@Junesun,
das tut mir leid, doch woran könnte es liegen, wenn dir das persönlich und dazu noch in dieser übermäßigen Anzahl, geschehen ist.
Wie kann es sein, dass du so wenig soziale (ich meinte auch nicht sexuelle) Erfahrungen sammeln konntest.
Du beschreibst dich selbst so, dass Jungen nichts mit dir zu tun haben wollten. Zugleich, das meine ich ohne Zynismus, wirkst du so attraktiv auf Männer, dass man dich mit Gewalt nehmen wollte, oder tat.
Letztendlich, kann man leider kein Kind und keine Person davor beschützen, Opfer einer Gewalttat zu werden.
Da nutzt die beste Sexualaufklärung nichts.
Denn du lieferst ja dafür die Beweise. In deiner Beziehung, auf der Arbeit usw.
Doch das meine ich ja, zu einer Aufklärung gehört das Erkennen von Gefahrensituationen und eine Fähigkeit einer Beurteilung der Menschen, mit denen ich zu tun habe, dazu.
Ich denke wir diskutieren das zu kurz, wenn wir das nur unter dem Aspekt von Vergewaltigungen und "Männer sind Schweine" diskutieren.
Dann sollten wir auch tatsächlich das Thema V*** in einem neuen Strang nehmen.
Das entspricht ja nicht einem normalen Umgang miteinander.
Gestatte bitte eine Frage an dich:
Was hast du nach den Übergriffen gemacht, brachtest du diese zur Anzeige?
Und
Woran machst du es fest, eine normale Vorsicht zu vermitteln, und wann eine mögliche Übertragung des eigenen Traumas auf das Kind?
Es ist sehr schwer darauf eine Antwort zu geben.
Warum ich so wenig soziale Kontakte hatte/habe und wenige sexuelle Erfahrungen gesammelt habe, kann ich bis heute nicht richtig sagen.
Es hängt wohl mit meinem Wesen zusammen.
Ich bin eine sehr zurückhaltende und unsicher Person. Für viele war ich wahrscheinlich reizlos und uninteressant.
Ich glaube nicht, dass Männer sich wegen meiner vermeintlichen Attraktivität übergriffig verhielten.
Ich sehe durchschnittlich aus, bin ganz sicher keine Schönheit.
Sie haben wahrscheinlich gespürt, dass ich mich nicht wehren kann und schwach bin.
Das wurde ausgenutzt.
Richtig, ich meinte ja auch nicht, dass ich nur sexuell nicht aufgeklärt wurde.
Sondern auch in Bezug auf Gefahrensituationen zu erkennen und Menschen einzuschätzen.
Ich habe nie jemanden durchschaut und bin immer wieder ins Unglück gelaufen.
Dafür gebe ich schon meinen Eltern die Schuld, weil sie mir immer vermittelt haben, dass die Welt so gut sei und alle Menschen so lieb und nett.
Mir wurde eingetrichtert, immer freundlich zu sein, dann seien andere Menschen auch freundlich zu mir.
Ich war erstaunt ganz andere Erfahrungen zu machen.
Tja, ich sah lange die Welt durch Kinderaugen und nicht wie eine Erwachsene.
Ich habe keinen der Übergriffe zur Anzeige gebracht.
Der Grund liegt darin, dass es mir nahestehende Personen waren.
Wer zeigt schon seinen eigenen Freund, den Sohn von Bekannten oder einen Kollegen an?
Auch gegen einen ARGE-Mitarbeiter oder einen Zahnarzt hat man wohl kaum eine Chance.
Es ist sicher eine schwierige Gratwanderung, einem Kind normale Vorsicht zu vermitteln oder eine mögliche Übertragung eines Traumas auf ein Kind.
Die Mutter von Gretchen hat es sicherlich falsch angepackt, aber ich vermute mal, dass sie selber Opfer war.