter des "Alles ist möglich" unpopulär geworden ist, aber ich habe noch nicht einen einzigen Menschen getroffen der dadurch glücklich geworden wäre, dass er immer nur das macht, was ihm gerade kurzfristig am meisten Spass und Gewinn bringt. Oft läuft es eher so, dass immer wieder festgestellt wird, dass die Vorstellungen nicht mit der Realität der Ausbildung oder des Studiums übereinstimmten und dann wird eben wieder gewechselt.
 
wenn du jezt nach kurzer Zeit schon merkst, dass es doch nichts ist, würde ich überlegen was du noch machen könntest.

Ich lese ständig hier, dass man die Ausbildung aufjedenfall durchziehen soll und dass es an der Motivation liegen kann ect.
Viele von euch können sich denke ich nicht in die jungen Leute hineinversetzen.
Es bringt nämlich absolut nichts eine Ausbildung zuende zu bringen die man eigentlich doch nicht will. Das macht einen am ende nur unglücklich und bringt fürs spätere berufsleben wenig.

Meine Empfehlung: Du bist noch in der Probezeit. Du kannst also jederzeit ohne Grund und Vorwarnung gehen.
Informier dich und überleg dir was du sonst noch machen könntest und was du wirklich willst.
In der Probezeit würde ich sagen, dass du erstmal weiter hingehst und versuchst einzuschätzen ob du wirklich abbrechen willst. dabei solltest du nur an den Beruf, Arbeitssituation, Zukunft denken.
Motivation solltest du bei deiner Abwägung außen vor lassen. Die brauchst du nämlich in jedem anderen Beruf auch. Das ist eine Grundvorraussetzung.

Wenn du dir dan alles genau überlegt hast und abbrichst kannst du das jahr ja mit einem Praktikum, Nebenjob, FSJ, Bundesfreiwilligendienst überbrücken, und dich fürs nächste Jahr bewerben.
Die entscheidung weiterzumachen oder abzubrechen musst du am ende selbst treffen. das kann dir hier keiner abnehmen.
Ich würde dir aber raten vor einem Abbruch alles genau abzuklären was danach kommt.
 
Lieber Zebra92,

sollte 92 dein Geburtsjahr sein bist du gerade einmal 19 Jahre alt. Natürlich wirst du dich damit sehr viel besser in "die jungen Leute" hineinversetzen können. Nur dummerweise bist du noch nicht in dem Alter, um eine langfristige Sicht der Dinge zu haben.

Ich denke ich bin zumindest einigermaßen gut geeignet mich in einen jungen Menschen hineinzuversetzen, der mit seiner Ausbildungsentscheidung hadert. Bei mir war es lange Zeit nicht anders. Ich hatte aus verschiedenen Gründen keine große Wahl was ich studieren will und bin bei einem Studienfach gelandet, das mir lange überhaupt keinen Spass gemacht hat. Aber es war mir wichtig es durchzuziehen, weil ich es als große Chance gesehen habe. Wie oft saß ich an meinem Schreibtisch und war verzweifelt, weil ich dachte, das Fach liegt mir überhaupt nicht. Und trotzdem habe ich mich angestrengt und hatte dadurch ganz gute Leistungen. Außerdem habe ich meine Schwerpunkte so gewählt, dass wenigstens ein paar Themen dabei waren, die mir Spass gemacht haben. Nach dem Studium habe ich ein Stipendium angeboten bekommen und mich dazu entschlossen in diesem Fach sogar noch zu promovieren. All das war rückblickend betrachtet die beste Entscheidung meines Lebens.

Ich habe viele ehemalige Mitschüler, die teilweise mehrfach ihr Studienfach oder die Ausbildung gewechselt haben oder sogar ganz abgebrochen haben. Und jeder einzelne von ihnen bereut es heute sehr.

Genauso wie viele derer, die ihr Glück in Berufen gesucht haben, die mit absehbar schlechten oder sogar sehr schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt verknüpft waren. Und die sich heute mit befristeten Verträgen und schlechten Verdienstmöglichkeiten abfinden müssen.

Es mag Situationen geben, wo es besser ist einen Kurswechsel vorzunehmen und auch ich kann mir einige sehr wenige Studienfächer vorstellen, mit denen ich niemals hätte glücklich werden können. Aber man sollte einen gut durchdachten alternativen Plan haben, der vor allem realistisch und frei von Wunschträumen ist, die sich am Ende als falsch erweisen.

Wenn jemandem die Bezahlung wichtig ist, sollte er sich sehr gut überlegen, ob der angestrebte Beruf in der Fitnessbranche der Richtige ist. Jetzt verdient er vielleicht weniger als seine Berufsschulkameraden, aber das ist auf die Zeit der Ausbildung begrenzt. Dannach hat er gute Aussichten deutlich mehr zu verdienen. Als Physiotherapeut dagegen sehr gute Aussichten ein Leben lang deutlich weniger zu verdienen als andere. Und dann nicht nur im Vergleich mit ein paar wenigen Berufsschulkollegen.
 
Lieber Gast,

92 ist mein Geburtsjahr, das hast du richtig bemerkt. Ich war selber in der Situation, dass ich eine Ausbildung abbrechen wollte. Habe mich aber nach intensiver Überlegung anders entschieden, und eine Lösung gefunden.

Obwohl ich erst 19 bin, kann ich mich sowohl in junge Menschen hineinversetzen, als auch eine langfristige Sicht auf Berufliche dinge haben.
Ich finde es eine Frechheit von Dir zu behaupten, ich hätte keine langfristige Sicht auf Dinge. Du weisst nämlich nicht wie weit ich mit meinen 19 Jahren schon bin.
Diese Aussage von Dir Zeigt mir, dass du eine Verallgemeinerte Sicht auf junge Menschen hast. Demnach glaube ich auch, dass du dich nicht in jungte menschen hineinversetzen kannst.

Ich habe dem TE nur aufgezeigt wie er vorgehen kann, wenn er tatsächlich aufhören will. Ich weis aus eigener erfahrung wie verfahren eine Ausbildungssituation sein kann.
Und ich denke, wenn man weis was man alternativ zur bisherigen Ausbildung machen kann ist ein Abbruch überhaupt kein Problem.

Um auf das Bsp. zurückzukommen: villeicht verdient er nicht soviel in der Fitnessbranche, aber wenn das der Beruf ist den er ausüben möchte ist das ok. Das wichtigste ist meiner meinung nach, dass der Beruf spass macht.
Wenn man einen Beruf macht der einem keinen spass macht bleibt sicher irgendwann auch das geld aus.
außerdem hat man damit sicher kein erfülltes leben.

PS: rechtschreibfehler sind mir egal.
 
Hatte heute einen Termin bei der Agentur für Arbeit in meiner Stadt. Habe mich über weitere freie Ausbildungsplätze für das Jahr 2011 Informiert und auch über Finanzielle Unterstützung, wenn ich eine Schulische Ausbildung anstrebe.

Meine Beraterin hat mir so ziemlich das selbe, was nach einer Physiotherapeutischen Ausbildung für Möglichkeiten es gibt, wie Gast erzählt. Auch dass es in meiner Region sehr große Konkurrenz in dieser Branche gibt.

Ich werde nun erstmal abwarten, wie es weiter geht in meinem jetzigen Betrieb. Hoffen, dass ich die Probezeit von 4 Monaten, jetzt nur noch fast 3 Monate, überstehe und sich alles zum guten wendet.

Schulisch habe ich keine Probleme, hatte nämlich schon immer ein sehr gutes Zeugnis und auch die Fachspezifischen Themen jetzt in der Berufsschule sind für mich kein Problem, da ich schon die einjährige Berufsfachschule Metalltechnik besucht habe und mich da sehr gut auskenne.

Danke trotzdem...
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 0) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben