Ach so...
...ist das neue Wort für eine völkerrechtswidrige Handlung, die nicht mit einer Rechtsstaatlichkeit in Einklang zu bringen ist?
Einen Überfall auf ein fremdes Land, wobei zudem weitere vier Menschen ermordet wurden?
Es war doch eine Exekution ohne Prozess und Urteil, wobei man annehmen kann, dass die Aufklärung durch Korruption und Folter erzwungen wurde.
Terroristen handeln nicht rechtsstaatlich, also sollen sie auch selbst keine rechtsstaatliche Behandlung erwarten dürfen - tit for tat, wie der Ami sagt, man soll und darf sie töten, wo und wie man sie eben erwischt, sie sind Freiwild für jeden anständigen Menschen. Oder sollten es sein in einer besseren Welt als unserer, wo die größten Übeltäter, wenn man sie "nur" festnimmt, meist die besten Anwälte bekommen und die schönste Luxusbehandlung in Gefängnissen erfahren. Bei tollwütigen Hunden oder messerschwingenden Amokläufern fragt man auch nicht lange nach der rechtsstaatlichen Rechtfertigung, sie abzuknallen, man tut es einfach und gut ist, zum Schutz der Allgemeinheit. Hätte jemand 1944 einen Adolf Hitler in gleicher Weise beseitigt, und unter "weiteren vier ermordeten Menschen" wären Personen wie Himmler, Göring und Mengele gewesen - wärst Du dann dagegen? Und selbst wer selbst keine Terror-Größe ist und "nur" wissentlich einen Terroristen beherbergt, braucht sich nicht wundern, dann in einem Antiterror-Einsatz ebenfalls zu Schaden oder zu Tode zu kommen. "Aufklärung durch Korruption" - wie das? Wurden da etwa Leute geschmiert, um das Versteck von Bin Laden zu verraten? Ach wie superbööööse auch, sowas geht ja gar nicht, ein Staat, der Geld für Informationen über Terroristen zahlt! Wenn´s denn so gewesen wäre, aber tatsächlich wurde der Schlupfwinkel durch abgefangene Telefongespräche zwischen Bin Laden und irgendwelchen Angehörigen oder Mit-Terroristen aufgespürt. Die einzig "Gefolterten" waren vermutlich die NSA-Abhörspezialisten, die sich Tag für Tag für Tag durch belanglose Familiengespräche irgendwelcher pakistanischer Ziegenhirten durcharbeiten mußten, um das eine, wichtige Telefonat von Bin Laden aufzuspüren.
Nun, er war nicht sehr geschickt in der Auswahl seiner Mittel und Personalentscheidungen.
Er versagte im Umgang mit Gruppendynamik und Personalentscheidungen.
Sein Verhalten im Amt glich eher einem repräsentativen Staatsoberhaupt, als das eines agierenden Kanzlers.
Das Stimmenverhältnis in Amerika ist sehr dynamisch und nicht so starr, wie z.B. hier im Bundestag.
Er versäumte sich Mehrheiten zu schaffen und agierte bisweilen so, als habe er Mehrheiten.
"Versäumte sich Mehrheiten zu schaffen" ist im amerikanischen System ein Euphemismus, daß er nicht in jeden hingehaltenen Hintern gekrochen ist und jedem Lobbyisten die Füße geleckt hat, so läuft das mit dem Mehrheitenschaffen in USA nämlich. Demokraten sind in dieser Hinsicht einfach wählerischer und anspruchsvoller, was das Publikum angeht, als Republikaner, die nie Hemmungen hatten, die niedersten Instinkte ansprechen (siehe Trump, das aktuelle Paradebeispiel), das war schon bei Obamas Vorgängern im Amt so. Früher galt auch die Regel, daß man jedesmal nach einer oder zwei Amtsperioden eines Republikaners mindestens ein oder zwei Amtperioden eines Demokraten braucht, um all das wieder hinzubiegen, was die dämlichen Republikaner in Sachen Außenpolitik (z. B. Iran-Contra - Reagan, oder die Bush-Kriege in Iran und Afghanistan) oder Staatsverschuldung angerichtet hatten (wer hat´s gemacht? - Reagan/Bush - wer hat´s repariert? Clinton - bis der nächste Bush an die Macht kam, der hat´s wieder versaut...). Funktioniert aber leider seit einiger Zeit nicht mehr, weil sich inzwischen das Verhalten eingebürgert hat, daß die Republikaner grundsätzlich jede Entscheidung eines demokratischen Präsidenten im Amt blockieren, einfach weil es eine Entscheidung von demokratischer Seite ist. Inhalt, Notwendigkeit - alles egal, sobald es demokratisch ist, ist es automatisch Pfui und wird nach Strich und Faden kaputtgemacht. Und die Folgen dieser Handlungen werden dann wieder, natürlich, dem demokratischen Präsi angehängt, so daß der selbst bei zwei Amtsperioden hintereinander nicht mehr viel ausrichten kann. Auf diese Weise geht das ganze amerikanische System vor unseren Augen den Bach runter, mit der konsequenten Folge, daß bei der nächsten Wahl sogar ausgemachte Irre vom Schlag Trump (natürlich Rep.) eine reelle Chance auf das höchste Amt des Landes haben. Echt, jedes Land verdient den Präsidenten, den es wählt...